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D
Hier in dem Forum sind doch bestimmt viele, die Johanniskraut einnehmen.
Lasst ihr da regelmäßig eure Leberwerte prüfen? Gibt es jemanden, der es wegen Probleme mit der Leber wieder absetzen musste?
Ich nehme nun schon eine Weile Johanniskraut und habe den Eindruck, dass es meine Stimmung aufhellt. Vor knapp drei Monaten habe ich meine Leberwerte bestimmen lassen und da waren sie okay.
Nun habe ich aber gelesen, dass Johanniskraut schlecht für die Leber sein kann und bin verunsichert. Ich bilde mir auch ein, dass ich vermehrt Probleme mit der Verdauung habe. Ich habe aber Krankheitsängste und kann daher meinen Empfindungen nicht trauen.
Ich wollte das Johanniskraut eigentlich den Winter durchnehmen, aber jetzt bin ich total hin und her gerissen.
Ich würde mich über ein paar Erfahrungsberichte freuen.

16.11.2023 09:35 • 23.11.2023 #1


39 Antworten ↓


H
Es ist nun einmal so, dass es in der Medizin keine Wirkung ohne Nebenwirkung gibt.

Johanniskraut ist vergleichsweise mild, sowohl was die - ja gar nicht schlussendlich erwiesene - Wirkung als auch mögliche Nebenwirkungen anbelangt.

Wenn du an Krankheitsängsten leidest, wirst du immer irgendwas an Nebenwirkungen merken, einfach, weil du darauf so sehr achtest.

Laienmeinung: Ich finde es prinzipiell fraglich, ob man sich mit irgendeinem Mittelchen die Stimmung aufhellen sollte. Entweder man hat eine diagnostizierte Depression und geht diese therapeutisch an, oder man hält Stimmungstiefs aus. Selbstversuche finde ich da schwierig, und dauerhafte Einnahme von etwas den Winter durch kann nie gut sein, egal, ob nun Nebenwirkungen oder nicht. Du solltest herausfinden, woher dein Bedürfnis kommt, die Stimmung aufzuhellen.

16.11.2023 11:14 • x 2 #2


A


Johanniskraut und Leberschäden

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D
Ich hatte eine erste Sitzung bei einer sehr sympathischen Therapeutin. Sie meinte, es gelte noch heraus zu finden, ob ich Krankheitsängste mit einer leichten Depression habe oder eigentlich keine Depression, die Krankheitsängste mir aber die Stimmung zerhageln. Ich bin auf der Warteliste und hoffe, dass ich Anfang des Jahres mit der Therapie anfangen kann. Aber an einem saisonalen Tief in der dunklen Jahreszeit leide ich schon seit Jahren,bisher habe ich mich mit einer Tageslichtlampe durch die Zeit gebracht.
Dass Johanniskraut bei leichten Depressionen genauso gut wirkt, wie ein Antidepressivum wurde in Studien nachgewiesen.
Deine letzten Satz versteh ich nicht. Wenn man sich über eine längere Zeit antriebslos und niedergeschlagen fühlt, ist es dann nicht normal, dass man seine Stimmung wieder aufhellen möchte?

16.11.2023 11:42 • #3


Windy
Zitat von DgKater:
es gelte noch heraus zu finden, ob ich Krankheitsängste mit einer leichten Depression habe oder eigentlich keine Depression,

Geh zu einem Psychiater, der kann dir genau sagen, was Sache ist. Therapeuten sind nur für Gespräche da und dürfen keine Medikamente verschreiben. Ein Psychiater, kann dir eine klare Diagnose und das passende Medikament dazu geben.

16.11.2023 11:47 • #4


D
Ich schiebe meinen Beitrag noch einmal nach oben. Ist hier keiner, der Johanniskraut einnimmt?

17.11.2023 20:25 • #5


P
Ich habe schon mehrmals in meinem Leben für mehrere Wochen die 900er Laif genommen. Niemals Blutwerte kontrollieren lassen, deswegen weiß ich nicht, ob es auf die Leber schlägt (bei mir).

Während meiner 2. und 3. SSRI-Einnahmephase habe ich alle 3 Monate Leber, Niere und Herz untersuchen lassen. Unter Citalopram war nix, unter Sertralin gingen meine Leberwerte etwas über die Norm, was meine Hausärztin aber völlig unkritisch fand. Der Anstieg ging auch ziemlich direkt mit steigender Dosis vonstatten.
Mit Omega 3 konnte ich die Werte signifikant senken und jetzt habe ich es eh wieder abgesetzt.

Wenn deine Werte neulich unter Johanniskraut noch ok waren, wird sich das - nur aufgrund von Johanniskraut - vermutlich kaum ändern. Lass sie doch einfach alle 3 oder 6 Monate kontrollieren.
Eine leberschonende Lebensweise ist sicherlich auch nicht verkehrt.

Ist doch super, wenn sie bei dir wirken und mach dir keine unnötigen Sorgen um deine Leber.

17.11.2023 21:43 • x 3 #6


D
Ich pusche noch mal meinen Post. Irgendwer hier, der Johanniskraut nimmt? Habt ihr eure Blutwerte checken lassen?

21.11.2023 21:50 • x 1 #7


Reconquista
Der Inhaltsstoff Hypericin kann die Haut lichtempfindlicher machen und zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen, wenn Sie ihn innerlich anwenden. Johanniskraut kann selten zu Magen-Darm-Beschwerden, allergischen Hautreaktionen und Müdigkeit führen.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten
.

https://www.apotheken-umschau.de/medika...u-beachten

Wie kommst bitte auf Leberschäden?

21.11.2023 22:54 • #8


rednaxela
Zitat von Hallorenfresser:
nicht schlussendlich erwiesene

Doch, tatsächlich schon. Deshalb bekommt man zB Laif900 nur auf Rezept. Es ist offiziell zugelassen zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen. Wichtig ist, Johanniskraut aus der Apotheke zu nehmen. Diejenigen zB aus der dro.gerie schnitten in Tests schlecht ab und enthielten nicht immer den Wirkstoff in der Höhe, der angegeben war.

Zitat von DgKater:
Ist hier keiner, der Johanniskraut einnimmt?

Doch, ich. Bekomme es seit circa 1 Jahr von meiner Psychiaterin verschrieben.

Zitat von DgKater:
Lasst ihr da regelmäßig eure Leberwerte prüfen? Gibt es jemanden, der es wegen Probleme mit der Leber wieder absetzen musste?

Habe die Werte bisher nicht prüfen lassen. Nehme es wie gesagt rund 1 Jahr jetzt, bisher ist alles gut.
Plan mit meiner Ärztin ist, es mindestens bis nächsten Frühjahr zu nehmen und generell das über die Wintermonate verschrieben zu bekommen, da es mir meiner Meinung nach wirklich gut gegen meine sonst depressive Stimmung im Winter hilft.

21.11.2023 23:00 • x 1 #9


D
Zitat von Reconquista:
Der Inhaltsstoff Hypericin kann die Haut lichtempfindlicher machen und zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen, wenn Sie ihn innerlich anwenden. ...

Das habe ich dazu gefunden:
Es besteht der Verdacht, dass bei einigen Menschen Johanniskraut die Leber schädigt und die Leberwerte ungünstig verändert. Bei längerer Einnahme sollten daher die Leberwerte überwacht werden.
Quelle https://www.atupri.ch/de/maxyourhealth/...anniskraut

22.11.2023 10:11 • x 1 #10


D
@DerAlex würde deine Psychiaterin das bei Bedarf veranlassen zu kontrollieren? Ich glaube, bei anderen Antidepressiva wird das gemacht, oder?

22.11.2023 10:14 • #11


Islandfan
Johanniskraut ist nicht ohne, wirkt sich auch auf andere Medikamente in der Kombination aus. Habe mal eine Weile Laif 900 genommen und hatte trotz leichter Aprilsonne, extreme Hautreaktionen, ich konnte nichts anfassen, es hat gebrannt und gepiekst, die Haut wirkte wie verbrannt, der Hautarzt sagte, ich muss es sofort absetzen.
Gewirkt hat es auch nicht, so dass es insgesamt für die Katz war.
Mit meinem chemischen AD hatte ich noch nie irgendwelche Nebenwirkungen und meine Blutwerte sind top.
Ist nicht alles, was in der Natur vorkommt, auch harmlos.

22.11.2023 10:19 • x 1 #12


Reconquista
Zitat von DgKater:
Das habe ich dazu gefunden: Es besteht der Verdacht, dass bei einigen Menschen Johanniskraut die Leber schädigt und die Leberwerte ungünstig verändert. Bei längerer Einnahme sollten daher die Leberwerte überwacht werden. Quelle

Interessant, das klingt aber sehr harmlos, kein Grund, sich Sorgen zu machen oder Ängste. Da kannst du wirklich ganz entspannt bleiben.

22.11.2023 10:46 • x 1 #13


Reconquista
Zitat von Islandfan:
Johanniskraut ist nicht ohne, wirkt sich auch auf andere Medikamente in der Kombination aus. Habe mal eine Weile Laif 900 genommen und hatte trotz leichter Aprilsonne, extreme Hautreaktionen, ich konnte nichts anfassen, es hat gebrannt und gepiekst, die Haut wirkte wie verbrannt, der Hautarzt sagte, ich muss es sofort ...

Das ist auch meine Erfahrung, all die natürlichen Mittel bringen nicht das Versprochene. Vielleicht tun sie es bei ganz leichten Symptomen oder durch einen Placebo-Effekt, was natürlich sehr gut wäre. Bei mir: gar nichts.

22.11.2023 10:49 • x 1 #14


Islandfan
Vieles bringt bei mir auch nichts. Wobei ich Lasea noch ganz gut finde.
Dennoch kann kein Naturheilmittel die Intensität von Chemie erreichen.

22.11.2023 10:55 • x 2 #15


rednaxela
Zitat von DgKater:
@DerAlex würde deine Psychiaterin das bei Bedarf veranlassen zu kontrollieren? Ich glaube, bei anderen Antidepressiva wird das gemacht, oder?

Weiß ich nicht, vielleicht der Hausarzt oder so. ‍️

22.11.2023 12:34 • #16


Islandfan
Bei normalen AD sollte das Blut regelmäßig kontrolliert werden. Ich gehe etwa alle 6 Monate und einmal im Jahr wird ein EKG gemacht.

22.11.2023 12:36 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

E
Zitat von Islandfan:
Dennoch kann kein Naturheilmittel die Intensität von Chemie erreichen

Was macht dich da so sicher ? Ich glaube schon, dass Naturheilmittel einen sehr gute Effekt haben können. Schließlich ist es auch mehrfach bewiesen, dass Naturheilprodukte eine ähnliche Effekt haben können.

Jeder Körper reagiert einfach anders auf bestimmt Mittel . Dem einem schadet ein hochdosiertes Antibiotikum und dem anderen hilft ein natürliches Antibiotikum.

Aber ich wollte hier jetzt auch kein anderes Thema aufwühlen, da die eigentliche Frage ja eine ganz andere ist.

22.11.2023 12:49 • x 2 #18


Islandfan
Manchmal greife auch ich zu pflanzlichen (niemals zu homöopathischen) Mitteln. Bei Bauchweh hilft mir Fenchel, Iberogast, bei Nasennebenhöhlen Sinupret. ABER alles hat seine Grenze. Viele Erkrankungen springen auf Chemie gut an und ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster zu sagen, dass unsere Vorfahren heilfroh über viele Medikamente gewesen wären, die es heute gibt. Ohne Antibiotika hätte ich meine schwere Borreliose nie geheilt, ohne Blutdrucksenker wäre das Risiko eines Schlaganfalls hoch und ohne Antidepressiva hätte ich vieles rückblickend nicht in dem Ausmaß geschafft, wie ich es geschafft habe.
Was ist also an Chemie so schlimm?
Das schlimmste, was ich meinem Körper momentan antue kommt aus der Natur und nennt sich Ta bak.

22.11.2023 12:54 • x 2 #19


Abendschein
Komisch ist ja, das solche Mittel also Natur Mittel nicht helfen,
aber trotzdem die Leber angreifen

22.11.2023 12:59 • #20


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Dr. med. Andreas Schöpf