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RisingPhoenix
Hallo.
Eventuell könnte das irgendjemanden triggern, der entweder ebenfalls unter PTBS leider oder diese Krankheit nicht versteht. Vielleicht stören auch manche Sätze. Ich bin da sehr vorsichtig. Und gebe mir Mühe in meiner Aussprache.
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Ich bin seit heute erst in diesem Forum, weil der Leidensdruck so wahnsinnig hoch ist.

Ich habe erst vor Kurzem die Diagnose PTBS bekommen. Nachdem, was ich erlebt habe, war das auch beinahe abzusehen. Ich nehme aber, auch für euch, grossen Abstand von der Erklärung.

Fakt ist, dass ich seit über einem Jahr in einer wundervollen Beziehung lebe. Ich habe aber viele Flashbacks und meinem Partner damit die Zeit unfassbar schwer gemacht. Ich kam nie gegen das 'Böse' in mir an. Egal, wie sehr ich es versucht habe. Und wie gesagt, die Diagnose habe ich erst, durch Zufall, seit eineinhalb Monaten.

Seit dem habe ich täglich versucht an mir zu arbeiten. Meine Therapie habe ich erst Mitte Februar.


Ich, als Betroffene, brauche euren Rat. Mein Partner hat sich nämlich durch all den Schmerz, von mir getrennt.
Ich weiss, dass viele sagen werden, dass er das gut gemacht hat.
Dennoch interessiere ich mich dafür, was Angehörige tun. Was sie tun müssen, wie sie sich verhalten müssen um sich selbst zu schützen.
Schließlich gibt es in meinem Umfeld ja nicht nur meinen Partner.


Ich würde mich riesig freuen, wenn sich hier einige melden könnten. Ich bin für jeden einzelnen Beitrag dankbar.

Alles Liebe.

17.01.2021 16:17 • 17.01.2021 x 1 #1


13 Antworten ↓


Sydaemeni
Hm.. Also mein mann sitzt das mit mir aus.
Er lernt aktuell mit was es mit der ptbs auf sich hat, warum das so ist, was da so passiert und ich kommuniziere offen mit ihm.
Meine ist noch "recht frisch" und auch die flashs und co sind noch nicht lange wirklich präsent aber haben hier schon gut chaos gestiftet in den letzten Wochen.

Ich achte allerdings darauf, das ich es "gleich verteile".
Klar, am meisten bekommt er und meine Tochter es mit. Im Gegenzug versuche ich aber zu organisieren das er trotzdem seinen freiraum hat (also die kleine bei meinen eltern, er macht einfach nur was er möchte usw.)
Dadurch das wir das noch nicht so lange machen kann ich keine besseren tipps geben.
Die diagnose offen ansprechen und eben viel kommunizieren.
Da ich vor dem ganzen bereits seit jahren Erfahrungen mit Panikattacken habe kannte er es "grob".
Wir leben mit meinen kopf Monstern also schon eine weile und gewusst hat er es relativ von anfang an (das ich das habe und es eben Phasen gibt in denen es kommt).

Was jetzt noch alles auf uns zu kommt wissen wir noch nicht. Nur das es hart wird aber er ist die Ruhe selbst und wir haben viel Rückhalt in der Familie grade auch mit unserer Tochter damit er zum Luft holen kommt.

17.01.2021 16:24 • x 2 #2



Wie schützen sich Angehörige bei der PTBS des Partners?

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portugal
Keiner wird hier im Forum sagen, dass Dein Partner das gut gemacht hat. Das hört sich so an, als ob wir Dir die Schuld geben.

In der TK bei uns war eine Selbsthilfegruppe NUR für die Angehörigen, die sich gegenseitig informieren u aufbauen konnten.

17.01.2021 16:29 • x 2 #3


cube_melon
Hallo,

willkommen hier im Forum. Es ist gut und vor allen Dingen sehr mutig das Du dich hier angemeldet hast und um Rat fragst.

Zitat von RisingPhoenix:
Ich weiss, dass viele sagen werden, dass er das gut gemacht hat.

Deine Angst und Befürchtungen kann ich verstehen. Sicher gibt es da unterschiedliche Meinungen dazu.
Was ich dir jedoch sagen kann, das man das so pauschal nicht sagen kann. Weil keiner die Geschichte, den Hintergrund, Dich, deinen Partner kennt. Zudem hat diese Frage für mich zuerst eine geringe Priorität.

Um dir das trotzdem grob zu beschreiben, bzw. eine andere Sichtweise zu zeigen - ein symptomfreier Mensch, der so was noch nie erlebt hat, kann die Welt in der ein Mensch mit einer Traumafolgestörung lebt nicht nachvollziehen.
Ein Partner wird auch manchmal in die Therapie eingebunden, damit er die betroffene Person ein Stück weit versteht. Dennoch darf der Partner nicht zum Labrador-Begleithund werden. Auch ist zu beachten das keine Co-Abhängigkeit entsteht.
Ob und wie eine Partnerschaft funktioniert ist individuell. Dennoch kenne ich sehr viele Paare wo einer davon betroffen ist und alles trotzdem mit Liebe und Lebensqualität funktioniert.

Es gibt einige Traumatherapieformen. Nach welcher wird in dem Therapieplatz gearbeitet?

Gruß
Cube

17.01.2021 16:31 • x 2 #4


RisingPhoenix
Zitat von portugal:
Keiner wird hier im Forum sagen, dass Dein Partner das gut gemacht hat. Das hört sich so an, als ob wir Dir die Schuld geben. In der TK bei uns war eine Selbsthilfegruppe NUR für die Angehörigen, die sich gegenseitig informieren u aufbauen konnten.


Was meinst du mit TK?

Ich habe es schon oft erlebt, dass gesagt wurde 'Na Gott sei Dank, hat er sich verlassen....'
Darum bin ich da wahrscheinlich ein wenig getriggert.

17.01.2021 16:38 • #5


RisingPhoenix
Zitat von cube_melon:
Hallo,willkommen hier im Forum. Es ist gut und vor allen Dingen sehr mutig das Du dich hier angemeldet hast und um Rat fragst.Deine Angst und Befürchtungen kann ich verstehen. Sicher gibt es da unterschiedliche Meinungen dazu.Was ich dir jedoch sagen kann, das man das so pauschal nicht sagen kann. Weil keiner die Geschichte, den Hintergrund, Dich, deinen Partner kennt. Zudem hat diese Frage für mich zuerst eine geringe Priorität.Um dir das trotzdem grob zu beschreiben, bzw. eine andere Sichtweise zu zeigen - ein symptomfreier Mensch, der so was noch nie erlebt hat, kann die Welt in der ein Mensch mit einer Traumafolgestörung lebt nicht nachvollziehen.Ein Partner wird auch manchmal in die Therapie eingebunden, damit er die betroffene Person ein Stück weit versteht. Dennoch darf der Partner nicht zum Labrador-Begleithund werden. Auch ist zu beachten das keine Co-Abhängigkeit entsteht.Ob und wie eine Partnerschaft funktioniert ist individuell. Dennoch kenne ich sehr viele Paare wo einer davon betroffen ist und alles trotzdem mit Liebe und Lebensqualität funktioniert.Es gibt einige Traumatherapieformen. Nach welcher wird in dem Therapieplatz gearbeitet?Gruß Cube



Mein Exmann, aufgrund dessen diese PTBS entstanden ist, war ein Narzisst und somit kennenich die Co-Abhängigkeit sehr gut.
Darum weiss ich auch um den schmalen Grad dessen.

Nein, bei meinem jetzigen Partner und mit war es leider keine gute Beziehungqualität. Aber das kam eben zum größten Teil von mir. Ich habe wirklich eine zeitlang gedacht, ich habe so einen fiesen Charakter.
Die Flashbacks schicken mich oft in die Kampfhaltung. Und dann kämpfe ich auch was das Zeug hält. Leider versteht mein Partner das Alles überhaupt nicht und ist durch den ganzen Ärger sehr tief verletzt. Ich kann ihm natürlich nicht verübeln, dass er gegangen ist.

Ich weiss noch nicht, welche Therapieform wir anwenden werden. Wichtig ist mir in erster Linie, dass ich das Monster in meinem Kopf endlich aus dem Fenster werfen kann und normal leben kann.

17.01.2021 16:42 • #6


cube_melon
Narzist? Ja, verstehe. Dann habe ich mit der Co-Abhängigkeit eine offene Tür eingerannt.

Mit dem Begriff TK ist vermutlich eine Tagesklinik gemeint.

Flashbacks sind das eine, erlernte Schutzmechanismen um emotional oder auch körperlich zu überleben das andere.
Ein solcher FB kann einen völlig aus der Realität nehmen, in eine Situation von früher. Inkl. Bilder oder Sequezen mit Emotionen und sensorischer Erinnerung. Um so etwas zu "unterbrechen" oder gar aufzulösen geht mit entsprechender Therapie. Konzepte hierfür sind z.B. PITT, Somatic Experiance und nach Stabilisierung auch EMDR.

Impulsivität zu unterbrechen ist verglichen damit "relativ" einfach.

Skills, Achtsamkeit, innere Achtsamkeit, das sind Dinge die helfen können.

17.01.2021 17:08 • x 1 #7


RisingPhoenix
Zitat von cube_melon:
Narzist? Ja, verstehe. Dann habe ich mit der Co-Abhängigkeit eine offene Tür eingerannt.Mit dem Begriff TK ist vermutlich eine Tagesklinik gemeint.Flashbacks sind das eine, erlernte Schutzmechanismen um emotional oder auch körperlich zu überleben das andere.Ein solcher FB kann einen völlig aus der Realität nehmen, in eine Situation von früher. Inkl. Bilder oder Sequezen mit Emotionen und sensorischer Erinnerung. Um so etwas zu "unterbrechen" oder gar aufzulösen geht mit entsprechender Therapie. Konzepte hierfür sind z.B. PITT, Somatic Experiance und nach Stabilisierung auch EMDR.Impulsivität zu unterbrechen ist verglichen damit "relativ" einfach.Skills, Achtsamkeit, innere Achtsamkeit, das sind Dinge die helfen können.



Ich weiss nicht mal, wie ich die Impulsivität unterbrechen kann. Das ist schon schlimm.
Mit Achtsamkeit habe ich noch gar nicht wichtig auseinander gesetzt, weil ich einfach kaum anständige Sachen dazu finde.

17.01.2021 19:49 • #8


cube_melon
Dazu gibt es einiges. Kennst Du den Schattauer-Verlag (Teil von Kett-Kotta)?

17.01.2021 19:54 • #9


Sydaemeni
Oberstes ziel ist aussteigen, erst dann kann die achtsamkeit wirken.
So bei mir.

Ich experimentiere noch wie das klappt, bisher hab ichs noch nicht geschafft.
Ein paar tipps der Therapeutin: scharfer Geruch /Geschmack, gummiband am arm, eiswürfel im Mund, aufstampfen, 5-3-4-2-1 Übung.

Und achtsamkeit wäre spontan der Tresor und der ruhige ort oder der innere beobachter. Vielleicht kannst du dazu was googlen. Ich hab das ausgedruckt bekommen aber spontan weiß ich nicht wo es ist. Suche es im Zweifel aber gern raus.

Was von all dem wirklich funktioniert und wann und ib welchem Umfang hängt ganz vom flashback und der Intensität ab finde ich.

Bei leichten reicht mir das akzeptieren und wissen was da grade in meinem kopf passiert. Bei heftigen hab ich noch keine Meinung, da arbeite ich noch dran.

17.01.2021 20:00 • x 1 #10


RisingPhoenix
Zitat von cube_melon:
Dazu gibt es einiges. Kennst Du den Schattauer-Verlag (Teil von Kett-Kotta)?



Nein. Überhaupt nicht.

17.01.2021 21:30 • #11


cube_melon
https://www.klett-cotta.de/fachbuecher/schattauer

Das sind Fachbücher für Therapeuten, Patienten gemischt.

Beispiele:
"Achtsamkeit" - kommt aus der Therapie für BPS.
https://www.klett-cotta.de/buch/Schatta...keit/92258

"Imagination als heilsame Kraft" - von Louise Reddemann, Hauptentwicklerin der PITT (gibt auch eine weitere Audio-CD dazu)
https://www.klett-cotta.de/buch/Trauma/...Kraft/5137

"Vom Trauma befreien" - Ist eher etwas für physische Traumata. (somatic experiance)
https://www.amazon.de/Vom-Trauma-befreien-seelische-körperliche/dp/3466307600
(der link hier funzt wegen dem "ö" nicht, daher bitte als Text kopieren und im Browser einfügen)

Es gibt noch ein weiterer Ansatz/Modul. Es ist das sogenannte "Skillstraining". Hier habe ich nur Bücher/Programme die für die Borderline Störung geeignet ist.
Das Skillstraining an sich vermittle ich Menschen die Probleme mit der Regulation haben. Da in etwas abgespeckter Form.
https://www.klett-cotta.de/buch/Schatta...nten/92259

Nicht jeder kann mit jedem Therapieansatz etwas anfangen. Es ist die eigene Aufgabe etwas für sich zu entdecken wo man den Zugriff darauf zulassen kann.

PITT / Imaginationsübungen sind für mich persönlich das wichtigste meiner Werkzeuge. Andere können das nicht so annehmen.
Achtsamkeit ist ein Modul was auch in der DBT vorkommt. Es ist aber ein eigenständiges Modul.

Zur Verbesserung der Situation gehört auch ein der "Ressourcenhaushalt". Es ist ein elementares Grundmodul in der Therapie.

17.01.2021 22:01 • x 1 #12


RisingPhoenix
Zitat von cube_melon:
Das sind Fachbücher für Therapeuten, Patienten gemischt.Beispiele:"Achtsamkeit" - kommt aus der Therapie für BPS. "Imagination als heilsame Kraft" - von Louise Reddemann, Hauptentwicklerin der PITT (gibt auch eine weitere Audio-CD dazu) "Vom Trauma befreien" - Ist eher etwas für physische Traumata. (somatic experiance) örperliche/dp/3466307600Es gibt noch ein weiterer Ansatz/Modul. Es ist das sogenannte "Skillstraining". Hier habe ich nur Bücher/Programme die für die Borderline Störung geeignet ist.Das Skillstraining an sich vermittle ich Menschen die Probleme mit der Regulation haben. Da in etwas abgespeckter Form. Nicht jeder kann mit jedem Therapieansatz etwas anfangen. Es ist die eigene Aufgabe etwas für sich zu entdecken wo man den Zugriff darauf zulassen kann.PITT / Imaginationsübungen sind für mich persönlich das wichtigste meiner Werkzeuge. Andere können das nicht so annehmen.Achtsamkeit ist ein Modul was auch in der DBT vorkommt. Es ist aber ein eigenständiges Modul.Zur Verbesserung der Situation gehört auch ein der "Ressourcenhaushalt". Es ist ein elementares Grundmodul in der Therapie.



Sehr lieb, dass du dir da soviel Mühe gegeben hast. Ich schaue da gleich morgen früh ml rein.
Danke.

17.01.2021 22:07 • #13


cube_melon
Gerne

hier kannst Dir das Zusatzmaterial der Achtsamkeits-CDs gratis herunterladen:
https://www.klett-cotta.de/downloads?so...rlag=23219

17.01.2021 22:11 • #14



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