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Hallo,

wie man bereits einigen Threads vorher entnehmen kann, leide ich unter einer Angst - und Panikstörung mit Panikattacken. Ich hatte mir Anfang 2020 eine Therapie gesucht, leider bietet die Therapeutin aber nur einen einzigen Ansatz - Konfrontation - an und dies führte leider bei mir nicht zum Ziel. Also weiter gesucht: Ab Januar gehts weiter mit einer neuen Therapeutin, die den Ursachen der Angst auf die Spur gehen will. Und auch EMDR anbietet - das hatte ich bereits 2015 sehr erfolgreich bei einer Therapetin in Anspruch nehmen können. Also ein Lichtblick. Ich hatte bereits 2 Vorgespräche telefonisch und es wurde sehr auf mich eingegangen, was ich bei der aktuellen Therapeutin sehr vermisse.

Durch die Angst bin ich so gut wie an mein Zuhause gefesselt. Es gab im Frühjahr/Sommer schon eine gute Zeit, wo ich viel draußen und auch teils selbstständig Einkaufen war. Bis die Angst mit neuen Symptomen im August dann volle Breitseite zugeschlagen hat (erneut). Offenbar, weil man mit der Konfrontation im Frühjahr die Symptome teils verbessert hatte, nicht aber die Ursache ergründet. So erklärte es mir auf jeden Fall die neue Therapeutin.

Soweit so gut. Meine Beziehung litt komplett unter der Angst. Vorbei war es mit Gaststättenbesuchen, Familienfeiern, Unternehmungen,. alles spielte sich bei mir zuhause ab und ich bekam selbst da Panikattacken, sobald Besuch anstand, auch wenns mein eigener Freund war. Meine Laune ging zusehends in den Keller, ich bekam Depressionen, welche ich aktuell aufgrund eines Medikamentes (pflanzlich) wieder voll im Griff habe. Mein Partner wurde immer unzufriedener, selbstverständlich. Er wartete, wann sich das denn nun endlich mal bessert und ich wieder so funktioniere wie vorher. Ich erklärte auch hunderte Male, dass das nicht passieren wird, wie ein Schalter im Kopf, der umgelegt wird. Er hat oft versucht, mir gut zuzureden, dass ich das schaffe und sich ganz bald alles bessern wird. Dass er für mich da ist und wir das gemeinsam hinbekommen. Dies war seine eine Seite. Dann gab es allerdings noch die andere Seite an ihm. Diese äußerte sich in Aussagen wie "Ich sehe in dir und dieser Beziehung keinen Mehrwert mehr", "Ich habe Angst, dass ich eine andere kennenlerne, wo alles passt und dich dann betrüge", "Ich habe keine Hoffnung mehr, dass es dir je besser gehen wird", "Du denkst auch, du bist die Heilige Mutter Theresa?" (dieser Satz fiel in JEDEM Streit), "Mir ist es viel zu blöd und zu dumm, mit dir noch zu diskutieren", "Dich geht es nichts an, was ich in meinem Leben mache",. und so weiter. Diese Aussagen haben natürlich was in mir ausgelöst? - richtig, Angst! Noch mehr Angst. Angst, dass er mich verlässt, dass er mich nicht liebt, dass er nebenher eine andere sucht,. ich meine, was soll man bei solchen Aussagen schon denken?!
Auch vor der Erkrankung gab es sehr viel Streit, da ich ein großes Problem mit gemeinsamen Übernachtungen hatte aufgrund seines Schnarchens und im Allgemeinen habe ich ein großes Problem mit dem Schlafen in Anwesenheit anderer PErsonen. Kompromisse sind auf Widerstand gestoßen, wie z.B. dass einer auf der Couch übernachtet und der andere nach dem Kuscheln 2 Schritte durch die Tür ins Bett wandert. Er sagte immer "Ganz oder gar nicht, Sonst fahre ich heim" - so lief es dann auch immer.
Noch dazu hat er einen besten Freund, welcher seit Anbeginn unserer Beziehung sehr gegen mich war. Warum, weiß ich leider nicht, ihm passte wohl bisher keine Freundin. So arbeitete dieser auch immer und immer wieder gegen mich. Was musste ich mir hier alles bieten lassen? Mein (Ex)freund wurde online unter Bildern markiert wie "suche dir lieber einen Hund, da bist du weniger single als jetzt", "tja wenn man glücklich ist, dann nimmt man in einer Beziehung zu, statt ab " usw. Ich habe mich sehr oft maßlos darüber geärgert, denn mein Ex fand dies lustig, statt hinter mir zu stehen. Wir haben uns regelmäßig wegen des besagten Kumpels gestritten, da er eben die meiste Zeit seiner Freizeit dort verbracht hat. Wenn bei uns wichtige Termine anstanden, wie Arzttermine,. musste ich damit rechnen, dass der tolle Kumpel auch etwas vor hat und mir dann abgesagt wird. Als Ausrede galt dann immer "ich mache nur so viel mit ihm, weil du ja nicht kannst". Im Sommer war er dann 5 Tage weggefahren, Urlaub mit seinem KUmpel und dessen Freundin machen, obwohl es mir zu dieser Zeit auch gut ging und ich wieder relativ viel machen konnte.
Nunja, zusammengefasst: Er hat die Beziehung vor 2 Wochen beendet und mir gehts hundeelend. Einerseits weiß ich, wie respektlos er mich teils behandelt hat. Andererseits weiß ich, dass ich, so wie es mir zumindest momentan geht, keinen Partner mehr finden werde. Dass ich froh sein kann, dass er dies ein ganzes Jahr ausgehalten und ertragen hat. Auf sowas hat schlicht kein Mann Lust. Ich hocke nun also einsam in meiner Wohnung, Freunde sind alle weggezogen oder haben Partner/Familie. Meine Eltern sind noch da, aber das wars dann auch. Mit rausgehen und neue Leute kennenlernen ist nicht viel. Ich habe mich bei einigen Apps angemeldet, freundschaftliche Suche, damit vielleicht wenigstens mal ein Chat oder Telefonat zustande kommt. Ich fühle mich total schrecklich und habe eigentlich nur den Wunsch, dass mein Exfreund sich wieder meldet und es sich doch nochmal überlegt. Auch wenn das absurd ist, es tut aber einfach sooo unfassbar weh. Und es zieht mich auch panikmäßig wieder sehr runter. Er war der Einzige, den ich noch hatte, aber irgendwie auch nicht. Die letzten Wochen war er am Wochenende bis zu 14h bei seinem Kumpel und dessen Freundin. Für mich war dann 23.00 bis 0.00 Uhr mal Zeit. Ich sehe einfach so viel, was ich hätte anders machen können/müssen, aber es ging aufgrund der Angst einfach nicht. Das hat mich so eingenommen, dass es mir schlicht auch unmöglich war, eine erfüllende Beziehung zu führen und eine liebende PArtnerin zu sein? Ich habe die letzten Tage sehr viel über toxische Beziehungen gelesen und ihn auch tatsächlich in fast allen Punkten wiedererkannt. Auch mein Umfeld sagt, dass diese Beziehung mich kaputt gemacht und zur Enstehung der Angststörung beigetragen hat. Langjährige Freunde, wo länger kein Kontakt bestand meinten, sie erkennen mich gar nicht wieder - die selbstbewusste Frau von damals hat sich gewandelt in ein unsicheres kleines Mädchen, welches denkt, nichts wert zu sein. Dies wurde mir wirklich oft durch meinen Expartner vermittelt.

Eine Klinik ist für mich ausgeschlossen. Ich hatte hierzu einen Termin bei einer Psychiaterin, welche mir abriet, da die Angststörung jederzeit wieder aufflammen könnte, sobald ich in der gewohnten Umgebung zurück bin. Sie hielt es eher für sinnvoll, das mit Hilfe meiner Familie ambulant anzugehen. Einfach, weil ich auch sehr familienbezogen bin und aktuell in allen Kliniken Besuchsverbot herrscht. Auch die neue Therapeutin vertritt diese Ansicht, nach den Telefongesprächen. Medikamente - hier bleibe ich weiter bei dem pfanzlichen.

Ich weiß gar nicht, was ich mir von dem Thread erhoffe. Nicht direkt Tipps oder Ratschläge. Vielleicht einfach eine neutrale Meinung. Ich hasse mich selber so sehr, weil diese Angst quasi alles kaputt macht und ich so verdammt machtlos bin.

18.11.2020 03:28 • 18.11.2020 #1


3 Antworten ↓


Winnie22
Hallo,
Es ist immer schlimm, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Und das du jetzt erstmal leidest und trauert ist ganz normal und verständlich. Auch wenn dir im Prinzip klar ist, dass es besser so ist. Aber irgendwann kommt der Punkt, da wirst du es verstehen und dann musst du es als Chance für einen Neuanfang sehen. Es wird aber qbestimmt noch einige Zeit dauern bis du soweit bist. Versuche das zu akzeptieren und dich so gut es geht abzulenken. Liebeskummer ist schlimm und auch damals noch ohne Angsstörung habe ich persönlich schonmal ein halbes Jahr gebraucht bis ich eine Beziehung überwunden hatte. Du bist nicht allein.
LG

18.11.2020 08:27 • #2



Angststörung hat Beziehung letztlich zerstört

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Hallo2020
Also wenn ich das richtig verstanden habe geht es in diesem Text ja größtenteils um deinen ex? Ich weiß das wird jetzt hart klingen aber.. Du bist ohne ihn besser dran! Auch wenn es dir jetzt vielleicht nicht so vorkommt aber, ein Partner der dich wirklich von ganzen Herzen lieben würde, würde nicht gehen wenn es dir so schlecht geht. Klar kann es mal zu Komplikationen oder Streit kommen wenn man psychische Probleme hat, aber trotzdem müsste man darauf vertrauen können das der Partner einem beisteht und nicht abhaut sobald es nicht mehr rund läuft. Zumal die Sache mit seinen besten Freund ja mal unter aller sau ist.
Ich weiß das klingt bestimmt sehr absurd für dich aber ich glaube es ist ganz gut so das du gerade quasi "gezwungen" bist allein zu sein, ich denke das tut dir sehr gut, da man auch mal mit sich alleine sein können muss.

18.11.2020 08:36 • #3


Icefalki
Ist bei Ängsten immer im Spiel, dass man denkt, man ist alleine und bekommt nix mehr hin. Dann klammert man sich an alles mögliche, sei es Job, Partner, ans daheim, usw. , weil man sich total hilflos und ausgeliefert fühlt. Alles was neu , anders ist, wird mit Panik und Angst quittiert.

Ist normal. Fakt ist, dass die innere Sicherheit fehlt, deshalb bekommt man diese Angst. Alles drumrum ist reine Überlebensstrategie, weil man meint, man braucht von aussen Sicherheit.

Die Angst macht nicht alles kaputt, eher das Gegenteil. Leider versteht man das in der akuten Phase nicht. Angst warnt einen, warnt davor, dass im Inneren was ganz gewaltig schief läuft oder lange schon gelaufen ist und dass man das ändern soll und kann.

Wenn es so leicht wäre, wenn man selbst alles erkennen könnte, bräuchte man keine Hilfe, man würde auch keine Angsterkrankung bekommen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dir die neue Therapeutin gut tun wird. Was Medis anbelangt, bleib offen dafür. Manchmal braucht man sie, um weiter zu kommen, um wieder klar denken zu können.

Je offener du für alles bist, egal für was, desto besser.

18.11.2020 16:15 • x 1 #4