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Hallo
Ich habe etwa 13 Monate lang das Medikament Citalopram gegen Depressionen genommen.
Meine Erfahrungen damit:
Das Medikament war bei mir nahezu ohne die geringsten medizinischen Nebenwirkungen, meine Anfangsdosis lag bei 20mg.
Nach etwa 3 bis 4 Wochen (Dosis nun 40mg) trat tatsächlich eine sehr positive Wirkung ein. Meine Depressionen, einschliesslich aller Begleiterscheinungen wie ständiges Gedankendrehen und Schlaflosigkeit, sowie die Beschäftigung mit einem möglichen selbstgewählten Ableben, waren nahezu vollkommen verschwunden.
Vor zwei Wochen habe ich aber dennoch das Citalopram eigenmächtig abgesetzt, denn ich habe folgende Begleiterscheinung festgestellt:
Man hat durch die Einnahme dieses Medikaments eine innere Ruhe und ein ausgeprägtes positives Denken. Hinzu kommt ein zu schnelles und daher unreflektiertes Vertrauen in alle Dinge und Personen.
Gegen Depressionen kann ich daher dieses Medikament in seiner Wirkung sehr gut empfehlen.
Aber man sollte auch unbedingt vor der langfristigen Einnahme beachten, in welcher sozialen Lebenssituation man sich gerade befindet.
Wer in einer festen sozialen Struktur ist (fester und sicherer Arbeitsplatz, festes und vertrauenswürdiges soziales Umfeld, also Freundeskreis und/oder Familie), dem ist das Medikament uneingeschränkt zu empfehlen.
Wer sich jedoch in einer instabilen, oder neu aufzubauenden Struktur befindet (Arbeitsuche, Arbeitsbeginn, Suche und Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes, Partnersuche etc.), dem kann ich von diesem Medikament an dieser Stelle nur abraten.
Allzuschnell können durch die Ruhe und das positive Denkmuster, sowie durch die mögliche überschnelle Vertrauensbildung, extreme Probleme entstehen.
Offensichtlich setzt dieses Medikament auch einige natürliche Warnsysteme im menschlichen Gehirn ausser Kraft. Daher wird Citalopram wohl auch zunehmend bei Angsterkrankungen eingesetzt.
Für mich persönlich ist dieses Ausschalten der Warnsysteme, beruflich wie privat, zu einer bösen Falle geworden.
Liebe Grüsse, omega