Pfeil rechts
3

Hallo Ihr Lieben!
Wer kennt sich aus mit PTBS? oder leidet selbst darunter ?
Würde mich sehr freuen von euch zu hören.GLG Sunnyshiny

08.11.2007 19:11 • 23.08.2019 #1


10 Antworten ↓


Mimikry
Ich selbst leide nicht darunter,aber ein bisschen was weiß ich schon darüber.
Vielleicht kann ich dir ja deine Fragen beantworten sofern du welche hast!?!
Oder wolltest du rein Erfahrungsberichte hören?

09.04.2008 13:22 • #2



PTBS Wachstum - Angststörung Hilfe

x 3


Hallo sunnyshiny,

ich hab es selbst seit einigen Jahren, weiß also, wie es einem damit geht, überall gibt es Einschränkungen. Ich bin zu vielen Dingen überhaupt nicht in der Lage und es wird nicht besser, eher schlechter. Ich soll auf jeden Fall noch zu einer Traumatherapie aber ich habe nicht wirklich den Glauben, dass mir das noch hilft. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass mein Leben noch mal anders aussehen soll, also, vor allem besser. Für schlechter ist man ja jederzeit offen.

LG kia

16.04.2008 17:35 • x 1 #3


Hallo,

wollte mal in die Runde fragen, wer noch PTBS hat? Wie werdet ihr mit den Stimmungsschwankungen fertig? Wie werdet ihr mit der "Dünnhäutigkeit" fertig? Mich würde vor allem interessieren, wie ihr mit den Flashbacks fertig werdet? Momentan überkommen sie mich wieder Haufen weise. Glaube das liegt daran, dass ich letzte Woche das erste Vorgespräch für meine Verhaltenstherapie hatte und seitdem ist das ruhige Wasser wieder aufgewühlt. Ich weiß einfach nicht, wie ich die Flashbacks verarbeiten soll. Ich lasse sie über mich ergehen, bin dann aber so hilflos und alleine in dem Moment. Als stünde ich wieder am Unfallort.

Als Beispiel, ich lag gestern Abend im Bett und war so unfassbar müde, dass ich kurz vorm wegdämmern war. Und zack sehe ich die Motorhaube vor mir, spüre wieder den Aufschlag des Autos etc. Danach saß ich erstmal senkrecht im Bett

Ich versuch mir dann immer zu sagen "Du bist sicher. Du liegst gerade im Bett. Keine Gefahr. Du spürst das weiche Bett unter dir." um mich wieder zu erden... aber so wirklich beruhigen tut mich das dann nicht.

Jemand Tipps?

18.03.2015 16:19 • #4


Delphie
Hallo Adama,

ich habe auch eine Ptbs.
Hast du häufig stimmungsschwankungen? Was bezeichnest du als Stimmungsschwankungen? Wenn man die Stimmung von einer Minute von der anderen wechselt oder einfach innerhalb eines tages plötzlich? Ich habe es häufig so, dass die Stimmung schwankt, aber eigentlich schwankt sie nur, wenn ich angst bekomme, oder etwas in meinen augen nicht gut verläuft oder etwas negatives passiert oder ich einfach kaputt und alle vom tag bin. Bin eher sehr angespannt und nervös den ganzen tag.

Mit skills, also Fertigkeiten, werde ich mit flashbacks fertig. Sobald ich merke ich kann mich wieder bewegen und ich bin mehr draußen aus dem flashback, versuche ich sofort zum nächsten coolpack bzw. eisakku zu kommen, denn kälte bringt mich schneller wieder runter von der Anspannung und den starken schmerzlichen gefühlen. Und dann geht es weiter mit igelbällen oder auch amoniak.

Mittlerweile kenne ich auch einige vorsymptome. Es gibt ja meistens Vorboten. Bei mir ist es z.b. ekel, ganz plötzlich einsetztende Übelkeit, starkes Herzklopfen. Da fange ich schon manchmal jetzt auch an, mit den igelball oder eisakku sofort zu versuchen das weg zu bekommen, bevor es soweit erst kommt. Bei Bildern mache ich es, dass ich auch versuche, sofort an kälte an zu kommen. Und diese Vorboten, bevor es zu einem Flashback kommt, gibt es ja irgendwie bei jedem. Nur halt bei jedem auch wieder unterschiedlich. Aber das arbeitet meistens ein Therapeut auch mit einem heraus.

Hast du denn schon Sachen gefunden, die dich davon weg bringen, also Fertigkeiten oder skils die dir helfen von deiner Anspannung zu kommen? Weißt du was skills sind? Wenn nicht: Skils sind Fertigkeiten, die eingesetzt werden um die Anspannung, also echt hochanspannung, weiter nach unten wieder zu reagulieren und sich abzulenken bzw. von den starken und schmerzlichen gefühlen weg zu kommen. Oder von Bildern die gerade da sind.
Kann bei jeden was anders sein, was hilft. Mir hilft z.b. kälte in hochanspannung, anderen hilft was anderes. Also da muss man immer raus finden, was einen so hilft. Nur als Erklärung, falls du nicht weißt was das ist. Es gibt auch richtige skillslisten. Wenn du intresse hast, kann ich dir eine per privater Nachricht schicken, da stehen vorschläge drauf, wo du einfach schauen kannst, ob dich was beruhigen könnte bzw. ablenken könnte, nach deinem Flashback.
Es ist wichtig, davon dann wegzukommen und sich zu beruhigen danach.

Es ist gut, dass du einen ersten Termin dort hattest. Hast du bald den zweiten Termin bei dem/r Verhaltenstherapeut/in? Ich denke, er/sie wird dir auch helfen im Laufe der Therapie wie du mit Flashbacks besser umgehen kannst. Ist sie auch eine Traumatherapeut/in bzw. kennt er/sie sich auch mit Trauma aus?

Ja, das mit den ergehen lassen, kenne ich auch. Und wichtig ist, da raus zu kommen, sobald du merkst du kannst dich bewegen ablenken durch skills, nicht wieder erneut rein in die Situation da raus kommen irgendwie. Und irgendwann wirst du auch lernen, Symptome zu spüren, die so was vorwarnen. Ganz bestimmt, gebe dir da Zeit, du bist da ja erst am anfang deiner Therapie!

So Realitätsüberprüfung ist schon mal gut, was du da machst. So was mache ich meistens auch, aber erst wenn ich weiter runter bin von der Anspannung und die bilder ect. weiter weg sind. Ich muss mich erst mal weg davon bringen, durch diese skills und dann kommen die sätze.

Mit lieben Grüßen,
Delphie

18.03.2015 17:37 • #5


Hallo Delphie,

vielen lieben Dank! Ich fand deinen Beitrag sehr aufschlussreich

Zitat von Delphie:
Hast du häufig stimmungsschwankungen? Was bezeichnest du als Stimmungsschwankungen? Wenn man die Stimmung von einer Minute von der anderen wechselt oder einfach innerhalb eines tages plötzlich?

Also bei mir ist es so, dass ich von einer Minute auf die andere völlig in der Stimmung wechsle. Ich hab auch noch kein Auslöser gefunden. Manchmal ist es so extrem, dass ich gerade noch über etwas lache und im nächsten moment völlig vor Zorn ausraste und am liebsten alles kurz und klein hauen würde. Oder dass ich gerade mit jemanden rede und ganz gut drauf bin und dann kippt es - warum auch immer - völlig um, ich weine und habe Gedanken, dass ich nicht mehr Leben möchte. Das ist furchtbar anstrengend. Und das alles völlig im Wechsel und mehrmals am Tag. Meine Familie hat auch schon gesagt, dass ich dadurch völlig unvorhersehbar und anstrengend bin.

Zitat:
Hast du denn schon Sachen gefunden, die dich davon weg bringen, also Fertigkeiten oder skils die dir helfen von deiner Anspannung zu kommen? Weißt du was skills sind? Wenn nicht: Skils sind Fertigkeiten, die eingesetzt werden um die Anspannung, also echt hochanspannung, weiter nach unten wieder zu reagulieren und sich abzulenken bzw. von den starken und schmerzlichen gefühlen weg zu kommen. Oder von Bildern die gerade da sind.
Kann bei jeden was anders sein, was hilft. Mir hilft z.b. kälte in hochanspannung, anderen hilft was anderes. Also da muss man immer raus finden, was einen so hilft. Nur als Erklärung, falls du nicht weißt was das ist. Es gibt auch richtige skillslisten. Wenn du intresse hast, kann ich dir eine per privater Nachricht schicken, da stehen vorschläge drauf, wo du einfach schauen kannst, ob dich was beruhigen könnte bzw. ablenken könnte, nach deinem Flashback.
Es ist wichtig, davon dann wegzukommen und sich zu beruhigen danach.

Also das mit den Skills kenne ich nicht. Ich bin dann einfach in der Situation gefangen und versuche irgendwie zu flüchten. Meistens durch diese Erdungs-Gedanken, aber das gelingt auch nicht immer. Und wenn ich dann richtig gefangen bin in den Flashbacks dann ist es ganz schlimm. Diese Liste hört sich ziemlich interessant an, ich würde dein Angebot gerne annehmen, sie als PN zu erhalten. Vielleicht kann ich beim nächsten Flashback dann ausprobieren, was mir hilft. Ich bin einfach völlig überfordert wenn diese Bilder mich übermannen. Ich sehe meistens einfach Bilderfragmente, völlig durcheinander. Und dann fängt die ganze Stressreaktion an (Hitze, Hersrasen, Atemnot, Phantomschmerzen in den Beinen etc.). Ich bin auch generell dauernd in körperlicher Hochspannung, sobald mich jemand streift/unabsichtlich berührt etc. breche ich auch in völlige Stressreation aus. Total anstrengend.

Die Vorboten werde ich dann wohl erst noch rausarbeiten müssen, weil es "überkommt" mich meist plötzlich. Was ich schon etwas gemerkt habe ist, dass mir "Schock" nicht gut tut. Also wenn ich mich erschrecke, dann bin danach anfällig für Flashbacks. Aber auch nicht immer und sie kommen aber auch oft in Entspannungssituationen.

Zitat:
Es ist gut, dass du einen ersten Termin dort hattest. Hast du bald den zweiten Termin bei dem/r Verhaltenstherapeut/in? Ich denke, er/sie wird dir auch helfen im Laufe der Therapie wie du mit Flashbacks besser umgehen kannst. Ist sie auch eine Traumatherapeut/in bzw. kennt er/sie sich auch mit Trauma aus?

Jah, diesen Freitag hab ich den zweiten Termin. Also er kennt sich auch mit Trauma aus, deshalb hab ich ihn ausgesucht. Leider hab ich noch das ganze Kostenerstattungsverfahren der Krankenkasse am Hals und daher ist es noch unsicher, ob meine Therapie dann bei ihm auch wirklich genehmigt wird. Aber ich konzentriere mich jetzt erstmal auf die jeweilige Sitzung, sonst zerbreche ich noch an den "was ist wenn" Gedanken.

Viele liebe Grüße
Adama

18.03.2015 18:34 • #6


Delphie
Hallo Adama,

sorry, dass ich jetzt erst wieder hier antworte. Freut mich aber, dass du meinen Beitrag aufschlussreich fandest !

Okay, dann hast du echt stärkere Stimmungsschwankungen. Aber klar, wenn man fix und fertig ist mit der Psyche, kann das ja schon mal vorkommen. Und gerade wenn man durch ein Trauma ins Ungleichgewicht geraten ist, ist es schwer mit den Gefühlen erst mal wieder umzugehen. Kann ich verstehen. Das glaube ich dir, dass es sehr anstrengend ist . Ich kenne auch solche schlimmen Gedanken, dass das Leben nicht lebenswert ist, aber es gibt auch schöne Moment im Leben. Und es wird auch wieder bergauf gehen. Nicht aufgeben und weiter kämpfen bitte!
Weiß deine Familie von deinen Trauma und das du seitdem diese Stimmungsschwankungen hast? Haben sie verständniss auch dafür, oder ist es für die auch sehr schwer?

Das, in der Situation gefangen, kenne ich auch. Ist schwer da erst mal hinauszukommen. Ja, aber ist doch schon mal gut, dass es mit den Erdungsgedanken klappt. Dann behalte es auf jeden Fall so bei. Ja, ich schicke sie dir per pn in den nächsten Tagen einmal gerne.
Nur als Tipp, vorher schon die Skills, die dich intressieren dann auf der Liste, ausprobieren. Denn man muss erst mal schon im Vorfeld schauen ob es was wäre oder sein könnte, was ablenken genug könnte um sich wieder mehr damit zu erden. Ich habe immer als Spruch gehört bzw. häufig gehört: die Feuerwehr übt auch schon vorher und nicht erst wenn es brennt . Also dass man es vorher üben sollte bzw. schauen sollte ob es was wäre was hilft bzw. helfen könnte.
Ich habe mir dadurch, also durch die liste und hilfe der Therapeuten, meine eigene skillskette zusammengebaut. Wenn die Spannung bzw. die Gefühle so weh tun dass ich gar nicht rauskomme richtig, dann als bestes ein coolpack. wenn sie gesunken ist, amoniak, oder auch gleichzeitig zum coolpack. Und dann wenn es besser geht ein igelball. Der reicht dann. oder Therapieknete. Das geht dann aber nur, also igelball und knete, wenn der flashback ganz verschwunden ist und ich mehr geerdet bin.

Das ist klar, dass du dann überfordert bist. Bin ich auch immer jedesmal. Und das dann daraus zukommen oder gleich wenn du draußen bist, dann schnell zu skillen um da wegzukommen von den gefühlen ect. ist wichtig. Und auch gut.

Ja, genau, dass wirst du auch zusammen in der Therapie dann rausarbeiten, was Vorboten sind. Kenne ich auch, wenn ich mich erschrecke, dann bin ich schneller im Flashback. In Entspannungssituationen habe ich sie weniger, tut mir sehr Leid, dass du sie dann auch dann hast. Aber muss dazu sagen, dass ich auch meistens in eher höherer Anspannung bin.

Wie war dein zweiter Termin bei dem Therapeuten?
Das ist gut dass er sich auch mit Trauma auskennt. Meistens genehmigt es ja die krankenkasse, gerade wenn es die erste Therapie ist, denke ich mal. Und sonst musst du definitiv Wiederspruch schreiben. Genau erst mal an die jeweilige Sitzung denken. Hast du noch einen Termin bei ihm?

Mit lieben Grüßen,
Delphie

25.03.2015 23:06 • #7


Es soll nach einer PTBS die Möglichkeit zur Heilung und sogar zur persönlichen Stärkung geben.

14.01.2019 16:00 • #8


Zitat von dasom:
Es soll nach einer PTBS die Möglichkeit zur Heilung und sogar zur persönlichen Stärkung geben.


Es geht wohl darum, dass man nach einem Trauma und einiger Zeit der Verarbeitung gestärkter daraus hervorgehen kann. Die Chancen dazu stehen sogar gut.

14.01.2019 16:18 • #9


Mindhead
Hallo ihr,

wenn ihr nach Strategien sucht, besser mit z.B. Triggern umzugehen, können Achtsamkeitsübungen helfen, Skills und Personen, denen ihr vertraut.
Nichts davon ersetzt eine Therapie -die Erfolgschance liegt bei einer PTBS gut, soweit man sich darauf einlässt und man sich so schnell wie möglich Hilfe sucht.

Skills sind zum Beipsiel:
Abwechselt kalt und warm duschen.
Etwas scharfen Essen (z.B. Peperoni).
Seine Gedanken aufzuschreiben und zu verbennen.
Spazieren gehen, Sport treiben.
Amoniak (bei Dissoziationen: Achtung, nicht zu oft verwenden, sonst geht der Skill "verloren").
Hände unter kaltes Wasser halten.
Musik hören/spielen, Lesen.
etc.

Es gibt auch extra Skillgruppen, wo man lernt, wann man welche Skills benutzten sollte. Denn man sollte sie schon richtig anwenden und das muss man ggf. auch erst lernen. Aber oftmals kann man auch schon selber ausprobieren, was einem denn hilft. Im Internet findet man auch viel zu Skillboxen

Bei mir ist es so, dass ich oft zwar irgendwie bemerke, dass ich getriggert werde, aber das dann nicht wahrhaben möchte, bis es wirklich zu viel wird... (natürlich passiert es meistens unerwartet und plötzlich, aber ich kann mittlerweile auch schon vorher einiges bemerken).
Also wenn das euch auch öfter passiert kann ich euch nur raten, hört auf euer Gefühl!
Versucht euch nicht extra triggern zu lassen. Am besten sollte das mit einem Therapeuten angegangen werden, das alles richtig zu verarbeiten.
Wenn ihr dissoziiert kann es helfen sich mit den Fingern auf das Schlüsselbein zu klopfen. Vielleicht sogar in einem bestimmten Rhythmus, wenn man dazu in der Lage ist. Es hilft das Körperempfinden zurück zu finden und sich auf etwas anderes zu konzentrieren.

26.06.2019 15:23 • #10


Delphie
Hallo ihr lieben,

ich kann mich da, was Mindhead, geschrieben hat nur zustimmen.
Ich arbeite da auch viel zum Beispiel mit Skills. Gerade wenn ich wegdissoziere oder so. Das erlernen, also wie oder wann man Skills einsetzt oder was die richtigen für einen sind, hat bei mir länger gedauert bzw. ist erst mal eine Suche da jeder etwas unterschiedliches braucht, aber es lohnt sich, da es tolle Hilfsmittel sind. Und wichtig damit es einen besser gehen kann.

Das stimmt es ersetzt keine Therapie, aber es kann einem damit schon etwas besser gehen. Und es ist ein Anfang. Therapueten achten darauf eh erst mal, dass man sich gut erden kann und solche Hilfsmittel hat, vorher gehen sie ja auch nichts ans Traumata ran. Das stimmt, können gut heilbar sein, zum Glück.

ich habe hier im Forum auch eine Skillsliste schon reingeschrieben, wer möchte kann nach suchen oder schreibt mich einfach an. Die habe ich damals in der Klinik erhalten und habe ich abgeschrieben. Wurde auch schon weitere Sachen gefunden dort.

Mit ganz lieben Grüßen und euch allen alles Gute,
Delphie

23.08.2019 12:03 • x 2 #11



x 4