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P
Hallo,

ich nehme nun seit 3 Tagen Citalopram. Es ist das erste Mal, dass ich ADs nehme. Bis vor einer Woche dachte ich noch, ich müsste sowas niemals nehmen bzw. wollte es auch nicht. Dann wurden die Nervenzusammenbrüche immer heftiger und neben einem Termin beim Psychiater für Januar gabs noch den Tipp, es mit Medis zu probieren. Und da ich selbst keinen anderen Rat mehr weiß...

Bisher stelle ich nichts Großartiges fest. Ich hatte einen sehr intensiven (Alb-)Traum, zwei heftige Krämpfe in der Nacht und einmal ne Art Übelkeit, die aber schnell wieder nachließ. Hätte ich das alles ohne Medis gehabt, hätte ich mir wahrscheinlich auch keine Sorgen gemacht, also kann ich bisher nicht wirklich etwas dazu sagen. Mein Kopf denkt eh was er will und sobald ich an die bevorstehenden NW denke, fühl ich mich ein bisschen schwacher. Wahrscheinlich dauert es auch ein bisschen länger als 3 Tage, bis man da was feststellen kann :p

Ich nehme zur Sicherheit 10mg. Mein Hausarzt meinte, es wäre egal, ob ich mit 10mg oder 20mg anfange. Nach meiner Recherche hier im Forum entschloss ich mich aber, langsam einzuschleichen. Also 5-6 Tage eine halbe Tablette und dann eine ganze.

Vielleicht findet sich hier ja noch jemand, der gerade erst anfängt, das erste Mal Medis nimmt. Natürlich lerne ich auch gern von den alten Hasen Es macht mich verrückt, soo lange auf die Wirkung zu warten. Die Wirkung, von der ich eigl überhaupt nichts weiß. Und was, wenn es gar nicht bringt? Dann waren die 2-6 Wochen so gut wie umsonst und ich stehe wieder da (wahrscheinlich gibts dann das nächste AD). Ich habe große Angst vor der Zukunft, vor einem Jahr schien alles noch irgendwie in Ordnung. Jetzt komme ich nicht mal mehr aus der Wohnung. Seit Wochen, bestimmt schon Monaten gehe ich nur noch raus zum Einkaufen oder um den Hund auszuführen. Ich schlafe durchschnittlich bestimmt 10 Stunden in der Nacht und am Tag sitze ich die meiste Zeit am PC ohne wirklich zu wissen, was ich machen soll. Ich fühl mich gestresst, obwohl ich momentan kaum etwas tue.

Ich würde auch gerne von den Erfahrenen wissen, wie sich diese Wirkung anfühlt. Meine Mutter hat mir nur Schauermärchen erzählt. Du stehst neben dir, es ist, als führe jemand anders dein Leben usw.. Ich weiß allerdings auch nicht, was sie genommen hat. Wahrscheinlich was heftigeres als das, was mir mein Hausarzt einfach mal so verschreibt. Wie geht ihr seit der Einnahme mit euren Psychosen um? Seid ihr bei einem Psychiater? Es heißt ja, man MUSS beides machen, um Erfolg zu haben. Wie habt ihr euren Alltag bis zum Start der Therapie gemeistert?

Liebe Grüße

12.11.2014 11:55 • 12.11.2014 #1


8 Antworten ↓


G
Hallo liebe predictable,

schön, dass du dich bei uns im Forum niedergelassen hast. Hier hast du sehr viele Menschen zum Austausch.

Völlig richtig, dass du dein Citalopram einschleichen lässt.
Citalopram ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und benötigt daher aber ca. 1-2 Wochen, bis du zu merken beginnst, dass es dir hilft.
Nebenwirkungen wie Übelkeit, Träume, Zittern usw. sind meist nur in den ersten zwei Wochen zu erwarten, bis sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.

Zitat:
Meine Mutter hat mir nur Schauermärchen erzählt. Du stehst neben dir, es ist, als führe jemand anders dein Leben usw..


Ja, deine Mutter hat wahrscheinlich noch die ältere Generation der Antidepressiva angesprochen, das war damals so.

Moderne Medikamente dieser Medikamentengruppe haben diese Nebenwirkungen aber nicht mehr!

LG

Gerd

12.11.2014 13:57 • x 1 #2


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Mein erstes Mal mit Citalopram

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Icefalki
Hallo,

Bei mir wirkt Citalopram hervorragend. Allerdings habe ich mit 20 mg angefangen.
Es dauert, bis die Wirkung einsetzt. Manche sprechen auch von 4 Wochen.
Wie wirkt es bei mir: ich spüre eine innere Gelassenheit. Man ist voll da, also nix mit Zombie. Ich habe auch keine PA und bin nicht mehr depressiv.
Ich denke, das ist der Zustand, indem nicht die normalen Menschen befinden. Ich hatte eigentlich nie die innere Ruhe, die Gelassenheit. Ich bin unheimlich leistungsorientiert und schnell. Dadurch habe ich mich aber auch überfordert. Wenn die Ruhe einkehrt, kann man besser nachdenken. Also ich finden deinen Weg gut. Manche brauchen eben Medikamente, andere eben nicht. Wenn du wieder ok bist, dann werden die wieder ausgeschlichen.

Liebe Grüße, icefalki

12.11.2014 17:35 • #3


P
Danke Gerd, dann will ich einfach mal abwarten, was so passiert

@Icefalki: Tolle Erfahrung Ich wünsche mir echt, dass mir die Medis genauso helfen. Die Zombieerscheinung ist ja dann erklärt :p
Inwiefern hast du dich überfordert? Ich frage, weil ich das ohne Medis sehr gut kann. Habe ich einen guten Tag, fange ich den Hausputz an, will das reparieren, den Balkon endlich aufräumen, will Uni und Finanzen im Griff haben und und und. Und dann steh ich vor einer riesen langen (und oft auch sehr ausgepfeilten, geordneten Excel-) Liste und weiß nicht mehr wo ich anfangen soll. Davor habe ich eigentlich immer Angst, wenn es mir mal gut geht; dass ich mich übernehme und am Ende gar nichts schaffe. :/

12.11.2014 18:23 • #4


Schlaflose
Zitat von predictable:
Wie geht ihr seit der Einnahme mit euren Psychosen um? Seid ihr bei einem Psychiater?


Hier hat eigentlich niemand eine Psychose. Ich glaube du benutzt einen falschen Begriff. Es geht hier bei den meisten um Angststörungen, das sind aber keine Psychosen. Bei Psychosen und Schizophrenie hat man Halluzionationen, hört Stimmen u.ä. Dafür nimmt man auch kein Antidepressivum, sondern ein Neuroleptikum.

12.11.2014 18:43 • #5


P
Oh, Mist, ja dann war das wohl das falsche Wort!
Ich meinte damit irgendwie alle psychischen Beschwerden, die hier so behandelt werden.
Bei mir selbst geht es z.b. hauptsächlich um Depressionen und Soziophobie; trotzdem fand ich beim googlen das Forum hier am ansprechendsten

Ist gespeichert

12.11.2014 18:53 • #6


Icefalki
Hi,

Ja genau, aber ich tue es dann und merke nicht, wie mich das überfordert. Ich übernehme Verantwortung, lade mir alles auf, ich schaffe das auch, bin dann aber in so nem hamsterrad und merke es nicht einmal und dann, eigentlich von heute auf morgen, bekomme ich so ein komisches Gefühl. Ist irgendwie, als ob eine schwarze Wolke über einem hängt. Es droht...... Schwierig zu beschreiben. Dann weiß ich, hoppla, jetzt wird es ernst. Inzwischen kenne ich mich und mache dann langsamer.
Ist schon blöd, aber was Solls.

Man muss auf sich achten und das zu lernen ist verdammt schwer.


LG icefalki

12.11.2014 19:16 • #7


G
Zitat:
trotzdem fand ich beim googlen das Forum hier am ansprechendsten


Bitte liebe predictable,
unterlasse das Googeln, das kann horrende Folgen für die Psyche haben, wenn man Symptome und Krankheiten googelt!

12.11.2014 20:23 • #8


P
Owe, ich werde auf jeden Fall drauf achten, danke Icefalki. Kenne mich ja eigentlich und wenn ich schon anfange Excel zu öffnen und Pläne zu schmieden, sollte hoffentlich die Alarmglocke klingeln :p Ich finde es sowieso gemein, dass man oft GENAU weiß, was richtig wäre oder dass es falsch ist oder was auch immer, aber umsetzen ist so ne Sache. Drauf achten und lernen

@Gerd49: das glaub ich dir aufs Wort Aber keine Sorge, ich weiß ja, dass man nicht jedem Bericht trauen kann. Wäre auch zu schön, wenn man immer DIE Antwort im Netz finden würde. Bin auch eher auf persönliche Erfahrungen aus, für meine Albträume lese ich meinen Beipackzettel durch

12.11.2014 20:33 • #9





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