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Hallo zusammen,

vor 3,5 Wochen nahm ich die letzte Tablette Citalopram, 2,5 mg. Habe seit Ende letzten Jahres langsam von 20 mg aus geschlichen. Bei den letzten drei Schritten habe ich immer nach ca. 3 Wochen eine kurze Verschlechterung gemerkt. Jetzt ist es ganz heftig. Seit gestern wieder PA schlecht und schwindlig. Bin krank geschrieben. Kann fast nur liegen. Kennt das jemand von euch? Wie waren eure Erfahrungen beim Absetzen?

LG

17.08.2016 09:15 • 25.03.2019 #1


32 Antworten ↓


Hallo ich hab einmal Opiramol abgesetzt und erlebte die hölle ...bitte wende dich an deinem Arzt ....denke du bist nicht soweit ..sonst hättest du jetzt nicht panikattacken etc. Evtl musst du eine niedrige Dosis wieder einnehmen

17.08.2016 11:16 • #2



Citalopram abgesetzt- Panik wieder da

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Hui, dass wird mir auch blühen. Nehme seit 6 Wochen Opipram 3 mal 50mg. Heute erster Tag bei Psychotherapeuten. Soll eventuell etwas anderes bekommen, dafür soll ich ab morgen aus schleichen. eine Woche nur noch 2 mal am Tag ab nächsten Mittwoch nur noch eine am Tag und am 31.08. keine mehr. Habe gefragt was wäre wenn die Panik größer wird. Akzeptieren und durchhalten. Ob ich am 31.08 (nächster Termin beim Arzt) ein anderes Medikament bekomme ist abhängig von der Lage. Ich weiß auch nicht ob eine Therapie angesetzt wird, vielleicht bin ich ja schon in einer. Autogenes Training, Verhaltenstherapie, Einzel/Gruppe, ich weiß es nicht was kommt und wie es weitergeht. Wenn es gar nicht klappen sollte und die Panik zu groß werden sollte nehme ich sie einfach wieder ein. Nur dann bekomme ich kein neues Medikament, ein Teufelskreis...

17.08.2016 11:27 • #3


Wie war das denn dann bei dir frozen?
Ich möchte sie nicht mehr nehmen. Habe schon mit meiner Psychiaterin gesprochen. Sie meinte, wenn es bis nächste Woche nicht besser ist, sollte ich dir niedrigste Dosis wieder nehmen und mich mit meiner früheren Therapeutin wieder in Verbindung setzen. Unter ihrer 'Obhut' könnte ich dann nochmal versuchen aufzuhören. Aber, 1. lese ich so oft von Absetzsymptomen und denke, dass man da durch muss und 2. planen mein Mann und ich ein Baby zu bekommen. Ich weiß, dass Citalopram in der SS das Mittel der Wahl ist. Trotzdem möchte ich es ohne versuchen.

17.08.2016 11:31 • #4


Ich hab den fehler gemacht und von heute auf morgen aufgehört nach 5 wochen Einnahme ....einmal und nicht wieder sag ich dir ,,,,horror war das hatte Kopfschmerzen Übelkeit ...Angst ohne Ende ....das sollte man nicht machen ...nehme aktuell 200 mg über den Tag verteilt

17.08.2016 11:33 • #5


Hallo Minos,
das ist aber ganz schön schnell bis Ende August!
Die Psychiaterin meinte, es sollte nicht soweit kommen, dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann. Das stimmt natürlich. Wenn ich jetzt aber mal zwei Wochen daheim bin, was soll s. Nur wenn solche Phasen wieder öfter vorkommen, würde ich mir Sorgen machen. Ich muss auch unbedingt wieder mit Entspannung anfangen. Das hab ich so vernachlässigt, obwohl es mir gut tat.

17.08.2016 11:36 • #6


Oh man, das kann ich mir vorstellen frozen. War aber auch ganz schön gewagt! Ich glaube schon, dass ich so weit bin. Nur habe ich keine anderen skills mehr parat. Da werd ich mir wieder mehr Gedanken drüber machen. Ein Notfall Medi hab ich auch noch.

17.08.2016 11:44 • #7


Muss man den vorab aus schleichen wenn/bevor ein neues Medi kommt? Ich weiß auch nicht, macht mir jetzt schon Angst das ich es nicht schaffe. Die eine Woche mit 2 mal eine ist ja noch einigermaßen ok, aber dann die Woche nur noch eine ist schon Mist. Es ist so als würde mir der Psychiater ganz schön viel zutrauen, oder er will es testen wie ich mich verhalte, nur was soll ich da entscheiden wenn es nicht geht? Muss zur Schicht, schau heute Abend noch einmal rein!

17.08.2016 12:24 • #8


Ich weiß nicht, wie das bei der Umstellung auf ein neues Medi ist. Du bist aber ja nicht allein, machst das unter ärztlicher Aufsicht. Bin auch froh, dass ich mich an Ärzte wenden kann und nicht so ganz allein da stehe. Glaube nicht, dass das ein Test ist. Warum wird denn dein Medi umgestellt und was sollst du danach nehmen?

17.08.2016 12:29 • #9


absetzsymptome sind echt schlimm. ich habe jetzt noch welche und nehme seit 13woche keine mehr. habe 10jahre ad genommen und zum schluss 6jahre cymbalta

17.08.2016 12:34 • #10


Oh man... Ich verstehe nicht, dass Ärzte oft behaupten, dass es nicht oder nur selten zu Absetzsymptomen kommen kann. Kamen bei dir die Symptome gleich? Was hast du noch? Kannst du deinen Alltag normal bestreiten?

17.08.2016 13:09 • #11


Schlaflose
Zitat von minos:
Muss man den vorab aus schleichen wenn/bevor ein neues Medi kommt?


Muss man nicht unbedingt. Ich habe schon mehrmals gewechselt. Je nachdem, was es für Wirkstoffe waren, habe ich entweder direkt von einem Tag zum anderen gewechselt oder das eine Medikament ausgeschlichen und das andere parallel dazu eingeschlichen.

17.08.2016 13:35 • #12


Zitat von Sternchenundich:
Warum wird denn dein Medi umgestellt und was sollst du danach nehmen?


Opipram 50mg nehme ich derzeit drei mal täglich. Ich habe aber alle drei vier Tage heftige Panik und kann fast jede Nacht nicht oder nur ganz wenig schlafen. Ich soll deswegen auf Venlafaxin umgestellt werden. Ich habe da erwähnt das ein Kollege von mir dies Medi vor einem Jahr bekommen hat, er leidet auch unter Panik und Schlafstörung, hatte von Doxipin auf Venlafaxin umgestellt von einem auf den anderen Tag, und er hat seitdem keine Probleme mehr.

Kann auch sein das mein Psychiater meint das 6 Wochen ausreichen und ich aufs trockene gesetzt besser dran bin als wenn ich ein/zwei Jahre oder länger diese Medi schlucke und beim Absetzen noch tiefer ins Loch falle. Er sagte mir das er in 9 verschiedenen Kliniken immer derjenige war der am wenigsten Medi`s verteilte. Therapie ja und auch die ganze Palette wen nötig aber auch so wenig Medi`s wie möglich. Ich kenne das ja noch von ihm als ich 1998 das erste mal bei ihm behandelt wurde. Und in Rastede haben die mir gleich bei Ankunft alle Medi`s weggenommen und es gab nur Therapie, davon aber den ganzen Tag.

17.08.2016 23:02 • #13


Dann probier es auf jeden Fall. Vielleicht wird es gar nicht so schlimm. Die Aussicht darauf, dass die PA mit dem anderen Medi wahrscheinlich ganz verschwinden, ist doch bestimmt auch motivierend. Kannst du denn dann immer 'normal' arbeiten gehen?

Heute hatte ich noch keine PA! Schlecht is mir noch und ich bin so KO. Geh jetzt dann zum Hausarzt und lass mich bis Mo o Die krank schreiben. Glaub ich brauch mal ein paar Tage Auszeit v allem und dann hoffe ich, dass ich bis zu meinem Urlaub durchhalte.

18.08.2016 09:47 • #14


Hallo Sternchenundich, du hast recht, es geht wahrscheinlich auch um Verhalten und ich weiß dass ich mein Verhalten ändern muss. Für mich ist es ein Experiment und ich denke momentan positiv daran, ändert sich wahrscheinlich wenn ich eine PA bekomme/habe.

Momentan kann ich gut arbeiten gehen und (komischerweise) ich freue mich richtig gehen zu dürfen. 1998 als meine PA erstmals ausbrach und ich dann auch in die Reha musste war ich insgesamt 7 Monate Arbeitsunfähig geschrieben. Ich bin sehr dankbar das es bei mir so ausschaut und ich die PA meist nur am Abend vor dem Schlafen gehen bekomme, nicht einschlafen kann (trotz Opipram) und bis zur Dämmerung wach liege. Amt Tag kommt schon mal leicht was durch an unguten Gefühlen und eine Art Rastlosigkeit mit Bewegungsdrang, aber ich lenke mich mit dem Arbeiten gut ab und hoffe dass es auch so bleibt.

Nutze deine Auszeit ohne ein schlechtes Gewissen! Es ist momentan für dich gut wie dir dein Bauchgefühl sagt, also mache es. Nutze die freien Tage und fahre Rad, vielleicht in die Natur, besuche Leute die dir am Herzen liegen, steh sehr früh auf und schlaf so wenig wie möglich am Tag auch wenn es schwer fällt und nutze diese Tage voll aus. Vielleicht gehst du auch Schwimmen oder andere schöne Dinge.

18.08.2016 10:16 • #15


Hallo zusammen,
meine Hausärztin war total nett. Bis einschließlich Dienstag bin ich zu Hause. Leider kann ich nicht so ganz abschalten, aber zumindest gelingt es mir ab und zu. Do und Fr ging es mir ganz OK. Aber gestern und heute bin ich mit leichter Panik aufgewacht. Gestern hab ich mich dann gut abgelenkt, putzen, einkaufen, Familie besucht. Die beste Zeit ist eigentlich immer so ab 18 Uhr bis Früh, wenn es hell wird. Kann auch einigermaßen schlafen. Obwohl ich meine Arbeit echt gern mache, graut es mich vor Mittwoch. Aber doch eher davor mit Angst und Übelkeit dorthin zu gehen und dass ich Do und Fr alleine im Büro bin. Ich hab das Gefühl die Angst und Panik kann erst wieder weggehen, wenn ich mich dem allen stelle... Ich hab echt Angst davor ))))):

21.08.2016 09:50 • #16


Natürlich müssen wir in uns gehen und wir müssen uns unserer Angst und Panik stellen, auch ich beschäftige mich momentan den lieben langen Tag mit irgend etwas und sei es nur Putzen. Das ungute Gefühlsleben was die PA hervorruft, die negativen Gedanken und die negative Einstellung in meinem Leben, ich verursache dass selber. Und ja, es ist was dran, eine gehörige Portion Wahrheit, positives Gedankengut und sei es bewusst und mit nachduck hervorgerufen hilft einem sehr. Genau hier liegt der Ansatz zur Heilung, und man kann wenn man wirklich will, jeder. Ich denke da oft an die Menschen im Nachkriegsdeutschland, zur Stunde Null. Bombenhagel und Greultaten, keine Psychotherapie und keine Medi. Mein Großvater war U-Boot Fahrer, dass waren die Helden damals, jeder wollte da mitfahren. Und dann plötzlich saß er in der Zigarre mit all seiner enge. Platzangst nicht nur wenn Wasserbomben geworfen wurden. Für ihn kam da die Einsicht zu spät, er musste weiterfahren. Und irgendwie hat er es geschafft, weil Menschen viel schaffen wenn sie es nur wollen. Im Sommerurlaub waren wir auf Fehmarn, da liegt ein U-Boot auf dass man kann. Als ich da eintrat musste ich an Opa denken, ich bin in einem Rutsch von vorn bis hinten und ganz schnell wieder raus ohne mich umzuschauen.

Auch auf meiner Arbeitsstelle haben wir Tätigkeiten welche ich nicht gern mache, sie machen mir etwas unbehagen, ich melde mich jetzt freiwillig dafür und denke nicht drüber nach, alle anderen schauen mich an und trauen ihren Augen nicht, ich bewältige diese Tätigkeiten und lasse mir viel Zeit damit ich keine Fehler mache.

Das geht, bei mir erst seit ein/zwei Wochen, in vielen Bereichen und Dingen des Lebens. Ich vermeide nicht mehr sondern gehe bewusst und positiv ran an den Dreck, ich will es so und hoffe dass ich Vorteile daraus ziehen kann für und gegen meine PA.

21.08.2016 11:37 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von minos:
Natürlich müssen wir in uns gehen und wir müssen uns unserer Angst und Panik stellen, auch ich beschäftige mich momentan den lieben langen Tag mit irgend etwas und sei es nur Putzen. Das ungute Gefühlsleben was die PA hervorruft, die negativen Gedanken und die negative Einstellung in meinem Leben, ich verursache dass selber. Und ja, es ist was dran, eine gehörige Portion Wahrheit, positives Gedankengut und sei es bewusst und mit nachduck hervorgerufen hilft einem sehr. Genau hier liegt der Ansatz zur Heilung, und man kann wenn man wirklich will, jeder. Ich denke da oft an die Menschen im Nachkriegsdeutschland, zur Stunde Null. Bombenhagel und Greultaten, keine Psychotherapie und keine Medi. Mein Großvater war U-Boot Fahrer, dass waren die Helden damals, jeder wollte da mitfahren. Und dann plötzlich saß er in der Zigarre mit all seiner enge. Platzangst nicht nur wenn Wasserbomben geworfen wurden. Für ihn kam da die Einsicht zu spät, er musste weiterfahren. Und irgendwie hat er es geschafft, weil Menschen viel schaffen wenn sie es nur wollen. Im Sommerurlaub waren wir auf Fehmarn, da liegt ein U-Boot auf dass man kann. Als ich da eintrat musste ich an Opa denken, ich bin in einem Rutsch von vorn bis hinten und ganz schnell wieder raus ohne mich umzuschauen.

Auch auf meiner Arbeitsstelle haben wir Tätigkeiten welche ich nicht gern mache, sie machen mir etwas unbehagen, ich melde mich jetzt freiwillig dafür und denke nicht drüber nach, alle anderen schauen mich an und trauen ihren Augen nicht, ich bewältige diese Tätigkeiten und lasse mir viel Zeit damit ich keine Fehler mache.

Das geht, bei mir erst seit ein/zwei Wochen, in vielen Bereichen und Dingen des Lebens. Ich vermeide nicht mehr sondern gehe bewusst und positiv ran an den Dreck, ich will es so und hoffe dass ich Vorteile daraus ziehen kann für und gegen meine PA.



Hallo du bist auf dem richtigen Weg mit diese Einstellung...toll ...echt ...lg

21.08.2016 11:42 • x 1 #18


Hallo Minos,
das ist echt toll wie du das machst!
Ich war 2010 in einer Tagesklinik und da hab ich es dann auch geschafft viele Dinge wieder anzugehen, die ich gemieden hab. Ins Kino gehen, Aufzug fahren, alleine schlafen. Super, dass du im Moment die Kraft dazu hast! Weiter so! ((:
'Wo die Angst ist, geht's lang!'

22.08.2016 10:10 • #19


Zuversichtlich bin ich ja auch wenn es manchmal nicht so gut geht, meistens ist dass am frühen Vormittag. Schlaf finde ich seit ich reduziere besser, heute Nacht waren es 6 Stunden tiefer Schlaf. Bin auch froh das ich immer was um die Ohren habe, und sei es nur mal eben um die Ecke zum Wochenmarkt. Arbeit läuft auch gut und da habe ich nur ganz selten mal PA, meist in den Pausen. Ich bin auch so das ich mich bei Müdigkeit aufraffe und nicht hinlege weil ich davon Depri bekomme. Und ich kümmere mich sehr viel um die Belange und Probleme von anderen, höre zu und rede, dass macht mir ein gutes Gefühl und es ist gut für mich.

Womit ich mich nicht auseinander setze sind die Nachrichten in der Tagesschau etc. und solche Sachen das wir für 10 Tage Vorräte Bunkern sollen für den Katastrophenfall. Das sind alles negative Stimmungen und Angst machen. Ebenso die Flüchtlingskrise und Anschläge, so schlimm es für diese Menschen auch ist, dennoch vertrete ich den Standpunkt dass unser aller Sicherheit vor geht. Ich bin auch keiner der eine Verschwörungstheorie begutachtet, ich will diesen kranken Dreck nicht hören, will Leben und es genießen so lange es geht.

22.08.2016 10:44 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf