natti0611

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Hallo ihr,

ich bin neu hier und wollte mal mein Problem schildern, weil mich das ziemlich fertig macht...

Ich leide seit fast 5 Jahren an Angstzuständen und Panikattacken.
Am Donnerstag bin ich zur Ärztin gegangen und sie hat mir Trevilor / Venlafaxin verschrieben.
Ich sollte 37,5 mg zu Beginn nehmen und dann auf 75 mg erhöhen...

Am Donnerstag Abend habe ich die erste Tablette abends genommen. Die ersten Stunden ging es mir ganz gut, bis auf einen trockenen Mund und ein wenig kribbeln in den beinen.

Als ich dann ins Bett gegangen bin fing es richtig an... mir wurde speiübel... ich habe gezittert, mir wurde schwindlig und ständig heiß und kalt.

Ich habe daraufhin 1,5 Std. im Badzimmer überm Klo verbracht... konnte mich kaum bewegen und musste mich mehrmals übergeben.
Ich habe mich in meinem Leben noch nie so schlecht gefühlt,

Daraufhin habe ich keine mehr genommen und habe von der Ärztin erstmal Atolsil bekommen.

Das Problem ist, das ich nicht weiß was mit mir los war!?!
Meine Situation ist derzeit so schlimm, dass ich schon ein AD brauche, aber ich habe panische Angst sowas nochmal durchmachen zu müssen-

Hat jemand ähnliche Erfahrungen machen müssen.... eine Idee welche Medikament vielleicht besser wäre... oder eine Idee was da mit mir los war?

Ich hoffe der ein oder andere von euch meldet sich...
Liebe Grüße

26.05.2013 00:36 • 31.12.2013 #1


13 Antworten ↓


Sayra


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Hey!

Ich nehme seit Jahren Venlafaxin und ich kenne diese Nebenwirkungen. Bei mir waren sie nach drei Tagen verschwunden.

Wie schnell solltest Du denn erhöhen?

Ich habe auch mit 37,5 angefangen. Ich rate Dir: Mach den Kühlschrank voll - nimm Dir eine bis zwei Wochen frei und dann mußt Du da durch. Der erste Tag ist schlimm. Das war auch bei mir so. Komisches Gefühl von Neben-sich-stehen. Extreme Übelkeit - ich musste aber nicht Erbrechen, aber das ist ja bei jedem anders.
Ja, da geht es einem hundeelend. Aber nach zwei Tagen sieht das Ganze schon wieder anders aus. Und nach ca. 1 Woche bis 10 Tagen wirst Du gar nichts mehr merken.

Für mich hat sich das Durchstehen gelohnt. Wenn Du an das Medikament gewöhnt bist, wirst Du es nicht mehr merken. Ich wußte Gott sei Dank was auf mich zukommt und habe das 1. richtig getimed - hatte Zeit, konnte mich in der Wohnung verkriechen und habe 2. die Nebenwirkungen in den ersten Tagen erwartet. Daher hat es mich nicht groß erschreckt.

Jede Erhöhung oder Verringerung der Dosis hatte bei mir nie wieder solche Nebenwirkungen, wie in den ersten Tagen.

Ich rate Dir, einen zweiten Versuch zu wagen, denn ansonsten wirkt es bei mir zB sehr gut. Jedes dieser Medikmente hat beim Einschleichen meist Nebenwirkungen. Da wirst Du nicht drum rum kommen. Aber wenn Du das weißt und damit rechnest, dann schmeisst es Dich nicht mehr so aus der Bahn.

Ich wünsche Dir viel Glück!

26.05.2013 12:42 • #2


natti0611


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Hey...

ich sollte 3-4 Tage abends 37,5 mg nehmen und dann auf morgens und abends 37,5 mg erhöhen.
Ich habe allerdings nur diese eine Tablette genommen, weil meine Ärztin meinte das ich bei diesen starken Nebenwirkungen das Medikament sofort absetzen soll.

Sie hatte mich auf Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel hingewiesen und meinte aber das ich sie nicht weiter nehmen soll wenn ich mich davon übergeben muss.

Das zieht mich jetzt total runter weil ich die Angst habe auf das nächste Medikament wieder so stark reagiere...

28.05.2013 21:56 • #3


Sayra


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Vielleicht lag es bei mir auch daran, dass ich die retardierte Version in Kapselform nehme. Die Hülle dieser Kapseln gibt das Medikament über der Tag verteilt ab.

Ich würde Deine Ärztin danach fragen. Venlafaxin Retard Kapseln. Vielleicht sind dann auch die Nebenwirkungen nicht so schlimm, weil nicht gleich die ganze Dosis an den Körper abgegeben wird.

Je nach Produkt sind da meistens kleine Kügelchen in den Kapseln. Ich habe da auch schon Kügelchen rausgenommen, um meine Dosis anzupassen. Ist also technisch möglich, die 37,5 mg sogar noch geringer selbst zu dosieren, wenn man extrem empfindlich reagiert. Dann dauert das Einschleichen zwar länger, aber wenn Du damit besser klarkommen würdest, wäre es den Versuch wert.

Laß Dich aber von den Nebenwirkungen nicht schrecken. Bei fast allen sind die nach 2-3 Tagen komplett verschwunden. Da heißt es einmal Zähne zusammen beißen. Und ich bin auch eher ein Schisser, was Nebenwirkungen angeht.

30.05.2013 11:23 • #4


Sayra


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Ach ja.. gerade bei Angst- und Panikzuständen wirkt Venlafaxin sehr gut. Kommt zwar immer auf die Person an, aber dafür ist das Medikament schon gut bekannt. Auch ist es für längere Zeiträume gedacht.

Nur Mut! Retardiert, dann haut's Dich nicht gleich um und die ersten 24-48h durchhalten.

30.05.2013 11:27 • #5


natti0611


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Sooo... entschuldigt das ich mich erst jetzt wieder melde... war alles etwas viel in letzter zeit.

Ich weiß das AD in der Anfangszeit Nebenwirkungen haben... allerdings war ich nach der Einnahme von Venlafaxin kein Mensch mehr. Mir ging es so schlecht das ich auf dem Klo geschlafen haben weil ich mich ständig übergeben habe und mich nicht getraut habe aufzustehen. Ich denke das ist dann doch eine Nummer zu heftig

Nachdem ich 2 Wochen Atosil genommen habe (die von den Nebenwirkungen sehr verträglich für mich waren) habe ich diese jetzt auch wieder abgesetzt, weil sie was die Angst angeht überhaupt nicht geholfen haben.
Ich war zwar im Kopf wesentlich ruhiger, dafür waren aber die körperlichen Symptome viel schlimmer als vorher.

Ich hatte jetzt nochmal einen Termin bei meiner Hausärztin und diese hatte sich mit einem erfahrenen Neurologen beraten. Ich habe jetzt Lyrica bekommen, wo ich auch mit der Minimaldoseis von 25mg anfangen soll.

Ich habe jetzt natürlich wahnsinnige Angst das die bei mir auch so schlimme Nebenwirkungen verursachen.

Habe schon sehr viel Gutes über diese Medikament gelesen (gerade hier im Forum)...
Ich muss jetzt nochmal eine Nacht drüber schlafen und mir Mut machen dieses Medikament zu probieren

19.06.2013 19:57 • #6


blubel


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bischen NW wirst du schon aushalten müssen und diese vergehen von Woche zu Woche mehr, das bringen leider all die Psychopillen mit sich.

Versuch es so zu sehen...was sind paar Wochen Nebenwirkungen welche vergehen im Gegensatz zu einem ganzen Leben mit der schei. Krankheit

20.06.2013 18:23 • #7


Maya2000


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Ich bin der gleichen Ansicht.
Nehme Cirpalex und hatte in den ersten Wochen auch heftige NW dafur kann ich jetzr ein normales Leben fuehren.
Es lohnt sich:-)

20.06.2013 18:47 • #8


natti0611


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Oh man... ich habe Lyrica bereits hier liegen und traue mich nicht sie zu nehmen
Ich will ja, weil ich sooooo Hoffnung habe endlich meine Ängste in den Griff zu bekommen, aber ich schiebe die Einnahme der ersten Tablette aus Angst immer weiter raus.

Ich weiß ich bin doof und sollte mir einfach einen Ruck geben und es versuchen... aber die Angst davor
...denke das kennt ihr.

21.06.2013 20:14 • #9


UnfinishedStory


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Vielleicht ist deine Angst und die starken Nebenwirkungen auch ein Zeichen dafür das dein Körper ohne Medikamente heilen möchte. Soll nur ein Denkanstoss sein.

27.06.2013 10:25 • #10


natti0611


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Hehe... das find ich eine ganz tolle Antwort

Ich habe das 3. Medikament nun auch genommen und wieder ganz schlimme Nebenwirkungen gehabt.
Mit jedem Tag wurde es schlimmer statt besser.

Habe mich gestern dann entschlossen alles abzusetzen und es ohne Medikamente zu machen!
Ich habe für den Bedarf Atosil da... aber das auch nur im Notfall!

27.06.2013 14:10 • #11


MmeBaudelaire


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Ich werde ab Monat Venlafaxin nehmen. Hat jemand Erfahrung damit, ob das die Angstzustände wieder verschlimmert?
Gegen die Nebenwirkungen die ich bei Fluoxetin hatte, würde ich echt liebend gerne einfach nur kotzen müssen.

Aber meine neue Ärztin meinte auch, dass das der Fehler war, dass mir der alte gesagt hat, ich solle Fluoxetin immer weiter nehmen, obwohl es mir so dermaßen schlecht ging. Konnte vor lauter Angstzuständen kaum noch aufstehen und habe zum Schluss Depression davon bekommen. War dann vorbei, sobald ich es einfach radikal abgesetzt habe.

Bin jetzt etwas nervös wegen dem Venlafaxin.

29.12.2013 12:37 • #12


Jess-Phillip


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Hallo Natti!

Die von Dir beschriebenen Symptome sind so was von typisch beim Venlafaxin! Einfach nur schlimm!
Manche müssen ganz langsam einschleichen und die Dosis langsam erhöhen. Ich hatte damals keine Probleme, aber die Hölle begann beim Ausschleichen.

Stromschläge im Kopf, starke Übelkeit, Erbrechen obwohl der Magen schon lange nichts mehr drinnen hatte, Weinerlichkeit, Aggressionen, Sehstörungen und jetzt im niedrigen Dosisbereich nächtliche Panikattacken, ab nachmittags Depersonalisierungsgefühl (hatte ich noch nie im Leben, erst durch Venla kennen gelernt) usw. Außerdem habe ich Herzprobleme von dem Venlafaxin bekommen.

Es soll nochmal gesagt sein, daß es ja nicht bei jedem so schlimm ausgeht, aber Du solltest nach einiger Zeit den Blutdruck überwachen, weil bei längerer Einnahme das Venla den Blutdruck gerne mal hochtreibt.

Beim Ein- und Ausschleichen ist das ein heftiges Medikament. Mach Dir mal keine große Gedanken wegen dem schrecklichen Abend, denn das ist bei dem Venla leider eine sehr häufige Nebenwirkung die man beim Einschleichen haben kann.

Alles Gute und gute Besserung wünscht Dir Jess

29.12.2013 13:25 • #13


MmeBaudelaire


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Na toll, jetzt habe ich auch die mega Kotzanfälle. Hab seit vorgestern abend nichts mehr gegessen und es kamen nur noch Magensäfte raus.

Aber für ein Leben - hoffentlich - mit weniger Angst und Panik Attacken muss ich das jetzt durchhalten.

31.12.2013 08:52 • #14



Dr. med. Andreas Schöpf


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