Pfeil rechts
2

Pisalisa
Hallo zusammen,
ich leide nun seit ca. 8 Jahren an einer Angststörung und nehme auch schon so lange Citalopram. Damit kam ich alles in allem gut zurecht, weg waren die Ängste nie, es war mal besser, mal schlechter, aber irgendwie ging es halt.
Die letzte Zeit ist es wieder schlimmer geworden, mir geht es seit einiger Zeit gar nicht mehr gut. Daraufhin habe ich (in Absprache mit dem Psychiater, der mir die Medikamente verschreibt) das Citalopram erhöht (von 20 auf 30 mg), es ist aber nicht besser sondern eher noch schlechter geworden (2,5 Monate nach Erhöhung abgewartet).
Jetzt hat er mir Escitalopram verschrieben, da er meinte, dass es bei manchen besser wirken würde. Ich nehme jetzt 15 mg seit einer Woche, und diese Woche war echt nicht schön, ich bin in ein richtiges Loch gefallen, konnte nicht arbeiten und fühle mich einfach schrecklich.
Ich habe eine krasse innere Unruhe, ich hab das Gefühl ich halte es einfach nicht aus, mir ist schwummrig und ich bin bleiern müde.

Mich wundert das etwas, da es sich ja eigentlich um ein sehr ähnliches Medikament handelt und der Arzt meinte, dass eigentlich keine großen Nebenwirkungen auftreten sollten.
Nach Rückfrage bei ihm nach den ersten (schlimmen) Tagen meinte er, ich müsste halt 1-2 Wochen durchhalten.

Mich würde interessieren, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, wie es bei euch war und ob und wann diese Nebenwirkungen (wenn es dann welche sind...?) wieder verschwunden sind.
Und naja.... ein paar aufmunternde Worte könnte ich natürlich auch vertragen, mir gehts grade wirklich elend...

Danke euch schonmal im Voraus...

18.06.2016 18:30 • 25.03.2021 #1


27 Antworten ↓


Hallo,

habe Cipralex (Escitalopram) längere Zeit vor Jahren genommen und hatte keine Nebenwirkungen und auch habe ich seiner Zeit von heute auf morgen abgesetzt, ohne Probleme.
Aber m.E. ist der selbe Wirkstoff in Citalopram, dürfte deshalb keine Probleme geben. Ich glaube, Citalopram ist ein ein sog. Generika- also nachgemacht- nach der Bindungszeit. Man sollte mich berichtigen, wenn ich hier falsch liege.
Aber die "Nachgemachten" haben zwar den selben Grundstoff aber die Zusammensetzung ist anders und da reagieren wohl manche "Konsumenten" oder "Verbraucher"
anderes .

LG
Wolfgang

18.06.2016 18:43 • #2



Wechsel von Citalopram auf Escitalopram - Erfahrungen?

x 3


Schlaflose
Zitat von Wolf79:
Ich glaube, Citalopram ist ein ein sog. Generika- also nachgemacht- nach der Bindungszeit. Man sollte mich berichtigen, wenn ich hier falsch liege.


Du liegst falsch. Escitalopram ist das Generikum von Cipralex. Citalopram gab es parallel zu Cipralex. Sie sind ähnlich, aber nicht identisch.

18.06.2016 18:47 • #3


Pisalisa
Ja, meines Wissens nach gab / gibt es beide parallel. Citalopram enthält, so wie ich es gelesen habe, 2 Bestandteile, R-Citaloram und S-Citalopram, wobei wohl nur das S-Citalopram der Wirkstoff ist, das R-Citalopram keine Wirksubstanz enthält. Zusammen ist es wohl aufgrund Herstellungsprozesse. Das Es-Citalopram enthält halt nur das S-Citalopram und nicht das "R", es handelt sich dabei wohl um eine andere Herstellungsmethode, in denen die beiden getrennt wurden. Einige behaupten, das R-Citalopram enthält zwar keinen Wirkstoff, aber beeinflusst doch irgendwie das S-Citalopram.
Man nimmt aus diesem Grund auch nur die Hälfte vom Escitalopram, also 30 mg Citalopram = 15 mg Escitalopram.

Hat denn jemand schonmal gewechselt und Erfahrungen damit gesammelt...?

18.06.2016 18:53 • #4


Danke für die Belehrung.
Wolfgang

18.06.2016 19:22 • #5


Pisalisa
na was heißt Belehrung, als Angsthase bin ich natürlich immer gut informiert
Aber das hilft mir bei meinen Symptomen natürlich nicht sehr weiter, mit diesen blöden Ängsten...

18.06.2016 19:25 • #6


Es fiel mir auf die schnelle nichts anderes ein als "Belehrung".
Es war weiß Gott nicht ironisch gemeint, sollte das so rüber gekommen sein.
Mir viel nichts anderes ein auf die Schnelle. Für eine Richtigstellung bin ich immer dankbar.
Aber, auch mir geht es so wie Dir, ich könnte nach Jahrzehnten ambulanter Psychotherapie und unzähligen Kliniken bereits mein eigener Psychotherapeut sein.
Mein letzter in der psychosomatischen Klinik vor ca. 4 Wochen war von meinem Wissen um mich selber und Wege die ich gehen sollte usw. ganz angetan.
Aber meinen Weg zur Besserung habe ich trotz aller Erkenntnisse und Erfahrungen bisher leider nicht gefunden und kämpfe nach wie vor gegen meine Ängste und der damit verbundenen Schwierigkeiten in Umfeld,Familie und Freundeskreis.
Oft bin ich soweit einfach aufzugeben weil ich denke , das ich auf der Verliererstraße bin.Man steht auf die Dauer damit sowieso irgendwann alleine da.

18.06.2016 19:48 • #7


Hallo,
ich nehme das Escitalophram jetzt seid März und mir hilft es sehr gut Hatte am Anfang auch starke Nebenwirkungen. Mein Arzt meinte das wäre die Erstverschlimmerung. Und jetzt ist es mittlerweile echt okay.
Das wird besser wenn du sie gut verträgst.
Lg

18.06.2016 19:58 • #8


Pisalisa
Danke für eure Rückmeldungen.

@ Bienchen: Wie lange haben die Nebenwirkungen denn bei dir gedauert und wie genau haben sie sich ausgedrückt?

@ Wolfgang: Nein nein, ist auch nicht so rübergekommen mit der "Belehrung". Haben dir die Medikamente denn geholfen? Und wenn ja, was hast du denn ausprobiert? Und... wie waren deine stationären Aufenthalte denn? haben die dir was gebracht?
Ich war noch nicht in einer psychosomatischen Klinik und was das angeht, kennen ich mich so gar nicht aus. Ich überlege aber auch, ob das etwas wäre, was ich einmal in Angriff nehmen sollte.
Aber... wie funktioniert so etwas? Muss der Arzt einen überweisen? Wie findet man eine "gute" Klinik? Und... was sagt man dem Arbeitgeber? Ich habe bisher nichts gesagt von meiner Erkrankung, ich habe Angst, dann einen "Stempel" aufgedrückt zu bekommen. Ich weiß, eigentlich nicht richtig, da es sich um eine Erkrankung wie jede andere auch handelt, aber es wird halt doch noch anders damit umgegangen. Ich halte mich halt im Ernstfall mit Alprazolam oder Tavor "über Wasser", wenn es beim arbeiten losgeht. Bin halt auch öfters mal krank gemeldet, wenn es einfach nicht geht.
Daher auch meine Gedanken zur Klinik, wenn es wirklich was bringt, wäre es einen Versuch wert denke ich...

Und Wolfgang, zum Thema Verliererstraße: Wie gesagt, es ist im Prinzip eine Krankheit wie jede andere auch. Und klar ist es nicht einfach, ich hab auch oft diese Gedanken, einfach aufzugeben. Aber irgendwie glaube ich immer noch daran, dass es besser werden kann. Es gibt doch so viele Möglichkeiten heutzutage, irgendwas muss doch helfen. Und so viele Leute leben mit fiesen Krankheiten, die schaffen es auch....

Was genau meinst du mit "alleine dastehen"? Freunde, Partner? Haben die sich abgewandt...?

Bin gespannt auf eure Rückmeldung und - sorry für die vielen Fragen, aber ich bin echt dankbar für einen Erfahrungsaustausch!

19.06.2016 13:43 • #9


R Citalopram verändert die Wirkung. Es wirkt teilweise auf Histamin und macht dadurch mehr müde.

Escitalopram aktiviert mehr , die erste Woche war ich unruhig. Es gibt durchaus gewisse Unterschiede zwischen Escitalopram und Citalopram. Aufgrund der geringeren Müdigkeit etc bevorzuge ich Escitalopram. Bei Unruhe könnte aber auch Citalopram besser sein eventuell. Die qtc Zeit soll bei escitalopram auch besser sein.

19.06.2016 18:12 • #10


Pisalisa
Danke für deine Antwort. Was genau meinst du mit qtc Zeit?

19.06.2016 18:44 • #11


Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen

19.06.2016 18:56 • #12


Hallo Pisalisa,

bei wäre es eine seeehr lange Geschichte (diese ist hier irgendwo im Forum ansatzweise lesbar.
Wie auch immer kann ich (leider) aus einem tatsächlich -sich immer mehr füllenden- Erfahrungstopf, was ambulante oder auch stationäre Psychotherapie anbelangt schöpfen.
Begonnen vor ca. mehr als 30 Jahre mit Panikattacken und Angstzuständen -bedingt durch beruflich und familiäre Überlastung- habe ich bis heute unzählige ambulante Therapien mit verschiedenen Therapeuten sowie ebenso mindestens 10 oder mehr stat.Aufenthalte i. psychosomatischen Kliniken hinter mir.
Es ist nicht zu fassen, aber eine dauerhafte Besserung ist nicht zu verzeichnen.
Offensichtlich gehöre ich zu dem Personenkreis, der immer mal wieder so alle 2 Jahre aufladen muss.
Wie auch immer, Dir steht natürlich eine stat.oder ambulante Behandlung zu, wenn dies entsprechend ärztl. begründet wird (das ist übrigens sehr wichtig).
Wie schlecht es Dir manchmal geht weiß ich natürlich nicht, aber sich auf Dauer mit Tavor oder sonstigem "über Wasser" zu halten ist keine Lösung.
Ich z.B. nehme Tavor auch seit Jahrzehnten bei Bedarf und gehe damit verantwortungsvoll um (ist oft nicht so einfach weil tatsächlich wegen der tollen Angstlösung verführerisch) .
Aber Du solltest Dich diesem -Dich wohl auch belastetem Thema- ob Angst oder Depressionen schon stellen und mit offenen Karten spielen.
Auch bleibt sowas im Berufsleben auf Dauer nicht unverborgen. Damals wurde man noch als "bekloppt" abgestempelt, natürlich hinter vorgehaltener Hand.
Heute ist es gott sei dank anders und man kann offen darüber reden und es geht sehr sehr vielen ebenso, die nur nicht darüber sprechen und wenn man selber offen ist, öffnen diese sich plötzlich auch.
Ich selber halte mich diesblg. nicht zurück und wenn man mich fragt wie es denn so geht sage ich die Wahrheit (zumindest ansatzweise) und siehe da, oft kommt dann sowas : das kenne ich bei mir auch usw...
Man glaubt nicht wie vielen Menschen- außerhalb dieses Forums- es so geht wie uns.
Ich gleite jetzt etwas ab.
Kliniken gibt es genug und die Richtige zu finden ist nicht einfach. Ich habe mir die letzten Jahre oft die Klinikbewertungen angesehen (gabs früher noch nicht) und mich in etwa orientiert. Aber auch hier ist vorsicht geboten, denn jeder persönliche Eindruck ist anders.
Ich z.B. kann Dir einige -aus meiner Sicht- gute nennen aber es kommt eben auch auf das Krankheitsbild an.
Einfach eine sog. psychosomatische Klinik zu nehmen ist auch nicht immer so richtig, weil die jeweiligen Klinik-Konzepte ähnlich seien mögen, aber die Realität vor Ort anders aussieht.
Meine letzte Klinik z.B. hat es sehr gut mit mir gemeint, war aber aus meiner Sicht bei meinem Krankheitsbild überfordert.
Ich könnte hier noch mehr ausführen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Ich weiß nicht ob dies alles von allgemeinem Interesse ist. man könnte ja auch mal über verschieden Klinikkonzepte und Erfahrungen bzgl. der sog. positiven Nachhaltigkeit hier diskutieren.
Ansonsten eben evtl. per Mail zwischen uns.

Liebe Grüße

Wolfgang

19.06.2016 19:23 • #13


Meine HRS waren bei Cypralex tatstächlich vermehrt bis teilweise unerträglich.

19.06.2016 19:34 • #14


übrigens, das mit dem Freunden usw. hat sich dadurch ergeben, das einfach die Akzeptanz fehlte seitens der "Freunde" damit umzugehen.
Z.B. plötzlich auftretende Panikattacken und der damit verbundenen "Flucht" aus der jeweiligen Situation, wo auch immer es passierte.
Oder sich verabredet haben, aber kurzfristig absagen (mit allen möglichen Ausreden) weil Angst vor einer möglichen Panikattacke usw..
Viele hier kennen das bestimmt auch so. Und wenn man dann offen darüber spricht, kann es (verständlicherweise) keiner nachempfinden.
"Kann ja sooo schlimm nicht sein, oder das hatte ich aber noch nieeee" also muss was bei Dir falsch laufen....
Vor Allem wenn man vorher Jahrelang "Hans Dampf in allen Gassen" und immer der Letzte bei z.B. Saufgelage oder anderen Feierlichkeiten (auch ohne Saufen !) war und es dann plötzlich nicht mehr so geht.

19.06.2016 19:44 • #15


Bei haben se vor kurem im Krankenhaus nicht richtig aufgepasst und mir Citalopram statt Escitalopram gegeben. Damit gings razt fatz schlechter, saumäßig geschlafen, totale Unruhe und Albträume.

19.06.2016 19:50 • #16


Pisalisa
OK, dann scheint es also wirklich Unterschiede zu geben... Das beruhigt mich dann doch etwas, die letzte Woche war echt heftig. Aber wenn es "nur" eine Anfangsreaktion auf das neue Medikament ist und es danach besser wird (was ich dann einfach mal hoffe) müsste es ja bald besser werden. Hoffentlich.
Ich hatte damals, als ich das Citalopram angefangen habe zu nehmen, auch schlimme Nebenwirkungen, die dann besser wurden. Vielleicht ist es ja jetzt genauso. Ich meine, es ist heute auch schon etwas besser, ich hoffe, es bleibt auch so.



@ Wolfgang: Ich finde es eine echt gute Idee, einen Erfahrungsaustausch über verschiedene Klinikkonzepte zu starten. Oder gibt es sowas schon hier im Forum? Bin noch neu und kann mich noch nicht optimal orientieren...



Zum Thema Freunde.... Ich war früher auch eine von denen, die überall vorne mit dabei war, keine Party und kein Saufgelage ausgelassen hat. Und zack, auf einmal war alles anders. Mittlerweile trinke ich keinen Alk. mehr (oder echt nur in in sehr kleinen Mengen ganz selten), weil ich merke, dass es mir nicht guttut (am nächsten Tag geht es mir psychomäßig schlecht).
Ich gehe früh heim, sage auch öfters mal ab.
Am Anfang war das für meinen Freundeskreis schon schwierig, und nicht alle Freunde sind geblieben. Aber zum Glück meine engsten Freunde sind da. Auch mein Partner ist zum Glück sehr verständnisvoll, was meine Psycho-Macken angeht, ich hoffe, dass das auch auf Dauer so bleibt. Ich glaube, es ist halt auch anstrengend mit jemandem wie uns für jemanden, der diese grausam quälenden Gefühle nicht kennt.
Da muss schon viel Wohlwollen und Toleranz da sein, und ich versuche auch, dass das Thema nicht Überhand bekommt.

Klar, in machen Phasen geht es nicht anders, da ist es sehr zentral, aber es muss halt auch andere Dinge geben, andere gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen. Ich versuche immer darauf zu achten, auch für mich selber. Ich habe echt keine Lust, diese schei. mein komplettes Leben bestimmen zu lassen.
Manchmal einfacher als gesagt, aber naja.

20.06.2016 11:39 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo zusammen,

ich soll jetzt auch von Citalopram 20mg auf Escitalopram 10mg wechseln und wollte mal hören, ob schon jemand Erfahrungen damit hat?
Eigentlich habe ich das Citalopram inzwischen ganz gut eingependelt, sodass ich tierische Angst vor einem Wechsel habe. Aber mein Arzt meinte, das Escilatopram sei grundsätzlich besser. Hätte nächste Woche eine Woche frei und müsste in dieser Woche auch den Umstieg hinbekommen. Meint ihr, das passt, oder soll ich lieber beim Citalopram bleiben?

Liebe Grüße!

16.02.2017 18:09 • #18


Kann mir denn da niemand weiterhelfen? Ich müsste am Montag mit dem Wechsel anfangen und trau mich nicht. Mir gehts auch irgendwie wieder schlechter deswegen :-/

18.02.2017 18:11 • #19


petrus57
Ich bin von 150mg Sertrlin auf 10 mg Escitalopram gewechselt. Hatte keinerlei Probleme.

Ich würde an deiner Stelle beim Citalopram bleiben. Die haben mir vor Jahren Super geholfen.

Beim Escitalopram bemerke ich noch keine große Besserung.

19.02.2017 16:09 • x 1 #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf