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3

J

Jess-Phillip
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Hallo liebe Foris!

Ich habe seit einiger Zeit Probleme mit dem Blutdruck. Angefangen hatte alles damit, daß ich das Venlafaxin nicht vertragen habe. Mein Blutdruck schoß in ungeahnte Höhen, Herzrhythmusstörungen und Herzrasen und Darmblutungen. Ich habe auch Ewigkeiten gebraucht um das Zeug auszuschleichen, ganz heftiger Entzug. Mein Blutdruck ging wieder runter auf normale Werte.
Ohne Antidepressivum ging es nicht, die Panikattacken kamen wieder. Ich sollte dann wieder das Cymbalta nehmen. Schon bei der ersten Einnahme ging`s wieder los, Herzrhythmusstörungen ohne Ende, Herzrasen und im Endeffekt ging auch der Blutdruck in ungeahnte Höhen. Also wieder Ausschleichen. Ich werde gerade umgestellt auf Sertralin und muß nebenbei ACE-Hemmer nehmen, damit ich nicht immer bei 180/110 liege.

Meine Frage nun: Gibt es hier jemanden, der genau das gleiche Problem kennt? Ich hatte bis vor dem Venlafaxin immer niedrigen Blutdruck und noch nie Herzrhythmusstörungen gehabt. Venlafaxin hat mein Nervensystem wohl ziemlich kaputt gemacht. Alk. kann ich auch nicht mehr trinken, ein halbes Glas B. und das Herzrasen und die Extrasystolen gehen wieder los.

Ich habe an sich keine Lust in meinem Alter schon so viele Medikamente nehmen zu müssen. Aber kennt das auch jemand von Euch, daß durch die Einnahme von Antidepressiva auf einmal der Blutdruck immer und ständig zu hoch ist?

Danke für´s Lesen sagt Jess-Phillip

22.06.2015 #1


77 Antworten ↓
K

Kern12
Gast

Zitat:
Ich werfe Fragen auf, die eigentlich jedem Betroffenen selber kommen sollten, oder?

Wie gesagt, du suggerierst als wäre dein Vorschlag so offensichtlich zielführend sei.
Wenn er es wäre, würden ihn ja viele gehen.
"Eigenverantwortung", "ursächliche Probleme"....das sind dermaßen weite Begriffe.


Zitat:
Ich habe ausreichend Antworten auf meine Fragen, nur sind diese ja sehr subjektiv, welche sich der Großteil, der auch hier Anwesenden, nicht stellen möchte, will oder kann.

Und deine Antworten haben deine Depression oder was du auch hattest geheilt?

Zitat:
Weiterreichen möchte ich da gar nichts, nur einverstanden mit in die Trompete zu blasen, gib mir Pillen und es geht mir gut, mit Sicherheit nicht.

Ich behaupte:
Über Fragen der Eigenverantwortung nachzudenken, bringt einen auch 0,nichts weiter.

Die Frage nach den ursächlichen Problemen ist interessant, aber was machst du, wenn hier jeder eine andere Meinung hat, es aber objektiv nur eine gewisse Antwort geben kann?
Soll dann dann für jeden seine eigene Antwort richtig sein? Was soll das denn bringen?

Zitat:
Ich verstehe nicht, warum die Leute genau an dem Punkt aufhören zu denken, geschweige denn, eigentverantwortlich zu handeln. Das sogar als mögliche Perspektive ansehen...

Du unterstellst, dass jemand nicht mitdenkt und unverantwortlich handelt, wenn er Medis nimmt. Das ist doch absurd.
Das macht keine aus Jux und Tollerei, sondern aus Mangel an Alternativen.

Zitat:
Wer dem nicht folgen kann oder will, ist jedem freigestellt, nur so stehen lassen, möchte ich das dann auch nicht.

Wie gesagt: Du kannst offensichtlich keine interessanten Alternativen bieten.
Die meisten sind Konsumenten: Alternativen fehlen und deshalb wird genommen, was sie kriegen können.

Versteh mich nicht falsch:
Ich kritisiere dich nicht. Im Grunde hast du recht.
Andererseits kann ich nicht verstehen, wieso du die anderen nicht verstehen kannst.

Sie wissen all das, was du aufgeworfen hast, aber aus Mangel an Alternativen bleiben am Ende halt nur die Pillen. Ich habe dafür Verständnis.

Dass man gemeinsam nicht mehr auf die Reihe kriegt, ist zwar ein Armutszeugnis, aber ist halt irgendwo eine Quittung der individuellen und kollektiven Leistung, die für dieses Thema aufgebracht wurde [nämlich gar keine].

19.06.2015 21:50 • x 1 #22


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Bluthochdruck durch Antidepressiva

x 3


HeikoEN

HeikoEN
Mitglied

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Zitat von Kern12:
Hallo Heiko,

Deine Kritik geht vollkommen an mir vorbei.

Deine an mir ebenfalls. Somit lass uns doch in einen Kreis zurückkehren, der da heisst, ich nehme das, was ich nehmen kann und den Rest lasse ich dort.

Aber Deine, durchaus auf mich wirkenden, polarisierenden Aussagen, haben für mich keine Allgemeingültigkeit und Schaden eher, als sie irgendetwas bringen, insb. in einem allgemeinen Forum.


Zitat von Kern12:
Zitat:
Wo hätte sich das denn herumgesprochen?

Internet, Foren, Blogs?

Gut, wenn Du dem Internet schonmal eine Chance gibst.

Zitat von Kern12:
Wenn eine Wirksamkeit belegt werden könnte, könnte man eine Kassenzulassung bekommen und die Therapie würde eben ins Therapierepertoire kommen.

Tut es, zumindest ansatzweise in Form von Therapiemitteln wie Focusing oder auch DBT, welche z.B. Achtsamkeit lehrt. Durchaus etwas, was von vielen als Hokuspokus komplett abgelehnt wird.

Zitat von Kern12:
Anders herum:
Woher kommt denn deine Bewertung, dass diese Methode Lichtjahre weiter wäre?

Wer heilt, hat Recht.

Die Methode wird aktiv angewandt z.B. bei Naturkatastrophen, um die Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ebenso bei Soldaten, die aus Kriegsgebieten kommen und z.B. hochgradig an PTBS leiden.

Zitat von Kern12:
Aus wissenschaftlichen Studien kann es jedenfalls nicht sein.
Wenn es so wirkungsvoll wäre, könnte da niemand den Deckel drauf halten, va nicht über Jahrzehnte.

Die Realität lehrt komplett anderes. Aber das ist nicht nur im Medizinbereich so, sondern überall. Geld regiert die Welt. Aber da rutschen wir zu sehr in eine gesellschaftliche Diskussion hinein, auf die ich mich nicht einlasse.

Das Zusammenhänge und Gesetzlichkeiten wirklich in die Lehre einziehen, ist nunmal ein langwieriger Prozess. Das z.B. Meditation und sogar (kein Witz) Schamanismus wirksam sind, ist bereits ansatzweise wissenschaftlich bewiesen. Warum ist zwar noch nicht klar, aber das ist der Grund, warum es die Neuimmunologie gibt und mittlerweilen auch die Psychoneuimmunologie als Lehrfach. Die beschäftigen sich z.B. genau mit diesen Zusammenhängen.

Und nun?

Alles Hokuspokus?

Das ein großer Faktor die Psyche bei Krebskranken ist, ist u.a. auch in der Schulmedizin angekommen und sie reagiert sogar darauf, zwar "noch" nicht in dem Umfang, wie es notwendig wäre, aber zumindest hält sie Einzug in die praktsiche Therapie.

Darum gibt es z.B. die Psychoonokologie. Gibt es hierzu wissenschaftliche Doppelstudien?

Und ich verteufel auch nicht die Verhaltenstherapie. Nur stelle ich die These und Behauptung auf, dass sie grenzwertig wirksam ist bei Menschen, die z.B. ein Trauma als Ursache haben. Somit dient sie primär als Edukation für den Betroffenen und der reinen Symptomverbesserung, aber weniger bis gar nicht der Ursachenerkenntnis und -therapie.

Zitat von Kern12:
Dass die Therapiegründer sich scheinbar auch 0,nichts um wissenshaftliche Akzeptanz bemühen, ist für mich ein klarer Indikator für Hokuspokus.

Ich weiss ja nicht woher Du deine Informationen so beziehst, aber sowohl EMDR, als auch z.B. SE haben in einigen Studien ihre Wirksamkeit bewiesen.

Zitat von Kern12:
Klar, nur mit dem Unterschied, dass mich vorher nicht ein paar Therapeuten um tausende von Euros für sinnlose Therapien erleichtert haben.
Du meinst, Du könntest die Tausende lieber dann in die Tabletten stecken?

Völlig richtig.

Aber wir führen hier eine Küchenpsychologiediskussion, die mir viel zu sehr polarisiert und auch den Anschein erweckt, als wolle ich Dich von irgendwas überzeugen, was mir fern liegt.

Denn ich glaube, man kann nur so verfahren, dass sich jeder dort abholt, wo er steht und er das nimmt, was er kann. Alles andere hätte sowieso keinen Sinn.


Zitat von Kern12:
Zitat:
Ist halt immer die Frage, warum sich die neuen Therapien nicht durchsetzen, nicht bekannt sind, bei all ihrer tollen Wirkung.

Ja, da gehört m.M. nicht viel dazu, zu verstehen, warum das so ist.

Du bewertest falsch. Als bei MS diese CCSVI-Geschichte hochkam, konnte man durch das Internet nicht den Deckel drauf halten.
Wenn es etwas erfolgreiches gegen Depression gäbe, ginge das genauso wenig.[/quote]
Wo ist genau der Punkt, an dem ich dabei falsch "bewerte" ?

Ich bewerte doch gar nicht. Du unterstellst mir etwas. Ich bin nicht auf dem Glaubensfeldzug, jemanden hier zu überzeugen von irgendwas. Auch nicht von Therapieformen, die Dir so missfallen.

Ich finde es nur Schade, wenn Medikamente als Löser und als Perspektive dargestellt werden und das eine gewisse Allgemeingültigkeit annimmt, die wiederum andere verfallen lassen in diesem Glauben daran.

Zitat von Kern12:
Zitat:
Ich habe Serthralinn einen Tipp gegeben zu einer Therapieform, die nicht kognitiv ansetzt. Für mich kann man bei Trauma nicht kognitiv ansetzen. Reine Symptombekämpfung mit zahlreichen weiteren Gefahren (z.B. Retraumatisierung usw.).

Wie gesagt, wenn man es in 45 Jahren seit Therapieerfindung nicht schafft ein paar klinische Studien zur Wirksamkeit abzulegen, kann, ich zumindest, solche Dinge nicht ernst nehmen.

Deine Quellen würden mich interessieren, dass Du den Hokuspkustherapien EMDR, SE usw. die Wirksamkeit absprichst und keine Studien dazu findest.

Poste doch mal einige Quellen bzw. WO Du suchst, dann kann ich vielleicht helfen.

Zitat von Kern12:
Zitat:
Meine Erfahrung hier ist, dass eine Vielzahl von möglichen Ursachen in der Kindheit liegt und auch nicht auf einzelne Phobien beschränkt ist oder einer kurzen depressiven Episode. Und auch, dass kein Monotrauma zu Grunde liegt, sondern oftmals komplexe Traumata und daraus resultierend tiefe Bindungsstörungen an den Problemen Schuld sind.

Ich komme eher aus der wissenschaftlichen Richtung und für mich sind solche Erklärungsansätze der Grund, warum die Alternativen keinen Fuss auf den Boden kriegen. Nach wissenschaftlichen Stand der Forschung, vollkommener Quatsch.
Depression ist ein Entzündungsgeschehen im Körper und im Gehirn.
Deshalb hilft Psychotherapie auch nichts.

Sensationell. Wo ist das Medikament dazu?

D.h., alle Depressiven haben entzündete Gehirne und Körper?

DAS ist ja mal eine Aussage.

Wenn Du das wirklich ernst meinst, dann erübrigt sich hier die weitere Diskussion Smile

Und der Lösungsweg ist so einfach...und wenn wahrscheinlich gar nichts mehr zieht, müssen die Gene herhalten. Wenn Du aus der Wissenschaft kommst, weisst Du, wie das mit den Genen so ist...

Nebenbei bemerkt, den Beweis dafür, bleibt die Wissenschaft bis heute schuldig. Keine 10km von hier, wird da seit Jahren dran geforscht, von einem der renommiertesten Angstforscher Deutschlands. Sollte man dem mal den Tipp geben, dass er gar nicht weiterforschen braucht?

Zitat von Kern12:
Antidepressiva ändern nicht nur den Neurotransmittergehalt im Gehirn, sie sich auch Entzündungshemmer! Hier im Forum gabs zig Leute, die erzählten, dass auch konv. Schmerzmittel antidepressiv wirken.
DAS ist der Weg, der weiterzuverfolgen ist und nicht diese Psycho-Rumsuhlerei in der Kindheit und Traumata.

Ja Mensch...d.h., das Forum und deren Erfahrungen hier sind repräsentativ zu den nicht vorhandenen Studien dazu?

Sagenhaft Smile

Zitat von Kern12:
Zitat:
Eine einfache Erklärung ist, dass verschiedene Hirnareale betroffen sind, wo z.B. die Traumata sitzen. D.h., kognitiv kommst Du da gar nicht ran, um die Ursache zu beheben.

Klar, Traumata sitzen in bestimmten Hirnteilen.
Dein Problem ist, dass du keine Ahnung von Wissenschaft hast.

Die Art und Weise Deiner Argumentation ist vielleicht auch Teil Deines Problems, wie mir offenbar so langsam klar wird.

Neocortex, Hippocampus, limbisches System, Amygdala sind Dir Begrifflichkeiten?

Wenn Nein, google mal danach und schaue, wofür diese Areale denn da sind, welche Aufgaben sie haben usw.

Dann direkt weiter damit, WO und in welchen dieser Areale z.B. Erinnerungen gespeichert werden.

Ich glaube eher, dass Du wenig Ahnung von Wissenschaft hast, geschweige denn einer bist, stark verallgemeinerst, polarisierst bis zum umfallen und die Grenzen des Gegenübers nicht wahrst. Schade.

Das ist sehr unfair.

Lass uns doch zu einer Diskussion zurückkehren, in dem Meinungen, Ansichten und Erfahrungen "Platz" haben und vor allem, die Grenzen des Gegenübers wahren.

Zitat von Kern12:
Depression ist:
-Hippocampus schrumpft -> schlechtes Gedächtnis
-Entzündungsfaktoren sind erhöht -> Interleukin-6, xy
-Tryptophan wird nicht zu Serotonin umgebaut, sondern in neurotoxische Stoffwechselprodukte, die das Gehirn schädigen.
-Depression erhöht die Wahrscheinlichkeit für viele andere Erkrankungen wie Herzinfarkt, Demenz, Restless-Legs, Parki und co.

Es ist ein biochemisches Geschehen und hat nichts mit "Traumata in Hirnteilen" zu tun.

Das ist Deine Interpretation von vielleicht laborchemischen Zusammenhängen.

Aber es ist auch wissenschaftlich bewiesen, dass die transgenerationale Weitergabe von Trauma sicher nicht mit Entzündungsfaktoren erklärt werden kann. Interesse daran, dann google mal "Franz Ruppert", der das ganz pragmatisch und anfassbar, auch für Laien, lehrt und in die Welt gibt.

Und Du willst Betroffenen, die z.B. schwere Kindheitstraumata haben, wirklich DAS als Erklärung für die Ursache geben?

Zitat von Kern12:
Zitat:
Weil kognitiv versteht u.U. eine Vielzahl von Betroffenen, WAS ihr Problem ist. Ihnen fehlt "nur" das geeignete Mittel, daran zu kommen. Und selbst die Therapiealternativen reichen dazu nicht. Es gibt mittlerweilen Ansätze, auch in der Schulmedizin, die vorsichtig daran gehen, die Methodik zu ändern (z.B. Focusing, DBT usw.). Alles mit der Hoffnung, eine geeignete Therapieform zu finden, die in ausreichender Weise die Gefühle (!) berücksichtigt. Und genau diese Gefühle sind ja Grund allen Übels.

Du verwechselst Ursache und Wirkung.
Die Krankheit macht die emotionalen Probleme. An den emotionalen Problemen rumzudoktiern, bringt nichts, weil es an den Ursachen, dem Entzündungsgeschehen im Körper nichts ändern.

D.h., Du siehst REIN einen vielleicht biochemischen Vorgang als Grund für entstandene Traumata?

Das würde Serthralinn doch Lichtjahre weiterhelfen, oder?

Vielleicht nicht unmittelbar praktisch (weil das Medikament fehlt) aber man könnte so lange Tabletten essen, bis der Wirkstoff gefunden wurde bzw. das Präparat, was das Schrumpfen des Hippocampus aufhält und die Depressionen wäre erledigt Smile

Damit auch die tiefen Denk- und Verhaltensmuster, die genau aus den Ursachen entstanden sind?

Wäre eine medizinische Revolution und würde schlagartig sämtliche Lehrstühle und Therapeuten arbeitslos machen.

Zitat von Kern12:
Deshalb meinte ich ja, dass bevor man über Therapie reden will, erst einmal wissen muss, was die Ursachen sind!
Wir beide gehen zB von völlig unterschiedlichen Ursachen aus und wir beide können nicht gleichzeitig richtig liegen. Einer muss falsch liegen.

Aha und das gilt es für Dich hier zu klären in der Diskussion, oder was?

20.06.2015 12:32 • #41


Zum Beitrag im Thema ↓


HeikoEN
Absolut kann das so sein. Und ja, eine als häufig genannte Nebenwirkung von Venlafaxin ist Bluthochdruck. Hattest Du mal einen Blick auf den Beipackzettel geworfen?

Wenn nein, warum nicht?

Davon ab, es kann keine Lösung sein, Medikamente zu essen.

Wo liegen die Ursachen dafür?
Und wenn Du sie nicht kennst, was hast Du vor dafür zu tun?

Sorry, wenn das ein wenig provokant rüberkommt, aber Du schreibst es schon völlig richtig. Es kann keine Lebensperspektive sein, Medikamente zu nehmen. Denn es gibt einen Grund, wahrscheinlich sogar einen guten Grund, dass Du Ängste oder Depris hast.

Freue mich auf Deine Antwort!

#2


S
Antidepressiva können durchaus helfen. Eine gute gesunde Lebensweise tut den Rest.

Escitalopram und Sertralin dürften weniger Probleme machen als Venlafaxin und Duloxetin.

#3


J
Hallo!

Ich werde gerade auf Sertralin umgestellt. Ich bin mal gespannt, ob sich das dann mit dem Blutdruck auch zum Besseren ändert.

@Heiko: Ich lese bei jedem Medikament den Beipackzettel und wußte das mit dem Blutdruck und auch mit den Herzproblemen. Ich hatte deswegen ja großen Streß mit der ersten Psychologin, weil die mir nicht glauben wollte, daß dieser hohe Blutdruck, die Herzprobleme und die Darmblutungen davon kommen.
Ich habe die Panik wegen großen Sorgen aufgrund meiner finanziellen Situation bekommen und weil ich nur am Arbeiten war, aber es trotzdem nicht geschafft habe mein Studium zu halten. Und ich hatte auch keine Möglichkeit zur Entspannung, weil ich diese durchs Reiten bekomme, aber das eben wegen dem Geld nicht konnte. Das alles genauer zu erklären ist hier zu lang. Ich habe selbstverständlich auch eine Therapie gemacht und bei vielen Therapeuten die Probestunden gemacht. An den Panikattacken hat das rein gar nichts geändert. Und da sind Antidepressiva eine sehr große Hilfe und ich möchte die schlimmen Zeiten nicht wieder erleben, wo ich nicht einmal alleine vor die Tür gehen konnte. Antidepressiva sind zwar heftige Medikamente, aber sie erleichtern einen auch das Leben und machen es wieder lebenswert. Dies sollte man nie vergessen.

Meine Frage ich eigentlich eher, ob sich das Nervensystem wieder richtig beruhigen kann, oder ob es nun für immer so weitergehen wird mit dem hohen Blutdruck. Ich hatte das vor dem Venlafaxin nie gehabt, wie schon geschrieben.
Bei Cymbalta hatte ich das vorher auch nie gehabt, wie gesagt, die ganzen Probleme kamen erst durch das Venlafaxin.

Liebe Grüße von Jess

#4


S
Antidepressiva sind nicht heftig.

Vermutlich dürfte dein blutdruck wieder normal werden.

#5


HeikoEN
Jess, danke für die kurze Erklärung und nochmals, ich möchte Dich nicht in eine Rechtfertigungsposition o.ä. bringen, das steht mir und auch anderen hier nicht zu.

Trotzdem vertrete ich weiterhin meine Meinung, dass AD keine Perspektive sind und ja, ich kenne diese Aussage von vielen anderen Betroffenen (hier im Forum ebenfalls), die da heisst: "Ich habe eine Therapie gemacht, aber die hat nichts geholfen". Die Frage ist doch, warum nicht, woran hat es gelegen und hätte man auch schon nach 3 Therapiesitzungen abbrechen können, anstatt 20, 30 oder noch mehr zu machen? Und was hilft denn? Sind Therapieziele vereinbart worden usw.

AD sind einfach, sind schnell und man kann ggf. problemlos so weitermachen, wie bisher.

Aber da kommt meine weitere Überzeugung, dass die Depressionen, Ängste, was auch immer, ja nicht umsonst da sind im Leben. Und die Frage stellt sich, zu was sind sie da und was wollen sie? Sie wollen Veränderung, sie wollen Aufarbeitung, Konfrontation usw., alles Dinge, die u.U. große Angst machen und ja, ich kann das schon alles verstehen, was dahinter steht in Sachen berufliche Laufbahn, Studium, Familie usw. aber genau DAS WOLLEN ja die psych. Probleme, denn es gäbe sonst keinen einzigen Grund, warum Du darüber nachdenken solltest und auch würdest.

Ohne Drama keine Veränderung.

Gut, hier aber ein Break und vielleicht ist Dir das auch alles klar soweit, sollte "nur" als Erklärung dienen, warum ich so provokant in meiner Erstnachricht geantwortet hatte.

Zum Zustand Deines Nervensystems kann Dir vermutlich hier niemand eine seriöse Aussage geben. Der Gegenbeweis, dass es vom AD kommt, wäre ja, wenn Du es absetzt und sich Blutdruck und/oder andere Probleme wieder normalisieren. Und Ärzte (dazu zähle ich auch Psychologinnen) haben laut einer Studie nur max. 5 Präperate bzw. Wirkstoffe im Kopf, über die sie echtes Wissen haben, d.h., auch sagen können, wie die wahrscheinlichsten Nebenwirkungen sind bzw. überhaupt sagen können, wie es wirkt oder abzielt. Soviel dazu.
Auch wenn es nochmal Aufwand und Versuche benötigen würde, gäbe es ja die Möglichkeit, nochmals das Präparat zu wechseln. Denn auch wie Serthralinn schon schrieb, halte ich z.B. Escitalopram für SEHR wirksam und mit deutlich weniger Nebenwirkungen, auch was das Ein- und Ausschleichen betrifft.
Aber das wäre eher eine Entscheidung, die Du mit dem vertrauten Arzt treffen musst und weniger hier im Forum.

#6


J
Hallo!

Ich habe ja schon einmal diese 25-Therapiestunden gemacht und danach eben die Probestunden. Für meine Probleme soll ich zu einem Therapeuten, der sich darauf spezialisiert hat. Es geht auch um Probleme mit dem Körper. Es gibt hier in meiner Nähe keinen Spezialisten, nur in der nächsten Großstadt. Ich kann es mir aber nicht leisten regelmäßig dorthin zu fahren. Und die Kasse übernimmt die Fahrtkosten nicht, ich habe das mal versucht. Und gerade weil die Therapeuten mit meinem Problem nicht viel anfangen können oder sich überfordert fühlen, schicken die mich weg.
Sollte ich einen Studienplatz für Medizin bekommen, wo ich mich beworben habe, hoffe ich an der Uni Hilfe zu bekommen. Mehr kann ich nicht tun, versucht habe ich sehr viel. Ich kann gar nicht sagen bei wie vielen Therapeuten ich schon war.

Ich habe auch Verhaltenstherapie gemacht, aber geholfen hat das rein gar nichts.

Ich nehme nun Sertralin und hoffe, daß es damit besser wird. Citalopram habe ich schon einmal bekommen, aber davon habe ich zugenommen und da ich unter anderem auch unter Essstörungen leide, ist das ein No-Go und kommt somit nicht in Frage.

LG Jess

#7


S
Ich hatte heute ein Gespräch mit meinem Chef und war dank sertralin so selbstbewusst wie nie zuvor.

Von wegen Antidepressiva helfen nicht und lösen keine Probleme. Sie helfen hervorragend.

#8


HeikoEN
Ja hervorragend und die kommenden Gespräche?

Da gibt es bestimmt noch deutlich wirksamere Wirkstoffe, die einen in ungeahnte Selbstbewusstseinshöhen fliegen lassen...

#9


J
Heute ist mein erster Tag wo ich nur Sertralin nehme, 50 mg. Mal sehen ob das reicht oder ob ich höher gehen muß. Ich will diese miesen Panikattacken nie wieder haben. Ich will leben und nicht so was.
Ich muß Serthralinn da Recht geben, denn Antidepressiva sind zwar heftige Medis, aber sie helfen einem wieder am Leben Teil zu haben und das ist doch schon einmal das, was wirklich zählt Smile.

#10


HeikoEN
Es steht doch außer Frage, dass diese Medikamente (welche auch immer) hochwirksam sind. Dafür sind sie da.

Nur die Gefahren sind für mich offensichtlich. Sie sind so einfach, schnell und machen keine Probleme (von der Problematik das richtige Präparat zu finden, mal abgesehen).

Aber was dann?

Und genau an dieser Frage kann ich so gar nicht dem folgen, was hier offenbar propagiert wird.

Denn die Schwere der Depressionen und Angsterkrankung macht es doch klar und offensichtlich. Es ist eine Reaktion des Betroffenen gefordert. Und alles, wirklich alles, was nur die Symptome lindert, ist nur eine Verschiebung auf spätere Zeiten (ggf. mit der Konsequenz einer noch stärkeren Symptomatik!)

Und na klar, kann ich vom Prinzip her unendlich die Dosis erhöhen und weiter diese Medikamente nehmen. Nur die Auswirkungen dürften dramatisch und heftig werden, spätestens dann, wenn der Wirkstoff nicht mehr wirkt (und das ist die Regel, man nennt das auch "stumpf" werden) oder wenn man das Medikament absetzt. Dann ist es vorbei mit Selbstbewusstsein & Co. und man hängt in deutlich größeren Problemen als vorher.

Es ist vom Prinzip her wie bei körperlichen Erkrankungen. Reagiert man nicht auf die Rückenschmerzen in welcher Form auch immer, ist der Bandscheibenvorfall da und es geht nichts mehr. Reagiert man nicht auf die Hustenanfälle, raucht weiter etc., ist der Lungenkrebs da, um mal ein drastisches Beispiel zu nehmen.

Die Medikamente helfen, genau DAS Leben weiter zu leben, welches aber genau zu den Depressionen und Angstzuständen geführt hat.

Und nun die Frage!
Will die Psyche das denn?
Wofür sind denn die Depressionen und Ängste sonst da?
Einfach so?
Angeflogen?
Schicksal?

Nichts ist ohne Grund, auch Depris und/oder Ängste nicht.

Und die Tatsache, dass es heute wirksame Dro. gibt (denn nichts anderes ist das ja), die so betäuben können, dass die Symptome nicht mehr wahrgenommen werden, bedeutet nicht, dass das Problem damit weg ist.

Daher würde ich, rein persönlich, den Fokus weniger auf das Auswendiglernen und Disktutieren von Medikamentennamen und Wirkstoffdosen legen, sondern mehr darauf, wo mögliche Ursachen liegen könnten, alternative Therapieformen, Möglichkeiten der Selbsthilfe und -unterstützung, Biographiearbeit, Wissensanhäufung inkl. Austausch mit anderen Betroffenen darüber usw.

Verstehe Du/Ihr mich bitte richtig. Ich bin nicht auf dem Feldzug gegen Medikamente und jeder hier ist für sich selber verantwortlich, aber ich habe ein wenig den Eindruck, als wenn die o.g. Zusammenhänge ein wenig ins Hintertreffen geraten und vielleicht nicht (mehr?) so offensichtlich sind!?!

#11


S
Jein. Antidepressiva sind Hilfsmittel. Das leben muss man schon selbst gestalten.

An Wirkung verloren haben sie bei mir nie.

#12


HeikoEN
Zitat von Serthralinn:
Jein. Antidepressiva sind Hilfsmittel. Das leben muss man schon selbst gestalten.

Und wenn das Leben Grund für die Depressionen und Ängste sind und damit wiederum Grund für die Medikamente?

Meine o.g. Aussagen beziehen sich NICHT auf die Gestaltung des eigenen Lebens.

Zitat von Serthralinn:
An Wirkung verloren haben sie bei mir nie.

Nur eine Frage der Zeit...

#13


S
Ich nehm es jetzt fast 13 Jahre. ....

Wie das Leben der Grund?
Ich kenne die Gründe meiner Krankheit.

#14


HeikoEN
Zitat von Serthralinn:
Ich nehm es jetzt fast 13 Jahre. ....

Das erklärt alles.

#15


S
Aha. Du weißt aber schon dass Medikamente eine Besserung oft erst möglich machen ?

Also ich hab früher Fluoxetin genommen . Wirklich gut geht es mir erst seit sertralin.

#16


HeikoEN
Zitat von Serthralinn:
Aha. Du weißt aber schon dass Medikamente eine Besserung oft erst möglich machen ?

Besserung in welchem Sinne?

Im Sinne der Lösung des Problems oder im Sinne, das Leben so weiterzumachen, wie bislang, was genau zu den Problemen geführt hat?

#17

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S
Keine Medikamente zu nehmen hat nur dazu geführt , dass es immer schlimmer wurde.

Zu glauben alles ändern zu können, halte ich für sehr gewagt.

Das ist etwa so , wie wenn man einem schwer depressiven Sport als Lösung vorschlägt.

#18


HeikoEN
Einem Krebskranken vorzuschlagen mit dem Rauchen aufzuhören, ist genau so fragwürdig.

Ich bin überzeugt davon, dass sich sämtliche psych. Erkrankungen ankündigen (in welcher Form auch immer) und nicht plötzlich am nächsten Morgen da sind.

Die Fragen sind, WAS hat dazu geführt...

Und die Tatsache, dass die Schulmedizin außer Tabletten in jeglicher Form zu verabreichen und einen in die x-te Verhaltenstherapie zu schicken (nur um REINE und ausschließliche Symptombekämpfung zu betreiben), keine anderen Lösungsansätze hat, heisst auch nicht, dass es keine Lösung gibt.

Wer damit zufrieden ist und darin auch eine Lebensperspektive sieht, bitteschön.

#19


K
@Heiko
Zitat:
Die Fragen sind, WAS hat dazu geführt...

Die ist nur ein Teil der Fragen. Die andere Teil der Fragen ist, was man jetzt machen kann.

Du wirfst nur Fragen auf und kritisiert und tust so als wären die Antworten für die meisten Leute zu erreichen. Als könnte man sich eine Lösung herbeidenken.

Ich kann deinen Frust verstehen, aber ich denke, dass du selbst keine Antworten auf deine Fragen hast und sie deshalb an andere weiterreichen willst.
Wird nicht funktionieren.

#20


A


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Dr. med. Andreas Schöpf
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