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Sonderbar
Hallo,

meine Partnerin (42) hat sich Anfang August von mir (49) mit unserer gemeinsamen Tochter getrennt und ist ans andere Ende der Stadt gezogen.
Wir sind beide starke Persönlichkeiten, und haben uns schon vorher mehrfach gestritten und temporär getrennt. Seit der Geburt unserer Tochter sind die Probleme heftiger geworden, da ich als Mann den Eindruck hatte, nicht mehr von meiner Partnerin und auch nicht von unserer Tochter wahrgenommen zu werden.
Daraufhin bin ich letztes Jahr im Oktober für drei Wochen total gefrustet ausgezogen, weil ich den Eindruck hatte, dass ich nicht mehr zähle. Meine Partnerin und ich haben zum damaligen Zeitpunkt nicht gut miteinander kommunizieren können, wir schliefen getrennt und meine Tochter zeigte mir morgens die kalte Schulter und wollte mich nichtmals mehr begrüssen am Morgen, was mir sehr zugesetzt hat.

Nach drei Wochen haben wir uns im Park getroffen und meine Tochter hat mir zum ersten Mal gesagt, dass sie mich vermisst hat und das ich wieder nach Hause kommen soll. Das hat mich total berührt, es war das erste Mal, dass ich es von ihr gehört habe und ich bin wegen ihr wieder zurückgekommen.

Meine Partnerin hingegen war weiterhin verschlossen, was ich sehr bedauert habe, weil wir uns vorher, trotz unserer heftigen Streits, auch gut bis sehr gut verstanden haben. Ich habe es geliebt, mich mit ihr zu unterhalten und Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.

Das hat mir sehr gefehlt, stattdessen hatte ich nun eine totale Mutter zu hause, die nur noch für das Kind da war, welches ausserdem ständig Vorfahrt hatte, auch bei Gesprächen zwischen uns

Wir haben uns im Juni gestritten, im Juli ist sie dann ausgezogen. In der Trennung haben wir unsere Kommuikation aber wiedergefunden, wir können wieder offen miteinander sprechen, was ich sehr, sehr schätze.

Dennoch ist die Situation im Moment belastend - sie lebt mit unserer Tochter am anderen Ende der Stadt in einer neuen Wohnung, die sie mit ihrem Erbe sehr schön eingerichtet hat, und ich lebe hier in einer viel zu großen Wohnung inmitten der Trümmer unseres gescheiterten Lebensentwurfes.

Ich habe ausserdem einen doppelten Bandscheibenvorfall seit der Geburt unserer Tochter, der einfach nicht vorwärtsgeht, weil ich nicht verstanden habe, wie Orthopäden sowas heilen und ich ständig den Arzt gewechselt habe. Die Bandscheiben sollen endlich diesen Monat operiert werden, ich hoffe auf Schmerzlinderung und dass ich wieder normal gehen kann.

Zur Zeit sehe ich meine Tochter und meine (Ex-?)Partnerin zwei bis viermal die Woche auf öffentlichen Spielplätzen, und wir verstehen uns gut bis sehr gut. Leider ist es mir nie genug, und ich will immer mehr und natürlich wieder mit ihr zusammenkommen, aber das möchte sie nicht.

Ich liebe sie und respektiere das. Leider ist mein soziales Umfeld nicht wirklich existent, viele meiner Freunde sind nicht mehr in Düsseldorf und ich habe mein Leben um meine Familie herum gebaut, was mir nun auf die Füsse fällt, ich habe kaum Menschen, mit denen ich mich treffen oder reden kann

Auch will ich selber wieder in die Lage kommen, mich selber gut zu finden und nicht emotional abhängig zu sein, ich will selber wissen, dass ich gut bin und was kann, ohne ständig der Anerkennung anderer hinterherlaufen zu müssen.

Ich habe den Anspruch an mich selbst, mich selber besser aufrichten und stützen zu können. Ohne mehr Sozialkontakte ist dies nicht gerade einfach. Ich habe Unterstützung von einem Psychotherapeuten und ein paar Freunden. Ich suche auch nach Wegen, neue Leute kennenzulernen, wobei ich aber kein Kneipengänger bin, und mich auch nicht für Fussball oder Autos interessiere ich bin Programmierer, aber auch über Technik unterhalte ich mich nicht wirklich gerne, schon eher über gesellschaftspolitische Auswirkungen von Technologien (wie zum Beispiel dezentralen Kryptowährungen - also richtige Hardcore-Technothemen, die sonst keiner so versteht).

Was mache ich nur - wie kann ich neue Menschen kennenlernen und meinen Bekanntenkreis vergrößern um über interessante Themen zu sprechen um nicht mehr so alleine und einsam zu sein, und immer nur den nächsten Termin mit meiner Partnerin und unserer Tochter im Park abzuwarten? Das ist doch Käse so abhängig zu sein, ich will auch eigene Impulse setzen!

Danke für jeden Tipp
Sonderbar

07.09.2021 20:54 • 15.09.2021 x 1 #1


11 Antworten ↓


sowas kommt vor.

08.09.2021 05:04 • #2



Partnerin hat sich von mir getrennt mit Tochter

x 3


Sonderbar
Ach so, ja dann ist ja alles in Ordnung!

Sorry, mein Fehler!

08.09.2021 08:00 • #3


Zitat von Sonderbar:
Ach so, ja dann ist ja alles in Ordnung! Sorry, mein Fehler!


Nicht drauf eingehen ist mit Sicherheit kein echtes Konto sondern nur jemand der bisschen unruhe stiften möchte. Du wirst mit Sicherheit noch vernünftige Antworten bekommen.

08.09.2021 08:04 • x 1 #4


Hallo Sonderbar,

ich finde es wichtig , daß ihr euch weiterhin gemeinsam um eure Tochter kümmert...wenn es auch nur auf dem Spielplatz ist.
Gib euch Zeit um wieder zueinander zu finden. Kümmere dich um deine Gesundheit ( Bandscheiben) , auch das wird dich stützen. Vll kannst du dich danach zum Reha-Sport anmelden, bzw. bekommt man von der K-kasse. Auch hier lernt man Leute kennen. Ich denke du solltest von dem Gedanken wegkommen...in einer Abhängigkeit zu sein. Bestimmt, kann das in der Therapie bearbeitet werden.

08.09.2021 08:15 • #5


Das tut mir sehr leid wie es bei euch gekommen ist.

Dadurch das es immer schwierig ist sich über Beziehungen zu Unterhalten wenn man alle Dinge nicht kennt möchte und kann ich nicht darauf eingehen.

Worauf ich aber eingehen kann ist die Situation in der du dich hinten angestellt gefühlt hast. Bei uns war/ist das sehr ähnlich. Unser Kind steht halt an erster Stelle bei meiner Frau.Auch wenn wir uns Unterhalten werde ich immer Unterbrochen.... Das ging mir auch immer mächtig gegen den Strich weil ich der Meinung bin das man seine Beziehung nie ganz vergessen sollte. Mir ist aber bewusst geworden das es halt auch ziemlich quatsch ist von mir so zu denken. Es ist halt nunmal ein kleines Kind was bedeutend mehr Aufmerksamkeit bekommen muss und sollte. Nach ein paar Gesprächen merke ich wie meine Frau daran arbeitet mich auch aussprechen zu lassen und ich mich nicht gleich hinten angestellt fühle. Eine Mutter hat halt oft eine ziemlich andere Denkweise als ein Vater und erachtet manche Dinge wichtiger als Väter und andersrum genauso. Deswegen bin ich der Meinung egal ob man zusammen oder getrennt ist ein Kind braucht den Einfluss beider Elternteile.

Zitat von Sonderbar:
Ich suche auch nach Wegen, neue Leute kennenzulernen, wobei ich aber kein Kneipengänger bin, und mich auch nicht für Fussball oder Autos interessiere


Das musst du auch überhaupt nicht sein. Gerade durch unser Digitales Zeitalter ist es heutzutage doch oft so das man sich (leider) immer weniger Privat kennenlernt. Menschen mit denen du deine Interessen teilen kannst wirst du in einer Kneipe oder beim Fußball wahrscheinlich auch weniger finden.

Zitat von Sonderbar:
ich bin Programmierer, aber auch über Technik unterhalte ich mich nicht wirklich gerne, schon eher über gesellschaftspolitische Auswirkungen von Technologien (wie zum Beispiel dezentralen Kryptowährungen - also richtige Hardcore-Technothemen, die sonst keiner so versteht).


Genau da ist anscheinend deine Leidenschaft und so wirst du auch neue Leute kennen lernen. Alles was die Kryptowährungen betrifft ist/kommt ja ziemlich in Aufschwung und genau da könntest du ansetzen und dich Vernetzten (Digital und Real). Ich kann mir gut vorstellen das es gerade in Düsseldorf einige Gemeinschaften gibt die sich für dieses Thema Interessieren. Man kommt bestimmt schon weit wenn man mal ein Seminar bezüglich dieser Themen besucht. Gerade bei einem Programmierer der für Kryptos Interesse hat werden sich bestimmt viele Interessieren.

08.09.2021 08:23 • x 1 #6


Sonderbar
Hallo waage,

vielen Dank für Deine Antwort. Wir kümmern uns weiterhin um unsere Tochter, eben auf öffentlichen Spielplätzen.

Ich bin nicht wirklich bei mir und bin oft nervös. Ich bin 7 Jahre älter als meine Partnerin, und mache mir Gedanken, ob sie mich noch attraktiv findet und was ich denn in der Zwischenzeit machen soll. Sie hat zum Beispiel heute ihren freien Tag, und ich denke immer, sie lernt neue Männer kennen.

Das ist ja nur eine Unsicherheit von mir, und eine Projektion meiner Phantasmen, aber es beunruhigt mich dennoch.

Alle sagen mir "lass ihr Zeit", wobei ich das sehr, sehr schwer finde. Dabei sehen wir uns ja 3 mal pro Woche.

Ich weiss, dass das unvernünftig ist von mir, aber wofür braucht sie die Zeit und wieviel und weswegen, blablabla, anstatt das einfach mal zu akzeptieren, weil sie sich kaputtgerackert hat in unserer Beziehung.

Die Angst kommt aus mir selbst heraus.

Ich bin hier recht alleine, meine Freunde sind alle verteilt und nur wenige im Raum Düsseldorf, es fällt mir nicht leicht, neue Leute kennenzulernen, da ich wenig bis keine Schnittmenge mit den meisten Leuten habe und auch nicht gerne in Kneipen gehe

Ich mach viel Sport und zwinge mich neue Wege zu gehen,aber es kostet Kraft, sowohl körperlich als auch geistig und ich hab nicht genug Vertrauen in mich selbst für den Moment, obwohl wir oft gute und schöne Termine zusammen haben wie etwa gestern.

Ich habe Angst sie zu verlieren, weil ich emotional abhängig bin von ihr anstatt dass ich mich selber daraus befreie und mir selber gute Gefühle und Sicherheit vermittle. Ich bin dreisprachig, Computerexperte und habe mehrere Jahre im Ausland gelebt, ich habe ne Menge die für mich spricht und dennoch bin ich innerlich klein und weinerlich, das ist doch bescheuert.

Ich will eine Entscheidung auf Augenhöhe!

08.09.2021 08:33 • #7


Lokalrunde
Moin @Sonderbar

da sind dir viele Dinge auf einmal widerfahren und persönlich kann auch ich ein Lied davon singen und habe vor drei Jahren meine Patchwork Familie verloren, noch heute liegt mir diese Trennung auf der Seele auch wenn ich heute ein freundschaftliches Verhältnis pflege, aber Kontakt zu den Kindern habe ich keinen.

Es hat sehr viele Monate gedauert bis ich einigermaßen über die Runde kam und ich bemühte mich genauso wie du auch um Hilfe, ich konnte nicht mehr schlafen und zog mich (bis heute) zurück, im letzten Jahr suchte ich eine Psychotherapeutin auf und seit drei Monaten bekomme ich jede Woche Therapie. Auch wenn heute eine Freundschaft draus wurde und es mir auch relativ gut damit geht vermisse ich meine Partnerin.

Es sind dann immer so die kleinen Dinge die an einem nagen und Probleme bereiten. Beispielsweise fährt sie heute mit ihrer Tochter in den Urlaub nach Borkum wo wir gemeinsam immer viel Zeit verbracht haben und immer zusammen dort waren. Da merke ich schon was ich verloren habe.

Ich selber hatte am Ende der Beziehung die sich schon lange Zeit vorab angekündigt hatte bemerkt das es zu Ende geht und nur eine Frage der Zeit war. Was habe ich dagegen getan, so gut wie nichts was Auswirkungen gehabt hätte, ich fuhr den alten Trott weiter und hoffte auf spontane Selbstheilung, ich stand am Bahnhof und der Zug war weg.

Heute denke ich, insofern ich meine Pantoffeln wieder ausgezogen hätte, wäre eine gute Chance möglich gewesen die Trennung abzuwenden. Ich tat es aber nicht und wenn erst mal die Grenze der räumlichen Trennung überschritten wurde ist es zu spät! Du selber hast jetzt nur noch die Möglichkeit dich deiner Tochter nicht zu entziehen, hole sie wie es dir zusteht zu dir in den Ferien und an den Wochentagen, wenn deine Frau mal Probleme mit etwas haben sollte helfe ihr wo du kannst.

Sorge dafür das sich deine Tochter bei dir wohl fühlt und ihr eine gute Gemeinschaft aufbaut, so kann dir zumindest keiner mehr diesen Rest deiner ehemaligen Familie mehr nehmen, sei nicht so dumm und nehme es dir selber! Du musst mit dieser Realität klar kommen und akzeptieren, eines Tages wirst du auch die für dich unangenehme Tatsache akzeptieren müssen dass deine Ex einen neuen Partner haben wird, du aber vermutlich ebenso. Wenn dann deine Tochter noch da ist wirst du sehr dankbar sein. Alles gute dir.

08.09.2021 08:34 • x 2 #8


Sonderbar
Hallo isie,

vielen Dank für Deine Antwort.

Meine Leidenschaft sind verschiedene Dinge, nicht nur Computerthemen, sondern auch Psychologie allgemein.

Ich sitze hier halt nur im HomeOffice herum während meine Partnerin ihren freien Tag geniesst.
Ich sollte lieber meinen Tag im HomeOffice ebenfalls geniessen im richtigen Wortsinne anstatt hier Frust und Nervosität zu schieben ob wegen irgendwelcher hypothetischer Szenarien. Allein, es will mir nicht gelingen, weil ich mein größter Gegner bin und ich nicht genug Vertrauen in mich selbst habe.

Wir haben halt regelmäßige Treffen auf Spieplätzen und so, und in der Regel verlaufen die auch gut bis sehr gut, nur danach halt wieder gehen zu müssen stellt eine emotionale Belastung für mich dar.

08.09.2021 08:40 • #9


Sonderbar, du weißt selbst was gut ist für Dich und hast alles für dich richtig erkannt...nur du stehst dir selbst im Weg.
Deine Ängste und Erwartungen dominieren die Emotionen. Wahrscheinlich ist auch deine Erwartungshaltung sehr hoch....
Finde sehr wichtig, dass der gegenseitige Austausch bei euch weiterhin auf Augenhöhe stattfindet.

Vielleicht solltest du dich jetzt erstmal mehr um deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kümmern..., die Zeit die du hast für dich nutzen. In D´dorf gibt´s doch ne Menge....
Alles leicht gesagt, ich weiß...es ist ein Lernprozess, wie alles im Leben.

08.09.2021 12:24 • x 1 #10


Mariebelle
Ich denke ihr solltet auf lange Sicht eh das Sorgerecht,Aufenthaltsbestimmungsrecht regeln.
Dass ehemalige Partner sich neu verpartnern ist voellig normal,aber Eltern werdet ihr immer bleiben.

08.09.2021 12:28 • #11


Hoffnungsblick
Zitat von Sonderbar:
ich habe ne Menge die für mich spricht und dennoch bin ich innerlich klein und weinerlich, das ist doch bescheuert.


Das ist doch sehr verständlich, dass du jetzt erst mal traurig bist.

Zitat von Sonderbar:
Ich will eine Entscheidung auf Augenhöhe!

Ja, das halte ich auch für notwendig.
Wenn dir die wöchentlichen Treffs in dieser Form langfristig nicht genügen, dann sprich das aus.
Vielleicht kannst du mal einen Aussprachetermin mit deiner Frau vereinbaren?
Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du zunächst zuerst ausgezogen, dann wieder zurückgekommen. Vielleicht war deine Frau verletzt und muss das verarbeiten?

Vielleicht könntet ihr eine Paartherapie machen?

Zitat von Sonderbar:
die nur noch für das Kind da war, welches ausserdem ständig Vorfahrt hatte, auch bei Gesprächen zwischen uns


Zitat von Isie:
Unser Kind steht halt an erster Stelle bei meiner Frau.

Diesen Fehler machen viele Paare.
Klar, die Mutter hat zu dem Kind oft einen sehr engen Bezug, besonders wenn es noch klein ist.
Aber ich schließe mich der gesunden Reihenfolge (habe ich öfter in Youtube vom Leiter des Psychoanalyseinstituts
Wien, Dr.Dr. Raphael Bonelli, gehört) an: Zuerst Gott (oder was man darunter versteht), dann das Paar und danach das Kind. Das heißt, die Belange des Paars und des Partners kommen vor denen des Kindes. Das ist verständlich insofern, als das Wohl und Wehe des Kindes vom Glück des Paars /der Eltern abhängt. Ein Kind braucht beide Elternteile und wird das fehlende Elternteil immer vermissen.

15.09.2021 19:33 • x 1 #12



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