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Hallo!

Ich leide seit sehr vielen Jahren an sozialer Phobie, generalisierter Angststörung, Angst-und Panikattaken, sowie teilweise unter Depressionen. Mein Arzt hat mir nun am Freitag Trevilor 75 verschrieben. Aber die Nebenwirkungen sin extrem. Die ersten 2 Tage war mir Übel, starke Schwindelanfälle, also man kann sagen das ganze Programm. Das mit dr Übelkeit hat sich gegeben, aber ich leide unter extremer innerer Unruhe, zittrigen Händen und vor allem unter einer Sehstörung. Normale Schreieben kann ich nur verschwommen lesen und die kleinere Schrift im Briefkopf gar nicht mehr. So schlimm habe ich mich nicht gefühlt, als ich mit dem Medikament angefangen habe. Ein Medikament soll doch helfen und nicht verschlimmern. Ich weiß, im Beipackzettel steht, das diese Erscheinungen zu Anfang auftreten können, aber ich bin sehr beunruhigt und diese inner Unruhe halte ich nicht mehr aus, dass ist wie kalter Entzug.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sonst setze ich das Mittel wieder ab, denn ich will das es mir besser geht und nicht schlechter.

MfG

Angeloo

02.06.2009 15:20 • 02.07.2009 #1


13 Antworten ↓


Hallo Angeloo,

diese anfänglichen Nebenwirkungen kenne ich von anderen Antidepressiva, v.a. Unruhe + Übelkeit ganz zu Beginn. Mir hat es geholfen, viel zu schlafen oder zumindest zu liegen, bis ich mich an die Wirkung gewohnt hatte. Es gab allerdings auch welche, die ich einfach nicht vertragen habe.

Wenn die Unruhe seit Freitag absolut nicht besser geworden ist, könnte es wirklich darauf hindeuten, dass dieses Medi nichts für Dich ist.
Sehr lange würde ich das nicht mehr hinnehmen. Vielleicht die Dosis erstmal zu reduzieren, könnte was bringen.

Grüße

pc

02.06.2009 15:32 • #2



Nebenwirkungen von Trevilor

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Vielen Dank für die Antwort,

ich werde das Medikament ab morgen nicht mehr nehmen. Die Nebenwirkungen sind mir zu viel. Das Schwitzen, ständig feuchte Hände, die innere Unruhe, vom Libidoverlust will ich gar nicht erst reden und die Sehstörung. Das ist mir einfach zu viel.

Angeloo

02.06.2009 15:44 • #3


Christina
Hallo Angeloo,

es kann recht heftig sein, wenn man gleich mit 75 mg einsteigt. Ich habe mit der Hälfte angefangen (gab's aber nur als Tabletten, nicht als Retard-Kapseln) und erst nach zwei Wochen auf 75 mg gesteigert. Am Anfang hatte ich auch starke Übelkeit, außerdem richtige Hitzewallungen und eine gewisse Benommenheit (mit Schwindel, Sehstörungen, Matschbirne eben). Und ich hatte wochenlang stark erweiterte Pupillen. Libidoverlust auch. Das hat sich alles mit der Zeit gebessert, geblieben ist nur im Vergleich zu vorher stärkeres Schwitzen, aber auch das ist nicht übermäßig. Innere Unruhe hatte ich von Trevilor nicht, im Gegenteil, es hat ziemlich sofort bei mir gegen die Angst gewirkt. Welche Einschleichwirkungen man hat, ist sicher unterschiedlich. Aber nach vier bis fünf Tagen kann man noch nicht definitiv sagen, dass es nichts für Dich ist.

Liebe Grüße
Christina

02.06.2009 16:55 • #4


Hallo Christina,


danke für Deine Hilfe. Ich bin eben beunruhigt, vor allem wegen der starken inneren Unruhe. Ich nehme dagegen Alprazolam 0,5, damit ich das überhaupt ertragen kann. aber so war das eben nicht gedacht. Sonst habe ich bei Bedarf eine Tablette genommen und eben auch mal einige Wochen gar nichts, je nachdem, wie ich drauf war. Und jetzt mit dieser Tablette, die ich regelmäßig nehmen muss, wird es schlimmer und nicht besser. Irgendwie ist es für mich auch komisch, dass ein Antidepressiva, dass ja Stimmungsaufhellend wirken soll und ein Mittel gegen Angst, was ja eher das Gegenteil bewirken soll, nämlich dämpfend wirken, in einem Präparat wirken soll. Darum wollte ja mein alter Neurologe, bei dem ich 15 Jahre in Behandlung war (er ist jetzt leider völlig unerwartet verstorben) mir auch keine Antidepressiva verschreiben, weil ich eben Beruhigungsmittel genommen habe. Nun hat eben der neue Arzt mir dieses Mittel verschrieben.
Soll ich es nun vielleicht noch ein paar Tage versuchen, oder sein lassen?


Angeloo

02.06.2009 18:16 • #5


Christina
Hallo Angeloo,

ich würde es noch ein paar Tage versuchen. Mindestens eine Woche, vielleicht sogar ein bisschen länger, sollte man dem AD insgesamt schon geben, sofern die Nebenwirkungen beherrschbar sind. Und da ist es auch okay, in dieser Zeit ein Benzo zu nehmen, um die Nebenwirkungen zu beherrschen. Klar, dass es dabei nicht bleiben soll. Für alle Fälle solltest Du nochmal den Arzt kontaktieren, damit Du spätestens am Freitag - falls es sich bis dann nicht bessert - klären kannst, wie Ihr weiter vorgeht. Es gibt schließlich noch viele andere Medikamente oder auch die Möglichkeit, dass Du es weiter so handhabst wie früher, sofern das für Dich eine Option ist.

Liebe Grüße
Christina

02.06.2009 18:31 • #6


Hallo Christina,

na da werde ich es noch ein paar Tage versuchen. Den nächsten Termin habe ich ja am 12.6.


Angeloo

02.06.2009 18:48 • #7


Hallo Angeloo,


sind haben sich die Nebenwirkungen abgeschwächt?
Mit 75 mg Efexor (CH) hatte ich anfangs extreme Übelkeit, ich habe tagelang nicht essen können. Nach zwei Wochen war das dann vergessen. Aber jeder reagiert komplett anders! Meine Therapeutin hat sowas zuvor noch nicht erlebt. Die Umstellung auf 150mg war dagegen reibungslos!
Vielleicht reagierst du allgemein auf Medikamente stark?


LG
Panthera

21.06.2009 21:12 • #8


Hallo!

Ich habe das Medikament nach 7 Tagen selber abgesetzt, die Nebenwirkungen habe ich nicht mehr ausgehalten. Mein Arzt war zwar nicht begeistert und wollte sogar eine Weiterbehandlung verweigern. Er hat es aber noch mal versucht und mir jetzt Cipralex verschrieben. Die nehme ich jetzt schon 9 Tage. Die Nebenwirkungen sind nicht ganz so stark wie bei Trevilor, aber trotzdem unangenehm. Ständig starke Angstgefühle, die ich nur mit Hilfe von Diazepam eindämmen kann. Ständiges Schwitzen und vor allem die ständig feuchten Hände sind unerträglich. Ich glaube nicht so richtig daran, dass sich diese Nebenwirkungen mit dem morgigen 10ten Tag in Wohlgefallen auflösen, wie es mein Arzt sagt. Nur ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass er den ständigen Einsatz von Benzos ablehnt(das kann er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren) aber mir ein Mittel verschreibt, welches mich dazu zwingt.
Diazepam nehme ich schon seit fast 15 Jahren mehr oder weniger regelmäßig(manchmal einige Wochen gar nicht).

Angeloo

22.06.2009 15:50 • #9


Meli77de
Hi,

hatte mit Paroxetin und Citalopram bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.
Irgendwie hat sich dieses Jahr die Einnahme von Citalopram UND MCP-Tropfen (hatte Magen-Darm-Infekt) zu einem Super-gau entwickelt. Ich hatte Herzrasen ohne Ende, ich war sehr sehr zittrig und völlig verwirrt.
Und das, wo ich zu diesem Zeitpunkt Citalopram gute 4 Wochen ohne Probleme genommen hatte.
Nun habe ich Angst vor Citalopram und mein Arzt verschrieb mir Trevilor. Was das auslöste, war der Horror!
Ca. 1-2 Stunden nach der Einnahme schepperte es total in mir. Ich habe wahnsinnig gezittert, mir war kotzeschlecht, schwindelig, hatte Schweißausbrüche. Es war so schlimm, dass ich von der Arbeit krank nach Hause musste.
Seither habe ich mich nicht mehr getraut, eine zu nehmen. Ich nehme abends 100mg Insidon und vertrage das ganz gut. Hatte kaum Nebenwirkungen.

Kann eigentlich irgendwas passieren, dass man Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer nicht mehr verträgt?!?

LG Meli

28.06.2009 14:26 • #10


Hallo Meli,

was du beschreibst habe ich bei der ersten Tablette Efexor auch durchgemacht - ich musste aus dem Zug raus und auf dem Bahnhof 6 Stunden verbringen, weil mir so übel und schwindlig war und ich deswegen totale Angst bekam, mich im Zug übergeben zu müssen!!
Die Übelkeit war jeden Morgen noch leicht da. Das verging dann und ich empfand es in der Behandlung als eine sehr wirksame Tablette.

28.06.2009 21:11 • #11


Zitat von Meli77de:
Hi,

Nun habe ich Angst vor Citalopram und mein Arzt verschrieb mir Trevilor. Was das auslöste, war der Horror!
Ca. 1-2 Stunden nach der Einnahme schepperte es total in mir. Ich habe wahnsinnig gezittert, mir war kotzeschlecht, schwindelig, hatte Schweißausbrüche.
LG Meli


Genau so ging es mir mit Trevilor auch! Und es wurde auch in den 7 Tagen nicht besser.
Cipralex vertrage ich wesentlich besser. Wurde jetzt auf 20mg/Tag hochgesetzt. Gegen das Schwitzen habe ich ein gutes Antitranspirant gekauft (Hidrofugal), dass wirkt sehr gut. Das einzige Problem, dass ich habe, ich bin seit der Einnahme Impot., da geht nichts mehr.

Angeloo

29.06.2009 08:52 • #12


Meli77de
Hi,

habe morgen Termin beim Psychiater, werde das mit dem Trevilor ansprechen und Alternativen überlegen.

@Panthera: obwohl ich wirklich ganz besch* gefühlt habe, hatte ich komischerweise an dem Tag überhaupt keine Spur von Panik...wohl aber die beiden Tage danach...

@Angeloo:
Zitat:
Das einzige Problem, dass ich habe, ich bin seit der Einnahme Impot., da geht nichts mehr.

Das das ein Problem ist, liest man immer wieder. Im Moment ist wohl wichtiger, dass Du das Medi sonst gut verträgst und die Paniks nicht mehr so schlimm sind!

Viele Grüße Meli

30.06.2009 20:49 • #13


Ich nehme jetzt seit ca. 7 Monaten Trevilor. Angefangen habe ich mit 75mg, die dann langsam bis auf 300mg hochdosiert wurden.

Zuerst hatte ich auch große Hemmungen das Medikament zu nehmen und es lag tagelang bei mir auf dem Schreibtisch, ohne dass ich mich getraut hätte es anzurühren.
Die Horrorgeschichten im Netz hatten meine Angst noch zusätzlich geschürt.
Schließlich entschied ich mich doch es zu nehmen, da sich mein Zustand auch zusehends verschlechterte (Angst, Depression).
Die anfänglichen Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen. Ich habe oft gegähnt, hatte etwas erweiterte Pupillen, ein leichtes Würgegefühl im Hals und natürlich den berüchtigten Libidoverlust.
An den ersten Abenden lag ich oft auf meinem Bett und kam mir ziemlich verpeilt vor, konnte keinen klaren Gedanken fassen. Irgendwie war so eine Art Sperre in meinem Kopf, die verhinderte, dass sich Gedanken und Gefühle manifestierten.
Das fand ich aber teilweise auch positiv, da so natürlich auch die Angst keine Chance hatte, sich aufzubauen.
Mit der Zeit nahmen die Nebenwirkungen aber immer weiter ab und ich gewöhnte mich an die Einnahme und begann endlich wieder mich normal zu fühlen und wie ein normaler Mensch zu leben.
Wenn man wirklich in einem tiefen schwarzen Loch steckt, kann Trevilor einen dort herausholen!
Zumindest bei mir war es so. Das muss man trotz aller Kritik mal deutlich betonen. Hatte vorher schon längere Zeit Opipramol genommen und das hatte bei mir kaum einen Effekt.
Heute sind die Nebenwirkungen wie gesagt fast komplett abgeklungen, manchmal ist die Libido noch etwas geschwächt, aber meistens klappt es doch. Was mich aber doch einigermaßen nervt, ist die Tatsache dass ich nicht mehr so gut schlafen kann. Wenn ich mal 6 Stunden die Nacht durchschlafe, bin ich schon zufrieden.
Das liegt wahrscheinlich an der aktivierenden Wirkung des Medikaments.
Die ersten 6 Monaten habe ich aus Angst vor Wechselwirkungen auch überhaupt keinen Alk. getrunken.
Mittlerweile habe ich mich aber doch wieder an ein paar Gläser Wein herangetastet, bemerkte jedoch keine veränderte Wirkung des Alk.. Zumindest bei mir scheint es keine Wechselwirkungen zu geben. Mir ist auch aufgefallen, dass Alk. im Beipackzettel nichtmal erwähnt wird.
Eine weitere Sache, die mir aufgefallen ist:
Durch Trevilor scheint man irgendwie impulsiver zu reagieren, als wäre eine gewisse Art von Hemmschwelle etwas herabgesetzt. Ich merke das bei mir daran, dass ich mir in letzter Zeit ziemlich viele neue Klamotten gekauft habe. Früher hätte ich lieber noch drei mal überlegt bevor ich das Geld ausgebe, heute greife ich eher zu wenn mir etwas gefällt.
Das ganze nimmt keine gefährlichen Dimensionen an, ist aber doch etwas, das mir aufgefallen ist.

01.07.2009 23:21 • #14



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Dr. med. Andreas Schöpf