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soleil

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Fragt man 100 Menschen, was Liebe ist, hört man 100 verschiedene Meinungen und oft auch, was Liebe nicht ist. Aber was steckt hinter dem Wort Liebe? Wann liebt man? Und wann nicht?
Wie definiert ihr Liebe?
Welchen Stellenwert hat sie in eurem Leben?
Wenn oder was liebt ihr und warum?
Und fühlt ihr euch geliebt von einem, von mehreren Menschen?

Bin auf eure Antworten gespannt.

15.08.2019 09:03 • 16.08.2019 x 3 #1


41 Antworten ↓


Gobbus


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Es gibt viele verschiedene Arten der Liebe. Ich denke du meinst die romantische Liebe.
Diese ist erstaunlicher Weise ein Konzept der Neuzeit, daher noch garnicht so alt.
Für mich ist es ein schönes Gefühl, aber es verwandelt mich in einen Idioten und ist schmerzhaft, wenn sie nicht erweitert wird.
Also ich bin kein Dann davon.

15.08.2019 09:12 • x 1 #2


juwi

juwi


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Geborgenheit, Zusammenhalt, Gemeinsamkeiten und tief empfundener gegenseitiger Respekt machen für mich Liebe aus. In der Theorie. Praktisch durfte ich sie nie erfahren.

15.08.2019 09:16 • x 1 #3


soleil

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Zitat von Gobbus:
Es gibt viele verschiedene Arten der Liebe. Ich denke du meinst die romantische Liebe.

Ich meine nicht nur die romantische Liebe. Liebe überhaupt.
Ich empfinde Liebe z. B. auch für meine Katze oder für Menschen, die mir nahe stehen.
Liebe ist allumfassend.
Zitat von Gobbus:
Für mich ist es ein schönes Gefühl, aber es verwandelt mich in einen Idioten und ist schmerzhaft, wenn sie nicht erweitert wird.

Ist das nicht eher das - verliebt sein - ? Was etwas ganz anderes darstellt als die Liebe an sich.

15.08.2019 09:18 • #4


Hotin

Hotin


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Die verschiedenen Meinungen hört man vermutlich deswegen, weil das Wort "Liebe"
eine Gruppe von Gefühlen beschreibt bei denen es darum geht, sich in der Nähe anderer Menschen
besonders wohl zu fühlen. Weil man sich verstanden fühlt, akzeptiert fühlt.

Dabei sehe ich es so, dass jemanden zu lieben, überwiegend eine völlig einseitige Beurteilung einer Person
und Verbindung ist. Viel Mißverständnisse entstehen dadurch in Beziehungen.
Das heißt ich kann jemanden lieben, ohne dass sie/er etwas Ähnliches für mich empfindet.
Erst wenn beide Gegenüber das Gefühl von Liebe empfinden, kann daraus eine sehr stabile Verbindung entstehen.

Wie wenig dauerhaft und beständig das Gefühl von "Liebe" ist, wissen alle diejenigen,
die in jahrelangen Ehen und Partnerschaften leben. In diesen Verbindungen gibt es immer
wieder Phasen, in denen man glaubt, die Liebe ist weg.
Glücklicherweise kommen die Gefühle der Liebe meistens wieder zum Vorschein.

15.08.2019 10:55 • x 2 #5


soleil

soleil


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Gerade bei der partnerschaftlichen Liebe habe ich da so eine Überlegung:
Liebe ist ein Grundbedürfnis von uns Menschen. Wir alle verspüren das Verlangen nach Liebe und all den schönen Dingen, die eine Beziehung uns bringt: Zweisamkeit, Zärtlichkeit, Nähe, Wertschätzung und das Gefühl "gesehen" zu werden (also wahrgenommen zu werden) . Dieses Bedürfnis ist von Natur aus in uns verankert und wird durch unsere Gesellschaft und das vorgelebte Bild von Menschen in Beziehungen noch weiter verstärkt.
Wir sehnen uns danach, unsere Bedürfnisse gestillt zu bekommen und über kurz oder lang eine Beziehung mit einem Menschen zu führen, mit dem wir all dies erreichen können.
Aber ist es nicht so, dass gerade dann, wenn man sich so sehr nach diesem Bedürfnis sehnt, es häufig geschieht, dass man das Gefühl wahrer Liebe mit einer Projektion verwechselt? Einer Projektion seiner Bedürfnisse auf andere Menschen.

15.08.2019 11:17 • x 1 #6


Gobbus


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Zitat von soleil:
Aber ist es nicht so, dass gerade dann, wenn man sich so sehr nach diesem Bedürfnis sehnt, es häufig geschieht, dass man das Gefühl wahrer Liebe mit einer Projektion verwechselt? Einer Projektion seiner Bedürfnisse auf andere Menschen.

Also wenn du Liebe im Allgemeinen meinst, dann nein.
Ich liebe zum Beispiel meine Nichten, da Kinder einem so uneingeschränkt liebe entgegenbringen und sie über einen Freuen, da geht einem das Herz auf.
Ich liebe die mache Menschen auch für Dinge die sie sagen, die ich auch so empfinde, da ich mich dann verstanden fühle.
Ich liebe aber auch zum Beispiel meine Arbeit, oder ein gutes Steak und wenn ich Freunde zum Essen einladen, liebe ich es mit ihnen etwas schönes teilen zu können.
Das Wort Liebe an sich hat viele Bedeutungen und alle sind richtig.
Es ist das Gefühl einer leidenschaftlichen Zuneigung zu etwas oder jemanden.
Das "verliebt" sein unterscheidet sich da, weil es mehr eine Bessessenheit ist.
Daher mag ich auch die ehrliche aufrichtige Liebe, aber bin gespalten über das verliebt sein.

15.08.2019 11:28 • x 4 #7


NIEaufgeben

NIEaufgeben


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Die wahre liebe für mich ist mein Mann..weil wir zwei einfach ein perfektes eins sind....und meine Kinder...das ist meine ganze Welt..

15.08.2019 11:36 • x 1 #8


soleil

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Mit der Projektion meinte ich die partnerschaftliche Beziehung.
Zitat von Gobbus:
Ich liebe zum Beispiel meine Nichten, da Kinder einem so uneingeschränkt liebe entgegenbringen und sie über einen Freuen, da geht einem das Herz auf.
Ich liebe die mache Menschen auch für Dinge die sie sagen, die ich auch so empfinde, da ich mich dann verstanden fühle.
Ich liebe aber auch zum Beispiel meine Arbeit, oder ein gutes Steak und wenn ich Freunde zum Essen einladen, liebe ich es mit ihnen etwas schönes teilen zu können.
Das Wort Liebe an sich hat viele Bedeutungen und alle sind richtig.
Es ist das Gefühl einer leidenschaftlichen Zuneigung zu etwas oder jemanden.

Gut, dass du das ansprichst. Es gibt eben auch die Liebe, die sich nicht auf den Partner bezieht.
Wie du deine Nichten liebst etc. , liebe ich Tiere schon seit meiner frühesten Kindheit und ganz besonders meine Katze, die schon sehr viele Jahre bei mir ist. Ich liebe empathische, ehrliche Menschen mit einem grossem Mass an Herzenswärme. Auch das ist Liebe. Ich liebe gute Unterhaltungen, gute Bücher und gute Filme.
Das Spektrum wofür man Liebe entwickeln kann ist gross.
Die meisten denken bei dem Wort - Liebe - erst einmal an die Liebe in der Partnerschaft.

Auch die Selbst-Liebe ist wichtig. Ist sie nicht überhaupt Voraussetzung dafür, um eine ehrliche, gegenseitige Liebe in der Partnerschaft leben zu können?

15.08.2019 11:42 • x 2 #9


sun_shine_

sun_shine_


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doch @soleil, nur wenn man sich selbst lieben kann, so kann man auch sein gegenüber lieben.
Ich denke die liebe in einem und mit jemand dies zu teilen ist einfach das größte!

15.08.2019 11:47 • x 1 #10


Bernie1970


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Liebe, egal welcher Art, ordne ich erst mal der Kategorie "Zuneigung" bei.
Unabhängig vom Objekt dem die Zuneigung gilt, unterscheidet sie sich in der Intensität auf einer Skala von "ganz OK" bis "vollumfänglich lebensbestimmend".

Neben diesem Stärkegrad wäre auch die (Aus)Wirkung auf Subjekt und Objekt zu betrachten: Von "sehr negativ bis sehr positiv" für Subjekt oder/und Objekt (sofern letzteres wesenhaft) als auch mittelbar und indirekt Betroffene.
Die "Liebe zum Steak" hat z. B. nachweislich negative Auswirkungen auf nahezu alle "Beteiligten", wirkt jedoch auf den Genießer zumindest kurzfristig positiv.

Und dann wäre da tatsächlich das, was idR Liebe im Volksmund bedeutet: Jene, die (einem) Wesen (!) gilt. Hier wird nie der Körper, der ja realistischerweise aus vorwiegend eher unappetitlichen Teilen besteht, geliebt, sondern das "Gewese" außenrum - eine rein subjektive Kreation, geschaffen aus den geistigen Untiefen Wahrnehmung, Gefühl und Bewertung. Da jene drei Bausteine der Ich-Illusion ständiger Veränderung unterworfen sind, wir uns dessen aber nicht bewusst sind, meinen wir, eine z. B. "zu- oder abnehmende Zuneigung" zu bemerken. In der Tat änder(te) sich jedoch nur die Gemenge der o. g. drei Grundlagen.

Aus diesem Grund sollte man m. E. der oberflächlichen Definition von Emotionen nicht allzu viel Gewicht beimessen.

15.08.2019 16:44 • x 1 #11


soleil

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Zitat von Bernie1970:
Aus diesem Grund sollte man m. E. der oberflächlichen Definition von Emotionen nicht allzu viel Gewicht beimessen.

Das ist die Theorie. Klappt das bei dir auch in der Praxis?

15.08.2019 17:27 • x 2 #12


Möwe19


Liebe bedeutet leider bei vielen Frauen, dass mann Geld hat, gut im Bett ist, ein Auto und nicht krank /behindert. Zumindest meine Erfahrungen in meine Umgebung.

Ich verliebe mich nicht von Aussehen her, oder ob sie Geld / Auto hat.... Ich mag Frauen, die eine schöne beruhigende Stimme haben, lustig, liebevoll, zärtlich, respektvoll und einen respektieren.
In der Liebe, dass mann sich vertrauen kann, gegenseitig immer da ist, sich Freiraum gibt, was schönes unternehmen, zärtlich gegenseitig ist usw. !

15.08.2019 17:35 • x 1 #13


soleil

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Zitat von Möwe19:
Liebe bedeutet leider bei vielen Frauen, dass mann Geld hat, gut im Bett ist, ein Auto und nicht krank /behindert. Zumindest meine Erfahrungen in meine Umgebung.

Da hast du aber leider schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt zum Glück auch andere Frauen, die ihren Fokus auf andere Werte legen. Ich wünsche dir, dass du eine solche Frau kennenlernst.

15.08.2019 17:39 • x 4 #14


Möwe19


Zitat von soleil:
Da hast du aber leider schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt zum Glück auch andere Frauen, die ihren Fokus auf andere Werte legen. Ich wünsche dir, dass du eine solche Frau kennenlernst.


Danke Dir, ich glaube aber nicht mehr daran.

15.08.2019 17:44 • #15


melancholy2

melancholy2


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Toll, so ein Thema wollte ich selbst schon eröffnen, habe mich aber nicht getraut, denn das Thema ist kontrovers. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass beim Thema Liebe es wenig Toleranz gibt, was, ich nenne es mal zu würdigende Liebe ist. Ich denke auch, es gibt viele verschiedene Arten von Liebe.
Ich habe einen Freund, den ich liebe als Lebenspartner, dann gibt es aber noch einen anderen Mann, den ich liebe auf romantische Art, wie in einem anderen Leben, eine andere Realität, in der er mich auch liebt. Ich habe nie mit diesem Mann geredet, bin ihm nie real begegnet, trotzdem liebe ich ihn, sehr stark, von ganzem Herzen. Die Liebe zu ihm und meinem Partner haben nichts miteinander zu tun, konkurrieren auch nicht miteinander.

15.08.2019 18:14 • x 3 #16


Bernie1970


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Zitat von soleil:
Das ist die Theorie. Klappt das bei dir auch in der Praxis?


Wie gut das"klappt" hängt vom Grad der o. g. Einsicht ab. Bei Liebe klappt das bei mir inzwischen bestens, ohne jegliche Reibung. Das Prinzip gilt ja für jegliche Emotion, aber nicht alle Emotionen sind für jeden Menschen gleichwertig zu durchschauen.
Wir beide hatten das Thema ja kürzlich bzgl. Angst. Da geht es für Betroffene u. U. noch deutlich existenzieller zur Sache. Entsprechend mühevoller ist es in einem solchen Fall dann, die abhängige Entstehung zu erkennen.

15.08.2019 18:23 • x 1 #17


soleil

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@Bernie1970
Ja, wir hatten in deinem "Angst-Thread darüber gesprochen.
Theoretisch ist mir die Ich-Illusion auch völlig klar.
Doch bei mir klaffen Theorie und Praxis noch ziemlich weit auseinander.
Ich hafte noch sehr an konditioniertem Verhalten.
Ich wünschte, ich könnte Emotionen in ihrem ganzen Spektrum so gelassen angehen wie du.
Doch ich vermute, bei dir kam dieser "Gelassenheits-Zustand" auch erst nach einigen Jahren Meditation und ausgiebiger Beschäftigung gerade mit der Lehre des Buddhismus, oder?

15.08.2019 18:53 • x 1 #18


Bernie1970


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@soleil

Erst mal: So "gelassen" wie es vielleicht rüberkam, bin ich bei weitem noch nicht - zumindest was Emotionen angeht, die durch Triggerthemen wie Ungerechtigkeit, Egoismus, Gehässigkeit uva. angestoßen werden.
Es stimmt schon, dass Meditation intellektuelle Einsichten vertieft und damit festigt - aber die regelmäßige stille Kontemplation sowie z. B. reflektierender Austausch wie hier im Forum sind nicht zu unterschätzen.
"Was man oft in Gedanken erwägt, dahin neigt sich der Geist". D. h., wenn man sich o. g. Einsicht immer wieder erinnert, sobald man konditioniertes Denken und damit (! das geschieht ja gleichzeitig!) erwachende leidbringende Gefühle erkennt, schwächt sich dadurch nach und nach (!) dieser Reflex.

Dass man den Reflex überhaupt erkennt, ist natürlich entscheidend. Und genau diesbezüglich hatte ich im besagten Thread das Gefühl, dass Du hinsichtlich der Angst-Emotion eine bemerkenswerte Achtsamkeit entwickelt hast! Das ging sicher nicht von heute auf morgen?
Vermeintliche "Rückschläge", schlechte Tage und nicht zuletzt körperliche Schwierigkeiten wie Schwäche, Schwindel oder Übelkeit gehören genauso zum Weg wie die stille Gewissheit, dass man schon einiges "richtiggestellt" hat. Die daraus erwachsende Freude ist mehr als berechtigt!

Wenn man beruflich und familiär stark eingespannt ist, muss man diese Geistesarbeit tatsächlich im Rahmen einer für sich reservierten "Meditationseinheit" durchführen.
Andernfalls, und das ist bei einigen von uns hier der Fall, kann der ganze Tag als Übung genutzt werden. Ohne Druck, ohne zeitlichen Rahmen und vor allem: Bei jeglichen Emotionen, nicht nur bei den "harten Knochen". Auch leichtere Emotionen folgen derselben Schematik, sind aber deutlich einfacher zu ergründen. Sie dienen dann als "erlebte Blaupause" für andere Bereiche.
Es gibt m. E. wenig sinnvolleres, was man mit "sich selber" anfangen kann.

16.08.2019 08:53 • x 2 #19


Schlaflose

Schlaflose


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Da ich noch nie verliebt war, kann ich nicht sagen, wie sich Liebe zu einem Lebenspartner anfühlt. Der einzige Mensch, den ich wirklich geliebt habe, ist meine Mutter. Das war geprägt vom Verlangen nach körperlicher Zuneigung wie Umarmen, Küssen, Streicheln, von Sehnsucht bei längerer Abwesenheit und von Sorge und Angst, wenn es ihr nicht gut ging.

16.08.2019 10:20 • x 2 #20




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