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Jemand Erfahrung damit. Wirken sich Medikamente wie Tilidin oder Codein (keine Mischungen) ungünstig auf eine Angststörung aus?

17.06.2012 23:25 • 19.06.2012 #1


17 Antworten ↓


Das sind zentralwirksame Schmerzmittel die sich an die körpereigenen Rezeptoren setzten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie während einer Attacke genommen, diese auflösen können, da sie beruhigende und dämpfende Wirkungen haben. Allerdings werden sicherlich durch die wieder frei machen der Rezeptoren neue Panikattacken begünstigt. Worauf zielt denn deine frage ab?

18.06.2012 00:22 • #2



Tilidin etc.

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Na ob es sich ungünstig auf Angst/Panik auswirken kann. Ich hab das zwar nicht mehr, aber man muss es ja nicht durch solche Medikamente wieder provozieren. Falls das denkbar ist.

Mein Doc sprach es mal an wegen meiner Dauerkopfschmerzen, wo bisher nichts hilft, auch kein Sport oder Entspannung, keine Spritzen (HWS). Und nach 3 Jahren mit täglich Kopfschmerzen kommen dann halt irgendwann bei den Ärzten solche Sachen ins Spiel. Ich komme damit mittlerweile ganz gut klar, aber mal 1-2 Tage die Woche ohne KS wäre ganz schön.

Aber ich hab jetzt bald nach über 1 Jahr Wartezeit eh den Ersttermin in der Charité Migräne/Kopfschmerz Klinik. Vielleicht haben die einen Plan.

18.06.2012 00:39 • #3


Hab gerade selbst was gefunden und wie der Zufall will, der Nutzer hat Depression und auch Angststörung.

http://www.sanego.de/41301_Nebenwirkungen_von_Tilidin

Klingt aber fast verführerisch. Wobei ich sicher kein Suchtkandidat bin, hab schon Jahre den Schrank voll mit verschiedenen Benzos und die vergammeln.

18.06.2012 01:02 • #4


Christina
Zitat von crazy030:
Jemand Erfahrung damit. Wirken sich Medikamente wie Tilidin oder Codein (keine Mischungen) ungünstig auf eine Angststörung aus?
Nee, gar nicht... Eher verführerisch - aber auch das nur bei nicht retardierter Darreichungsform, insbesondere bei Tropfen.

P.S.: Dass jemand so heftig reagiert wie in dem Bericht, ist eher selten. Und dass man so einen schönen Rausch öfter erlebt, eher unwahrscheinlich. Mich hat Codein angenehm müde gemacht und entspannt - das war's, keine Bilder, keine Farben...

18.06.2012 20:38 • #5


Hallo,

habe eben deine frage gelesen und möchte gerne meine eigenen erfahrungen zu tilidin hier berichten.
ich bin auch angstpatient und nach einnahme von 50mg tilidin erlitt ich einen anaphylaktischen schock.
die herbeigerufenen notärztin meinte, dass dies unter umständen passieren kann bei solcher art schmerzmitteln.

das sind aber meine eigenen erfahrungen und jeder körper, jeder mensch reagiert anders auf medikamente.
ich habe eine bekannte, die dieses medi regelmäßig nimmt und der das auch gut bekommt, allerdings ist sie auch nicht an angst erkrankt.

was bei mir der auslöser war für diesen anaphylaktischen schock, kann niemand so genau sagen, nur eben, dass das passieren kann.......deshalb würde ich einfach vorsichtig sein mit schmerzmedikamenten..... vor allem in combi mit AD´s oder anderen psychopharmaka.

aber wie gesagt, jeder mensch reagiert eben anders auf medikamente.

alles gute für dich

18.06.2012 20:45 • #6


Christina
Zitat von Schattenkind2012:
was bei mir der auslöser war für diesen anaphylaktischen schock, kann niemand so genau sagen, nur eben, dass das passieren kann.......
Das ist eine schwere allergische Reaktion, die theoretisch bei jedem Wirkstoff auftreten kann, wenn man zufällig gegen das betreffende Zeug allergisch ist.

18.06.2012 20:50 • #7


Es ist allerdings schnell möglich bei zentral wirksamen Schmerzmitteln mit Panik zu reagieren, da ja Schwindel Auftritt und ein gewisser Kontrollverlust. Wie beim THC. Wirkweise ist ähnlich. Viele Angstler können das Gefühl gar nicht ab, nicht mehr die Kontrolle über sich zu haben und da es nicht wie bei Alk., langsam kommt, sondern die Wirkung ganz plötzlich einsetzt, löst dies Panik aus. Aber natürlich nicht bei allen. Mit der Dosierung würde ich sehr vorsichtig sein, da der Wirkstoff atemdepressiv wirkt und das Gefühl schwer Luft zu bekommen führt erneut zu einer Panikattacke. Du kannst es ja gegen deine Kopfschmerzen versuchen, wobei ich nicht wirklich glaube das dies hilft. Zentral wirksame Schmerzmittel helfen in der Regel bei Kopfschmerzen schlecht. Ich nehme mal an, alles ander hast du versucht. Ich nehme gegen die Migräne manchmal novalgin. Mir hilft das am aller besten. Ist auch verschreibungspflichtig aber senkt der Blutdruck. Man muss nach der Einnahme aufpassen, das der RR nicht in den Keller geht. Ich kenn aber gegen Kopfschmerzen nichts besseres.

18.06.2012 20:59 • #8


Da stimme ich prinzessin zu. Novalgin bei Kopfschmerzen ist auch bei mir das beste. Tilidin hab ich einmal genommen (gegen meine Endometrioseschmerzen). Die hab ich von meinem Freund stibitzt. Erzeugte selige Glücksgefühle, ich lag auch nur noch grinsend auf der Couch, die Schmerzen waren weg und ich fühlte mich phantastisch. Am nächsten Tag war ich allerdings hochaggressiv und gereizt. Hast du gegen die Kopfschmerzen schon mal Akupunktur bekommen?

18.06.2012 21:11 • #9


Das mit dem Schock hat aber nichts mit der Angststörung und Psyche überhaupt zu tun. Wie Christina schrieb, ist eine allergische Reaktion und die kann man theoretisch bei jedem Wirkstoff bekommen, auch bei bestimmten Lebensmitteln. Ja, kann sehr ernst werden, ich hab eine Metamizol Allergie (getestet und Allergiepass), was auch schon paar mal sehr kritisch war, zuletzt aber vor 15 Jahren und man meidet dann halt solche Schmerzmittel. Vielleicht hab ich deshalb etwas Schiss vor Medikamenten, wäre denkbar.

Mein Doc hat mir vorhin Tilidin Tropfen verschrieben, aber er meinte, er ist eher kein Fan davon, hat etliche Suchtpatienten. Aber ich bin da eher kein Kandidat und er sieht es auch so. Ich hatte ja neulich Tetrazepam bekommen, aber nur mal 1/2 genommen, also 25 mg. Er sagte, ich soll die erst noch mal immer 2-3 Tage nehmen und 50 mg und sehen, ob es was bringt. Und dann erst Tilidin versuchen.

Er sagte mir auch, weil das Thema haben wir hier ja auch oft, man sollte generell so wenig wie möglich nehmen und auch als Patient mitdenken. Einen gewissen Respekt vor Medikamenten sollte man haben, meinte er und gerade, wenn es Benzos, Opiate oder überhaupt BtMG Sachen sind.
Bei mir wäre es halt wichtig, den Schmerzkreislauf mal irgendwie zu unterbrechen und wenn alles andere nichts bringt, dann kommt man halt zu diesen Geschützen.
Zitat:
Novalgin bei Kopfschmerzen

Wie gesagt, ich hab ne Metamizol Allergie und damit fällt Novalgin aus.
Zitat:
Mit der Dosierung würde ich sehr vorsichtig sein, da der Wirkstoff atemdepressiv wirkt
Hab ich den Doc danach gefragt und er sagte, in der Dosis die ich nehmen würde kann man das 100% ausschließen. Das kommt nur in hoher Dosis oder bei Missbrauch vor, wo dann die Dosis meist extrem hoch ist. Da nehmen die Leute am Tag z.T. hunderte Tropfen. Ich würde 5-10 nehmen, wenn überhaupt.
Zitat:
Hast du gegen die Kopfschmerzen schon mal Akupunktur bekommen?

Nein. Wird auch nicht mehr von den GKV übernommen, 100% Privatleistung. Hab die Barmer angerufen, ist wohl seit 2 Jahren so.

Laut 2 Orthopäden und 1 Neurochirurg wo ich in den letzten 6 Monaten war, ist es HWS bedingt. Da wird wohl Akupunktur eh nicht helfen. Hab neulich 4 Spritzen bekommen in den Hals, null Wirkung.

18.06.2012 21:31 • #10


Tut mir leid wegen deiner Allergie. Schade. Mit der atemdepression meine ich eher nicht, dass es wirklich dazu kommen kann in der Dosierung, sondern das durch die Muskelentspannung viele einfach das Gefühl haben, schwerer Luft zu bekommen ohne das es gefährlich ist. Diese Situation wird gerade von angstpatientin als sehr unangenehm erlebt. Wenn du aber so ein dauerhafter schmerzpatient bist und eine Chance dadurch hast mal schmerzfreiheit zu erreichen, dann würde ich es ausprobieren. Die einstiegsdosierung liegt bei 20-30 tropfen. Wenn du nur 5-10 nimmst, dann ist das wirklich sehr wenig und eher eine Homöopathische Dosis. Ich kann mir kaum vorstellen dadurch schmerzfreiheit zu erreichen. Ich drück die Daumen das es dir hilft.

18.06.2012 21:46 • #11


prinzessin22589

Zitat:
sondern das durch die Muskelentspannung viele einfach das Gefühl haben, schwerer Luft zu bekommen ohne das es gefährlich ist. Diese Situation wird gerade von angstpatientin als sehr unangenehm erlebt.
Da stimme ich Dir voll zu. Kann definitiv vorkommen und auch bei Benzos. Dieses Gefühl der Entspannung und Beruhigung kann in der Umkehr sogar Angst noch verstärken.

Ja, 5-10 Tropfen sind nichts, aber bei solchen Sachen soll man sich eher rantasten und vielleicht reichen 5 Tropfen. Wobei ich denke, 10 können es vielleicht doch sein, sonst hat man wieder nur Nebenwirkungen und sonst nichts.

18.06.2012 21:56 • #12


Wie gesagt, normale einstiegsdosierung ist eher 20-30. Halte dich einfach an das was der Arzt dir rät, dann kannst du nichts verkehrt machen. Die Halbwertszeit von Tillidin ist auch nicht sehr lang, so dass egal welche Wirkung du hast, nach 1-2 h schon vieles wieder raus ist.

18.06.2012 22:05 • #13


Die Tropfen kann ich ja erst morgen holen, mussten bestellt werden. Hab mal die Packungsbeilage gesucht:

http://www.hexal.de/praeparate/dokumente/gi/gi_tilidin_ohne_50019844_internet.pdf?PHPSESSID=5798534570720fbeeee7f7dd9365521a

Kinder ab 14 und Erwachsene max. 6 x 20-40 Tropfen. Also max. 240 Tropfen in 24 Stunden. Kinder unter 14 nach Körpergewicht.

Mein Gott und da komme ich mit 5-10 Tropfen.

Zitat:
Halte dich einfach an das was der Arzt dir rät


Ja, 5-10 Tropfen soll ich versuchen und sehen, ob es ok ist und ich klarkomme. Aber ich soll erstmal paar Tage Tetrazepam nehmen, ob das erstmal reicht und wenn nicht, erst dann Tilidin. Wie gesagt, der Doc ist nicht wirklich Fan von Tilidin.

18.06.2012 22:10 • #14


Und nicht die packungsbeilage lesen, dann nimmst du das eh nicht mehr. Was da alles drauf steht....

18.06.2012 22:12 • #15


Ja ja...

18.06.2012 22:17 • #16


Hallo liebe Leser,

Also ich beschreibe kurz das Medikament
Valeron/N Wirkstoff tilidin.

Ich habe selber tilidin Tropfen genommen und i h Rate alle User die das hier lesen dringlich von ab.

Es ist ein sehr gutes Medikament jedoch die Sucht hat dich schneller im griff als dir lieb ist..
Von tilidin runter zu kommen ist äußerst schwer da es eine starke psychische Abhängigkeit hervorruft..
Ich war 4 Jahre Abhängigkeit ledlich mehrer entzuge kalter Entzug ambulant und Krankenhaus immer wieder ein Rückfall...
Jetzt endlich nach 4 Jahren bin ich von diesen Teufelszeug weg und will es nie wieder zu mir nehmen!
Es war die schlimmste zeit nach tilidin...
Leute bitte nimmt dieses Medikament nicht in Tropfen Form oder Tabletten ich spreche aus Erfahrung und ich will das was ich durch gemacht habe mein größten feind nicht gönnen...
Es gibt genug andere medis als nur das tilidin..

Ich Rate auch nur ab es ist Euer leben nur ein leben nach kurzer zeit weg zuwerfen ist das Tilidin nicht Wert..

Lieben gruss Joshua

19.06.2012 18:05 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Das sind die gleichen Diskussionen, wie bei Benzos.

Keine Ahnung, vielleicht landen 1-2% der Leute, die Benzos oder Opiate bekommen, in einer Sucht, aber warum denn der große Rest nicht?

In meinem Medizinkasten liegen 1 Packung Tavor expidet, 2 Packungen Tetrazepam, 1 Packung Bromazepam, 2 Packungen Ritalin (BtMG) und 1 Flache Amphetaminsaft 200 ml (BtMG). Alles davon in den letzten 12 Monaten 1 oder 2 mal genommen, die Bromazepam noch nie. Tavor irgendwie Anfang 2011 zuletzt. Hat sich alles angesammelt. Fan davon bin ich nicht.

Warum bin ich nicht süchtig? Weil man es nicht einfach so wird. Weil man auch nach 2, 3, 4 oder 5 Tagen Tavor noch nicht blöd ist und einem klar ist, was die machen können. Jedenfalls sehe ich das für mich so. Und weil ich generell Medikamente kritisch betrachte, Respekt hab.

Mein Bruder hat auch mehrere Wochen Tramal genommen, vergleichbar mit Tilidin. Der wurde auch nicht süchtig, aber das Netz ist voll von Tramal Suchtberichten.

Ich will keinem zu nahe treten, aber Sucht ist IMMER auch eine Charakterfrage. Und ich hatte bis vor 10 Jahren genug mit dem Kram zu tun, Berlin und die Clubszene bieten sich dafür an. Ich hab viele untergehen sehen, aber ich hab immer noch die Kurve gekriegt und zwar schnell. Es ist ALLES eine Typfrage.

19.06.2012 19:59 • #18



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Dr. med. Andreas Schöpf