xoxoxoxo

Hallo,

für mich ist das momentan noch Zukunftsmusik, aber ich würde gerne Mal nach Erfahrungswerten fragen: Gibt es hier Menschen die an einer psychischen Erkrankung gelitten haben oder leiden und erst in "gehobenen Alter" einen Abschluss erreicht haben?
Ich bin jetzt Mitte 20 und habe mein Studium aufgrund von Depressionen nicht gepackt. Schon in der Schule hatte ich eine depressive Episode und Panikattacken, die sich aber mehr oder weniger in Wohlgefallen aufgelöst haben. Seit letztem Jahr bin ich arbeitsunfähig und in Therapie, habe zweimal den Versuch gestartet wieder zu arbeiten und bin damit auf die Nase gefallen. Mit dem zweiten Versuch bin ich jetzt gerade beschäftigt......

Zu schaffen macht mir mittlerweile meine berufliche Zukunft. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich diese Krankheit irgendwann in den Griff bekomme, den vor meinem zweiten "Arbeitsversuch" war ich auf einem wirklich, wirklich gutem Weg. Trotzdem bleiben da noch die Zweifel, was meine Ausbildung angeht: Das Studium habe ich fast beendet, bin im allerletzten Semester gescheitert. Beenden kann ich es leider nicht mehr, da der Studiengang mittlerweile ausgelaufen ist -> es war ein Studium im Ausland.
Ich begreife die momentane Krise auch als Chance, mich nochmal beruflich meinen Träumen zuwenden zu können und vielleicht auch ein Hobby zum Beruf zu machen. Leider stehen dahinter viele Fragezeichen: Mit Mitte 20 habe ich keinen Anspruch mehr auf finanzielle Unterstützung seitens meiner Eltern oder Kindergeld. Ich lebe aber mittlerweile mit meinem Partner zusammen, der momentan ebenfalls eine Ausbildung absolviert. Es ist seine Zweite - er ist etwas jünger als ich und hat die sich bietende Gelegenheit beim Schopf gepackt und macht jetzt sein Hobby zum Beruf.

War jemand von euch in einer solchen Situation? Wie seit ihr vorgegangen? Wie habt ihr das Fianzielle geregelt?
Mein Psychologe motiviert mich immer wieder, nach Lösungen zu suchen. Das tue ich auch, aber irgendwie drehe ich mich immer wieder im Kreis, vor allem was das finanzielle Thema angeht. Durch das Studium habe ich Schulden, die ich monatlich begleichen muss. Ich brauche, nur um die Fixkosten zu begleichen (keine Freizeit, keine Klamotten, etc.; nur Wohnung, Versicherung, etc.) einen höheren, dreistelligen Betrag. Welche Ausbildung bietet sowas netto schon?!

08.05.2015 14:50 • 21.05.2015 #1


4 Antworten ↓


Schlaflose

Schlaflose


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Ich habe erst mit 30 meine erste Stelle gehabt. Ich war 20, als ich anfing zu studieren (aufgrund von mehreren Auswanderungen habe ich 1 Jahr in der Schule verloren). Ich habe Anglistik und Romanistik auf Lehramt an Gymnasien studiert, was schon von vorherein mindestens 10 Semester betrug, dazu zwei Auslandsaufenthalte von jeweils 6 Monaten und nach dem 1. Staatseexamen 2 Jahre Referendariat. Und das sogar ohne psychische Probleme. Ich hatte Mitstudenten, die noch viel älter waren und länger an Uni herumhingen.
Nach dem Referendariat wollte ich sogar eine Umschulung zur Buchhändlerin machen, habe es aber nach drei Monaten abgebrochen und bin dann doch in den Schuldienst gegangen.

Ich hatte allerdings ab dem 6. Fachsemester eine Stelle als Hiwi bei einem Professor und habe ganz gut verdient. Und ich habe während der ganzen Zeit zuhause gewohnt.

08.05.2015 15:17 • #2


Kirsuber


Ich schließe bald mein Studium ab und werde im September 39. Ich habe auch mit 28 mein erstes Studium aufgrund der Ängste abgebrochen und bin es dann noch einmal mit Mitte 30 angegangen.
Mitte 20 ist noch recht jung und dir stehen noch alle Türen offen. Wenn du eine gute Begründung (und die hast du ja durch deine Erkrankung) für den Studienabbruch hast, dann würdest du sogar eventuell noch einmal Bafög erhalten.
Hast du denn irgendeine Idee, was du genau beruflich machen möchtest? Du hast geschrieben, dass du gerne dein Hobby zum Beruf machen möchtest. Was ist das denn für ein Hobby?

08.05.2015 15:31 • #3


Butterfliege

Butterfliege


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ich bin auch "erst" mit 27 fertig mit meiner Ausbildung. Manche kritisieren mich dafür, dass ich vorher "nichts auf die Reihe gebracht hab". Ich fühl mich auch selbst schlecht deswegen. Mein Freund ist nur ein jahr älter und arbeitet seit er 18 ist voll. Aber ich hab auch Leute kennengelernt, die erst mit 31 fertig waren.

08.05.2015 16:54 • #4


xoxoxoxo


Ich denke einfach mittlerweile, dass ich vielleicht einfach nicht für einen Posten als Geschäftsführer, etc. gemacht bin. Von daher bin ich vom Studium und einer dualen Ausbildung mehr oder weniger weg gekommen. Ich würde stattdessen gerne mein Hobby zum Beruf machen. Allerdings ist das auch wieder so eine Sache....bevor ich mich für mein Studium entschieden habe, wollte ich Pferdewirtin werden. Der Vertrag lag schon zuhause, fertig zur Unterschrift. Dann kam die Zulassung zum Studium und ich habe mich gegen die Tiere entschieden. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das die richtige Entscheidung war.

Mein zweites Steckenpferd ist die Fotografie. Natürlich bin ich in erster Linie Hobbyfotografin, habe aber schon einige Wettbewerbe gewonnen und werde gerne von Freunden, Verwandten und deren Bekannten als Fotografin "engagiert", sei es als Hochzeitsfotografin, Tierfotografin oder teilweise auch über Kontakte für öffentliche Veranstaltungen. Bis jetzt alles ohne "Lohn", dafür wurde ich dann anderweitig "begünstigt".

Nun sind das beides Berufe an denen man sich keine goldene Nase verdient. Pferdewirtin ist ein (körperlich) harter Job und wenige ziehen ihn bis zum gesetzlichen Rentenalter durch. Als Fotografin muss man sich sein Brot hart verdienen und es gibt in diesem Zeitalter nur noch wenige, die einen Fotografen einstellen.
Etwas, dass ich persönlich gar nicht als besondere Fähigkeit ansehe, von Anderen aber immer wieder hoch gelobt wird ist meine Kreativität. Sei es bei selbstgebastelten Geburtstagsgeschenken, selbstgenähten Klamotten oder "Kunstwerke" auf eine *beep* Wand bringen - die Leute sind immer begeistert von dem Ergebnis. Deswegen haben mir viele aus meinem Umfeld nahegelegt, etwas "visuelles" und "kreatives" zu machen. Allerdings sind das meistens Berufe wie z.B. Mediengestalter. Die gibt es auch wie Sand am Meer und zudem kann ich mir nicht vorstellen acht Stunden am Stück in einem Büro vor dem Computer zu sitzen, ohne tatsächlich etwas mit meinen Händen zu machen.

Man sieht also: Ich habe viele Ideen, aber keine gerade Linie. Ich fühle mich wie 15 als ich auf die Frage nach meinem Berufswunsch alle drei Wochen einen anderen Beruf angegeben habe.....

21.05.2015 12:53 • #5




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