Hallo Foorp,
ich sehe das ähnlich wie @Unruhe_in_Person, ich habe auch nicht den Eindruck gewonnen, als hättest Du sie in irgendeiner Art und Weise unangemessen gedrängt, und nach Missbrauch klingt das alles wirklich nicht.
Für mich klingt es so, als hättest Du ihre Grenzen absolut gewahrt, und mal eine Nachfrage ist total in Ordnung, auch mal eine zweite, aber Du hast ja jedesmal auf ihr Nein reagiert, und das ist der wesentliche Punkt.
Du hast sie später gefragt, ob sie Dich als übergriffig erlebt hat, und das hat sie ganz klar verneint.
Die für mich wirklich interessante Frage ist die:
Zitat von Unruhe_in_Person: Traust Du ihr nicht zu,dass sie ehrlich zu Dir war oder woran liegt es?
Du hast ja schon etwas dazu gesagt, und das könnte es natürlich erklären:
Zitat von Foorp: als ich nachfragte, was das bedeuten würde bzw. worum es ging, dass es wohl besser für mich wäre, würde sie mir das nicht sagen.
Das war jetzt natürlich nicht so wirklich fair von ihr, gerade wenn sie Dich gut kennt und weiß, dass Du zu "Gedanken-Kino" neigst. Aber es kann sich ja auch auf etwas völlig anderes beziehen, die Wahrscheinlichkeit dafür scheint für mich recht hoch zu liegen. Sie war ja ganz klar in ihren Aussagen, schon während Eurer Beziehung und auch danach, die Kunst hier ist wirklich, ihr das zu glauben, was sie gesagt hat.
Wie sieht es bei Dir denn sonst aus mit Vertrauen in andere Personen? Ich habe z.B. auch große Probleme damit, Menschen wirklich zu glauben, wenn sie mir sagen, dass ich eine bestimmte Befürchtung nicht zu haben brauche. Bei mir liegt es daran, dass ich nie Ur-Vertrauen ausbilden konnte und somit Menschen niemals ganz trauen kann, auch nicht denen, die mir wirklich nahestehen.
Vielleicht gibt es bei Dir ein ähnliches Grundproblem?
Es klingt auf jeden Fall nach einem Problem, dass mehr mit Dir und Deiner Beziehung zur Umwelt zu tun hat als mit ihr und dieser konkreten Beziehung.
Wie hast Du denn die Trennung allgemein verkraftet? Hat es Dich z.B. sehr verletzt, dass Ihr Euch getrennt habt, auch wenn Ihr jetzt noch gute Freunde seid?
Zitat von Foorp: Und bislang funktioniert das leider nur so, dass ich für mich selbst den Gedanken akzeptiere, dass ich nicht gut war/bin, auch wenn damit einhergeht in Zukunft besser keine Beziehungen mehr zu führen.
Dann könnte das eventuell ein unbewusster Vermeidungsmechanismus Deinerseits sein, zukünftige Verletzungen durch Trennungen zu vermeiden, indem Du keine Beziehungen mehr eingehst.
Es gäbe auch die Möglichkeit, dass Dich die Trennung vielleicht völlig aus heiterem Himmel getroffen hat und Du Dich komplett hilflos gefühlt hast, als Ihr Euch getrennt habt und Du das vielleicht gar nicht wolltest?
Es gibt einen sehr eigentümlichen Mechanismus in unserer Psyche, der dafür sorgt, dass wir uns lieber schuldig als hilflos fühlen, weil Hilflosigkeit das am schwersten aushaltbare Gefühl für uns ist. Wenn Du jetzt vielleicht mit einem eventuellen Gefühl von Hilflosigkeit nicht zurechtgekommen bist, hat sich Deine Psyche vielleicht diesen Weg der vermeintlichen "Schuld" gesucht, um mit einem besser verkraftbaren Gefühl leben zu können (ähnlich dem Mechanismus, aus dem Kinder bei einer Scheidung der Eltern oftmals denken, sie wären Schuld an der Trennung, weil ihre junge Psyche sie vor diesem Gefühl der Hilflosigkeit schützen möchte).
Zitat von Foorp: Ich bemühe mich auch aktuell auch um einen erneuten Therapieplatz
Das halte ich für eine sehr gute Idee

, ich könnte mir vorstellen, dass Du so einiges aufzuarbeiten hast.
Zitat von Foorp: Um ehrlich zu sein, möchte ich einfach nicht mehr darüber nachdenken müssen.
Sollte es sich um ein grundsätzliches Vertrauens-Problem handeln:
Die Lösung hier ist leider tatsächlich, Dich zu entscheiden, es nicht mehr zu tun, so schwer es auch fällt. Mich hat damals mein Therapeut einmal ziemlich "in die Stiefel gestellt" und mir klargemacht, dass es sich um ein Symptom einer Erkrankung handelt, und dass man diesem nicht nachgeben sollte, so schwer und oftmals auch unmöglich es sich auch anhört: Wir haben tatsächlich eine Wahl, natürlich in begrenztem Umfang, aber wir können uns entscheiden, einer Angst nicht mehr so nachzugeben. Sich in einer Situation, in der die Angst kommt, ganz klar zu sagen: Nein, das denke ich jetzt nicht, Schluss damit. Das ist meine Angst, die da spricht, und das hat nichts mit der Realität zu tun. Und dann, in einem zweiten Schritt, den "Schritt ins Vertrauen" zu wagen. Ab einem gewissen Punkt haben wir nämlich keine andere Wahl, als Vertrauen zu "üben" und zu praktizieren, sich zu sagen: Das glaube ich jetzt so, auch wenn meine Angst mir etwas anderes sagt.
Die Angst wird deshalb nicht gleich weg sein, aber sie wird Schritt für Schritt weniger.
Deine Beschäftigung mit dieser Mockridge-Sache klingt für mich nach einem Übersprungsmechanismus Deiner Psyche, die vielleicht auf der Suche nach einem möglichen Schuld-Grund für die Trennung etwas gefunden hat, auf das sie sich stürzen konnte (Hey, vielleicht hast Du ja das gemacht!), und so war plötzlich eine mögliche Antwort auf ein bis dahin zielloses negatives Gefühl da, dass Du in Bezug auf Eure Trennung vielleicht hattest.
Das sind natürlich alles nur Hypothesen, ich kann auch mit allem völlig falsch liegen.
Aber vielleicht hilft Dir zu zumindest die Auseinandersetzung mit diesen Hypothesen, etwas Klarheit in Deine Gefühlswelt zu bekommen, auch wenn sie nicht zutreffen.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg für die Therapeutensuche!
Und wie @Unruhe_in_Person schon schrieb:
Zitat von Unruhe_in_Person: Ein Missbrauchstäter würde sich die Fragen,die Du Dir selbst stellst überhaupt nicht fragen
LG Silver