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Hallo!
Somit beginne ich auch mit meinem Problem, welches ich seit 3 Tagen habe.
Wie oben angedeutet, habe ich "Venlafaxin" ordentlich ausschleichen lassen und nun, da ich keine Tablette mehr nehme, kommen diese sogenannten "Brain Zapps", welche sehr unangenehm sind. Das sind diese "Blitze" im Kopf, welche ich auch zischen höre. Am häufigsten treten diese auf, so bald ich den Kopf drehe. Aber auch sonst bei schon geringer Belastung quälen mich diese "Zapps"!
Hat von euch jemand schon "Venlafaxin" abgesetzt und kann mir sagen, was man zur Abschwächung dieser Unangenehmen Erscheinungen tun kann? Eine andere Frage beschäftigt mich deshalb auch. Wie lange muss ich mit den Enzugssymptomen rechnen, bis meine Biochemie wieder auf natürliche Art und Weise funktioniert?

03.08.2014 18:19 • 13.05.2020 #1


19 Antworten ↓


Ich musste das mal auf Grund von schlechten Leber Werten, von einen auf den anderen Tag absetzten, und hatte überhaupt gar keine Probleme, im Gegenteil es ging mir sogar noch drei Monate sehr gut, das was du da hast wird vielleicht ausgelöst durch die Angst vor den Absetzerscheinungen, und den Verspannungen die diese Angst auslöst.

03.08.2014 19:32 • #2



Absetzerscheinungen nach ausschleichen von Venlafaxin

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Hallo MADMANN!
Ne ne, ich habe diese Zuckungen im Kopf und bilde mir das nicht ein. Diese Symptome setzten nach zwei Tagen Abstinenz ein und halten nach wie vor an. Nur wenn ich ruhig liege und entspanne, dann habe ich im großen und ganzen Ruhe davor. Das ist wirklich ein Zischen im Kopf und es fühlt sich an, als wenn jemand Strom in meinem Kopf leitet. Man kann es so schlecht beschreiben. Vielleicht ist es ja von Mensch zu Mensch verschieden ausgeprägt. Habe noch vergessen zu erwähnen, das ich Antidepressiva seit 2006 einnehme bzw. eingenommen habe. Selbst meine Psychiaterin hat erwähnt, das dieses unangenehme "Absetzsyndrom" mit Sicherheit auftreten wird und sie hatte Recht. Natürlich weis ich auch, das diese Andockpunkte des Serotonins erst wieder eine Zeit brauchen um zur "Tagesordnung" über zu gehen. Ich wollte ja nur wissen, wie man dieses Symptom abschwächen kann, in der Zeit, wo es auftritt. Lies dir bitte mal durch, was "Wikipedia" dazu sagt: LINK: http://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-Abset ... m#Symptome

Ich bin ja schon froh, das nicht alle Symptome bei mir auftreten, aber diese "Stromschläge" sind schon sehr unangenehm.

03.08.2014 19:54 • #3


kyra96
Hi Olaf.
Ich hatte auch diese Blitze und Zucken im Kopf beim Absetzen von Citalopram. Ich bin in sehr kleinen Schritten runter von dem Zeug. Aber die Entzugserscheinungen waren trotzdem da.
Bei mir war alles nach ca 4 Wochen verschwunden.
Set Dich nicht unter Druck und vlt lässt Du Dich die ersten 2 Wochen lieber krank schreiben. Mein Doc hat mit mir damals geschimpft dass ich mir keinen "gelben" geholt habe. Hab die Pillen mit dem Psychologen ausschleichen lassen.
Es wird besser. Glaub mir. Da merkt man erst was das Zeug mit dem Körper angestellt hat.

03.08.2014 20:33 • #4


Ich meinte auch nicht das du dir etwas einbildest, Symptome durch Verspannungen sind ja real,
wenn es so ist wie deine Ärztin sagt, wird es mit der Zeit bestimmt immer weniger, und dann ganz verschwinden, du siehst ja das du es durch Entspannte Haltung, auch verbessern kannst.

Solange wie du hatte ich das auch nicht genommen, vielleicht ein halbes Jahr.

Sorry wegen deinem Link, ich lese sowas nicht.

03.08.2014 20:40 • #5


kyra96
Ich hatte damals im Netz ein Formular entdeckt wo man täglich die Entzugserscheinungen ankreuzen konnte. Leider weiß ich die Seite nicht mehr... das hat dem Psychologen und auch mir geholfen zu sehen dass es aufwärts geht.
Musst mal googeln.
Kopf hoch. Ich fand die Blitze von allem am Schlimmsten.

03.08.2014 20:47 • #6


Danke Kyra, ich werde bei Gelegenheit mal danach suchen.
Heute auf Arbeit hatte ich zu den Blitzen auch noch eine Hitzewelle, das ich dachte ich hätte Dumboohren. Das ging so ungefähr zwei Stunden und dann war es verschwunden. Aber nun weis ich, das mein Körper sich anstrengt, wieder die Oberhand zu gewinnen.
Man bedenke, vor ein, zwei Jahren hätte ich bei diesen Beschwerden gedacht, ich sterbe.

@MADMAN
Entschuldige bitte, ich konnte leider nicht wissen, das du so etwas nicht liest. Ich wollte es dir und mir nur einfacher machen, zu verstehen, worum es dabei geht. Sorry!

04.08.2014 19:42 • #7


kyra96
Gefunden. ...

www.antidepressiva-absetzen.de

Da ist ein 5 Stufen Plan und auch das Formular wenn du auf die einzelnen Stufen klickst.
Mir hat es damals sehr geholfen. ..

04.08.2014 19:50 • x 1 #8


Zitat von Olaf:
@MADMAN
Entschuldige bitte, ich konnte leider nicht wissen, das du so etwas nicht liest. Ich wollte es dir und mir nur einfacher machen, zu verstehen, worum es dabei geht. Sorry!


Kein Grund dich zu entschuldigen, wollte dich bloß wissen lassen, warum ich darauf nicht eingehe.

04.08.2014 19:56 • #9


kyra96
Olaf, wie geht es Dir?
Der Plan ist super und man findet viele Entzugserscheinungen wieder.
Hoffe, ich konnte damit helfen.
Alles Gute weiterhin, und denk dran, es wird jeden Tag besser

06.08.2014 13:08 • #10


Hallo Kyra96!
Vielen, lieben Dank dafür. Ich habe mir die Symptomseite ausgedruckt und vergleiche nun meine Symptome mit denen, welche auf der Seite zu finden sind. Dabei stelle ich fest, das einiges davon für mich in Frage kommt.
Ich habe fast gar kein "Blitzezucken" mehr im Kopf, nur ab und zu, wenn ich etwas aufgeregt bin, oder ich irgendwelchen Stress habe, aber ansonsten geht es bergauf!
Ich gehe alles etwas ruhiger an, dann merke ich so gut wie gar nicht mehr, dass ich mal Pillen genommen habe.

06.08.2014 21:46 • #11


kyra96
Das freut mich Olaf, bei wurde es nach 2 Wochen besser und nach insgesamt nach 4 Wochen war alles vorbei.
Schon verrückt, was so kleine "Helferlein" mit einem anstellen können.
Ich möchte sie so auch nie wieder nehmen.
Es geht auch ohne
Nur für den absoluten Notfall hab ich mir heute Tavor aufschreiben lassen, weil ich in Urlaub fliege...besser ist das

07.08.2014 19:02 • #12


Guten Abend!
Ich freue mich außerordentlich, euch mitzuteilen, dass ich mit den Entzugssymptomen fast durch bin. Die Blitze haben ihre Kraft verloren und treten nur noch ganz selten mal auf. Es ist so ein Gefühl, als wenn ein Gewitter abzieht. Die Müdigkeit hält sich auch in Grenzen, nur auf das vollständig verschwundene Libido warte ich noch sehnsüchtig. Hoffentlich bleibe ich kein Mönch!
Ansonsten geht es mir gut, soweit.

11.08.2014 19:51 • #13


Tahoe
Hallo liebe Leidensgenossen,
ich nehme jetzt auch seit 3 Jahren Venlafaxin 75mg und bin es gerade mit Hilfe vom Doc.am ausschleichen....mir kommen eine Menge Eurer Symptome bekannt vor.Meine grösste Sorge ist aber mein Bluthochdruck.
Ich bin mir sicher das er von dem Medikament kommt auch wenn ich nur eine kleine Dosis genommen habe.Als ich mein Arzt darauf angesprochen habe meinte er zwar das kann nicht sein und dann wiederum meinte er man sollte das Medikament jetzt mal ausschleichen...3 Jahre wären lange genug gewesen.Ich bin mir sicher er wollte es nicht offen zugeben das mein BD so hoch ist durch das Medik.Meine Werte waren bei der 24 STD Messung 150-160/100
Ich bin jetzt bei 12,5 mg.angekommen mit der Kügelchenmethode.Was glaubt ihr,wie lange kann es dauern bis sich auch der Blutdruck normaliesiert.Ich will nicht schon wieder irgendwelche Chemikeulen schlucken um ihn runter zu kriegen.Hab natürlich Angst aber auch die Hoffnung das sich alles normalisiert mit der Zeit.Irgendwie kann mir keiner darauf eine Anwort geben..weder mein Apotheker noch mein Doc....für die ist das ja eh alles nur Einbildung habe ich im Gefühl.Hat jemand vielleicht eine Ahnung oder kennt jemamanden mit dem selben Problem?
P.S Ich hoffe für uns alle,dass der Spuk bald vorbei ist.lg

23.09.2014 17:49 • #14


Hallo Olaf!

Ich bin auch ein Venlafaxin-Opfer. Ich habe 225 mg bekommen und habe das körperlich nicht vertragen. Ich habe davon Herzrasen, hohen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Darmblutungen bekommen. Das Ausschleichen war die Hölle auf Erden! Meine beiden Ärzte wollten mir das nicht glaube, daß man so heftig unter Entzug leiden kann. Ich nenne das Entzug. Ich hatte diese miesen Brainzaps auch, genau wie Du und extrem unangenehm. Wenn ich zu schnell ausgeschlichen habe kamen dann aber noch plötzlich einsetzende Heulkrämpfe, heftigste Übelkeit und Wut-und Aggressionsanfälle. Ich war kein Mensch mehr.
Ich habe dann bei www.adfd.org Hilfe bekommen und konnte mich da auch Austauschen wie es sich mit den Symptomen verhält.

Wie schnell hast Du denn ausgeschlichen? Ich selber brauchte ein Dreivierteljahr! um das Zeug auszuschleichen! Ich habe nachher mit der Kügelchenzählmethode ausgeschlichen und so ging es viel besser. Man muß zwar gute Augen haben und die kleinen Kügelchen in der Kapsel zählen und jeden zweiten Tag eine kleine Kugel weniger nehmen, aber so konnte ich die schlimmen Zaps usw vermeiden.

Mußt Du denn wieder ein AD bekommen? Ich habe die Ärztin gewechselt und sie hat mir gesagt, daß ich unnötig leiden mußte. Ab einer gewissen Dosis kann man das eine AD ausschleichen und in geringer Dosis ein anderes AD einschleichen. So kann man Entzugserscheinungen auch lindern.

Wenn Du nun gar nichts mehr nehmen willst, dann liegt es an Deinem Körper wie lange Du an den Zaps leiden wirst. Jeder reagiert anders. Bei manchen ist das nach ein-bis zwei Wochen weg, bei anderen dauert es Monate. Es kann sogar vorkommen, daß man beschwerdefrei ist und ganz plötzlich kommen diese Absetzerscheinungen wieder, halten ein paar Tage an und verschwinden wieder. Seit dem Venlafaxin habe ich mich mit dem Ausschleichen sehr beschäftigt und informiert.

Ich rate Dir deswegen mal bei www.adfd.org quer zu lesen oder dort selber eine Frage zu stellen. Venlafaxin ist ein Teufelszeug beim Ausschleichen.

Alles Gute und schnelle Besserung bei den miesen Zaps!
Aber glaub mir, ich habe selber schwer darunter gelitten, die Zaps bei Kopfdrehungen gehabt und ganz heftig und diese auch im Ohr gehört. Und jetzt habe ich das nicht mehr .

Kopf hoch! Alles Gute von Jess

23.09.2014 20:25 • #15


Hallo Tahoe!

Ich hatte das auch wie Du, wie Du vielleicht schon gelesen hast. Ich habe einen RR von 180/110 gehabt, dazu aber noch Herzrhythmusstörungen. Ich habe sehr lange für das Ausschleichen gebraucht, auch mit der Kügelchenmethode. Ich habe mir aber einen Betablocker verschreiben lassen, weil mich diese Herzaussetzer sehr stark belastet haben. Mir war regelmäßig sehr schwindelig und beim Auto fahren ist das ja ein no-go. Deswegen habe ich den Betablocker bekommen.

Ich lebe jetzt seit Februar diesen Jahres ganz ohne Venlafaxin. Als ich bei 6 mg war habe ich nebenbei Cymbalta eingeschlichen. Weil ich das mit dem Herzen dann wieder so heftig hatte, habe ich die letzten 6,. mg einfach weggelassen und es ist nichts passiert. Da meine Grunderkrankung wieder aufgetreten ist, also die PA, nehme ich wieder ein AD. Wieder Cymbalta.
Mein Blutdruck ist seit Januar 2014 wieder normal und die ES sind auch weitestgehend weg. Ich nehme auch keinen Betablocker mehr, nur noch bei Bedarf. Manchmal geht der Blutdruck noch hoch, oder das Herz schlägt schnell, dann nehme ich noch den Betablocker. Aber halt nicht mehr regelmäßig.

Jeder Körper ist ja anders, aber bei mir ist der Blutdruck nach einem halben Jahr ohne Venla wieder OK. Schon als ich bei etwa 25 mg war, war der Blutdruck viel besser und teils normal.

Gute Besserung wünscht Dir Jess

23.09.2014 20:34 • #16


Tahoe
Hallo Jess-Phillip.....
vielen lieben Dank für Deine Antwort,dass was du schreibst war sehr hilfreich für mich.....vor allem aber der Link (http://www.adfd.org) im oberen Beitrag.
Sobald ich morgen Zeit habe,werde ich mir diese Seite mal genau durchlesen.Danke für diesen Tipp an uns.
Es gibt Tage da bereue ich meine Entscheidung nicht das ich mir damals hab helfen lassen mit Venlafaxin,aber es gibt auch Momente wo ich mich frage,hätte es nicht auch einen anderen Weg gegeben.Ich habe zwei mal die Tagesklinik besucht für 10 Wochen und ich habe im Anschluss auch eine Gesprächstherapie gemacht.
Das schlimme ist,man findet bei den Ärzten nicht wirklich ein offenes Ohr.Ich glaube die meisten Ärzte wissen gar nicht wie es wirklich in uns aussieht vor mit oder nach diesen Zeug.Ich finde es gut das es solche Foren gibt wo man sich unter Gleichgesinnten austauschen kann.Mir hat mal ein Arzt damals gesagt,leider gibt es Ihn nicht mehr....sowas kann nur einer Verstehen der sich damit auskennt,also ein Mediziner oder einer der es selber hat !
Ich wäre nur manchmal froh, ich würde fühlen,denken und das Leben geniessen können wie jeder Andere der gesund ist.Denn eines ist sicher,mit unserer Krankheit geht viel Lebensqualität verloren.

wie heißt es so schön:Köpfchen nach oben damit das Krönchen nicht fällt......was uns nicht umhaut macht uns stark.

23.09.2014 21:30 • #17


Hallo Tahoe!

Ich würde auch gerne wieder normal leben, wie alle anderen und so, wie es mir früher selber ging. Diese Panikattacken und diese Angst vor dem Tod ist schon wirklich heftig, das beeinträchtigt das Leben schon sehr.
Ich bin nicht gegen AD, mir geht es mit ihnen ja besser als ohne. Es ist nur so, daß viele Ärzte es nicht glauben wollen, daß man das Zeug eben nicht so schnell ausschleichen kann, wie die einem das weismachen wollen. Ich war anfangs in einer Gemeinschaftspraxis und beide Ärzte wollten mir nicht glauben, daß ich unter dem Entzug leiden kann. Die haben mir nur Tavor verschrieben und meinten, ich hätte eine lang andauernde PA. Dabei muß ich ja wohl selber wissen ob ich gerade ne PA hab oder nicht. Die wollten mir nicht mal glauben, daß alle Entzugserscheinungen binnen einer Stunde weg waren, sobald ich das Venlafaxin genommen habe.

Erst der Wechsel zu einer anderen Ärztin brachte Verständnis dafür auf.

Ich drücke Dir die Damen, daß es schnell besser wird!

LG Jess

25.09.2014 19:36 • #18


12.05.2020 23:47 • #19


cube_melon
Zitat von Nnik1998:
Weiß einer was kurzfristig hilft?

Ja, geh zu dem Arzt der dir das verschrieben hat und berichte ihm darüber das Du beide Medis abrupt abgesetzt hast,.

13.05.2020 07:29 • #20



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