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Hallo an alle.
Ich möchte euch auch von meinen Erfahrungen mit Sertralin berichten.
Ich habe Sertralin bekommen, nachdem ich 3 Jahre Opipram genommen habe und das bei mir (leider) nicht mehr gewirkt hat. Es sollte bei mir zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden.
Zunächst habe ich eine Woche 25mg und danach 50mg genommen.
Von den 25mg merkte ich gar nichts, bis auf eine sehr gute Stimmung am Ende der Woche.
Nach der Steigerung auf 50mg hatte ich in der ersten Nacht eine sehr schlimme Panikattacke, die zum Glück wieder verging. Ich wollte schon ins Krankenhaus fahren, so schlimm war es. Die nächsten 2 Tage war ich sehr aufgeregt, voller Spannung, als würde ich gleich einen Fallschirmsprung machen. Danach verflog die Wirkung wieder, ich fühlte mich wieder ganz normal, wie vor der Einnahme des Medikaments.
Nach Absprache mit meiner Ärztin habe ich nach ca. 4 Wochen die Dosis auf 75mg erhöht. Davon habe ich wieder nicht viel gemerkt, außer, das ich nicht mehr durch geschlafen habe und nachts, wenn ich wach war, und morgens, nach dem Aufwachen, depressive Phasen hatte.
Nach 2 Wochen habe ich die Dosis auf 100mg erhöht, das war ein Fehler. Ich war die ganze Zeit unter innerer Anspannung und konnte keine Nacht mehr durch schlafen. Außerdem bekam ich schlimme Angstzustände, so das ich am Ende nicht mal mehr den Müll rausstellen konnte, weil ich Angst davor hatte, das nicht rückgängig machen zu können. Ich habe sogar früh am Morgen die gelben Säcke wieder herein geholt. Dabei habe ich wie ein Penner die Säcke, es waren ja nicht nur meine, an einer öffentlichen Straße und vor meinem Mietshaus durchwühlt.
Danach habe ich mir gesagt, das es so nicht weiter geht und begonnen, Sertralin abzusetzen. Es dauerte ca. 2 Wochen, da ich immer um 25mg runter gegangen bin, für eine halbe Woche.
Jetzt nehme ich das Medikament seit ein paar Tagen nicht mehr ein und ich fühle mich wie befreit. Als wäre mir ein Rucksack von den Schultern genommen worden.
Für mich war es definitv das falsche Medikament, ich versuche es jetzt erstmal ohne.
Da ich in nächster Zeit auf Reha gehe, hoffe ich, dort Techniken zu lernen, meine Ängste auch ohne Medikamente in den Griff zu bekommen.
Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Erfahrungen helfen.
Viele Grüße vom Harz!

24.10.2019 10:10 • x 4 #401


dazz
Mir wurde auch Sertralin empfohlen, aber wenn ich die Nebenwirkungen lese - nein, danke.

Ich nehme 3x am Tag Opi.

26.10.2019 08:40 • #402


Moin!
Es kommt halt drauf an, für oder gegen was man Sertralin nimmt. Bei Depressionen soll es sehr gut helfen, bei Ängsten hat es, zumindest bei mir, nicht geholfen.
Wenn Opipram bei mir noch helfen würde, wäre es auch mein Favorit.

26.10.2019 08:48 • #403


Sertralin soll bei Angst besser helfen als bei Depression. Einfach googlen:
Sertraline: Antidepressant works 'by reducing anxiety symptoms first'

26.10.2019 21:01 • #404


Ich verlasse mich lieber auf die Aussage einer Psychologin bzw. Ärztin als auf Dr. Google.
Und diese Aussage kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen.
Aber jeder soll probieren und glauben was er möchte.

26.10.2019 22:32 • #405


Ja, ich habe eh die Erfahrung gemacht, dass SSRI bei verschiedenen Leuten unterschiedlich wirken. Das mit dem Sertralin ist mir nur aufgefallen, da es eine ganz aktuelle Studie ist.

27.10.2019 09:48 • #406




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Dr. med. Andreas Schöpf