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Ich würde mit euch gerne anonym ein peinliches Thema besprechen. Ich habe Verdauungsprobleme und Angst vor der Toilette (leider kein Scherz). Vor allem vor der eigenen. Das führt dazu, dass ich, wenn ich Zeit für die Toilette habe, oft weder kann noch muss.
Dagegen muss ich in Situationen, die sehr unpassend sind. Entweder wenn gar keine Toilette in der Nähe ist oder im Supermarkt, Restaurant und so weiter.
Es ist mir sehr peinlich.
An einem bestimmten Ort habe ich in letzter Zeit immer die Kundentoilette benutzt, wenn ich da war.
Ich glaube das hat unter anderem damit zu tun, dass ich mich dort entspannt fühle. Nun aber weiß ich nicht, ob ich mich noch dort hin trauen kann. Ob es ihnen aufgefallen ist, dass ich dort jedes Mal die Toilette benutze, ob sie mich peinlich finden und so weiter

20.11.2021 20:22 • 22.11.2021 x 1 #1


18 Antworten ↓


Hedwig
Zitat von Anonym123456:
Es ist mir sehr peinlich.
An einem bestimmten Ort habe ich in letzter Zeit immer die Kundentoilette benutzt, wenn ich da war.
Ich glaube das hat unter anderem damit zu tun, dass ich mich dort entspannt fühle.

Es ist dir einerseits peinlich, aber du fühlst dich dort entspannter als zu Hause? Ehrlich gesagt versteh ich dein Problem nicht ganz.

20.11.2021 22:06 • x 1 #2



Angst vor der Toilette

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Ich habe Probleme mit Verstopfung und hartem Stuhlgang. Oft dauert es lange und ist schmerzhaft. Ich hatte auf meiner Toilette einige unangenehme Erlebnisse. Dadurch entwickelte ich eine Art Angst.

Wenn ich draußen bin, muss ich dringend auf die Toilette. Wenn ich aber heimkomme, muss ich nicht mehr. Ich glaube, dass mein Körper sich sagt "Hier ist es immer so unangenehm. Dann muss ich lieber nicht mehr". Ich zwinge mich dann, weil ich weiß, dass ich eigentlich muss und habe wieder ein unangenehmes Erlebnis mehr.

An dem Ort, wo ich in letzter Zeit fast immer auf die Toilette muss, bin ich schon seit langer Zeit Stammkunde. Ich mag die Mitarbeiter und fühle mich dort entspannt.
Es ist übrigens kein peinlicher Ort. Ich erwähne nur deshalb nicht, welcher Ort, weil es mir so peinlich wäre, wenn ein Mitarbeiter dies liest und mich erkennt.

Dann musste ich mal die Kundentoilette benutzen. Es hat für meine Verhältnisse ganz gut geklappt. Beim nächsten Mal musste ich wieder auf die Toilette und wieder lief es gut für meine Verhältnisse. Jetzt signalisiert mir mein Körper jedes Mal, wenn ich dort bin, dass ich mal dringend muss.

Es ist mir langsam so peinlich, aber ich möchte es nicht unterdrücken und dann zuhause wieder Riesenprobleme haben.

Gestern 06:35 • x 2 #3


Hedwig
Ach jetzt versteh ich, danke. Hast du noch nichts gegen die Verstopfungen gefunden? Regelmäßig magnesium bewirkt wunder

Gestern 07:19 • x 2 #4


Spaceman
Danke, dass Du darüber sprichst! Ich kenne das aus meiner Kindheit und Jugend und weiß, wie schwer das ist.

Zitat von Hedwig:
Regelmäßig magnesium bewirkt wunder

Außerdem helfen viel trinken, Trockenfrüchte und viele Ballaststoffe, um die Verdauung zu verbessern und den Stuhl weicher zu bekommen.

Du kannst auch mal folgendes probieren, um der heimischen Toilette den Schrecken zu nehmen:

1. Immer im Sitzen pinkeln (sollte heute ja eh zum "guten Ton" gehören )
2. Buch, Magazin, Smartphone, Tablet, etc. mitnehmen und einige Zeit "drauf bleiben" und lesen (auch immer mal wieder zwischendurch ohne jegliches "Geschäft")
3. Feste Stuhlgangzeiten angewöhnen.
4. Lernen, dass Stuhlgang ein ganz natürlicher Teil unserer Biologie ist.

Gestern 07:53 • x 2 #5


Hedwig
Dachte mir vorhin noch vielleicht kannst du deine eigene Toilette umgestalten. Raumdeko, Raumduft, Klobrille wechseln, Bild an die Wand, Lichterkette, irgendwas ablenkendes.

Gestern 08:00 • x 3 #6


Danke, dass ihr so verständnisvoll seid. Ich schäme mich sehr für diese Angst und bin froh nicht abgewertet zu werden.

Zitat von Hedwig:
Ach jetzt versteh ich, danke. Hast du noch nichts gegen die Verstopfungen gefunden? Regelmäßig magnesium bewirkt wunder


Magnesium hilft mir sehr. Am besten von allem, was ich bis jetzt probiert habe. Wunder wirkt es aber nicht.
Ich glaube, dass meine Verstopfung eine sehr starke psychische Komponente hat. Wenn es mir psychisch schlecht geht, wird das Problem schlimmer. Die Angst vor der Toilette trägt auch einiges bei.

Ich habe alles versucht, um die Toilette möglichst schön zu gestalten. In der Badewanne oder unter der Dusche (gleicher Raum) fühle ich mich wohl. Manchmal trickse ich meinen Körper aus, indem ich lange und heiss dusche und mich danach sofort auf die Toilette setze. Klappt manchmal, ist aber Zeitaufwand.

Ich nehme viele Ballaststoffe zu mir, trinke viel. Versuche alle Lebensmittel, die "stopfen", möglichst gut zu vermeiden.

Gestern 08:16 • x 1 #7


Hedwig
Hört sich alles wirklich sehr belastend an. Ich kenne das leider. Ich war sogar mal abhängig von Abführmitteln, deshalb kann ich das Problem verstehen.

Gestern 08:18 • x 3 #8


Zitat von Spaceman:
Danke, dass Du darüber sprichst! Ich kenne das aus meiner Kindheit und Jugend und weiß, wie schwer das ist. Außerdem helfen viel trinken, Trockenfrüchte und viele Ballaststoffe, um die Verdauung zu verbessern und den Stuhl weicher zu bekommen. Du kannst auch mal folgendes probieren, um der heimischen ...


Wann hast du das Problem besiegt und wie hast du das gemacht?
Ich kenne das Problem auch schon aus meiner Kindheit.

Jetzt ist dieses Problem wieder stark aufgetreten, weil es mir psychisch nicht so gut geht und ich als Folge wieder starke Verstopfung habe.
Es ist mir sehr peinlich erwachsen zu sein und so eine kindische Angst vor der Toilette zu haben.

Gestern 08:22 • x 1 #9


Zitat von Hedwig:
Hört sich alles wirklich sehr belastend an. Ich kenne das leider. Ich war sogar mal abhängig von Abführmitteln, deshalb kann ich das Problem verstehen.


Ich habe jetzt leider die letzten Stuhlgänge nur dank Abführmittel gehabt. Ich hatte das eigentlich nicht geplant, aber der Stuhl wollte einfach nicht raus. Alles mögliche andere hatte ich schon versucht.

Ich habe mir vorgenommen, jetzt erstmal die nächsten Monate auf keinen Fall Abführmittel zu nehmen, sonst rutsche ich in was rein.

Gestern 08:31 • x 2 #10


Hedwig
Ja da musst du echt aufpassen. Gerade chemische Keulen bringen die Verdauung erst recht durcheinander. Teufelskreis.
So Sachen wie Milchzucker oder nen Hocker für die Füße hast bestimmt auch schon getestet?

Gestern 08:37 • x 2 #11


Spaceman
Zitat von Anonym123456:
Wann hast du das Problem besiegt und wie hast du das gemacht?

Das ist schwer zu sagen, weil das nicht von heute auf morgen weg ging. Mit 16 ungefähr wurde das langsam besser, die letzten praktischen Probleme hatte ich mit Anfang 20, aber so bis Mitte 20 war immer noch dieses Unwohlsein da - schnell Geschäft erledigen, dabei gut ablenken und bloß nicht weiter drüber nachdenken. Aber ich hatte auch niemanden, mit dem ich darüber reden oder schreiben konnte, deswegen kann es bei Dir viel schneller besser werden.

Ich hatte mich in der Stadtbibliothek und später übers Internet mit dem Thema auseinandergesetzt und gelernt, damit umzugehen. Allerdings hatte ich diese Kopplung an psychische Befindlichkeiten nicht. Vielleicht solltest Du da ansetzen, um das auslösende Problem zu bekämpfen.

Zitat von Anonym123456:
Es ist mir sehr peinlich erwachsen zu sein und so eine kindische Angst vor der Toilette zu haben.

Du, viele hier haben Ängste, die letztlich auf die Kindheit und Kindheitsängste zurückgehen. Das ist ganz und gar nicht schlimm oder ungewöhnlich. Die Kindheit prägt uns wie kaum etwas anderes.

Gestern 08:41 • x 1 #12


Icefalki
Zitat von Anonym123456:
Angst vor der Toilette


Du machst den gleichen Fehler wie viele von uns, dass du ein Objekt, ein Ort zum Angstthema machst.

Im Prinzip ist das irgendeine Erklärung, die der Verstand braucht, damit man diese unlogischen Ängste versteht. Ich denke da an die bösen Supermarktkassen, die für Angstpatienten der reine Horror sein können. Aber denkt man nach, fällt einem einiges ein, das als tatsächliche Hintergrundangst weit mehr Sinn ergibt.

Und hier würde ich an deiner Stelle auch mal ganz in Ruhe ansetzen: Darüber nachdenken, warum Stuhlentleerung zuhause als problematisch empfunden wird, und in der Fremde nicht.

Kann daran liegen, dass du zuhause alleine bist und Schmerzen alleine aushalten musst? Oder Privatphäre nicht ausgelebt werden kann?

Insgesamt deine inneren Gedanken, Gefühle für dich behältst. Denk mal darüber nach, da Entleerung, also etwas von dir preiszugeben für dich sehr schmerzhaft ist.

Gestern 10:58 • x 1 #13


Ich bin zuhause allein. Mir ist aufgefallen, dass ich manchmal, wenn ich Freunde besuche, dort auf die Toilette gehe, obwohl es kurz vorher zuhause nicht geklappt hat. Wenn ich meine Freundin besuche oft schon nach fünf Minuten, wenn ich meine Familie besuche, an der Raststätte von der Autobahn, im Supermarkt, im Restaurant, bei der Arbeit, beim Barbershop, im Kino. Es ist mir so peinlich.

Und es ist wahr, dass ich es hasse Schmerzen zu haben und dabei allein zu sein. Ich würde mir wünschen, dass jemand meine Hand halten würde.

Ich denke außerdem, dass meine Furcht vor der Toilette daher kommt, weil es dort schon so oft mies gelaufen ist.

Gestern 11:15 • #14


Icefalki
Zitat von Anonym123456:
Schmerzen zu haben und dabei allein zu sein


Siehst du, kommen wir dem Problem schon auf die Spur. Eine Angst vor Verletzungen, innerlich wie äußerlich wird dein Thema sein. Und da das so tief sitzt spiegelt es sich im "peinlichen" Toilettenthema".

Gestern 11:27 • x 1 #15


Kann sein. Ich bin mir unsicher.
Für den Moment wäre ich einfach froh etwas zu wissen, dass hilft.

Gestern 18:25 • #16


Hast du schon Milchzucker probiert? Chemische Abführmittel soll man ja nur ein paar Tage nehmen.

Gestern 18:54 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Pauline333:
Hast du schon Milchzucker probiert? Chemische Abführmittel soll man ja nur ein paar Tage nehmen.


Milchzucker habe ich probiert. Der hat leider nicht so gut geholfen und leider meine Probleme mit Blähungen verstärkt.

Ich weiß, dass man Abführmittel nicht so oft nehmen sollte. Ich war verzweifelt, weil es mir so schlecht ging. Nur deshalb. Wirken tun die bei mir.

Vor 14 Minuten • #18


Zitat von Spaceman:
Das ist schwer zu sagen, weil das nicht von heute auf morgen weg ging. Mit 16 ungefähr wurde das langsam besser, die letzten praktischen Probleme hatte ich mit Anfang 20, aber so bis Mitte 20 war immer noch dieses Unwohlsein da - schnell Geschäft erledigen, dabei gut ablenken und bloß nicht weiter drüber ...


Gut, dass es das Internet gibt. In der Stadtbibliothek würde ich mich nie trauen das zu recherchieren.
Durch das Internet habe ich gelernt, dass circa 20 Prozent der Bevölkerung unter Verstopfung leiden und dass viele Symptome, die ich erlebe, ganz normal sind.
Ich bin zwar auch in ärztlicher Behandlung, aber manche Symptome habe ich dort nicht thematisiert.
Das bedeutet, wenn ich durch die Stadt gehe, kennt wahrscheinlich jeder 5., der mir entgegenkommt, meine Probleme zumindest teilweise.
Höchstwahrscheinlich habe ich Freunde und Kollegen, die das kennen.

Vor 9 Minuten • #19



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