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Schlaflose
Zitat von Peekay:
Meine Diagnosen die ich anfänglich bekam sind nicht mehr zutreffend. Diagnostiziert u.a. mit GAS, jetzt wissend das ich eine kPTBS habe. Also Jahrzehnte falsch therapiert.

Was die Medikamente anbelangt, ist das egal. Nur bei den Therapieformen dürfte das einen Unterschied machen.

x 1 #21


Eva-Marie
Ich leide auch unter einer komplexen Traumafolgestörung mit extrem viel innerer Anspannung, Unruhe, existenzieller Panik und tiefem seelischen Schmerz. ich kann mich in Deiner Beschreibung wiederfinden, insofern ich auch alles mögliche praktiziere von Körperarbeit, Mediation, Atemtechniken, unterschiedlichste Formen von Psychotherapie. Warum ich das so detailliert beschreibe: meiner Erfahrung nach ist vielen Psychiatern, Ärzten und Psychologen nicht bewusst, wie stark eine kPTBS mit einer Verletzung des gesamten Nervensystems einhergeht, der mit Skills meistens (je nach Schwere der verschiedenen Traumata) nicht beizukommen ist. Ich glaube, jede Person, die unter schweren Traumata leidet, kennt dieses Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Ohnmacht bezüglich ihrer individuellen Symptomatik und dass man sehr schnell wieder getriggert wird und in alte Muster, die sich im Gehirn automatisiert haben, zurückfällt. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich es ohne medikamentöse Hilfe nicht mehr schaffe. Das schließt für mich auch Medikamente mit ein, die jenseits der aktuellen ärztlichen Leitlinien angedacht sind. Ich kenne viele Menschen, die weder Antidepressiva, Neuroleptika, noch Lithium oder Antiepileptika vertragen. Ich selbst habe lange Zeit Diazepam genommen, was ich bisher auch am wirksamsten fand. Tavor muss ich aktuell täglich nehmen, da ich sehr instabil bin nach dem Tod meiner Mutter, der mich extrem retraumatisiert hat. Ich habe das Glück, Ärztinnen an meiner Seite zu haben, die über den Tellerrand schauen und meine Beschwerden ernst nehmen. All meine Medikamente, die ich bisher genommen habe, habe ich immer unter ärztlicher Kontrolle eingenommen und mittlerweile beschreite ich auch Wege, die nicht so konventionell sind. Ich leide unter starken Körperschmerzen, die jetzt endlich richtig in der Schmerztherapie behandelt werden.
Benzodiazepine können bei richtiger Anwendung ein Segen sein, man sollte in jedem Fall aus der Angst -Trauma- Dynamik rauskommen, da dies langfristig, was viele Gegner von Benzodiazepinen außer Acht lassen, dem Gehirn ebenfalls schadet. Ich möchte Dir Mut machen, auf Dein inneres Bauchgefühl zu hören, Dir gute psychiatrische Hilfe zu suchen, die diese schwere Erkrankung ernst nimmt. Probiere aus, führe ein Tagebuch, wo Du Dosis, Deine aktuellen Symptome etc. kurz notierst und mache Dir klar, dass man nicht alles allein mit dem eigenen Willen und Techniken bewältigen kann, wie es leider zunehmend immer mehr in den Medien und auch in Foren propagiert wird Diese Erkenntnis kann viel Druck rausnehmen und neue Türen der Selbstfürsorge öffnen.

x 5 #22


A


Welche Benzos nehmt ihr?

x 3


Greta__
Zitat von Eva-Marie:
Ich leide auch unter einer komplexen Traumafolgestörung mit extrem viel innerer Anspannung, Unruhe, existenzieller Panik und tiefem seelischen ...

Wow, was für ein guter, detaillierter Beitrag. Vielen Dank dafür. 🙏

Ich selbst habe eine kPTBS, bin in den Wechseljahren und die letzten 5 Monate wurde ich mit Bupropion behandelt. Ich leide auch unter vielen Symptome, aber besonders stark unter Angst. Schlimme Angst, gefühlt 24/7. Da war Bupropion das schlimmste was man mir geben konnte.

Ich habe dies letzte Woche Dienstag abgesetzt, da ich wirklich das Gefühl hatte kurz vorm totalen "Knock out" zu stehen.

Ich selbst traue mich an Benzos nicht ran, obwohl sie sehr hilfreich sind/sein können.

Sei's drum, ich habe nächste Woche einen Termin bei meiner Psychiaterin und werde dort nicht eher gehen bevor es einen Fahrplan gibt.

Sorry fürs off topic, ich fand deinen Beitrag aber sehr wertvoll.

x 1 #23


Sonja77
Ich leide ja selber auch an einer kPTBS
Wurde auch die ersten 2 Jahre völlig falsch therapiert und völlig falsch medikamentös behandelt da ich eine völlig falsche erst Diagnose gestellt bekam und dann über 2 Jahre lang darum kämpfen musste diese gestellte Diagnose zu ändern und vorallem um die Diagnose auch wieder aus meiner Krankenakte entfernen zu lassen das war ein harter Kampf denn ich wusste vom ersten Moment an das diese Diagnose falsch war und hab dann einige Gutachten machen lassen und viele Gespräche mit verschiedenen Psychiatern geführt aber nach etwas über 2 Jahren hab ich gewonnen es wurde aus meiner Akte entfernt und im laufe der Zeit bekam ich dann die richtige Diagnose eben die kPTBS und dazu noch 3 weitere Diagnosen

Ich selber hab auch jahrelang fix zu meiner Medikation ein Benzo genommen weil es bei meiner Ausprägung einfach nicht anders ging

Heute bin ich seit über einem Jahr stabil und symptomfrei konnte einiges an Medis bereits absetzen und der Rest bin ich am reduzieren

x 1 #24


Pyrojay
Was ich noch empfehlen würde ist das Buch von Peter Levine das Erwachen des Tigers.
Falls ihr das noch nicht gelesen habt, ein absolutes Muss für Traumpatienten.
Ich habe keine kPTBS sonder ein Schocktrauma erlitten als ich 15 Jahre alt war.
Nächste Woche Mittwoch habe ich meine erste Stunde bei einer Therapeutin die Somatic Expierencing anbietet was auf den Lehren von Peter Levin basiert.
Hab auch gestern mit meiner Psychiaterin darüber gesprochen und sie sagt sie hat einige Patienten die davon profitiert haben. Für Traumafolgeschäden ist nicht nur das Gehirn verantwortlich sondern der ganze Körper. Deswegen helfen auch Verhaltenstherapien nur bedingt. Was auch bei mir der Fall war.

x 2 #25


Peekay
@Eva-Marie
Zitat von Eva-Marie:
wie stark eine kPTBS mit einer Verletzung des gesamten Nervensystems einhergeht, der mit Skills meistens (je nach Schwere der verschiedenen Traumata) nicht beizukommen ist

Genau das ist es, während GAS neuronal überschrieben werden kann mit den richtigen Therapien, muss erstmal überhaupt ein fähiger Psychater in der Lage sein die Ängste die durch Traumata entstanden sind zu diagnostizien.
Diese Ängste entstehen durch den Überlebensmodus.
Menschen mit Traumahintergrund zeigen ein Nervensystem auf, das Gefahren nicht mehr als Ausnahme, sondern als Grundannahme der Welt speichert.
Ich bin ja jetzt an dem Punkt wo ich mir sicher bin das mein zukünftiger Weg nur über Benzodiazepine machbar ist, und werde mich da nicht beirren lassen. Über Jahrzehnte alle möglichen Psychopharmaka in diversen Kombinationen haben es nicht geschafft mich dauerhaft stabil zu halten.

x 2 #26


Greta__
Zitat von Peekay:
@Eva-Marie Genau das ist es, während GAS neuronal überschrieben werden kann mit den richtigen Therapien, muss erstmal überhaupt ein fähiger ...

Ich wünschte ich hätte aus ärztlicher Sicht jemanden an der Seite, der/die weiß wie kPTBS behandelt wird.
Ich mache eine Verhaltenstherapie und arbeite wirklich hart an mir und trotzdem werden Ängste und Panikattacken nicht bis kaum weniger. 🫤

x 1 #27


Dunkelbunte
Zitat von Greta__:
Ich wünschte ich hätte aus ärztlicher Sicht jemanden an der Seite, der/die weiß wie kPTBS behandelt wird. Ich mache eine Verhaltenstherapie und ...

Bei mir hat es auch jahre gedauert... Es ist nicht leicht. Am wichtigsten waren für mich wenige, aber 100 % loyale und beständige Menschen. Keine Re-Traumatisierungen. Damit Ruhe einkehrt.
Bei mir sind die Grenzen des Möglichen erreicht.

x 1 #28


Dunkelbunte
Zitat von Peekay:
Welche Benzos in welcher Dosierung nehmt ihr? Wo gibt es Unterschiede?

Mein Haupt-Medikament ist ein SSRI. Citalopram. Das ist meine Basis.

Mein Bedarfsmedikament ist Lorazepam. Aber sehr selten!

x 2 #29


Greta__
Zitat von Dunkelbunte:
Bei mir hat es auch jahre gedauert... Es ist nicht leicht. Am wichtigsten waren für mich wenige, aber 100 % loyale und beständige Menschen. Keine ...

Ich hatte 100 Stunden tiefenfundierte Psychotherapie. War ständig retraumatisiert, da Traumata angeguckt, bearbeitet, innere Kind Arbeit und mir ging es stetig schlechter.
Und ich habe nicht gewusst das es Retraumatisierung war. Hab an mir gezweifelt, geglaubt ich bin nicht normal weil mir die Therapie nicht hilft.

Ähnlich geht es mir gerade in der Verhaltenstherapie. 😞

x 2 #30


Dunkelbunte
Zitat von Greta__:
War ständig retraumatisiert, da Traumata angeguckt, bearbeitet, innere Kind Arbeit und mir ging es stetig schlechter.

Es gab eine Zeit, da hatte mir das tatsächlich geholfen. Aber immer mit viel Ruhepausen dazwischen.

Aber jetzt bin ich knapp 47 Jahre alt, 4 Psychotherapien gemacht in 25 Jahren und ich hab alles raus geholt.

Es ist gut so wie es ist.
Nur das ich nicht arbeitsfähig bin.

x 2 #31


Peekay
Bei uns gibt es nur tiefenpsychologisch fundierte Therapien. Und die machen es nicht besser.
Zitat von Dunkelbunte:
Am wichtigsten waren für mich wenige, aber 100 % loyale und beständige Menschen. Keine Re-Traumatisierungen.

Meine Psychaterin hört im April auf, ihre Nachfolgerin übernimmt alle Patienten, da bin ich mal gespannt ob ich mit der klar komme.

x 2 #32


Lina60
Auch ich habe die kPTBS , hab e jedoch einen toleranten Psychiater, der mir Temesta ( Tavor) verschreibt sowie Triticco zum Schlafen und neuerdings Fluanxol gegen die Angst vor einer OP, die ich ev. mache. Ich denke, wenn man 70 Jahre alt ist, sorgen viele Ärzte mehr dafür, dass man eine gute Lebensqualität hat, als Abhängigkeitsprobleme. So erlebe ich es.

x 3 #33


Rick
Ich habe zeitweilig Tavor und Diazepam genommen. Aber immer nur sehr kurz in akuten Phasen.

#34


Peekay
Ich bin gerade dabei mich über kPTBS einzulesen, habe ein Fachbuch für Psychiatrie. Wenn ich das alles so lese wird mir echt übel, so viele verschenkte Jahre, immer wieder retraumatisierung.
Heute bei meiner Psychaterin angerufen, ihr berichtet das ich mit 1mg Tavor nicht auskommen, ab Nachmittag falle ich in ein Loch, die Wirkdauer ist zu kurz. Sie schreibt mir jetzt Diazepam auf, kann ich dann ab übermorgen nehmen. Ich bin gespannt wie der Unterschied ist.

x 1 #35


Peekay
Guten Morgen ihr Lieben.
Hatte gestern ja geschrieben das mir eine Bekannte heute mein Diazepam aus der Apotheke holt und ich das ab morgen nehmen werde.
Was mir heute früh eingefallen ist,
kann ich das Tavor sofort ersetzen, oder muss ich das runterdosieren?

#36


Greta__
Frag am besten bei deiner Ärztin nach.

#37

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Peekay
@Greta__ die bekomme ich nie ans Telefon

#38


Elly79
Wie lange nimmst du das 1mg schon?

Ich mach mir immer keine Gedanken, würde wohl einfach tauschen und 10mg Diazepam nehmen. Schleiche aber auch AD innerhalb von 1 bis 2 Wochen aus.

#39


Greta__
Zitat von Peekay:
@Greta__ die bekomme ich nie ans Telefon

Hausarzt fragen?

#40


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Dr. med. Andreas Schöpf
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