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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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dreap
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Hallo zusammen,

ich bin noch neu hier und auch ein wenig unsicher, wo genau ich mich nun "einsortieren" soll. Bisher wusste ich nur, dass es Angststörungen gibt, eine genaue Diagnose wie z.B. "generalisierte Angststörung" hat mir leider noch kein Arzt oder Therapeut mit auf den Weg gegeben. Ich hoffe also einfach mal, dass ich hier richtig bin und hoffe, hier Menschen zu finden, mit denen ich mich einfach mal austauschen kann, weil es ihnen genauso geht, weil sie verstehen, was da in mir vorgeht und weil ich mir so sehr wünsche, hier so etwas wie eine "Normalität" zu finden, nicht das Gefühl zu haben, einfach nur "verrückt" zu sein.

Meine "Störung" (wie schwer fällt es mir, dieses Wort zu schreiben) machte sich Anfang des Jahres deutlich. Davor führte ich 40 Jahre lang (bin jetzt 41) ein völlig normales Leben, dachte, ich würde uralt werden und machte mir wenig Gedanken um Dinge wie Gesundheit, Ernährung etc.. Dann kamen plötzlich aus heiterem Himmel Schwindelattaken. Meist auf der Arbeit. Sie kamen immer öfter und plötzlich kam das Gefühl, der Brustkorb schnürt sich zu, hinzu. Ernst genommen hatte ich das bis dahin immer noch nicht. Dann an einem Samstag beim Einkaufsbummel in der Stadt kam die volle Ladung. Mitten im Kaufhaus Schwindel, Herzrasen, Angst, keine Luft mehr zu bekommen und totale Panik. Ich wollte nur noch raus. Aber auch draussen wurde es nicht besser. Der Weg zum Auto im Parkhaus erschien mir unermesslich weit. Für mich war klar, das muss ein Herzinfarkt sein. Mein Partner hat mich dann ins Krankenhaus gefahren. EKG etc. - alles ok. Diagnose: Angststörung. Dies wollte ich so nicht annehmen. Die Beschwerden blieben. Mal mehr, mal weniger stark. Zum Ärztemarathon, den ich dann begann (Kardiologe, Neurologe, HNO, Orthopäde, Internist, Augenarzt, Zahnarzt etc.) kam dann die immer grösser werdende Sorgen, dass die Ärzte irgendwas übersehen haben müssen, denn gefunden wurde bis auf eine Gastritis nichts. Meine Angst steigerte sich dann langsam so sehr, dass ich nicht mehr alleine sein konnte. Es könnte ja was passieren. Einschlafen wurde oft zur tränenreichen Qual, den mein eigenes Herz schlagen zu hören (viel zu schnell oder viel zu langsam) sorgte dafür, dass ich Angst davor bekam, dass es nachts aufhören könnte zu schlagen, ich den nächsten Morgen nicht mehr erleben könnte. Der letzte Urlaub war dadurch geprägt, dass ich mich kaum aus dem Haus getraut habe, es könnte ja etwas passieren und weit und breit kein Arzt oder Krankenhaus. Sport mache ich gar keinen mehr, weil ich Angst habe, es könnte doch was mit dem Herz sein und ich "schaffe es nicht". Inzwischen ziehe ich mich immer mehr zurück und komme mir schon ziemlich "bescheuert" vor, wenn ich stolz wie Oskar darauf bin, doch alleine einzuschlafen oder mit dem Partenkind in der Stadt gewesen zu sein. Gute Tage sind solche, an denen ich mal nicht überlege, welche Krankheit sich da gerade ankündigt. Aber diese sind selten. Jede Schmerz im Körper wird automatisch in eine schlimme Krankheit gepackt und dieser Gedanke verlässt mich dann nur schwer. Mit anderen darüber zu reden ist schwer, denn für sie ist alles so einfach. "Denk nicht so dummes Zeug" oder "Ach quatsch, Du bist kerngesund" oder "Du mußt doch keine Angst haben". Das Denken jedoch lässt sich nicht so einfach abstellen. Und die Angst schon gar nicht.

Als ich mich heute hier in diesem Forum angemeldet und erste Beiträge gelesen habe, hat mich dies einerseits beruhigt. Es ist schön, dass man nicht alleine ist mit seinen Problemen, dass es auch anderen Menschen so geht. Beunruhigt hat mich, dass hier sehr viele sind, die schon seit Jahren mit Angststörungen leben müssen. Mir haben 8 Monate schon soviel Energie und Lebensfreude geraubt. Der Gedanke, vielleicht nie mehr ohne diese Angst leben zu können, ist schlimm.......

Und nun schreibe und schreibe ich und gerade stellt sich so eine Art "schlechtes Gewissen" ein. All diejenigen, die schon so lange mit der Angst leben, mögen mir nicht böse sein, dass ich ihre Beiträge zum Anlass genommen habe, in ein kleines dunkles Loch zu fallen. Ich würde so gerne die Augen vor der Realität verschliessen, mir sagen, morgen ist der Spuk vorbei und ich habe mein altes Leben wieder. Das dies nicht so sein wird und auch mir meine Angst noch viele Jahre erhalten bleiben kann, weiß ich irgendwie. Ich will es nur nicht wahrhaben.....

Nun drehen sich meine Gedanken im Kreis und ich bin hin und her gerissen zwischen "mach den PC aus und denk nicht weiter drüber nach" und "es ist gut, dass Du Dich endlich damit auseinander setzt"..... Zwischen dem Wunsch, mich hier mit anderen auszutauschen und dem Wunsch, alles, was mit Angst zu tun hat, zu vergessen. Aber wahrscheinlich muss ich mich ihr erst einmal stellen, sie annehmen...Wenn das doch alles so einfach wäre.

Für heute erstmal ein dickes Dankeschön an alle, die mir durch Ihre Beiträge hier das Gefühl geben, nicht alleine zu sein und mich dazu bewegen, mich mit all dem auseinander zu setzen. Ich würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere Kontakt hier ergeben würde und wir uns irgendwie gegenseitig helfen könnten, aus diesem Kreislauf der Angst rauszukommen.

Liebe Grüsse
Maggie

12.08.2016 #1


150 Antworten ↓
Hotin

Hotin
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@ Obelics

Hallo Obelics,

was Du da beschreibst, ist vermutlich nicht ganz einfach zu lösen.
Sehe das wie Reenchen, das Du Dich ständig überfordert fühlst.
Das heißt aber nicht, das Du auch überfordert bist.

Wie schafft Ihr es "Geistige Leistung" zu erbringen, wenn durch Angst und Nervosität in Eurem
Gehirn das absolute Chaos herrscht?

Bei Dir herrscht kein "Chaos". Dein Gehirn scheint ständig mit einer anderen, für
Dich schwer lösbaren oder völlig unbefriedigenden Aufgabe beschäftigt zu sein.
Du glaubst, Du hast keine Kapazität zum denken mehr frei.
Was belastet Dich denn unabhängig, von den neuen Aufgaben, die Du erledigen möchtest.

Habe gerade gelesen, das Deine Arbeit Dich sehr stark fordert. Die Situation mit Deinem Sohn ist
bestimmt auch sehr belastend. Wie schwer ist es für Dich zu akzeptieren, das Dein Sohn
gesundheitliche Probleme hat? Überfordert Dich das mit dieser Situation um zu gehen?

Hast Du das Gefühl die ganze Verantwortung für Deine Familie liegt allein auf Deinen Schultern?
Hilft Dir jemand im Alltag? Kannst du Dich überhaupt noch entspannen?

Du solltest den festen Glauben daran, das Du
das, was Du willst auch schaffen kannst wieder zurück gewinnen.

Bist Du in einer Therapie? Wenn ja, wie hat Dir die bisher geholfen?

Ich habe diese Ängste nun seit weit über 20 Jahren.
Der einzige Lerneffekt war, dass die Angste und Panik immer kommt.

Dazu brauchst Du eigentlich nichts zu lernen.

Angst ist ein Teil unserer Gefühle. Sie ist immer anwesend. Wenn Du keine Angst mehr hast, also
keine Gefühle mehr, dann wirst Du tot sein.

Es geht nicht darum keine Angst mehr zu haben, sondern die Angst(gefühle)
so zu verstehen, zu bewerten und abzuschwächen, das Du glaubst, sie sind
nicht mehr da.

Zitat:
Ich weiss, das meine Ängste im Bezug auf die Situation völlig unangemessen sind.


Das ist doch schon mal gut.

Zitat:
Die Angst bezieht sich eigentlich gar nicht so sehr auf die Situation sondern nur darauf, was mein
Unterbewußtsein daraus macht.


Bestimmt machst Du das nicht mit Deinem Unterbewusstsein, dann könntest Du es ja nicht verbessern.
Ein falscher Umgang mit Deinen Gefühlen wird vermutlich sehr bewusst von Dir ausgeführt.
Du hast nur Deine Steuerung aus der Hand gegeben. Das ist etwas so. als wenn Du
Auto fährst, ohne zu lenken und Dich wunderst, warum das Ding nicht auf der Straße bleibt.

Zitat:
Ein klassisches Beispiel für Angst vor der Angst.


Absolut richtig, was Du da sagst. Seit wann und warum machen Dir Deine
eigenen Gefühle denn Angst?
Hat Dir mal jemand verboten zu sagen, was Du möchtest, was Du vor allem nicht möchtest, was Dich überfordert
und was Dir gefühlsmäßig weh tut?

Viele Grüße

Hotin

13.07.2015 12:29 • x 2 #108


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A


Die Angst bestimmt mein ganzes Leben!

x 3


R

Reenchen
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Zitat:
Gibt es besondere Dinge, die Dich technisch interessieren?

Ja, Rechner. 32bit-Technologie habe ich selbst zusammengebaut und in den älteren Programmiersprachen konnte ich auch Programme schreiben. Als die 64bit-Technik kam, bin ich ausgestiegen. Ich mache nichts mehr selbst, verfolge aber interessiert die Entwicklung und kann mich darin völlig verlieren. Um so mehr entsetzt mich eigentlich, wie die Menschen technisch ausgebeutet werden und in Abhängigheit des Komforts geraten. Dann ist plötzlich der Akku leer, das Netzteil kaputt oder ein Virus da und diese Banalität macht Menschen völlig handlungsunfähig. Es ist schön, die neuesten Technologien zu haben - ja, aber man sollte auch wissen, wie man sie sich erhält und nicht nur, wie man sie bedient. Mr. Green

Zitat:
Wie schaffst Du es dann gegen Dein ständig vorhandenes, starkes "Nein" ein "Ja" zu setzen?
Durch Negation kann man sein persönliches Fenster erweitern. Wenn man zu jeder Gegebenheit den Umkehrschluß anstellt oder statt der Idee hinter einer Aussage, die Aussage wörtlich begreift, findet man eine Lösung, mit der man leben kann oder die einen sogar "Berge versetzen" läßt. Klingt für dich jetzt wahrscheinlich utopisch aber du kannst das unter wikipedia.org/wiki/Negation einmal nachlesen. Sehr interessanter Ansatz, den viele Menschen so gar nicht kennen.

Zitat:
Wenn Du Belohnung und Bestrafung doch nicht nachhaltig
speicherst, warum macht Dir das Mobbing dann so viel aus, das Du glaubst, daran zu zerbrechen?

Weil meine Arbeit meine Lebensgrundlage war. Es gibt jetzt kein Zurück für mich, auch wenn ich die damaligen Situationen noch so sehr negiere und nach vorn und hinten durchgehe. Wenn dir öffentlich zu verstehen gegeben wird, daß ab einem bestimmten Punkt nur noch Gewalt dein Alltag ist, dann mußt du dich entscheiden. In meiner Arbeit hing die körperliche Unversehrtheit von den Kollegen ab, so wie auch ihre Unversehrtheit von mir abhing. Ist dieses Vertrauensverhältnis zerrüttet, muß man gehen. Mir gelang es, bevor ein wirklicher Schaden entstand.

Zitat:
Was war schon immer da? Kann es sein, das Deine Grundangst schon immer so groß war, dass Du deshalb
nicht auf Belohnungen reagieren kannst?
Ist es egal, was jemand sagt oder tut? Du befürchtest immer das das Ergebnis negativ sein wird!

Ich war schon immer schizoid. Heute nennt man das bei Kindern Autismus. Ich konnte mich schon immer "sehr schön allein beschäftigen", wie meine Mutter heute noch schwärmend berichtet. Nur wenn wir auf Besuch gingen oder Besuch kam, war ich immer ein sehr quängelndes Kind. In jeder schulischen Beurteilung steht folgender Satz so oder so: "Sie konnte keinen Kontakt zu den Mitschülern herstellen, es gelang ihr nicht, den Kontakt zu den Mitschülern aufrecht zu erhalten, im Klassenverband tritt sie zu wenig in Erscheinung..." Nie hat sich darüber irgendwer Sorgen gemacht. Mir wurde eingeredet, daß ich mein Leben schon packen würde und ich selbst redete mir ein, daß ich so oder so sein muß und ich lebte danach. Immer wieder vor den Kopf gestoßen und immer wieder eigentlich nicht in der Lage, ein gesellschaftliches Leben zu führen. So konnte sich die Agoraphobie wunderbar entwickeln und ich lebte damit: ich heiratete, zwei Töchter kamen und nichts war gut. Ich ließ mich scheiden und stand mit den Kindern alleine da, gottseidank mit festem Vollzeitjob. Meine Jüngste ist schwerbehindert und mit diesen Scherben mußte ich fertig werden. Dazu unzählige Gerichtsverfahren gegen meinen geschiedenen Mann und natürlich litt darunter auch die Arbeit. Meine Älteste geriet mit 14 in die falschen Kreise und ich mußte sie in die geschlossene Jugendpsychiatrie geben, nebenher die Jüngste ständig im Krankenhaus.
Mein Leben wäre schon für einen Nichtschizoiden zuviel, aber ich stand das durch. Als ich meinte, das Gröbste wäre durch, wurde meine Älteste mit 17 schwanger. Auch den Part stemmte ich noch: Vormundschaft über den Enkel übernommen, Umzüge in 2 Wohnungen organisiert und dann begann das Mobbing. Darunter Kollegen, mit denen ich schon 20 Jahre zusammen arbeitete. Ja, ich habe auch Fehler gemacht, so wie alle. Aber ich bin gegangen, denn ich wollte, daß das alles zuende ist. Ich wollte mein Leben beenden.

Ich habe mich wieder aufgerafft, aber eines bleibt unantastbar gegen jeden Menschen: ich. Auch die nächsten Familienangehörigen bleiben "draußen". In einem arbeitsmedizinischen Gutachten wurde erstmals und amtlich festgestellt, daß ich eine schizoide Persönlichkeit bin, damit ist nicht die Störung gemeint, sondern der Charakter. Für meinen Beruf bin ich nicht mehr tauglich, schon gar nicht mit GdB 50.

Zitat:
Gibt es Ziele, die Du gern erreichen möchtest: Welche Träume hast Du? Und WIE
UND WOMIT ENTSPANNST Du Dich? Spielen Musik und Bewegung (Sport) in Deinem Leben eine Rolle?

Ich habe keine Ziele, ich will nur meine Ruhe. Träume gab es mal, bevor die Kinder kamen. Ich habe ausgeträumt. Ich entspanne, wenn ich völlig in Technik versinke, englischsprachige Filme ansehe, alte Handarbeiten entdecke oder Pflanzenkunde betreibe. Musik habe ich zeitweise selbst gemacht, aber sie spielt keine Rolle mehr, auch Sport war einmal.

Das ist ganz schön viel Text geworden. Soviel rede ich maximal in einer Woche. Confused

Schönen Sonntag noch Wink

12.07.2015 13:47 • #98


Zum Beitrag im Thema ↓


N
Hallo Maggie,

Dich hier im Forum mitzuteilen ist doch schon ein großer Schritt. Auch ich mag nach meiner Zeit mit der Angst immernoch gern ein Hintertürchen haben, dass irgendwas vergessen wurde zu checken und alles erklärbar ist...aber ich bin mir bewußt, dass es nur Illusion ist. es braucht aber Zeit, dass auch Du Dich damit auseinander setzt.
Du hattest die Kraft hierher zukommen, also wirst Du auch die Kraft für den weiteren Weg haben.
Wichtig nur muss für Dich sein, zu wissen, was sind deine Ursachen für deine Erkrankung? Die musst Du rausfinden und Dir wirklich klar machen, es erleichtert zumindest das Verständnis für die Reaktionen des eigenen Körpers.

Ich habe mich damals genauso gefühlt wie Du, wollte es nicht wahrhaben, die Ärzte finden es nur nicht. Habe es verdrängt, schön geredet , es war dann auch für ein paar Jahre weg, bis wieder irgendeine total nichtssagende Situation einem den Boden unter den Füßen weg reißt.
Ich kann für mich nur sagen, eine Therapie hat mir geholfen, manche Reaktionen zu verstehen. Wenn ich Angst habe, setze ich mich ganz konkret damit auseinander, wieso jetzt? was ist grad gewesen? und versuche mir immer ins Gedächtnis zu rufen, es ist nur Angst, du wirst nicht sterben!

Suche Dir auch möglichst viele schöne Sachen, wo Du weißt, dass sie Dir Freude bereiten. Sowas brauchst DU um deine Psyche zu stärken. Lass die Angst Dich nicht regieren!

Ich hatte die letzten Tage auch wieder viele Tiefs, aber mich betreffen sie nur noch bei richtig einschneidenden Erlebnissen. Es ist ein harter Kampf, aber hey, Du schaffst das auch. Ich war nie eine besonders emotional stabile Persönlichkeit und selbst ich hab einen kleinen Fortschritt geschafft. Du wirst das auch, mit deiner Familie, Partner, Patenkind etc.

Viele Grüße und Kraft wünsche ich Dir,
Inga

#2


F
Liebe Inga,

Du schreibst so "stark", also ich meine Du klingst so gefasst. Ich war das auch schon oft, aber die Rückschläge. Und jetzt seit dem mein Baby da ist so ein großer Rückschlag. Ich versteh das nicht.

Ich habe ein ganz großes Problem damit zu begreifen, dass es hierfür kein Medikament und auch keine Heilung gibt. Ich denke immer, es muss wieder weggehen, es muss wieder weggehen. Doch 10 Jahre Angst kann man wahrscheinlich nicht mehr wegmachen.

Die Therapeutin hat mich jetzt gefragt, ob ich denn bereit bin, wieder aufzustehen, nach dem Rückschlag. Und ich glaube ich kann nicht. Ich heule seit Tagen und ich habe jeden Tag und jede Nacht Angst. Ich denke immer dass ich sterben muss und nicht für mein Baby da sein kann. Und dann fühle ich mich wie ne schlechte Mutter.

Und jetzt bin ich diese Nacht auch noch alleine. Mein Mann ist schon seit Monaten viel unterwegs, das macht alles nur noch schlimmer. Er ist ja meine einzige Bezugsperson.

Nimmt jemand von Euch Medikamente? Ich nicht. Manchmal denke ich, dass es vielleicht besser wäre, sich mit irgendwas zuzudröhnen, dann quält man sich nicht so oder?

#3


N
hallo fisch81,

ich mag zwar stark klingen aber das ist leider nicht so 1:1. das habe ich mir meine 26 Jahre antrainiert und damit mir mehr geschadet als mir lieb ist.
Ich hatte die Woche auch schon nach ungefähr 6 Monaten Ruhe einige echt schlimme Rückschläge. Mein Freund hat sich versucht das Leben zu nehmen, siehst Du, vor Nachdenken über seine eigenen Probleme nimmt man nicht die der anderen wahr.

Ich kenn den Auf- und Abwärtstrieb...

Ich dachte auch immer bei mir gehts nie weiter, und es tut es doch...nur leider immer mit Rückschlägen. Heute habe ich mir zb. den Kopf darüber zerbrochen, hilfe ich muss wieder zu meinem Therapeuten, oh nein, ich will nicht, ich halte das nicht nochmal durch...ich werd das nie in Griff kriegen...die ganz normalen typischen Ängste, die einen dann Knall auf Fall überfallen, und dann gibt das Heultiraden und Verzweiflung...
ich teile mich dann meistens sofort jemandem mit, einfach nur jemandem sagen, hey ich hab grad wieder einen meiner Anfälle und dann denk ich immer, nur Angst, besch... Angst, Angst die mir nix tut, aber mich fertig macht, die mir keine Kraft läßt, keine Luft zum atmen, die mich einfach beherrscht, die ich nie drum gebeten habe. dann hab ich im Internet gesurft über diese Angtzustände, immer wieder diese objektiven Berichte gelesen...in der Hoffnung, ich seh es auch mal objektiv. Im Moment hat es geholfen, ebenso das Forum, bin grad recht stabil, obs so bleibt, kann einem ja eh niemand garantieren, weißt Du ja auch, aber steck den Kopf nicht in den Sand.

Und denk mal drüber nach, hey, du hast ein Kind bekommen, und davor hab ich zumindest die meiste Angst überhaupt..und du hast es geschafft, das ist toll. Dara musst du festhalten.
Such dir am besten auch noch weitere Bezugspersonen, nur dein Partner reicht vielleicht auch nicht, ne gute Freundin, oder deine Mutter?

Kann man Dir heut sonst noch irgendwie helfen?

#4


F
Ja, wäre schön, wenn wir jetzt zusammen in einem Cafe sitzen könnten: ich glaub mit Dir könnte ich jetzt die ganze Nacht durchquatschen. Zum 1. Mal ne Leidensgenossin "getroffen" und überhaupt hier im Forum. Ich habe noch nie jemanden getroffen, dem es genauso geht. Aber wie gesagt, ich rede ja auch mit keinem drüber.

#5


N
Tu das aber mal, kannst ja ruhig mich dazu benutzen...denke verständnis zu erfahren, ist sogar noch besser als nur zuhören

Ich schick Dir mal ne PN

#6


M
hallo maggie,

ich kann dich verstehen. aber vielleicht hast du, da es bei dir so schnell erkannt wurde, eine gute chance da auch schnell wieder herauszukommen. es muss ja einen grund geben, warum deine ängste nun plötzlich auftreten. irgendein ereignis, ein auslöser etc.
kümmer dich um eine verhaltenstherapie und geh zusammen mit einer psychologin deinen ängsten auf den grund! ein versuch ist es wert!


hallo fish,

ich kenne genau, wie es dir geht! im märz diesen jahres hatte ich ein schlimmes tief und ich bekam immer wieder panik und dachte: was passiert mit meinem baby und meiner kleinen tochter, wenn ich sterbe. das hat (und macht es immernoch) mich fast verrückt gemacht. ich dachte, wenn ich jetzt hier liege und sterbe, mein baby wird sich nie an mich erinnern und nie wissen, wer seine mami war. durch diese gedanken wurde ich immer kränker. die gedanken rauben kräfte und unser glück. statt wir glücklich sind und uns an den kindern freuen, machen wir uns schier wahnsinnig und denken nur an das schlimmste. aber es bringt ja nichts! mein mann sagte das mal ganz krass: das leben geht dann für unsere babys auch weiter irgendwie ohne oder mit uns.

mir geht es derzeit auch besch....., ich habe übelkeit, verspannungen und schwäche in armen und beinen. natürlich signalisiert mein kopf mir wieder: ah, das kann nur was lebensbedrohliches sein! ich schwelge in einem ewigen angstzustand und habe nur noch angst, angst, angst. doch dass diese symptome von der angst kommen ist sehr viel wahrscheinlicher! ich sah meine tante vor 2 monaten sterben und danach ging es mir erstaunlich gut, doch jetzt bricht irgendwie in mir alles zusammen und mein körper reagiert darauf und diesmal heftig.

aber es ist schön, sich in einem forum austauschen zu können und zu sehen, dass es einem nicht nur allein so geht!

alles gute euch allen!

milanna

#7


F
Liebe Milanna,

genau diesen Gedanken äußere ich auch oft gegenüber meinem Mann: Was wenn ich sterben muss und mein Kleiner ohne mich aufwachsen muss. Ich bitte meinen Mann dann immer mir zu versprechen, dass er dem Kleinen von mir erzählen wird. Mein Mann verspricht mir das auch, sagt aber, das wir zusammen alt werden und unseren Sohn gemeinsam aufziehen. Dein Mann hat recht: Unsere Kinder werden groß, so oder so. Mit uns ists aber viel schöner und darum müssen wir durchhalten (auch wenn das für mich im Moment sehr schwer ist).

#8


A
Hallo erst mal zusammen,

ich leide seit 1 jahr unter der angststörung...
Mittlerweile bestimmt sie mein ganzes Leben...und ich würde gerne hören wie ander betroffene damitum gehen gelernt haben??

Ich würde mich sehr über Antworten freuen

LG Anja

#9


C
Hallo Anja,
ich habe dir hier eine Mail geschrieben.

#10


J
hallo anja,
wie äussert sich denn die angst bei dir?
wenn es ganz schlimm ist würd ich dir raten einmal zu einem psychologen zu gehen, um vl. eine therapie anzufangen. die kann dir am besten helfen!
ansonsten habe einfach mut und fang langsam an. wenn du dir zb schwer tust rauszugehen dann geh zuerst nur ne kleine runde, dann erweiterst du die usw usw.
lg

#11


V
Hi
Wie sehr schränken dich die Attacken denn im Alltag ein? Gehst du noch zur Schule oder machst du schon eine Ausbildung? Wie äußern sich die Attacken? Weiß dein Umfeld Bescheid?

Ich selber kann noch nicht so gut damit umgehen. Es ging mir schon mal schlechter und ich kann wieder außer Haus, bin jedoch noch sehr eingeschränkt.

Wovor hast du Angst?

LG

#12


E
Hallo,
es dauert ziemlich lange Zeit, bevor man selbst akzeptiert, dass man Angst bzw. Panik hat, da die körperlichen Begleiterscheinungen meist ein anderes Bild entstehen lassen und ziemlich nervend sein können.
Nach dem ich dies alles habe untersuchen lassen, und es o.k. war, habe ich eine Verhaltenstherapie bei einem Psychologen begonnen, die mir schon sehr viel weiter geholfen hat.
Es geht dabei darum, die eigenen Denk- und Verhaltensweisen und überdenken und ggf. zu ändern. Es kostet sehr viel Kraft, aber es hilft.

Liebe Grüße
engelchen106

#13


M
Liebe Anja,

mit Angst und Panikattaken habe ich seit über 16 Jahren mal mehr mal weniger zu tun. (Kaufhäuser, Rolltreppen u. vor allem Autobahnfahren)

Zur Zeit geht es mir gut, ich habe "meine innere Mitte" gefunden.
Dazu beigetragen habe 2 Aufenthalte in Psychosom.Kliniken in den Jahren 2001 und 2007, Therapien beim Psychologen, Bewegung (walken, Mountainbikefahren) und Entspannung (Progress. Muskelrelaxation).

Gerade von der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson bin ich so überzeugt, dass ich eine Ausbildung als Kursleiter gemacht habe; seit 1 Jahr halte ich Kurse ab. Erst heute mittag haben meine Kursteilnehmer - Krankenhausmitarbeiter- (es ist jetzt der 8. Kurstag von 10.) bestätigt, dass sie sich gut einfinden können. Die PMR ist leicht zu erlernen und vielfältig einzusetzen.
Veruchs doch mal.
Vor allem tue kleine Schritte, nicht zu viel auf einmal von dir fordern und
... es darf auch mal Rückschläge geben, dann gehst du halt wieder einen Schritt nach vorne!!

Habe Mut, du wirst es schaffen.

Gruß nach Berlin
Michael

#14


S
grüß dich anja,

ich glaube wir sind etwa im selben alter.
und ich habe meine angstörung bereits seitdem ich 15 bin (heute bin ich fast 20). ich kann mich den vorherigen beiträgen nur anschließen, es dauert eine zeit bis man es akzeptiert und damit leben lernt.
ich selbst saß ein jahr zuhause eh ich wieder zur schule gegangen bin.
auch als ich die schule wieder angefangen habe ging es mir nicht besonders gut. heute , nach 3-4 jahren komm ich damit gut zurecht. ich habe oft noch situationen in denen in panik bekomme, aber ich akzeptiere dass es nur psychisch ist und das es bald vorrüber geht. gestern zb hatte ich aus heiterem himmel eine schlimme panikattacke. ich war super nervös, doch im selben moment habe ich mir gesagt, alles ist prima, es ist nur dein kopf, bleib ruhig. und siehe da, die attacke war vorbei. mir war zwar noch mulmig, aber ich kann damit leben. ich sag mir immer "na und, dann bin ich eben ein angsthäslein, aber es gibt schlimmeres" . versuche damit zu leben, und sage dir immer, dass es halb so wild ist, dass es die gut geht und du gesund bist. man verpasst durch die angst soviel. heute bin ich froh, dass ich ebenfalls meine "innere mitte" gefunden habe, und problemlos in einen zug steigen kann ohne dass ich vor panik und herzrasen gleich sterbe.

ich wünsch dir das beste!

#15


Loretta

Die Angst bestimmt mein Leben

Hallo an alle,

ich will mich hier auch kurz vorstellen,
bin 36 Jahre jung und seit ich denken kann, habe ich Angst vor Menschen, ich leide schon so lange an meinen sozialen Ängsten, dass ich inzwischen so gut wie keine Freunde mehr habe.
Vor einem Jahr fasste ich den Entschluss, endlich eine Therapie zu machen, aber es funktionierte nicht, die Therapeutin sagte, ich solle in eine Klinik, sie könne mir nicht mehr helfen Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, möchte doch endlich auch glücklich sein...

Danke fürs Lesen
Loretta

#16


D
Hallo Loretta,

vielleicht stimmte die Chemie zwischen der Therapeutin und Dir nur nicht.

Suche weiter, bis Du den für Dich passenden Therapeuten gefunden hast.


Liebe Grüße und ganz viel Kraft wünscht Dir

DieLiebe


NIEMALS AUFGEBEN!

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Loretta
Hallo Liebe,

Danke für Deine lieben Worte & Deine Glückwünsche . Ich freue mich, dass Du mir Mut machst, einen neuen Therapeuten zu finden. Leider bin ich sehr empfindlich, die Ablehnung meiner letzten Therapeutin war für mich ein totaler Vertrauensverlust, auch wenn ich rational natürlich weiß, dass es auch an mir selbst lag, dass ich einfach nicht die Fortschritte machen konnte, die für eine Therapie nötig gewesen wären...
Ich suche die Schuld immer bei mir, denke, dass ich nicht gut genug bin

Ganz liebe Grüße zurück,
Loretta

#18


Deelight
Hallo Loretta,

ich kann mich Die Liebe nur anschließen. Such Dir einen neuen Therapeuten. Ich habe bei meinem ersten Versuch damals auch zu hören bekommen, ich solle Tabletten nehmen und dann wäre alles in ordnung.
Aber genau das will ich eben nicht.
Ich hab damals auch gedacht: "Super, nicht mal der Seelenklempner nimmt Dich für voll" und habe viel zu lange gewartet, bis ich den nächsten Anlauf genommen hab.
Vor 1,5 Jahren hab ich das dann endlich getan und hab auf anhieb eine super nette Therapeutin gefunden.
Lass Dich nicht unterkriegen und kämpfe für Dein Glück!

LG
Deelight

#19


L
Hallo loretta,
auch ich stimme den anderen beiden zu. Ich war auch schon bwi mehreren therapeuten und die letzte sagte ich solle mich in eine klinik einweisen lasse da ich nicht an mir arbeite... ich war bis heute nicht in einer klinik. Such dir einen anderen therapeuten sprich darüber was mit der therapeutin war und ich denke die/der neue therapeut/in wird es verstehen wenn du dich nicht gleich öffnest.
LG

#20


A


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Dr. Hans Morschitzky
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