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Guten Morgen ins Forum,
ich bin Mutter eines erwachsenen Sohnes der eventuell eine PTBS hat. Wohl zurück zu führen auf die Trennung der Eltern vor 10 Jahren. Mein Sohn wohnt noch bei mir. In losen Abständen kommt es zu sehr lauten und aggressiven Wortwechseln die ihre Entstehung jeweils in Kleinigkeiten haben. Gestern war wieder so eine sehr belastende Situation. Es wird dann so massiv dass die Nachbarin unter mir in der Wohnung Angst um mich bekommt.
Mein Sohn ist nicht bereit für eine Therapie obwohl er innerlich weiß dass er Hilfe braucht.
Ich selbst bin mir natürlich nicht sicher bei meiner Vermutung PTBS aber vieles passt dazu.
Wer hat ähnliche Erfahrungen durchgemacht und kann mir etwas raten.
Ich würde die Situation gerne verändern, hab auch schon einiges getan aber es ist nicht zufriedenstellend.

22.06.2022 08:48 • 24.06.2022 #1


17 Antworten ↓


Lonesom-er
Hallo Liberta, willkommen im Forum.
ich kann zu PTBS nichts sagen, ja ich weiß nicht einmal was das ist. Wollte auch nicht danach suchen.
Trotzdem bin ich der Meinung das ich möglicherweise weiß woran es liegt.
Ihr braucht Abstand! Ich kann mich erinnern das es mir mit meiner Mutter ähnlich ging. Aus Kleinigkeiten wurden heftig Streitereien und meine Mutter hatte richtig Angst vor mir.
Die Situation hat sich erst entspannt, als ich ausgezogen bin und meine eigene Wohnung hatte. Der Abstand tat uns beiden sehr gut.

22.06.2022 08:57 • x 1 #2



Angehörige sucht Unterstützung bei wahrscheinlich PTBS

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Da hast du vollkommen recht. Ich bin da total deiner Meinung.
Ich selbst habe in der Richtung auch schon etwas verändert.
Wenn ich frei habe bin ich nicht mehr zuhause und bin bei meinem neuen Lebenspartner für einige Tage. Das hat den Streit schon merklich weniger werden lassen. Mein Sohn wird leider nicht aktiv diesbezüglich. Einen Rauswurf bringe ich nicht fertig weil ich ja weiß dass er leidet.

22.06.2022 09:03 • #3


Lonesom-er
Hast Du schon einmal darüber nach gedacht, das Dein Sohn evtl. genau das gleiche denkt?! Nach dem Motto ich kann meine Mutter nicht allein lassen, ich weiß ja dass sie leidet.

22.06.2022 12:56 • #4


cube_melon
Zitat von Liberta:
Ich selbst bin mir natürlich nicht sicher bei meiner Vermutung PTBS aber vieles passt dazu.

Hallo,

eine Trennung kann so etwas auslösen. Ferndiagnosen kann hier keiner stellen, auch weil wir keine Ärzte sind.
Daher kann ich dir nur Rat geben was für Optionen man haben kann.

Wie kommst Du zu deiner zitierten Aussage?

22.06.2022 18:53 • #5


Zitat von Lonesom-er:
Hast Du schon einmal darüber nach gedacht, das Dein Sohn evtl. genau das gleiche denkt?! Nach dem Motto ich kann meine Mutter nicht allein lassen, ...


Nein, ehrlich gesagt nicht.
Ich weiß dass er seine ganzen Beleidigungen nicht wirklich meint. Mich erinnert er eher an ein verwundetes Tier was um sich beißt.
Ich spüre auch dass er unsicher ist und eigentlich nicht von mir weg will.
Die Gründe dafür kann ich nicht sagen.

22.06.2022 21:50 • #6


Zitat von cube_melon:
Hallo, eine Trennung kann so etwas auslösen. Ferndiagnosen kann hier keiner stellen, auch weil wir keine Ärzte sind. Daher kann ich dir nur Rat ...

Ich erwarte mir hier auch keine Ferndiagnose, nur eventuell Rat und Hilfe.
Natürlich hab ich einiges gelesen und mir Gedanken gemacht. Ob das so passt weiß ich selbstverständlich nicht

22.06.2022 21:55 • #7


cube_melon
Zitat von Liberta:
Natürlich hab ich einiges gelesen und mir Gedanken gemacht. Ob das so passt weiß ich selbstverständlich nicht

Zitat von cube_melon:
Wie kommst Du zu deiner zitierten Aussage?

Meine Frage hatte zum Ziel zu erfahren was Du denkst, was er an Symptomen hat, die zu einer PTBS passen würden.

Es gibt in jedem Landkreis einen sozialpsychiatrischen Dienst, den SpDi. Evtl. haben die ein passendes Beratungsangebot für dich.

23.06.2022 08:24 • x 1 #8


@cube_melon
Viele Symptome würden dazu passen
Vielen Dank für den Tipp mit dem sozialpsychiatrischen Dienst.
Dort gibt es tatsächlich eine Gruppe für Angehörige bzw. Eltern erwachsener Kinder mit psychischen Erkrankungen. Die werde ich anschreiben.

23.06.2022 19:10 • x 1 #9


cube_melon
Zitat von Liberta:
Dort gibt es tatsächlich eine Gruppe für Angehörige bzw. Eltern erwachsener Kinder mit psychischen Erkrankungen. Die werde ich anschreiben.

Prima, mach das.
So eine Gruppe gibt es hier im Landkreis auch.

23.06.2022 19:43 • #10


portugal
@Liberta ist ein wenig schwer, wenn er sich sträubt.

Das einzige, was mir einfällt, vielleicht mal mit Eurem Hausarzt sprechen, was er vorschlägt.

Ich denke, wenn Dein Sohn irgendetwas” aufarbeiten muss, dann könnte eine Therapie natürlich helfen.

In der TK wird 1x die Woche Einzeltherapie gemacht und wenn man entlassen wird, dann macht man 1x die Woche ambulant weiter.

Tk deshalb, weil man viel in der Gruppe macht und dann fühlt er sich vielleicht nicht so überrumpelt, wenn man noch nie mit Psychiater etc zu tun hatte. Ist nur so eine Idee ….


Arbeitet Dein Sohn?

23.06.2022 20:13 • #11


@portugal

Das ist ja das Riesenproblem. Therapie ist ein no go für ihn. Das wäre in seiner Welt, wie er sich ausdrückt, Gesichtsverlust.
Selbst seine Freunde wissen nichts davon. Nach außen ist er der tiefenentspannte chillige junge Mann. Es ist alles in ihm und beim kleinsten Anlass knallts völlig unvermittelt.
Vorgestern war der Auslöser eine online Bewerbung die sich nicht richtig formatieren ließ. Ich kann und will ihm dabei nicht helfen weil das immer in Vorwürfen und keinem Ergebnis endet. Mein Vorschlag dass er sich z.B bei einem Bewerbungstraining Hilfe holt wird vehement und mit Beleidigungen mir gegenüber abgelehnt. Das ist mit allem so. Alles was ich sage wird ins Negative verdreht.
Er arbeitet seit Ende April nicht mehr. Vorher war er Zeitsoldat. Er ist noch ohne Ausbildung und weiß auch nicht was er machen will.

23.06.2022 20:26 • x 1 #12


cube_melon
Zitat von Liberta:
Vorher war er Zeitsoldat.

Also diese Information hat eine sehr große Tragweite in meinem Augen.
Wenn er neben der Trennung und Jobverlust noch in Kriegsgebieten eingesetzt war, wundert mich das nicht wirklich.

23.06.2022 20:35 • #13


portugal
Er schämt sich wahrscheinlich.

Ich kann das nachvollziehen, hatte mit 27 einen Zusammenbruch (Depressionen). Ich hatte das Gefühl, alle anderen sind gesund (war auch immer arbeiten) nur ich hab so einen Sch ……

Ich würde mal zu Deinem Hausarzt gehen, was er vorschlagen kann. Immerhin leidest Du nun auch …

Wahrscheinlich wäre es für ihn besser, er wohnt alleine (Zimmer?)

23.06.2022 20:36 • #14


@cube_melon
Er war nicht in Krisengebieten eingesetzt.
Nur viele Monate in der Corona Amtshilfe unterwegs

23.06.2022 21:09 • x 1 #15


cube_melon
Zitat von Liberta:
Er war nicht in Krisengebieten eingesetzt.

Das ist sehr gut.

23.06.2022 21:16 • #16


@portugal
Ganz sicher wäre es besser er wohnt alleine. Das habe ich ihm mehrmals gesagt. Seine Antwort darauf ist: Dann schmeiß mich doch raus.
Im Moment halte ich es auch für schwierig irgendwas zu finden da er ja keine Arbeit hat. Er selbst bemüht sich nicht auszuziehen.

23.06.2022 21:34 • #17

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Lonesom-er
Zitat von Liberta:
@portugal Ganz sicher wäre es besser er wohnt alleine. Das habe ich ihm mehrmals gesagt. Seine Antwort darauf ist: Dann schmeiß mich doch raus. Im Moment halte ich es auch für schwierig irgendwas zu finden da er ja keine Arbeit hat. Er selbst bemüht sich nicht auszuziehen.


Man könnte das dann schmeiß mich raus schon als Aufforderung sehen. Evtl. wünscht er es sich sogar. Auch ich habe erfahren das es einen Unterschied macht ob man es kann, oder es muss. Was man seinem Kind glaubt gutes zu tun, kann genau das Gegenteil bewirken.
Trotz alle dem möchte ich nicht mit Dir tauschen. Egal wie Du Dich entscheidest, erst wenn es getan ist wirst Du wissen ob es das Richtige war.

24.06.2022 10:41 • #18



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser