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Hallo mein Name ist John, ich bin 28 Jahre alt und leide wie viele hier an Angststörungen und inzwischen auch starken Depressionen.
Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, derzeit ist es echt viel und habe das Gefühl
alles kommt jetzt wieder hoch.
Mein Leben ist schon länger aus dem Ruder gelaufen, woran ich aber teilweise auch selbst Schuld bin.
Die erste Panikattacke bekam ich 2008, nach dem meine liebe Oma gestorben war
und ich damit nicht richtig klar kam, wegen Konfrontation mit dem Tod, sowie Verlustangst.
Seitdem Angst vor Kontrollverlust,Herzneurose, Angst vor Krankenhaus, weil
ich Sie habe auf der Intensivstation an den Geräten liegen sehn.
Inzwischen akzeptiere ich das, aber will endlich von meinen Ängsten und der Depression wegkommen und wieder normal leben!
Danach 2 kurze 1 wöchige Krankenhausaufenthalte mit Abklärungen 2009 und 2010 jeweils mit Untersuchungen EKG, Organe, alles was dazu gehört.
Die Befunde waren jedes Mal, Sie sind organisch gesund haben ein starkes Herz,
da ich schon über 20 Jahre Sport mache und Fussball spiele.
Ich muss dazu sagen, dass ich versuche nach aussen Stark zu wirken, aber mich innerlich sehr schwach und sensibel führe.
Eine Unsicherheit und viele negative Gedanken, zwanghaft verankert sind.
Bekam dann Paroxetin, mit dem ich mich auch etwas besser fühlte.
Von 10mg auf 20mg gesteigert.
2011 wurde meine Tochter geboren, ich erfuhr 2012 das ich von meiner damaligen Ex betrogen wurde und nach anderhalb Jahren nicht der Vater bin.
Habe dadurch meinen Führerschein durch eine dumme Alk. mit 2,0 Promille verloren, was mich natürlich auch sehr belastet.
Bin dabei Ihn wieder zu bekommen, aber muss noch MPU machen.
Früher war ich sehr gerne unter Leuten und habe gefeiert.
Auch am Wochenden viel Alk. konsumiert.

Mit der Einahme von Paroxetin habe ich nach mehreren Abstürzen erkannt, dass es nicht mehr soweiter gehen kann.

Mein Leben muss sich von Grund auf ändern.
Hatte schon Phasen letztes Jahr, wo es mir etwas besser ging und ich kurzzeitig arbeiten konnte.

Dann wurde mir das Handy auf der Arbeit geklaut und ich musste wieder gehen, da ich ja der Zeitarbeiter war, der eine Anzeige gemacht hat.

Viel wieder in ein Loch, meine Exfreundin trennte sich inzwischen auch von mir.

Vor meiner Familie versuche ich auf heile Welt zu machen, was mich inzwischen auch natürlich zusätzlich belastet.

Meine Mutter hatte selbst letztes Jahr eine Depression, wegen Ihrer Arbeit und meine Schwester leidet auch unter psychischen Störungen.

Den Beiden geht es aber wieder besser, was mich natürlich sehr freut.

Jedenfalls habe ich eine neue Arbeit angenommen, nach 2 Tagen merkte ich schon, dass es nicht geht, da ich mit Paroxetin neu angefangen habe, das war im März.

Meine Eltern denken heute noch, dass ich da arbeite, weil ich nicht schon wieder als Versager da stehen wollte.
Was ein Fehler war, denn ich hätte mich anvertrauen sollen.

Nun stehe ich fast alleine da, hab nur einen Bekannten, mit dem ich darüber reden kann, der selbst aber nicht in die Gänge kommt und nur Zuhause verlottert.

Ich will was ändern,möchte ausbrechen und meine Zukunft positiv gestalten
und nicht Zuhause vereinsamen.

Meine Schulden liegen derzeit bei 2000€, dadurch plagen mich Zukunftssorgen.

Würde so gerne arbeiten gehen, aber meine Symptome wie Angst, durch das Paroxetin starke Schweißausbrüche und innere Unruhe plagen mich so dabei.
Hinzukommt Herzangst, erhöhter Puls und manchmal Blutdruck bei Stresssituationen, sonst nicht.


Habe inzwischen eine Psychotherapie begonnen und muss Montag zum Arzt, wegen meinen Medikamenten.
"Mir fehlt die richtige Einstellung" bei den Tabletten und im Leben.

Habe mir jetzt geschworen, dass ich was ändere und damit angefangen.

Versuche nicht mehr jeden Tag bis mittags zu schlafen und in meiner Depression zu versinken.

Die Kopfschmerzen sind manchmal fast unterträglich.

Möchte meine psychosomatischen Beschwerden in den Griff bekommen, noch versuche ich es ambulant, der Wille ist da und ich hoffe auch die Kraft.

Sollte mir das nicht gelingen, werde ich wohl eine Einrichtung für Psychosomatik gehen müssen.

Erhoffe mir einiges durch die Therapie, Medikamenteneinstellung welche ich jetzt konsequent verfolge ohne Alk., der ist gestrichen seit 2 Wochen schon und für die Zukunft.
(Habe nicht jeden Tag etwas getrunken, nur meistens am Wochenende, aber dafür richtig.)

Und durch einen Lebenswandel, mit gesunder Ernährung viel Sport und Gartenarbeit, welche ich fast jede Woche verrichte.

Dadurch das ich Paroxetin abgesetzt habe, hatte ich einen starken Rückfall in Depressionen, nun nehme ich es wieder ein und es wird langsam etwas besser.

Nur dafür mehr Schwitzen und Unruhe, wegen dem gesteigerten Antrieb.
Nehme seit 3 Tagen wieder 20mg ein.

Es ist echt ein Teufelskreislauf, wünsche mir echt wie sicherlich viele hier einen Weg dort raus.
Ist die Dosis vielleicht bei mir zu gering?
Wegen den Angstzuständen und innere Unruhe.
Weiss es braucht einige Weile bis es wirkt.

Hat Jemand Erfahrung damit, also ist eine höhere Dosierung auch besser, wenn man starke Ängste hat?

Kann überhaupt keinen Stress mehr richtig ab, hatte gestern ein Vorstellungsgespräch
bei einer privaten Brauerei als Disponent, da ich gerlernter Logistiker bin.

Würde wie gesagt gerne arbeiten, aber weiss nicht ob ich es schaffe und habe wieder Angst zu versagen und der Beruf dort scheint sehr stressig zu sein.

Wobei der Chef echt total nett ist und das Gehalt wäre auch super.

Hatte Schweißausbrüche Achseln und Herzklopfen während dem Vorstellungsgespräch, was gut lief.

Bin dorthin, weil ich mir das einfach mal anhören wollte, ohne gleich eine Entscheidung zutreffen, da meine Genesung im Vorderung stehen soll, gar keine Frage.

Letztes Jahr ging es mit Medikamenten und der richtigen Einstellung, hatte da nur Pech.

Fühle mich manchmal echt wie ein Dro.junkie auf Entzug, solche Wirkung hat Antidepressiva am Anfang und beim absetzen.

Früher war ich selbstbewusst, aber inzwischen bin ich echt unsicher geworden
und wie verarbeitet man Stressfaktoren besser?

Gibt es ein Medikament was gleichzeitig gegen Depression und Angstzuständen besser wirkt als Paroxetin?

Wo der Antrieb nicht so stark gesteigert wird?
Denke je höher die Dosis desto stärker der Antrieb oder?

Werde ab Montag wohl ein ONLINE TAGEBUCH schreiben, damit ich raus aus dem Sumpf komme, mit sportlichen Aktivitäten.

Muss was ändern und will was ändern, dass ich in der Lage bin ein halbwegs normales Leben mit arbeiten zu erfüllen.

Will mich aber auch nicht unter Druck setzen, jeden Tag ein bisschen, der Weg ist das Ziel!

Hoffe auf einige Threads bzw. Antworten, mit guten Tipps und Anregungen.

PS: Weiss selbst das ich vieles falsch gemacht habe und auch so gelaufen ist.
Hoffe ich lerne jetzt endlich mal aus meinen Fehlern.
Habe versucht meine Krankheit oft zu verdrängen, dadurch ist man wieder
unvorsichtig,leichtfertiger im Umgang damit geworden.
Deshalb kam Sie wohl auch stärker zurück.
Denke dadurch habe ich mir selbst nur geschadet, wie ein kleines Kind was mit Feuer spielt und aus einem Funken einen richtigen Flächenbrannt entfacht.
Muss lernen verantwortungsvoller mit mir selbst bzw. meinem Leben umzugehn.
Das Potenzial schlummert in mir, bin eigentlich nicht doof.
Will daran arbeiten und diszipliniert Leben in Zukunft.

Habe mir einfach mal den Großteil von der Seele geschrieben.

Gruß John

17.05.2014 14:30 • 19.05.2014 #1


8 Antworten ↓


Hallo John,

eventuell könnte Dir ein Medikament aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva besser helfen, da sie den Antrieb nicht derart steigern wie SSRI (z.B. Paroxetin). Ansonsten viel Glück.

Grüße

pc

18.05.2014 14:57 • #2



Meine Angststörung / Hilfe erbeten

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Hmm... wenn ich das so lese, dann denke ich ja eher, dass du die antriebssteigernde Wirkung brauchst, damit du nicht in deiner Depression versinkst.

Tatsächlich aber, und das hast du ja schon richtig erkannt, sind die Medikamente nur ein Teil. Du willst dein Leben neu sortieren und ich denke, dabei brauchst du Hilfe und Begleitung. Vielleicht wäre eine Akut-Klinik gar nicht so schlecht für dich? Damit du deinen Alltag wieder strukturierst, neue Aktivitäten einübst und langsam aber sicher wieder Zutrauen zu dir selbst fasst.
Auf jeden Fall brauchst du therapeutische Begleitung, allein wird das schwierig.

18.05.2014 15:21 • #3


Das denke ich auch und vielen Dank erstmal für eure Antworten!

Wie geht es euch denn so, was habt Ihr für Probleme, Sorgen?

18.05.2014 19:37 • #4


Was halt Ihr von Hypnose?

Habe schon viel gutes davon gehört!

Welche Therapien bzw. Ansätze würde Ihr bevorzugen.

Habt Ihr selbst v.llt schon Erfahrungen gemacht oder Erfolge gehabt?

18.05.2014 19:45 • #5


Unglaublich was ich teilweise so lese hier, erstens zu mir kurz hatte eine generalisierte angststörung m. Agoraphobie, Denke war eher ein Härtefall da ich 2 jähre Angst hatte irgendwo hin zu gehen extremer Schwindel dauerhaft, war die meiste zeit Zuhause, Angst vor Krankheiten dutzende von Untersuchungen, ich hatte enorme symptom Wechsel , bis hin zum schlimmsten zwangsgedanken dagegen waren die symptome vorher ein klacks. Mittlerweile geht es mir wieder gut, keine Rückfälle nichts, und das ohne Tabletten.

Zuerst möchte ich mal was zu den antideptesivas sagen, viele verlassen sich viel zu viel auf deren Wirkung, die meist nicht oder nicht zufrieden stellend Eintritt.

Es gibt auch andere Möglichkeiten um den serotonin Spiegel zu erhöhen, ich habe die Tabletten zwei Wochen genommen und dann in den Abfall geschmissen.

Nicht zuviel darauf verlassen

18.05.2014 21:08 • #6


Danke für Deine Antwort bzw. Antworten von allen.

Wie hast Du geschafft die Krankheit zu besiegen?

Antidepressiva alleine sollen es ja auch nicht bringen, sondern die Kombination aus Ihnen und einer Therapie.

Sowie ein Lebenswandel mit strukturierteren Altag/Tagesabläufen!

Welche Möglichkeiten gibt es denn noch, den Serotonin Spiegel zu erhöhen?

19.05.2014 08:28 • #7


Zitat von AJPsychic:
Hmm... wenn ich das so lese, dann denke ich ja eher, dass du die antriebssteigernde Wirkung brauchst, damit du nicht in deiner Depression versinkst.
Na ja, die antriebssteigernde Wirkung von SSRI kann tatsächlich zum Problem werden.
Zitat von John28:
Nur dafür mehr Schwitzen und Unruhe, wegen dem gesteigerten Antrieb.
Oft ist es ja nur zu Beginn der Einnahme so. Umgekehrt kann bei trizyklischen Antidepressiva aber auch die dämpfende Wirkung stören. Ich würde mich tatsächlich nicht auf die Medikamente alleine verlassen, ich nehme selbst auch keine. Am wichtigsten ist, was Du bereits gemacht gemacht hast, nämlich eine Therapie angefangen zu haben und dass Du Dich darum gekümmert hast, wie es beruflich weitergeht. Ansonsten würde ich mir keinen Druck bei der Frage machen, was man jetzt noch alles machen könnte, das bringt jetzt nichts.

Grüße

pc

19.05.2014 16:57 • #8


Habe einen eigenen Beitrag verfasst wie ich meine Angst bewältigt habe. Bitte dort nachschauen

19.05.2014 20:46 • #9




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