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Ich leide auch unter einer komplexen Traumafolgestörung mit extrem viel innerer Anspannung, Unruhe, existenzieller Panik und tiefem seelischen Schmerz. ich kann mich in Deiner Beschreibung wiederfinden, insofern ich auch alles mögliche praktiziere von Körperarbeit, Mediation, Atemtechniken, unterschiedlichste Formen von Psychotherapie. Warum ich das so detailliert beschreibe: meiner Erfahrung nach ist vielen Psychiatern, Ärzten und Psychologen nicht bewusst, wie stark eine kPTBS mit einer Verletzung des gesamten Nervensystems einhergeht, der mit Skills meistens (je nach Schwere der verschiedenen Traumata) nicht beizukommen ist. Ich glaube, jede Person, die unter schweren Traumata leidet, kennt dieses Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Ohnmacht bezüglich ihrer individuellen Symptomatik und dass man sehr schnell wieder getriggert wird und in alte Muster, die sich im Gehirn automatisiert haben, zurückfällt. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich es ohne medikamentöse Hilfe nicht mehr schaffe. Das schließt für mich auch Medikamente mit ein, die jenseits der aktuellen ärztlichen Leitlinien angedacht sind. Ich kenne viele Menschen, die weder Antidepressiva, Neuroleptika, noch Lithium oder Antiepileptika vertragen. Ich selbst habe lange Zeit Diazepam genommen, was ich bisher auch am wirksamsten fand. Tavor muss ich aktuell täglich nehmen, da ich sehr instabil bin nach dem Tod meiner Mutter, der mich extrem retraumatisiert hat. Ich habe das Glück, Ärztinnen an meiner Seite zu haben, die über den Tellerrand schauen und meine Beschwerden ernst nehmen. All meine Medikamente, die ich bisher genommen habe, habe ich immer unter ärztlicher Kontrolle eingenommen und mittlerweile beschreite ich auch Wege, die nicht so konventionell sind. Ich leide unter starken Körperschmerzen, die jetzt endlich richtig in der Schmerztherapie behandelt werden.
Benzodiazepine können bei richtiger Anwendung ein Segen sein, man sollte in jedem Fall aus der Angst -Trauma- Dynamik rauskommen, da dies langfristig, was viele Gegner von Benzodiazepinen außer Acht lassen, dem Gehirn ebenfalls schadet. Ich möchte Dir Mut machen, auf Dein inneres Bauchgefühl zu hören, Dir gute psychiatrische Hilfe zu suchen, die diese schwere Erkrankung ernst nimmt. Probiere aus, führe ein Tagebuch, wo Du Dosis, Deine aktuellen Symptome etc. kurz notierst und mache Dir klar, dass man nicht alles allein mit dem eigenen Willen und Techniken bewältigen kann, wie es leider zunehmend immer mehr in den Medien und auch in Foren propagiert wird Diese Erkenntnis kann viel Druck rausnehmen und neue Türen der Selbstfürsorge öffnen.
14.02.2026 15:46 •
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