Hallo Confusing, alles gut beschrieben, finde ich!

Und ich denke, jeder kennt das von sich selber ein Stück weit.
Zitat von Confusing: Das Funktionieren funktioniert nicht mehr.
Schönes Wortspiel - und so wahr - einerseits. Aber andererseits könnte man auch sagen, dass lediglich daheim Dein "wahres Ich" funktioniert und in der Arbeit nicht. Wir sollten also nicht vorschnell "Funktion" bzw. "Dysfunktion" mit "Wahrheit" bzw. "Falschheit" kombinieren.
Ich habe z. B. schon oft erlebt, dass Menschen, nachdem sie mal eruptiv
nicht funktionierten, erstmals damit begonnen haben, wirklich zu "funktionieren" - in dem Sinne, dass sie sich dann (endlich) trauten, sich zu öffnen.
Um es für Deinen konkreten Fall auf den einfacheren Nenner zu bringen: Dein Leiden
gehört zum Heilungsprozess. Die gefühlt konflikthafte Separation zwischen "öffentlichem Ich" und "privatem Ich" ist ein Symptom für
unausgelebte Aufrichtigkeit (von "richtig" und "aufrichten"(zu sich stehen)). Und wenn noch genügend Selbstliebe vorhanden ist, tut das - notwendigerweise - weh.
Zitat von Confusing: Als würde ich mein Lachen ablegen und der Clown beginnt zu weinen.
Auch ein schönes Bild. Ich habe oft das Gefühl, ganz Deutschland lacht sich in die Gefühllosigkeit. Aufrecht grinsend in die Sinnlosigkeit, Verlogenheit, Un
aufrichtigkeit.
Zitat von Confusing: In mir breitet sich immer mehr die Verzweiflung aus, es würde mich niemand mögen, wenn er wüsste wie es mir wirklich geht.
Das mag bei oberflächlich veranlagten Gegenübern auch zutreffen. Aber man will nicht glauben, wie vielen Menschen es eigentlich ganz genau so geht wie uns - nur "lachen" sie sich lediglich auch nur durchs Leben.
Zitat von Confusing: Nur diese Diskrepanz zwischen dem was ich fühle und dem was ich nach Außen darstelle ist so enorm, dass ich denke, mich immer mehr selbst zu verlieren. Ich weiß nicht wie ich es vereinbaren soll miteinander.
Irgendwo und irgendwie müssen wir es wagen, eine "Schnittstelle zum Datenaustausch" zu etablieren. Manche nutzen dafür Meditation, SH-Gruppen (diesbezüglich mein Favorit!), Sport, Vereine etc.
Letztendlich "sind" wir nicht wirklich anders, sondern zeigen uns nur unterschiedlich. Doch egal, was wir zeigen - es trifft niemals das "wahre" (individuell) erlebte Faktum. Zudem, und das ist wichtig zu bedenken, sind wir auch nicht gleichbleibend sondern unsere Wahrnehmung (und somit unser Bewusstsein) verändert sich ständig. Wir bleiben nicht "der Alte", auch wenn es sich so anfühlt.
Zitat von Confusing: Und selbst wenn, Menschen mögen keine Geschichten, die ihre Kompfortzonen sprengen und die ihnen beim Zuhören Unbehagen bereiten.
Das erlebe ich täglich anders, ganz ehrlich. Allerdings musste ich das etwas üben und ein Gespür für richtige Zeitpunkte, Themen und Intensität kriegen. Aber insgesamt ist dieser Weg hochinteressant.
Zitat von Confusing: Wenn die Menschen die mich so selbstbewusst kennen wüssten, wie es in mir aussieht, so düster, verloren und hilflos,. Sie hätten kein Interesse mehr an mir.
Vielleicht finden Sie dich z. B. gar nicht so selbstbewusst, weil sie selber bei sich feststellen, dass sie eigentlich ständig ein Stück weit "schauspielern". Der größte, aber systemerhaltende Irrglaube ist:
Die Anderen sind so, wie ich sie wahrnehme und ich weiß, wie mich andere wahrnehmen (würden), wenn ich mich so und so verhalte.Zitat von Confusing: Und nun bin ich durch mein "Schein-Sein" beliebt, und fühle mich schrecklich einsam neben jedem Einzelnen.
Eine etwas provozierende Frage an den, der sich in Dir "schrecklich" fühlt:
Was magst Du an Dir nicht?