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Hallo,

das ist mein erster Post hier im Forum und der wird darum auch etwas länger, ich bitte um Nachsicht.

Ich (31 Jahre, männlich) leide seit Anfang diesen Jahres an einer generalisierten Angststörung, die ich seit März mit Lasea und Passionsblume (Pascoflair) sehr gut unter Kontrolle hatte, bzw. bis September maximal innere Unruhe bzw. leichtes Herzrasen an einer vollen Supermarktkasse spürte.

Seit Mai befinde ich mich in Therapie, die mir auch sehr gut hilft. Seit Mitte September kommen jedoch fast täglich wieder Angstgefühle zum Vorschein. Seit November habe ich wieder verstärkt Panikattacken (z.B. wenns stressig wird, Supermarktkasse, viele Menschen). Da ich und meine Therapeutin eine Winterdepression vermuteten, habe ich versucht, mich zusätzlich mit Neurapas balance (Badrian, Passionsblume, Johanniskraut) über Wasser zu halten. Da ich jedoch nicht depressiv bin, spüre ich nur max. etwas bessere Laune, die Angst wird nicht weniger, trotz dem zusätzlichen Lasea und dem Pascoflair (was an sich wunderbar beruhigt und angstlösend ist).

Die Pascoflair wirken nur 4 Stunden und in letzter Zeit reichen mir da 4 Stück am Tag nicht immer aus... (von März bis September habe ich max. 3 Stück täglich davon genommen, jedoch nicht weil Ängste vorherrschten, sondern weil ich nen sehr sensiblen Puls habe, den man mit Passionsblume sehr gut unter Kontrolle halten kann - das habe ich vorher 10 Jahre mit nem Betablocker gemacht - da mein Ruhepuls aber unter 60 liegt, wurde der mir vom Arzt verboten - und ja, es geht auch ohne )

Nun meine Frage, hat jemand Erfahrung mit Passionsblume und Tavor (habe ich als Notfallmedikament), das heißt, wenn die Passionsblume nicht genügend wirkt (1 mal die Woche kommt das seit September vor) noch gering dosiert Tavor (0,5mg - die kann ich auch teilen, das funktioniert ) einzunehmen? Habe schon sehr viel im Netz gesucht, aber nur Wechselwirkungen von Baldrian mit Tavor (Verstärkung der Panik) gefunden. Hat jemand von euch da Erfahrung oder nen Alternativvorschlag? PS: gegen synth. AD sperre ich mich nicht, bisher ging es aber ohne...

Ich sage schonmal Danke fürs Lesen.
Gruß Stefan

22.12.2014 20:33 • 22.12.2014 #1


16 Antworten ↓


Zitat von StefanSBK:
Ich (31 Jahre, männlich)
Sorry, bin 34... nicht, dass es noch zu Verwirrungen kommt..

22.12.2014 20:56 • #2



Passionsblume und Tavor zusammen einnehmen?

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Hallo Stefan,

Laut Prüfung ist Passionsblumenextrakt KEIN MAO-Hemmer, sondern wirkt vielmehr auf die GABA-Rezeptoren, allerdings auf eine andere GABA-Variante als Tavor. Passionsblumenextrakt darf also sowohl zu SSRI als auch parrallel zum Ausschleichen von Tavor genutzt werden.

Quelle: Aussage Dr. Raimund Struck - sinngemäß wiedergegeben.

LG

Gerd

22.12.2014 20:57 • x 1 #3


Hallo Gerd,

danke für diese Info, das ist doch mal ne Aussage.

Die Frage, ob die Passionsblume auch zu nem SSRI genommen werden darf, wäre eine weitere Frage gewesen. Denn das konnte mir meine Neurologin leider nicht beantworten. Aus diesem Grund habe ich das Cipralex nämlich links liegen lassen, weil ich Angst hatte, ich hätte nur Tavor um eventuelle Unruhe während der Einnahme von Cipralex zu bekämpfen.

Weiß aber trotzdem jemand, wie beide (Passionsblume und Tavor) zusammen wirken? Sediert es mehr, oder "verschwindet" die Wirkung der Passionsblume unter der Wirkung von Tavor? Fargen über Fragen, aber als alter Angsthase möchte ich das gerne wissen...

LG Stefan

22.12.2014 21:02 • #4


Kuntergrau
Zitat von Gerd49:
Hallo Stefan,

Laut Prüfung ist Passionsblumenextrakt KEIN MAO-Hemmer, sondern wirkt vielmehr auf die GABA-Rezeptoren, allerdings auf eine andere GABA-Variante als Tavor. Passionsblumenextrakt darf also sowohl zu SSRI als auch parrallel zum Ausschleichen von Tavor genutzt werden.

Quelle: Aussage Dr. Raimund Struck - sinngemäß wiedergegeben.

LG

Gerd

Das ist richtig. Ich halte den Mischkonsum daher auch für unbedenklich. Von sowas wie Johanniskraut solltest du allerdings die Finger lassen.
Und falls die Passionsblume in Zukunft nicht mehr so richtig wirken sollte -> du also auf synthetische ADs umsteigen musst, würde ich die Passionsblume auch weglassen, weil das dann Geldverschwendung wäre^^

22.12.2014 21:10 • x 2 #5


Nein, sollte wirklich kein Problem sein, nur Johanniskraut ist strikt verboten bei Einnahme von ADs.

LG

22.12.2014 21:10 • x 1 #6


@ Kuntergrau

stimmt haargenau, warst schneller als ich

22.12.2014 21:12 • x 1 #7


Zitat von Kuntergrau:
Und falls die Passionsblume in Zukunft nicht mehr so richtig wirken sollte -> du also auf synthetische ADs umsteigen musst, würde ich die Passionsblume auch weglassen, weil das dann Geldverschwendung wäre^^


Das kann schon sein, aber die beruhigende Wirkung der Passionsblume hat schon was angenehmes an sich. Und da ich die Wirkung eines synth. AD (Cipralex) nicht kenne, weiß ich leider auch nicht, ob ich davon auch ruhiger werde, weil ich gelesen habe, dass es gerade beim einschleichen auch zu Unruhe kommen kann.

Dass ich Johanniskraut nicht mit nem SSRI kombinieren darf, ist mir schon bewusst, aber danke nochmal für den Hinweis.

22.12.2014 21:16 • #8


eigentlich wirkt Passionsblume wie ein Benzodiazepin, nur eben ohne Abhängigkeitspotential. Während Tavor innerhalb einer Stunde seine Wirkung entfaltet, dauert der Wirkungsejntritt von Passionsblume circa eine Woche , ist dann aber Konstanter anhaltend als Tavor, das die Tendenz hat, daß man die Dosis immer ein bißchen steigern muß.
mir hatte vor ein paar Jahren Passionsblume sehr gut geholfen. In der Zwischenzeit hilft es mir leider nicht mehr. Tavor habe ich erst ein paar mal eingenommen, die Wirkung ist sehr schnell verflogen. Jetzt könnte ich das Teufelszeug kistenweise schlucken und würde null Wirkung verspüren.
erwarte, zumindest auf Dauer, keine Wunder von Tavor. als einmalnotfallmittel ist es gut, auf Dauergebrauch kannst Du Dich nicht auf Tavor verlassen, da sehr schnell eine Toleranz entsteht und Du die Dosis erhöhen mußt.
Passionsblume, war im übrigen, das einzigste Mittel was mir überhaupt je etwas genützt hat. alle anderen Mittel egal ob auf natürlicher oder synthetischer Basis waren für den Müll.

22.12.2014 21:19 • x 1 #9


monka
das finde ich mal sehr Interessant,,werde ich mal ausprobieren hast du eine besondere Sorte des Extraktes? Wenn ich dadurch eine Tavor Erhöhung vermeiden kann wäre das toll

lg Mona

22.12.2014 21:28 • #10


Wie schon weiter oben empfohlen, Pascoflair ist ein probates Mittel und mehr als nur Placebo. es ersetzt sehr wohl ein Benzodiazepin.

22.12.2014 21:30 • #11


@ Mona

keine Werbung hier aber Dr. Böhm ist sehr seriös!
http://apomedica.com/at/dr_boehm/122/pa ... mg_dragees

22.12.2014 21:33 • x 1 #12


Zitat von Skeptiker:
Während Tavor innerhalb einer Stunde seine Wirkung entfaltet, dauert der Wirkungsejntritt von Passionsblume circa eine Woche , ist dann aber Konstanter anhaltend als Tavor, das die Tendenz hat, daß man die Dosis immer ein bißchen steigern muß.

...erwarte, zumindest auf Dauer, keine Wunder von Tavor. als einmalnotfallmittel ist es gut, auf Dauergebrauch kannst Du Dich nicht auf Tavor verlassen, da sehr schnell eine Toleranz entsteht und Du die Dosis erhöhen mußt.


Das Pascoflair (Passionsblumenextrakt) ist für mich immer noch das Mittel der Wahl, ich nehme es täglich. Aber zur Zeit reicht manchmal die Wirkung auch nach 3-4 Dragees leider nicht aus, um anfliegende Panikzustände zu stämmen. Daher soll das Tavor auch wirklich nur als Notfallmedikament dienen.

22.12.2014 21:40 • #13


Kuntergrau
Da ich Tavor ja selber 6 Monate unter Zwang einnehmen musste, bin ich ja auch ein starker Gegner von Benzos als "Medikament". Das ist für mich nur ruhigstellen. Nach 5 Monaten hab ich schon 4 Tabletten schlucken müssen um eine eine Wirkung zu erzielen, die den Psychiatern und Pflegern gepasst hat (sabbernd im Bett liegen).

Bei pflanzlichen Mitteln bin ich der Meinung, dass man die solange beibehalten sollte, wie sie wirken. Bei Passionsblume, Johanniskraut, Damiana und was es da noch so alles unter den pflanzlichen Mitteln gibt, merke ich einfach keinerlei Wirkung mehr (außer halt Canna.), da ich mit synth. ADs schon eine Stufe weiter bin.

22.12.2014 21:41 • #14


monka
tut mir leid Kuntergrau,ich kenne deine Grunderkrankung nicht und dann noch in eine schlechte Klinik gekommen..Zwangsmedikation gibt es eigentlich wenn überhaupt nur auf der geschlossenen?SCHADE wenn man dann niemand hat der hilft.

wir gehen einfach mal für den Hausgebrauch aus und wollen ja auch nicht mehr wie nötig.Da muss man vielleicht mal was anders ausprobieren.
Mach Canna. nicht auch abhängig und man braucht immer mehr?

LG Mona

22.12.2014 22:28 • #15


Kuntergrau
Zitat von monka:
tut mir leid Kuntergrau,ich kenne deine Grunderkrankung nicht und dann noch in eine schlechte Klinik gekommen..Zwangsmedikation gibt es eigentlich wenn überhaupt nur auf der geschlossenen?SCHADE wenn man dann niemand hat der hilft.

wir gehen einfach mal für den Hausgebrauch aus und wollen ja auch nicht mehr wie nötig.Da muss man vielleicht mal was anders ausprobieren.
Mach Canna. nicht auch abhängig und man braucht immer mehr?

LG Mona

Dem ging ein Suizidversuch voraus. Also war ich dann schon zunächst auf der Geschlossenen. Mir wurde ja nie gesagt, was ich da einnehmen musste und wenn ich nicht wollte, dann gab es "Sanktionen".

Canna. kann psychisch abhängig machen. Genauso wie alles Andere, was man dazu verwendet um "Defizite" ausgleichen zu wollen (also auch Passionsblume bei täglicher Anwendung um ruhiger zu werden).
Als psychedelische Substanz kann der Konsum natürlich auch arg in die Hose gehen (daher rate ich auch davon ab). Ich habe früher mal sehr viel gek. , aber mittlerweile ganz ganz selten. Das ist auch eher für den Notfall bei mir gedacht, weil es mir besonders bei Panik und Gedankenkreisen immer sehr gut hilft. Finde ich besser, als meine Packung Valium anzureißen.

Aber das ist eher eine Grundsatzdiskussion und schweift vom eigentlichen Thema ab

22.12.2014 23:43 • x 1 #16


monka
Danke für dein Vertrauen.

Da hast du wohl recht,abhängig macht letztendlich alles in gewisserweise,Ich war o.ich nehme sehr ungerne irgendwelche medis ein .Tavor hatte ich als Notfall Medikament für meine Basilares Migräne wenn ich Lähmungen bekomme,und dann wars irgendwie jeden abend drin,,,aber wenn man nicht geholfen bekommt muss man wohl seinen weg finden und wenn TAVOR eine zeit begleitet dann ist es so,ist auch nicht anders wie jedes AD was vielleicht noch mehr Nebenwirkungen hat.

Ich hoffe du bist wieder so stabil,das dir solche Erlebnisse wie auf der Geschlossenen nicht nochmal wiederfahren

23.12.2014 00:09 • #17



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Dr. med. Andreas Schöpf