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Hallo meine Lieben,

weil ich an Dysthymie und sozialer Angststörung leide, nehme ich seit ca. 10 Wochen 50mg Sertralin (SSRI) ein. Es wirkt soweit auch ganz passabel, sowohl gegen die Angststörung als auch gegen die Dysthymie, allerdings quälen mich ein paar sehr blöde "Nebenwirkungen":

# Zombifikation (abgeflachte Emotionen, Anhedonie, Apathie, Gleichgültigkeit) => Es könnte gerade mein Haus in Flammen stehen, die Polizei bei mir die Tür einbrechen und die Firma mir kündigen, mir wäre es sowas von egal, so nach dem Motto: "mehh, von mir aus. whatever".

# Libidoverlust: SSRIs scheinen mich wohl geschlechtslos zu machen. Einmal die Woche ist schon viel, hab einfach keine Lust, kein Verlangen.

Ansonsten noch Hitzewallungen, Schlaflosigkeit (Insomnia) und Appetitverlust/Gewichtsverlust.
Mit den letzteren beiden könnte ich leben, aber Zombifikation und sexuelle Störungen belasten mich doch sehr.

Welche Alternativen gibt es denn zu SSRIs, die keine sexuellen Störungen und keine Zombifikation verursachen?

Danke für alle Ratschläge und viele Grüße,
NNorim

04.06.2017 03:02 • 05.06.2017 #1


7 Antworten ↓


Alles nicht medikamentöse. Da du selbst gut beschreiben weißt, was in deinem Körper vorgeht nach der Einnahme, weißt du auch wie begrenzt und auch schädlich ihre Wirkung ist.

Versuch mal Johanneskrauttabletten. Du musst sie längere Zeit nehmen, aber sie entfalten ihre Wirkung positiv und nutzbringend.

04.06.2017 06:30 • #2



Antidepressiva ohne Libidoverlust und Zombifikation

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ich leide auch an dysthymie und soz. angststörung. nehme ebenfalss sertralin seit 14 tagen. die gleichgültigkeit und den libidoverlust kann ich bestätigen. alle medikamentösen alternativen habe ich ausprobiert. diese ohne libidoverlust wirken bei mir nicht und wenn etwas wirkt, dann bin ich empathielos und geschlechtslos. mein psychiater hat vorgeschlagen, dass wir es im laufe des sommers mal mit milnacipran probieren könnten. er will dazu aber noch erfahrungswerte von kollegen einholen, da es in deutschland erst seit 2016 auf dem markt ist. es soll jedenfalls weniger sexuelle nebenwirkungen verursachen als ssri.

04.06.2017 08:38 • #3


Kleine Anmerkung. Johanniskraut zählt mittlerweile zu den anerkannten medikamentösen Therapien bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden. Ein nicht zu unterschätzendes Nebenwirkungsprofil besteht leider auch. Bei Sertralin sind Schlafstörungen häufig, das es ein stark antrieb steigerndes Ad ist. Wie machen sich bei dir die Schlafstörungen genau bemerkbar?

04.06.2017 08:46 • #4


Bei mir wirken auch SNRI absolut libidotötend, habe als Alternative zu SSRI Duloxetin. Selbes Problem. Milnacipran ebenso.
Als nicht- libidokillend gilt Trazodon. Das finde ich aber wiederum noch mehr "zombifizierend".

Extreme Schlafstörungen habe ich auch. Ich habe eine lange "Medi-Karriere" hinter mir, auch diverse Therapien.
Ich komme immer mehr weg von der Pharmakotherapie, zumindest bzgl der Angst- und Panikstörungen. Nur bei einer schweren depressiven Episode bleibt kaum eine Alternative.

04.06.2017 09:42 • #5


Zitat von electrocution:
ich leide auch an dysthymie und soz. angststörung. nehme ebenfalss sertralin seit 14 tagen. die gleichgültigkeit und den libidoverlust kann ich bestätigen. alle medikamentösen alternativen habe ich ausprobiert. diese ohne libidoverlust wirken bei mir nicht und wenn etwas wirkt, dann bin ich empathielos und geschlechtslos.


Das ist ärgerlich.

Zitat von Acanthurus:
Wie machen sich bei dir die Schlafstörungen genau bemerkbar?

Erstmal fühle ich mich nie richtig müde. Ich schlafe zwar ein, aber der Schlaf ist flach und ich wache nachts x-mal auf und wälze mich hin und her. Der Schlaf fühlt sich auch nicht erholsam an und tagsüber fühle ich mich etwas "benommen"...

04.06.2017 17:32 • #6


Hat denn hier jemand Bupropion bzw. die Kombi Bupropion + Mirtazapin ausprobiert?
Führen diese beiden ebenfalls zu Zombifikation und sexuellen Störungen?

04.06.2017 17:44 • #7


bupropion habe ich ein einige male getestet. gegen angst wirkt es nicht und die dysthymie blieb unverändert. aber es kam nicht zum libidoverlust oder zur orgasmusverzögerung. es verbesserte eher das orgasmusgefühl. schlafen war auch schwieriger darunter. in der kombination mit mirtazapin habe ich es nicht probiert, da ich zweiteres bisher immer gemieden habe, weil ich nicht zunehmen wollte.

05.06.2017 07:02 • x 1 #8




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Dr. med. Andreas Schöpf