Zitat von Somatom: Zu Beginn waren es oft Fluchtgefühle aber irgendwann hat sich darunter die endlose Verlustangst gezeigt mit allen Symptomen.
Schöner Beitrag. Kann da sehr viel wiederfinden.
Habe bei mir ähnliches entdeckt, dass da am Ende ganz viel Verlustangst schlummert, Schmerz, Angst und alte Wunden.
Zitat von Somatom: Ich habe es dann irgendwann geschafft, mich trotz Beziehung zu "distanzieren, sprich die Abhängigkeit zu lösen. Heute kann ich sagen, ich "brauche" niemandem im Leben, habe aber trotzdem Liebe und Nähe, die meiner Meinung nach erst kommen kann, wenn man zum Grossteil Unabhängig ist.
Super dass du das geschafft hast.
Ich denke auch nicht, dass Abhängigkeit Liebe ist, Abhängigkeit ist "brauchen" und oft so die alte Wunde immer wieder zustopfen die doch immer wieder aufreißt, ein Hamsterrad an Kontrolle.
Ich denke auch, dass eine angemessene Nähe gesünder ist, wo man auch zwischen Nähe und Distanz pendeln kann.
Da fängt dann auch der Freiraum, die Freiwilligkeit an, nicht dieses unbedingte brauchen und kontrollieren, was sehr angstgetrieben ist.
Zitat von Somatom: Ich habe teilweise mit meiner Frau im Kopf wahnsinnig hart gesprochen. Habe sie innerlich von mir weggestossen und gesagt ich will das nicht. Irgendwann ging es. Zuallererst hat sich das ganze komisch angefühlt, wie wenn die Liebe "weg" wäre...Keine Abhängigkeit? Kein Schmerz? gleich keine Liebe. Falsch. Unabhängig sein und in einer Beziehung verweilen aus einen gesunden Stück Freiwilligkeit, das ist Liebe.
Das ist sicher ein guter Weg. Erinnert mich an so Schritte aus einem Zen Buch. Man kann sich wenn was losgeht erstmal im Kopf klar haben, ist das gut? Wo führt das hin?
Wenn das alleine nicht hilft, Gedanken sortieren, kann man versuchen sich abzulenken, einen anderen Fokus einzunehmen.
Oder die Dinge abzuschwächen die man tun will.
Ganz am Ende bei besonders hartnäckigen Dingen hilft nur der glasklare Kampf dagegen...also nicht gegen die Person sondern gegen die Mechanismen die einen gefangen halten. (und den anderen ja meistens auch mit gefangen halten).
Zitat von Somatom: Man kann das Problem unter anderem nur lösen, wenn man mit viel Wissen die Gefühle die aufkommen aushält. Durch den ganzen Mist hindurch, für ihn und auch für dich. Das ist das fiese bei psychischen Themen, man kann es gedanklich nicht lösen. (also gewisse Glaubenssätze schon) aber alles andere heisst, annehmen, fühlen - wirklich fühlen, loslassen
Ja, die Erfahrung hab ich auch gemacht. Oft ist es nicht leicht, so "auf den Grund" zu kommen...ganz bei sich, den Gefühlen. Aber erst dann kann sich auch was ändern und lösen.. Gefühle fühlen statt kontrollieren ändert ja innen oft was, dass dann wieder Freiraum entsteht statt so getrieben zu sein.
Eben fiel mir auch noch so ein Trauspruch ein, wo ich Trauzeugin war bei einer Freundin, der hat mir gefallen:
Liebe ist nicht (ständig) einander anzusehen, sondern gemeinsam in eine Richtung zu sehen.
(glaub der war von St- Exupéry)
Eine Beziehung ist ja kein Selbstzweck, sollte (wenn sie gesund ist, mMn) keine Blase sein, sondern hilfreich, das eigene Leben zu leben - das halt gemeinsam...mit allem, was da so ansteht.