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Hallo zusammen!

Vor kurzem stieß ich auf dieses Forum und bin mal wieder froh über die Erfindung Internet und den Menschen dankbar, die über Krankheiten informieren und solche Foren einrichten. Es hilft mir bereits weiter, zu wissen, dass ich Krankheiten/Probleme habe, die einen Namen haben und dass ich nicht allein bin.

Etwa mit 20 Jahren (bin heute 26) befand ich mich in genau derselben Situation: ich fand heraus, dass mein ständiges Aufkratzen von Pickeln, Mückenstichen und jeglicher Hautunebenheit eine Krankheit ist, nämlich Dermatillomanie. Dieses Kratzen begleitet mich seit über 15 Jahren (wann genau es anfing versuche ich gerade herauszufinden) und ich wusste eben lange nicht, was es ist. Es war unangenehm, bedrückend, weil niemand verstand, warum ich es tat.
Jedenfalls war ich froh, die Sache beim Namen nennen zu können und suchte Hilfe bei einer Hautärztin, die mir sagte, ich solle nicht übertreiben. Sie stellte weder die Diagnose noch half sie mir.
Zeitweise kann ich das Kratzen kontrollieren (liegt aber zum Großteil daran, dass ich schlicht älter geworden bin und keine Akne mehr habe, d.h. nicht mehr so viele Möglichkeiten), in den vergangenen Monaten jedoch nicht mehr, was mir nur wieder zeigt, dass ich Probeleme habe.

Ja, wieviele Störungen und Probleme kann ein Mensch haben?
Angemeldet habe ich mich in diesem Forum, weil ich unter Einsamkeit leide, kaum bis keine sozialen Kontakte habe und Menschen auch irgendwie nicht mehr mag. Dies bezieht sich auf Freunde, Kollegen und Familie. Hinzu kommt, dass ich nie eine richtige Beziehung geführt habe, wenn dann eher kurze Affären. Kein Liebesleben und Partner mit Schulter zum Anlehen zu haben belastet mich, weil mir etwas fehlt. Allerdings habe ich vor 4 Jahren auch so eine miese Erfahrung mit einem Mann gemacht, dass es mir ohnehin schwer fällt mich auf einen Mann einzulassen bzw. ihm zu vertrauen.

Leider ist das noch nicht alles! Klaustrophobisch bin ich z. B. schon lange, aber seit 3 Jahren so extrem, dass diese Panik mein Leben einschränkt (ich bin nicht mobil. Selbst habe ich kein Auto, bin also manchmal auf andere angewiesen, aber in einem 3-türigen Auto kann ich nicht hinten sitzen; Fliegen ist utopisch wegen dem engen Flugzeug; Zug fahren ist sehr schwierig, weil man in ICEs die Fenster nicht öffnen kann usw.). Hier frage ich mich aber mittlerweile, ob es die Angst vor geschlossenen Räumen oder der Kontrollverlust ist. Ich gebe die Kontrolle (insb. bei Verkehrsmitteln) nicht gerne ab.
Da ich Situationen, in denen klaustrophobische Panikakttacken auftauchen können absolut vermeide, schränkt sich natürlich auch wieder mein Sozialleben ein... s.o.

Dann bin ich eine Perfektionistin und dadurch weder eine einfache Arbeitspartnerin noch kann ich Fristen einhalten (im Studium nicht gut). Seit Jahren plagen mich Schuldgefühle. Ständig mache ich mir Sorgen und habe Angst vor der Zukunft (sodass ich die Gegenwart nicht mehr lebe). Zum einen wünsche ich mir Aufmerksamkeit und v. a. Anerkennung für das, was ich tue, wenn ich sie bekomme ist sie mir jedoch unangenehm.

Wahrscheinlich könnte ich noch mehr schreiben, aber das reicht zur Vorstellung wohl schon mehr als aus.
Der erste Schritt ist nun die Erkenntnis gewesen, Probleme zu haben, mit denen ich nicht mehr alleine zurechtkomme. Nun folgt der zweite, in Form einer Therapie (wobei ich noch nicht weiß, ob nur eine Verhaltenstherapie sinnvoll wäre oder nicht auch mal etwas in der Kindheit zu stöbern, weil da schon viele Grundsteine für meine jetzigen Krisen gelegt worden sein müssen). Morgen geht es zum Hausarzt und dann hoffentlich schnell mit einer Überweisung auf Therapeutensuche.

Danke an euch, die ihr meinen Text gelesen habt und danke an die Menschen, die dieses Forum eingerichtet haben und es betreiben.

Viele Grüße
Olivia*

30.05.2011 20:39 • 31.05.2011 #1


2 Antworten ↓


F
Hallo Olivia,

Willkommen im Forum. Ich habe auch so viele Störungen (und habe durch dich grade erfahren das ich noch eine mehr habe als ich bisher wußte, das mit der Haut)

Ich höre auf sie auseinander zu pflücken. ADS und Sozialphobie sind meine beiden Schwerpunkte, ich glaube der ganze Rest geht auf die beiden zurück, ob die SOzialphobie am ADS liegt weiß ich nicht.

Ich hoffe Du findest einen guten Therapeuten. Weil ich Probleme mit dem Telefon habe, hab ich noch keinen, bin aber wegen meinem ADS in Behandlung.

LG Funkelsternchen

30.05.2011 21:29 • #2


A
Eine gute Verhaltenstherapie wird immer in der Kindheit stöbern und bei dir liegt es ja auf der Hand, dass die verschiedenen Probleme zusammengehören...

31.05.2011 08:22 • #3