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Hallo zusammen, ich habe bisher drei ADs ausprobiert, darunter zählen mirtazapin, trimipramin und opioramol. Das ganz ist schon eine Weile her und leider hat davon nichts bzw. mit negativen Auswirkungen nur gewirkt.
Vor einigen Monaten war ich beim Arzt, dieser hat mir escitalopram zuerst verschrieben, dann bupropion und jetzt Venlafaxin. Das escitalopram und bupropion habe ich nie genommen, bei den Terminen habe ich das auch gesagt, dass ich Angst vor den Nebenwirkungen habe und bupropion zb für rauchentwöhnung ist und ich Angst vor einer PSSD habe. Er hat mir dann jedes Mal das AD gewechselt und jetzt bin ich bei Venlafaxin + Promethazin bei Bedarf, was ich bisher nicht genommen habe aber zumindest von der Apotheke abgeholt habe. Meinen letzten Termin hatte ich vor kurzem und da habe ich ihm mitgeteilt, dass ich das aus Angst ebenfalls nicht genommen habe (Sexuelle dysfunktion, PSSD etc.). Er ist sehr freundlich und meinte es sei kein Problem aber ich soll aufjedenfall eine Therapie machen und er könne mir dann nicht mehr weiterhelfen.
Ich lese hier oft Venlafaxin ist eher schwieriger abzusetzen und sollte nicht als erste Wahl genommen werde, das macht mir wieder Sorgen. Ich habe seit 2,5 Jahren Probleme mit meiner Panikstörung, viele Symptome haben nachgelassen, also ich habe keine Angst oder so aber wenn ich wieder anfange zu arbeiten bin ich innerlich total angespannt, schwitze über die Nacht stark und bekomme pochen/kribbeln in den Beinen und Herzklopfen, hinzu kommt noch das ich oft dann nicht schlafen kann oder Schlafstörungen habe - das ganze geht mittlerweile seit 2,5 Jahren so. Ich kann ja meine Arbeit nicht hinschmeißen, ich bekomme irgendwie innerlich Angst beim Arbeiten - vermutlich weil ich nicht so organisiert bin und einer bürotätigkeit nachgehe? Ich weiß es nicht…
Habt ihr Erfahrungen mit Venlafaxin oder einer der genannten Medikamente? Falls ja, was für Nebenwirkungen habt ihr so verspürt?

Heute 10:38 • 31.08.2025 #1


6 Antworten ↓


Hallo Kowatz,

ich muss sagen Venlafaxin hat mir bei meiner Angststörung mit Panikanfällen sehr gut geholfen. Leider hat es aber gerade am Anfang schon heftige Nebenwirkungen. Muss nicht bei jeden sein und auch nicht immer, aber aktuell hatte ich gerade eine Dosiserhöhung hinter mir und da hatte ich es schon deutlich gemerkt. Leider auch gerade die sexuelle Dysfunktion die du beschreibst. Aber das war mir alles lieber als die ganzen Angstattacken.

Aber aus Erfahrung kann ich sagen, je länger du es nimmst desto geringer werden die Nebenwirkungen. Ich habe davor jahrelang 37,5mg genommen und konnte ein normales Sexualleben führen und hatte so gut wie keine anderen Nebenwirkungen mehr. Aber es dauert halt...

Eine Therapie ist auf jeden Fall ratsam um an deiner Panikstörung zu arbeiten. Vielleicht benötigst du dann gar keine Medikamente?

A


Erfahrungen mit Venlafaxin?

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@Rising-Phoenix es kann sein, da ich eigentlich keine wirkliche Angst mehr habe nur halt sehr schnell diese innere Anspannung sich durch Stress oder Aufregung aufbaut und dann einige körperliche Symptome wieder. hinzukommen. Ich versuche es erstmal nur mit Therapie, nur die Schlafstörungen machen mir manchmal echt zu schaffen. Was hattest du für Nebenwirkungen anfangs? Habe auch 37,5mg verschrieben bekommen

Ich habe auch schon Venlafaxin genommen und es hat mir gut über viele Jahre geholfen. Promethazin nehme ich heute noch, damit habe ich früher mal von Benzos entzogen. Ich würde es an deiner Stelle ausprobieren.

Zitat von Kowatz:
Ich lese hier oft Venlafaxin ist eher schwieriger abzusetzen und sollte nicht als erste Wahl genommen werde, das macht mir wieder Sorgen.

Diese Schwierigkeiten beim absetzen betrifft aber eher diejenigen, die es auch in höheren Dosierungen nehmen.

Zitat von Kowatz:
hinzu kommt noch das ich oft dann nicht schlafen kann oder Schlafstörungen habe -

Venlafaxin wirkt eher antriebssteigernd. Also mehr was für Leute, die sich auch schwer tun mit dem aufstehen, am Morgentief leiden oder sehr depressiv sind. Angstlösend wirkt Venlafaxin allerdings auch.
Manche leiden durch die antriebssteigernde Wirkung dann leider auch an Schlafproblemen.
Jeder reagiert da anders, das muss man einfach ausprobieren.
Zitat von Kowatz:
, ich bekomme irgendwie innerlich Angst beim Arbeiten - vermutlich weil ich nicht so organisiert bin und einer bürotätigkeit nachgehe?

Was beunruhigt dich denn?
Das du dein Pensum nicht schaffst?
Kannst du keine Prioritäten setzten? Was mache ich zuerst, was ist wichtig, was weniger?
Das du Fehler machen könntest, für die du Ärger bekommen könntest?
Fühlst du dich überfordert?
Hast du eine generell angespannte Gefühlslage und die Arbeit gibt die den *Rest* ?

Regt es dich alles auf, also Unruhe und Erregung.......oder macht es dir tatsächlich Angst?

Ich für mich konnte da irgendwann einen Unterschied feststellen. Ist aber nicht einfach.

Zitat:
Promethazin bei Bedarf, was ich bisher nicht genommen habe

Versuch´s mal damit.

Atosil Tropfen oder Tabletten enthalten den Wirkstoff Promethazin.
Sie kommen bei Kindern und Erwachsenen mit Erregungs- und Unruhezuständen oder Übelkeit zum Einsatz.
Zudem verordnen Mediziner das Medikament erwachsenen Patienten mit Schlafstörungen.

@Kowatz
Gegen Schlafprobleme nehme ich abends eine niedrige Dosis Mirtazapin. Da brech ich sofort weg
Bin da aber sehr sensibel, kleine Dosen wirken bei mir schon sehr viel.

Ansonsten am Anfang schwitzen, leichter Schwindel, wilde Träume, veränderte Verdauung, ein Gefühl nicht ganz „ich“ zu sein und vor allem Ängste und Sorgen verstärken sich. (Das ist echt fies)
Nach drei bis vier Wochen hat sich dann alles stabilisiert.

Aber wie gesagt ich bin sehr sensibel, kann sein dass du fast gar nichts bemerkst.

Jedes Medikament wirkt bei jedem anders. Venlafaxin hat bei mir paradox gewirkt, da ich nur noch geschlafen habe und Dauermüde war, war es für mich nicht geeignet. Das Absetzen war bei mir extrem schwierig, muß aber nicht bei jedem so sein. Venlafaxin hat bei mir nur den verschlafendsten Sommer meines Lebens beschert, obwohl ich damal eher etwas antriebssteigerndes gesucht habe. Bei Psychopharmaka macht nur Versuch klug, da man nie sagen kann, wie ein Medikament bei wem wirkt.





Dr. med. Andreas Schöpf
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