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Hallo zusammen,

ich hatte vor einigen Jahren einmal Citalopram genommen und meine Angstzustände und alle damit verbundenen Symptome wie Hitzewallungen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern aber auch Verzweiflung und massive Erschöpfung aufgrund der Zustände, wurden 10x stärker. Ich habs keine 3 Tage ausgehalten dann musste ich es absetzen. Das ganze hat Folgen hinterlassen und meine Angst grundlegend verstärkt.

Solch eine Erfahrung mit einem Medikament möchte ich nie wieder machen.

Und soweit ich weiß aktivieren ja SSRIs generell. Kann es also nur ein Problem mit Citalopram gewesen sein, oder sind alle SSRIs so?

Letztendlich bin ich ja angespannt aufgrund meiner generalisierten Angststörung (und ggf. ADHS). Wenn ich ein SSRI gegen meine Angststörung und Depression nehme, sollte es doch nicht das Gegenteil bewirken und mich noch zusätzlich anspannen und aktivieren? Ich möchte doch einfach nur zur Ruhe kommen ...

Es gäbe natürlich noch die Möglichkeit ein trizyklisches AD zu nehmen, diese machen aber meistens eine Gewichtszunahme und das kann ich nicht gebrauchen.

Gibt es nur die Möglichkeit zwischen aufgeputscht oder fett zu sein? Oder versteh ich irgendwie was falsch?

Vielen Dank!

15.10.2018 20:33 • 18.10.2018 #1


6 Antworten ↓


Sertra79
Ich glaube da hilft nur ausprobieren. Ich hatte schon Fluoxetin, Opipramol,Citalopram,Venlafaxin,Sertralin.
Ich war inzwischen durch Umzüge etc. bereits bei drei Psychiatern, jeder hat andere Favoriten und positive Erfahrungen mit Medikamenten.

Am besten ging es mir einer geringen Dosis Venlafaxin (75mg),was ja auch ein SSRI ist. Meine ganzen Symptome Hitzewallungen,Herzrasen etc. war fast ganz weg. Das benötigt aber in der Regel Zeit, und am Anfang ist glaube ich eine Verschlimmerung normal und hatte ich soweit ich mich erinnern kann auch. Allerdings habe ich von Venlafaxin stark zugenommen und dauermüde.

Nun nehme ich seit 5 Wochen Sertralin (tri), meine Ursprungsprobleme vor allem der Dauerschwindel ist weg dafür vermehrt Unruhe und Hitewallungen.
Aber auch kein Hungergefühl und gefühlte Gewichtsabnahme. Ich werde noch 3-4 Wochen abwarten was passiert. Ich bin eigentlich in der EInschleichphase, mit 50mg begonnen und Ziel sind 100-150.

Genau weiss ich es nicht, aber es kommt ja auch stark auf die Dosis an. Eigentlich heisst es in geringerer Dosis wirkt es seidierend und bei erhöhter Dosis auch Antriebssteigernd.
Im Endeffekt ist aber der Hintergedanke das wenn es die allgemein besser geht auch die Angstsymptome weggehen.
Ich würde an deiner Stelle nochmal einen Versuch starten wenn du meinst es könnte dir helfen.

15.10.2018 21:22 • #2



Putschen SSRIs auf? Anspannung, Nervosität etc

x 3


Hast du dich mal durch andere Threads hier gelesen? Von dem Phänomen der verstärkten Unruhe in der Einschleichphase berichtet hier doch die Mehrheit. Antidepressiva verändern die Hirnchemie. Du kommst um Nebenwirkungen gar nicht herum, da sich der Körper erst einmal umstellen muss. Eigentlich ist der Arzt die erste Anlaufstelle für solche Fragen. Ich kann dir aber sagen, dass es ein Trugschluss ist zu glauben, dass wenn man unter einer generalisierten Angststörung leidet, ein dämpfendes Antidepressivum Mittel der Wahl ist. Nach drei Tagen kann man keinerlei Aussage über die Wirkung eines Medikaments machen. Da musst du schon drei Wochen durchhalten.

SSRIs werden besonders deswegen zuerst verschrieben, weil sie ein nebenwirkungsärmeres Profil aufweisen. Und damit ist nicht die Einschleichphase, die für viele nur schwer zu ertragen ist, gemeint.

Wenn sich nach drei Wochen keinerlei Verbesserungen aufzeigen, kann man von dem falschen Medikament für sich ausgehen, denn dann sollte die Wirkungsphase eingesetzt haben. Dann hilft nur das nächste probieren.Und ja, die Phase der Ruhigerwerdens setzt dann tatsächlich, trotz generalisierter Angststörung und SSRI bei einem sehr großen Teil der Bevölkerung ein. Man muss aber eben auch durchhalten wollen. Zur Not gibt es Beruhigungsmittel, die in der Anfangsphase unterstützend eingesetzt werden können.

16.10.2018 04:05 • #3


Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, aber kann meinen Beitrag nicht editieren.

Bei der Verdachtsdiagnose ADHS sollte man aber auch ein trizyklisches Antidepressivum in Betracht ziehen, sofern ein SSRI überhaupt nicht anschlägt. Aber auch hier ist der Psychiater immer die erste Anlaufstelle.

16.10.2018 04:25 • #4


Zitat von kruemelchen:
Hast du dich mal durch andere Threads hier gelesen? Von dem Phänomen der verstärkten Unruhe in der Einschleichphase berichtet hier doch die Mehrheit. Antidepressiva verändern die Hirnchemie. Du kommst um Nebenwirkungen gar nicht herum, da sich der Körper erst einmal umstellen muss. Eigentlich ist der Arzt die erste Anlaufstelle für solche Fragen. Ich kann dir aber sagen, dass es ein Trugschluss ist zu glauben, dass wenn man unter einer generalisierten Angststörung leidet, ein dämpfendes Antidepressivum Mittel der Wahl ist. Nach drei Tagen kann man keinerlei Aussage über die Wirkung eines Medikaments machen. ...


Also ich geb dir an sich recht, dass man ein Medikament länger nehmen muss, um eine Aussage treffen zu können, ob es einen Langzeit-Effekt hat. Trotzdem war es bei mir damals so, dass es mir so schlecht ging wie noch nie mit meinen Beschwerden und es mich fast schon traumatisiert hat, dass man sich so fühlen kann. So darf das doch nicht sein. Das hatte dann Schäden hinterlassen, so dass ich in die Klinik musste. Kein anderes Medikament, sei es Neuroleptika oder trzyklische AD hatten so eine Wirkung bisher gehabt. Seit dieser Erfahrung seh ich ein SSRI einfach als Feind an, auch man das vermutlich nicht tun sollte.

18.10.2018 16:28 • #5


Kmart
Zitat von kruemelchen:
Du kommst um Nebenwirkungen gar nicht herum, da sich der Körper erst einmal umstellen muss.




Das kann man pauschal nicht sagen. Ich hatte bei 3 ADs nie mit Nebenwirkungen zu kämpfen...maximal fand ich Mirazapin am Anfang etwas dämpfend, also ein Gefühl wie leicht betrunken, aber das legte sich schnell.

Zum TE: SSRI können antriebssteigernd wirken ja, muss aber nicht. SSNRI schon eher. Ist eine Einzelfallsache, muss man ausprobieren. Und ja, 3 Tage sind zu wenig. Eine Aussage kann man frühestens nach 3 Wochen tätigen. Manchmal brauchen Medis auch länger.

18.10.2018 16:43 • #6


Plopp
Zitat von joe899:
Seit dieser Erfahrung seh ich ein SSRI einfach als Feind an, auch man das vermutlich nicht tun sollte.


Das kenne ich gut, habe 10 Jahre einen Bogen um die SSRI gemacht, weil die Nebenwirkungen echt heftig waren.
Nun nehme ich doch ein SSRI seit 20 Tagen, die ersten 7 Tage waren schrecklich aber jetzt merke ich ausser schwitzen nichts mehr und ich denke es kommt auch langsam die beruhigende Antiangst Wirkung.
Ein Benzodiazepin am Anfang ist hilfreich.

Lg

18.10.2018 17:03 • #7




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Dr. med. Andreas Schöpf