App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

64

Peekay

Peekay
Mitglied

Beiträge:
730
Themen:
57
Danke erhalten:
746
Mitglied seit:
Ich habe jetzt nach einem ganz schlimmen Jahr meine Psychaterin drauf angesprochen das ich meine 100mg Promethazin gegen ein Benzo tauschen möchte, da ich trotz den ganzen Medikamenten sehr instabil bin und den ganzen Tag Symptome habe.
Ich habe Tavor, die ich schon immer als Notfallmedizin habe, bekommen.
Promethazin hab ich jetzt auf 50mg runterdosiert, in zwei Wochen bin ich dann davon weg.
Ich nehme derzeit morgens 1mg Tavor, aber das scheint nicht zu reichen, denn das schummerige und die dadurch bestehende Gangunsicherheit sind trotzdem da, und ab ca 17 Uhr kommen schlagartig die Symtome sowie extreme Unruhe wieder.
Welche Benzos in welcher Dosierung nehmt ihr? Wo gibt es Unterschiede?
Bitte keine Belehrungen, ich weiß um die Abhängigkeit dieser Medikamente.

22.02.2026 #1


60 Antworten ↓
Eva-Marie

Eva-Marie
Mitglied

Beiträge:
21
Themen:
2
Danke erhalten:
35
Mitglied seit:
Ich leide auch unter einer komplexen Traumafolgestörung mit extrem viel innerer Anspannung, Unruhe, existenzieller Panik und tiefem seelischen Schmerz. ich kann mich in Deiner Beschreibung wiederfinden, insofern ich auch alles mögliche praktiziere von Körperarbeit, Mediation, Atemtechniken, unterschiedlichste Formen von Psychotherapie. Warum ich das so detailliert beschreibe: meiner Erfahrung nach ist vielen Psychiatern, Ärzten und Psychologen nicht bewusst, wie stark eine kPTBS mit einer Verletzung des gesamten Nervensystems einhergeht, der mit Skills meistens (je nach Schwere der verschiedenen Traumata) nicht beizukommen ist. Ich glaube, jede Person, die unter schweren Traumata leidet, kennt dieses Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Ohnmacht bezüglich ihrer individuellen Symptomatik und dass man sehr schnell wieder getriggert wird und in alte Muster, die sich im Gehirn automatisiert haben, zurückfällt. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich es ohne medikamentöse Hilfe nicht mehr schaffe. Das schließt für mich auch Medikamente mit ein, die jenseits der aktuellen ärztlichen Leitlinien angedacht sind. Ich kenne viele Menschen, die weder Antidepressiva, Neuroleptika, noch Lithium oder Antiepileptika vertragen. Ich selbst habe lange Zeit Diazepam genommen, was ich bisher auch am wirksamsten fand. Tavor muss ich aktuell täglich nehmen, da ich sehr instabil bin nach dem Tod meiner Mutter, der mich extrem retraumatisiert hat. Ich habe das Glück, Ärztinnen an meiner Seite zu haben, die über den Tellerrand schauen und meine Beschwerden ernst nehmen. All meine Medikamente, die ich bisher genommen habe, habe ich immer unter ärztlicher Kontrolle eingenommen und mittlerweile beschreite ich auch Wege, die nicht so konventionell sind. Ich leide unter starken Körperschmerzen, die jetzt endlich richtig in der Schmerztherapie behandelt werden.
Benzodiazepine können bei richtiger Anwendung ein Segen sein, man sollte in jedem Fall aus der Angst -Trauma- Dynamik rauskommen, da dies langfristig, was viele Gegner von Benzodiazepinen außer Acht lassen, dem Gehirn ebenfalls schadet. Ich möchte Dir Mut machen, auf Dein inneres Bauchgefühl zu hören, Dir gute psychiatrische Hilfe zu suchen, die diese schwere Erkrankung ernst nimmt. Probiere aus, führe ein Tagebuch, wo Du Dosis, Deine aktuellen Symptome etc. kurz notierst und mache Dir klar, dass man nicht alles allein mit dem eigenen Willen und Techniken bewältigen kann, wie es leider zunehmend immer mehr in den Medien und auch in Foren propagiert wird Diese Erkenntnis kann viel Druck rausnehmen und neue Türen der Selbstfürsorge öffnen.

14.02.2026 15:46 • x 5 #22


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Welche Benzos nehmt ihr?

x 3


blue1979

blue1979
Mitglied

Beiträge:
3099
Themen:
8
Danke erhalten:
5463
Mitglied seit:
@Peekay Hi, weiss die Ärztin von deiner Schlafapnoe? Ich würde da morgen bei der Ärztin nachfragen.

Ich hoffe das es dir bald besser geht und wenn Diazepam Dir hilft über den Tag zu kommen, dann ist es doch gut. Du hast alles probiert und wahrscheinlich Jahre oder Jahrzehnte gelitten und wenn Benzos dir eine bessere Lebensqualität gibt , dann ist es nun eine Lösung.
Ich habe schon 2015 Benzos angeboten bekommen und bereue es sehr das ich es damals nicht genommen habe und es verteufelt habe (und immer wieder weggeschmissen) - das hätte einige Krisen noch abgewendet wovon ich mich einfach auch nach Jahren nicht erholt habe.
Aber nun hab ich Diazepam zu Hause und allein das gibt mir eine kleine Sicherheit. Ich habe Tropfen was ich feiner dosieren kann (2 Tropfen =1mg schmecken sehr sehr bitter) und vlt. ist das eine Idee mit Tropfen zu starten bis du deine Dosierung gefunden hast wenn du Angst hast Diazepam zu nehmen.

Ich bin so froh das meine Psychiaterin Benzos nicht verteufelt und auch nicht auf Gesprächstherapien oder Skills verweist. Ab einer gewissen Anspannungsgrenze helfen keine Skills und man kann sich nicht Tag und Nacht skillen wenn man unter Hochstress steht und das Nervensystem im Überlebenskampf feststeckt.

18.02.2026 19:51 • x 2 #48


Zum Beitrag im Thema ↓


Sonja77
Ich habe fast alle Benzos durch mit mäßigem Erfolg
Das einzige was am besten gewirkt hat ist das Valium das wäre das Diazepam und ich nehme es in der Dosierung von 10mg am Tag

x 1 #2


Islandfan
Tavor täglich 0,5 mg ohne Dosissteigerung seit längerem. Will aber weg davon. Andere Benzos habe ich noch nicht probiert, aber Tavor wirkt nach wie vor optimal. Allerdings empfinde ich die lange Einnahme bei mir nicht als optimal, ich möchte davon weg auch wenn es teuflisch gut wirkt.

x 1 #3


Elly79
Ich nehme Tavor als Notfallmedikation. Merke aber, dass wenn ich es mal ein paar Tage hintereinander nehme, dass ich schon eine Dosissteigerung bräuchte. Früher hat 0.5 super gewirkt. Wenn ich jetzt mal drauf zugreifen muss alle paar Monate minimum 1 mg, wenn ich fliegen muss sogar 2 bis 3 mg.

Also für mich wäre das als Dauermedikation aufgrund der schnellen Toleranz nix denke ich.

Kenne aber Leute die mit Diazepam gut fahren.

x 1 #4


Islandfan
Ich weiß nicht, warum ich die Dosis nicht steigern muss, aber es funktioniert seit fast 3 Jahren mit 0,5 und ich merke die Wirkung noch immer gleich gut.
Aber viele müssen steigern und das ist dann nicht gut.

x 2 #5


Elly79
@Islandfan Das ist auch recht selten glaube ich. Bin etwas neidisch. Obwohl ich glaube unvernünftig werden würde. Impulskontrolle ist nicht meine Stärke. 🤣

x 1 #6


Islandfan
Sooo selten ist es auch nicht laut Ärztin, gibt auch viele low dose Abhängige.
Ungewöhnlich finde ich, dass du schon nach ein paar Tagen das Bedürfnis hast zu steigern, das passiert eher erst, wenn der Körper schon abhängig ist.

x 1 #7


Peekay
@Islandfan ich hatte wenn ich es als Notfall genommen hatte ja noch reichlich Promethazin dazu, das ist jetzt zur Hälfte weg. Vielleicht liegt es daran das ich den Mist seit fast 40 Jahren habe und es immer schlimmer geworden ist.

#8


Windy
Parallel zu Wirkung des Medikaments ein Entspannungsverfahren anfangen und konsequent durchführen, sowie beibehehalten, dann wirst du das irgendwann nicht mehr brauchen, weil du die Entspannung wieder selbst willentlich einleiten kannst, wenn du sie brauchst. Medikamente sind nur eine Krücke bis dahin. Ist nicht leicht und braucht viel Geduld, aber beseitigt die Grundlage der Krankheit.

x 2 #9


Peekay
@Windy ich mache täglich PMR und Meditation und Atemübungen . Das tut auch gut, aber wenn ich extrem unruhig bin greift davon nix. Atme mich in den Ruhepulse Bereich, aber innerlich vibriert und flattert alles.

x 1 #10


Windy
@Peekay

Die Medikamente helfen ja auch beim allmählichen Übergang. Hoffe, daß du bald weniger brauchen wirst. Freunde

x 1 #11


Islandfan
Zitat von Peekay:
@Islandfan ich hatte wenn ich es als Notfall genommen hatte ja noch reichlich Promethazin dazu, das ist jetzt zur Hälfte weg. Vielleicht liegt es daran das ich den Mist seit fast 40 Jahren habe und es immer schlimmer geworden ist

Die Angststörung habe ich auch seit gut 40 Jahren, seitdem ich Tavor nehme, habe ich keine richtigen Panikattacken mehr, wobei ich sagen muss, dass es auch unter Mirtazapin erheblich weniger wurde. Jetzt merke ich die Angst eher vom Kopf her, fühle sie aber nicht, außer es ist eine Extremsituation.
Dennoch würde ich sagen, dass Tavor als Dauermedikation die schlechteste Wahl ist, selbst wenn man die geringste Dosis nimmt.
Ich befürchte dabei eher Langzeitfolgen, was zb. das Gedächtnis angeht und es kann auch zu einer Wesensveränderung kommen.
Ich stelle mir halt oft die Frage, ob es das Tavor ist, das mir momentan mein Leben in der eher angstfreien Form ermöglicht und vor allem, wie es wäre, wenn ich es nicht mehr nehmen würde.

x 1 #12


Schlaflose
Zitat von Peekay:
Bitte keine Belehrungen, ich weiß um die Abhängigkeit dieser Medikamente.

Belehren will ich dich nicht, nur fragen, ob du es denn nicht mal mit einem sedierenden AD probieren willst. Die machen nicht abhängig.
Ich verwende Alprazolam als Benzo, aber nur bei Bedarf zum Schlafen. Ich kombiniere es mit Zopiclon.

x 2 #13


petrus57
Tavor hat nur eine Halbwertzeit von ca.8 Stunden. Damit ging es mir auch nicht gut. Tavor müsste man eigentlich 2-3 mal am Tag nehmen um keine Minientzüge zu bekommen.

Bin jetzt seit Jahren bei 10mg Valium. Die helfen super. Aber da die sich im Körper durch die sehr lange Halbwertzeit anreichern, habe ich ca einen Spiegel von 200 mg im Körper. Aber viel höher geht der nicht. Es gibt da Rechner im Internet womit man seinen Spiegel berechnen kann.

x 2 #14


Islandfan
0,5 mg wirken bei mir mindestens 24 Stunden, wenn ich es um 7 Uhr nehme, dann merke ich frühestens am nächsten Tag ab ca. 9 Uhr, dass Entzugserscheinungen auftreten. Die sind nicht gravierend, es fühlt sich ein bisschen wie ein Kater an, ich werde unruhiger und fühle mich schlechter und schwindelig.
Tavor reichert sich wie viele Benzos im Fettgewebe an, das ist auch der Grund, warum der Entzug von diesem "Dreck" auch so lange dauern kann.
Nein, ich kann es nicht als Dauermedikation empfehlen, auch wenn es das beste und einzig zu 100 Prozent wirkende Mittel bei mir ist.
Das nervige ist auch, dass man immer einen Arzt haben muss, der das mitmacht und das ist nicht leicht. Mein alter Hausarzt hatte damit kein Problem es zu verschreiben, der ist aber leider weg und der neue macht es zwar, hält es aber für bedenklich. Man kommt sich zum Teil vor, als würde man um Dr ogen betteln, kein schönes Gefühl.

x 2 #15


Greta__
Ich habe Diazepam seit einem Jahr hier, die Packung ist noch zu, ich hab zu viel Respekt davor.

Was helfen kann: Kaltes Wasser 30-60 Sekunden über die Handgelenke laufen lassen. Erdung: Beine mehrmals fest in den Boden drücken. Körper ausschütteln. Ins Kissen Boxen oder schreien. Body-Scan.

Ich weiß nicht ob du in Therapie bist? Falls ja, was wurden dir für Skills gezeigt?

Auf jeden Fall wünsche ich Dir gute Besserung 🙏

x 1 #16


Peekay
@Schlaflose ja sicher, ich hab so viele AD's durch, meist in Kombi mit Promethazin und Pregabalin. 100mg Promethazin ist nicht wenig, andere sind bei 25 schon ausgeknockt.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Peekay
@Greta__ ich weiß nicht wie viele Therapien ich schon hinter mir habe. Keine einzige hat mich weitergebracht. Skills kenne ich viele, aber gegen diese massive Unruhe und Angst dann greift nix.

x 1 #18


Islandfan
Zitat von Peekay:
@Greta__ ich weiß nicht wie viele Therapien ich schon hinter mir habe. Keine einzige hat mich weitergebracht. Skills kenne ich viele, aber gegen diese massive Unruhe und Angst dann greift nix.

War bei mir auch immer so, diese ganzen Skills haben in Akutsituationen nichts gebracht.Therapien hatte ich auch viele und sie waren auch sehr lehrreich zum Teil, aber der Durchbruch kam nie so zu 100 Prozent. Man lernt halt irgendwie sein Leben zu leben und das wichtigste finde ich, dass man alles probiert, trotz der Erkrankung. Scheitern ist nicht schlimm, aber lethargisch verharren bringt nicht weiter.

x 1 #19


Peekay
Zitat von Islandfan:
Man lernt halt irgendwie sein Leben zu leben und das wichtigste finde ich, dass man alles probiert, trotz der Erkrankung. Scheitern ist nicht schlimm, aber lethargisch verharren bringt nicht weiter.

Ja man lebt sein Leben, mit Einschränkungen die immer mehr werden. Ich Versuche wirklich viel, bilde mich weiter, aber wenn man an einem gewissen Punkt ist und man merkt das trotz jeder Bemühung auf der Stelle tritt, was dann? Meine Diagnosen die ich anfänglich bekam sind nicht mehr zutreffend. Diagnostiziert u.a. mit GAS, jetzt wissend das ich eine kPTBS habe. Also Jahrzehnte falsch therapiert.

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Dr. med. Andreas Schöpf
App im Playstore