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Hallo,

ich fühle mich durch meine Chef´s ungerecht behandelt.

1. Ich bin bereits über 10 J. dort und habe seit dem letzten Jahr eine Kollegin bekommen. Sie ist 6 Jahre jünger als ich. Sie hat ebenso wie ich eine Vollzeitstelle (mit einem Unterschied von 2 Wochenstunden). Ich bin kaufmännische Angestellte und sie hat studiert. Sie ist meistens im Büro anwesend, hat aber auch Außentermine bei Kunden. Nun hatte ich letztes Jahr ein Feedback-Gespräch. In diesem hat mein Chef selber Vergleiche angestellt, also habe ich es auch getan. Ich habe gefragt, warum meine Kollegin 3 Tage Urlaub mehr bekommt als ich, und dass ich auch 30 Tage Urlaub haben möchte. Daraufhin hat mein Chef erwidert, dass sie mehr Urlaub hat, weil sie studiert hat. Daraufhin war ich schon kurz davor, das Gespräch abzubrechen, bin dann aber doch geblieben.
Ich habe das später noch mal bei meiner Chefin angesprochen (ich habe drei Chef´s: 2 Senior-Chef´s und den Junior-Chef..), aber sie hat mich nur vertröstet. Es wurde nicht wieder angesprochen.

2. Im gleichen Gespräch habe ich nach mehr Verdienst gefragt. Da sagte mein Chef, die Verdienstgrenze sei erreicht und bei Kollegen von mir, die eine handwerkliche Leistung erbringen, die man ja in Rechnung stellen könnte, sei das anders (so in etwa).
Ein bißchen habe ich mehr bekommen ab ungefähr dem Zeitraum, einen monatlichen Tankgutschein, allerdings ist das fast lächerlich, da er nur 25,-€ und nicht 44,-€ steuerfrei beträgt.

Ich versuche schon seit etlichen Monaten einen anderen Job zu finden, da ich in meinem jetzigen Job aufgabentechnisch und finanziell nicht weiterkomme. Drei Mal war ich auch schon kurz davor. Leider hat es nicht geklappt und ich muss es weiterhin versuchen. Ich kann meine Chef´s manchmal nicht mehr sehen. Es ist beinahe wie eine Zweitfamilie (ein mittelständisches Familienunternehmen). Ich könnte noch mehr dazu schreiben. Aber das sind die zwei wichtigsten Punkte, die ich nun schon mehrere Monate mit mir herumtrage. Entweder finde ich mich mit der Situation ab oder ich habe dort dann keine Perspektiven (so sagte mein Chef mal). Ich kann mich aber immer wieder darüber ärgern, da ich es ungerecht finde.

Was kann ich tun? Ich habe die beiden Sachverhalte einmal kurz einem Anwalt telefonisch geschildert. Er sagte vorsichtig, man müsse sich nicht alles gefallen lassen. Weiter habe ich das Thema Anwalt aber noch nicht verfolgt. Fehlt mir der Mut, das Selbstvertrauen/die Selbstsicherheit? Die beiden Sachen stoßen mir immer mal wieder übel auf. Ist jemand in einer ähnlichen Situation? In meiner Firma gibt es keinen Betriebsrat. Soll ich meinen Chef´s schriftlich mitteilen, dass ich auch 30 Tage Urlaub beantrage? Und dann abwarten? Oder gar nichts tun? Oder soll ich das einfach schlucken? Ist das nicht so schlimm? Bisher habe ich das auch nur bei einer Freundin mal kurz angeschnitten. Also man kann sagen, ich habe da quasi mit niemandem drüber gesprochen. Auch nicht mit meinen Eltern oder meinem Freund. Vielleicht ist es mir peinlich? Unangenehm? Ziehen Angestellte nicht meistens den Kürzeren? Manipulative Strategien hat mein Junior-Chef glaube ich gut drauf. Sie sind wahrscheinlich mit Vorsicht zu genießen. Aber wir haben ja so ein super Betriebsklima, das sei ja auch was wert, sagte mein Chef mal..
Es kann durchaus sein, dass ich in der Vergangenheit (in 2013, 2014) eine Zeitlang immer mal wieder angespannt war auf der Arbeit, weil ich unzufrieden bin. Haben meine Chef´s vielleicht auch bemerkt.

Ich würde mich jedenfalls über konstruktive und ehrliche Rückmeldungen freuen. Vielen Dank vorab!

Pia

24.11.2015 18:20 • 27.11.2015 #1


12 Antworten ↓


Carcass
Moin,

sowas nennt man dann wohl Bossing ( Form des Mobbing durch den Chef). Urlaubstage stehen dir nicht nach Bildung sondern nach Alter zu und vor allem bei einer Vollzeitstelle und ordentlich Dienstjahren stehen sie dir zu. Lies dazu das Arbeitsrecht und befrage deinen Anwalt.
Man gewinnt den Eindruck, dass man dich loswerden will, so erging es mir auch , nur ich bin dann erst mal ein Jahr krankgeschrieben gewesen und habe mir dann in Ruhe was neues gesucht. Gut ging es mir damit nicht wirklich , denn mir sagte man nach 10 Jahren, dass ich 10 Jahre schlechte Arbeit gemacht habe und man mich nur so mit durchgezogen habe. OK, der Chef der mir das sagte, war da grade mal 6 Wochen im Amt und der alte Chef fand damals nur Worte des Lobes.

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, schnapp dir den Anwlat und sie zu dass du den Laden auf eine Abfindung verklagst, denn bei so einer Vetternwirtschaft mit Familienbetrieb ist ziemlicher Mist. Hat nichts mit schlechtem Selbstwert zu tun, du wirst da degradiert und das öffentlich. Führe ein Mobbingtagebuch, kann vor Gericht eine sehr entscheinde Rolle spielen. Gehaltserhöhungen, wenn nicht tariflich geklärt und festgelegt, stehen dir nicht zu und sind nur nach gut Dünken der Chefetage zu bestimmen.

Das ist die *beep* Wahrheitsantwort, kann das leider nicht netter schreiben! Sorry!

Sprich mit deinem Freund und deiner Familie darüber!#

Drücke den Daumen!

24.11.2015 18:30 • x 1 #2


A


Ungerechte Behandlung durch den Chef

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P
Hallo Carcass,

danke für die schnelle Antwort.

Also sollte ich den Mut nehmen und zu einem Anwalt gehen (eine Rechtsschutzversicherung habe ich Gott sei Dank). Auch mit der Gefahr, dass es dann dort wohl nicht angenehmer werden wird?
Aber wenn sie mich loswerden wollen würden, warum tun sie es dann nicht? Kündigen könnten sie mir doch, und ein Grund ließe sich bestimmt auch finden.. Dem Vorgänger von meiner Kollegin haben sie auch gekündigt (der war um einiges älter als ich aber noch nicht so lange da).
Auf was für eine Abfindung soll ich denn deiner Meinung nach klagen? Ich bin doch noch beschäftigt. Sorry, wenn die Frage doof ist.
Also öffentlich ist das nicht, mit den Bemerkungen meiner Chefs. Das weiß sonst keiner mit den Aussagen. Meiner besagten Kollegin habe ich auch nichts erzählt, obwohl wir ein gutes und offenes Verhältnis haben.

Dass du das als Mobbing bezeichnest, muss ich erst mal verdauen. Ein Tagebuch kann ich leider nicht mehr rückwirkend schreiben, da ich die genauen Daten der zwei Gespräche wohl nicht mehr weiß/habe. Nur ungefähr den Zeitraum und die Aussagen kann ich dokumentieren. Bei den zwei Gesprächen waren alle drei Chef´s anwesend. Da wäre es doch ein leichtes zu behaupten, das wurde nie gesagt?

Wir haben keinen Tarifvertrag, also kann man da wohl nichts machen beim Verdienst, aber zumindest beim Thema Urlaub (und dann auch gleich für 2014 mit). Es geht nämlich nur leider im Endeffekt auf meine Gesundheit, durch Grübeln, Frust und auch teilweise dadurch bedingten schlechten Schlaf.

Also am ehesten würde ich vielleicht mit meinem Freund darüber sprechen, aber es wäre mir schon ziemlich unangenehm..

Das hört sich so an, als ob du auch schon so manches auf der Arbeit erlebt hast..

Gruß, Pia

24.11.2015 19:01 • #3


Carcass
Also der Punkt ist der, dass ich früher auch nie das Wort Mobbing benutzen wollte, aber ich habe mit Arbeitsrecht sehr viel zu tun bekommen. Kein Chef kann dir einfach kündigen, es sei denn die irma ist bankrott und selbst dann muss er dir noch eine Abfindung geben. Irgendein Grund geht ebenfalls nicht und deswegen machen es viele Chefs mit der Zermürbetaktik. Irgendwann geben die Menschen auf!

Ich war deswegen im Burnout und wurde dann noch vom Anwalt um Geld betrogen. Seither einen neuen Anwalt, der wirklich super klasse ist! Ich rate dir, gib das in die Hände eines Anwaltes, der in der ersten Instanz zumindest schon einmal einen Streitwert ermitteln könnte. Oder du bleibsterst mal eine Zeit zu Hause, suchst dir was Neues und dann kannst du immer noch kündigen oder zurückgehen.

Ich habe meine ehemalige Arbeit jetzt nach 7 Monaten gekündigt, weil die Chefin ebenfalls so ein MIstvieh ist und ich hatte eben keine Lust das weiter zu ertragen. Vor einem Jahr hätte ich das noch nicht in der Form geschafft und egal welche Schwierigkeiten ich habe, ich frage immer den Anwalt, denn der kennt sich aus und öffnet einem zusätzlich die Augen. Chefs dürfen eben nicht alles, was sie meinen das sie dürften und mit der Unwissenheit der Mitarbeiter rechnen die meist, weil die , wie du hier, mit Angst reagieren und Angst gibt diesen Menschen ALLE Macht und das macht es noch gefährlicher. Eine Abfindung da kann dein Anwalt dich zu beraten, wie viel und ob sich das überhaupt lohnt. Aber das ist diskreditierendes Verhalten dir gegenüber und dir eine Studierende gegenüber zu stellen, die alle Vorteile genießt, das darf so nicht sein. Dass sie mehr verdient mag was anderes sein, aber am Urlaubsanspruch ändert das mal gar nix!

24.11.2015 19:40 • #4


Luna70
Gibt es eine Gewerkschaft, die für die Branche zuständig ist? Die wissen doch gut Bescheid, was deine Rechte als Arbeitnehmer sind.

Soweit ich das weiß, hast du nur ein Anrecht auf den gesetztlichen Mindesturlaub oder das was im Tarifvertrag steht, wenn es einen gibt. Da es bei dir keinen gibt, würde ich sagen, hast du nur Anspruch auf die die 24 Tage Mindest-Urlaub bei einer 5-Tage-Woche. Da liegst du ja drüber. Alles andere ist Verhandlungssache. Bin aber kein Spezialist für Arbeitsrecht, wie gesagt vielleicht mal die Gewerkschaft fragen.

Ich kann dir nur sagen, wie es in meiner Branche (Versicherungswirtschaft) ist. Da bekommen die Leute die vertrieblichen Außendienst machen auch mehr als die kaufmännischen Kräfte im reinen Innendienst. Ich habe übrigens auch nur 24 Tage Urlaub. Bei uns liegt das daran, dass in einem kleinen Unternehmen Fehlzeiten immer schlecht zu überbrücken sind. Wenn jemand fehlt, ist das doppelt Stress für die anderen paar. Gefällt mir auch nicht unbedingt, am Ende des Jahres wird es immer ein bisschen eng, wenn man mal kurzfristig noch einen Tag Urlaub braucht.

Die Rechtsschutzversicherung hilft dir ja nur, wenn du auf etwas klagen willst. Mir ist nur nicht ganz klar, auf was du klagen willst. Solange du nicht gekündigt hast, bekommst du sowieso keine Abfindung und solange man dir den Mindestlohn zahlt sehe ich nicht so richtig, was eine Klage bringen soll. Was du aber machen könntest ist die Anwaltshotline der Rechtsschutzversicherung anrufen (haben eigentlich alle Versicherungen) und mit deren Anwälten telefonieren. Das ist kostenlos, vielleicht hilft dir das schon.

Fühlst du dich denn gemobbt? Von der Ungerechtigkeit mit dem Lohn und dem Urlaub gegenüber der jüngeren Kollegin mal abgesehen.

24.11.2015 19:47 • x 1 #5


Carcass
Zitat von Luna70:

Fühlst du dich denn gemobbt? Von der Ungerechtigkeit mit dem Lohn und dem Urlaub gegenüber der jüngeren Kollegin mal abgesehen.


Kein Betriebsrat , keine Gewerkschaft und was heisst nur Lohn und Urlaub? Das ist doch das was an ihr knarzt Also Mobbing wenn es indirekt daher kommt, merkt man nicht immer^^

24.11.2015 19:50 • #6


Luna70
Zitat von Carcass:
Kein Betriebsrat , keine Gewerkschaft und was heisst nur Lohn und Urlaub? Das ist doch das was an ihr knarzt Also Mobbing wenn es indirekt daher kommt, merkt man nicht immer^^


Carcass, ich habe einen Super-Job, der hat nur zwei Nachteile: zu wenig Lohn und zu wenig Urlaub. Dafür haben die nettesten Kolleginnen der Welt, wir sind wie eine Familie, jeder kann sich auf den anderen verlassen, es gibt kein Zickereien. Dafür verdienen ich dann halt 500 € weniger (vielleicht ist es auch noch mehr, keine Ahnung) als in einer großen Gesellschaft in der nächsten Großstadt und habe außerdem weniger Urlaub als die mit Tarifvertrag. Ich bleibe trotzdem dort, weil Geld eben nicht alles ist. Das habe ich gemeint. Klar, wenn man insgesamt total unzufrieden ist, dann lieber gehen und neu anfangen.

24.11.2015 19:55 • #7


L
So wie ich das sehe kannst du gar nichts tun. Die gesetzlichen Mindestbestimmungen sind eingehalten alles andere ist Verhandlungssache zwischen AG und AN wenn es kein Tarifvertrag gilt. Natürlich ist es Blödsinn zu sagen, dass sie 30 Tage kriegt weil sie studiert hat, aber es muss auch keinen für dich nachvollziehbaren Grund geben warum sie mehr Urlaub kriegt. Sie hat eben geschickt verhandelt. Das ist alles legal, solange die Firma die gesetzlichen Mindestbestimmungen einhält.

24.11.2015 20:06 • x 1 #8


L
Ergänzung: Wieviele Leute arbeiten in dem Betrieb? Bei Kleinstbetrieben gelten eh noch mal andere Bestimmungen. Eine Chance hättest du vielleicht, wenn dort 50 Leute arbeiten würden und dort wirklich alle außer dir mehr Urlaub haben würden. Aber selbst da bin ich mir nicht sicher.

24.11.2015 20:09 • #9


Carcass
Zitat von Luna70:
Zitat von Carcass:
Kein Betriebsrat , keine Gewerkschaft und was heisst nur Lohn und Urlaub? Das ist doch das was an ihr knarzt Also Mobbing wenn es indirekt daher kommt, merkt man nicht immer^^


Carcass, ich habe einen Super-Job, der hat nur zwei Nachteile: zu wenig Lohn und zu wenig Urlaub. Dafür haben die nettesten Kolleginnen der Welt, wir sind wie eine Familie, jeder kann sich auf den anderen verlassen, es gibt kein Zickereien. Dafür verdienen ich dann halt 500 € weniger (vielleicht ist es auch noch mehr, keine Ahnung) als in einer großen Gesellschaft in der nächsten Großstadt und habe außerdem weniger Urlaub als die mit Tarifvertrag. Ich bleibe trotzdem dort, weil Geld eben nicht alles ist. Das habe ich gemeint. Klar, wenn man insgesamt total unzufrieden ist, dann lieber gehen und neu anfangen.


Das habe ich auch schon richtig verstanden Wichtig ist immer dass man sich wohl fühlt keine Frage, aber wenn andere bevorzugt behandelt werden , dann stinkt das ziemlich finde ich.

24.11.2015 20:21 • #10


Perle
Hallo,

wenn Du Dich wie Du ja schreibst immer wieder über diese Ungerechtigkeiten ärgerst, dann musst Du in der Tat gehen. Manchmal ist die Zeit einfach reif dafür. Aber immerhin bist Du ja nun über 10 Jahre dort von daher glaube ich, dass es positive Seiten beim Job / in dieser Firma gibt, auch wenn Du die im Moment nicht mehr erkennen kannst.

Generell sollte man nie bei Beurteilungsgesprächen einen Vergleich mit Kollegen (ob nun Urlaub oder Gehalt) ziehen. Das gilt als Argumentation nicht und wirkt auch (bitte entschuldige) nicht unbedingt erwachsen. Es ist wichtig, dass Du Deine Leistung / Deine Vorzüge bei solchen Gesprächen betonst. Es geht um Dich und um keinen anderen Menschen.

Setzte Dich einfach mal in Ruhe in und schreibe alle Vor- und Nachteile auf, die Dir zu Job und Firma so einfallen. Manchmal wird dann das Bild schon klarer.

Deinen Wunsch nach Veränderung kann ich sehr gut verstehen. Ich selbst arbeite in einem Weltkonzern und da wird mit ganz harten Bandagen gekämpft. Wenn man sich da kein dickes Fell wachsen lässt, na dann gute Nacht ....
Von daher nur die Bitte an Dich, einen Wechsel nicht zu überstürzen, sondern wohl überlegt anzugehen.

In meinen Augen jedenfalls hat die Angelegenheit nichts mit Mobbing zu tun aber das sieht eben jeder Mensch anders. Von Anwalt Co. rate ich ab. Solltest Du tatsächlich gehen, so brauchst Du ein gutes qualifiziertes Zeugnis vom Arbeitgeber, also bist Du in gewisser Weise abhängig und Du weisst leider auch nie, ob so ein Vorgehen mit Anwalt einschalten sich in der Branche evtl. rumspricht und sich zu Deinem Nachteil entwickeln könnte. Es ist halt immer ein Geben und Nehmen.

Alles Gute wünsche ich Dir.

LG, Martina

24.11.2015 20:31 • x 1 #11


PH666
Liebe Pia,
ob man das Verhalten Deines Arbeitgebers schon als Mobbing oder Bossen bezeichnen kann weiss ich auch nicht genau. In jedem Fall wirst du ungerecht behandelt und dagegen solltest du vorgehen. Und zwar lieber früher wie später.
Diese Ungerechtigkeit nagt doch jeden Tag an dir und macht dich auf Dauer unzufrieden und unglücklich. Ich will dir nichts einreden, aber aus eigener Erfahrung, bin zur Zeit wegen Mobbing in Therapie und seit mittlerweile 3 Monaten arbeitsunfähig, dass das mit der Zeit nicht von selbst besser wird.
Ein Tagebuch zu beginnen, wo du alle Ungerechtigkeiten und Vorfälle wo du dich benachteiligt fühlst zu beginnen ist eine gute Idee. Im Fall der Fälle hilft es dir deine Ansprüche zu untermauern. Nachschreiben würde ich es nicht mehr, Fang einfach heute damit an.
Gleichzeitig denke ich, dass eine Beratung beim Anwalt eine gute Idee ist. Das heisst ja nicht, das sofort eine Klage oder ein Brief an deinen Arbeitgeber raus geht. Aber du hörst somit von kompetenter Seite, ob das Verhalten deiner Chefs korrekt ist oder nicht und was man dagegen tun kann. Such dir hierbei unbedingt einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Selbst wenn deine Versicherung die Kosten für diese Beratung nicht übernimmt , kostet das kein Vermögen und gibt dir auf alle Fälle Sicherheit.
In jedem Fall bist du dann nicht so alleine und ohnmächtig gegenüber deiner Chefs.
Ich denke auch, dass Gespräche mit deinem Freund und deiner Familie wichtig sind. Die können dir zwar vielleicht rechtlich nicht helfen, aber sie können und sollten dich moralisch unterstützen. Du musst dich auf keinen Fall für irgendwas schämen. Du hast doch nichts falsch gemacht, dein Arbeitgeber ist der Böse in diesem Spiel. Nicht du!
Tut mir leid, wenn meine Antwort etwas lang geraten ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall die Kraft dich zu wehren und zwar jetzt.
Gerne kannst du mir auch eine PN schicken und ich erzähle dir von meinem Erfahrungen.
Pia, alles Gute und sei stark.

25.11.2015 06:57 • x 1 #12


P
@Luna70
Hallo Luna,

danke für die Antwort.

Das ist richtig, dass ich den gesetzlichen Mindesturlaub bekomme, und alles andere Verhandlungssache ist. Es geht mir aber um die Bemerkung von meinem Chef. Dass er gesagt hat, meine Kollegin würde mehr Urlaub bekommen, da sie studiert hätte. Nur um diese Aussage geht es mir.

Ansonsten würde ich nicht sagen, dass ich mich gemobbt fühle. Da ist halt nur die Ungerechtigkeit mit dem Lohn und dem Urlaub. Aber das reicht schon finde ich. Klar ist mein Chef anstrengend, launisch oder ätzend, oder macht doofe Bemerkungen, aber das findet meine Kollegin auch. Einen perfekten Chef gibt es nun mal nicht.

Wenn ich den Mut aufbringe, wäre es vielleicht ganz gut bei der Rechtsschutzversicherung nachzufragen, ob man sich konkret auf irgendein Urteil oder Gesetz beziehen könnte. Ich habe nur Bedenken, wie dann der Arbeitsalltag aussehen würde. Wenn ich im Recht wäre und das durchsetzen würde, mögen sie mich danach bestimmt nicht lieber.

Warum ich klagen sollte, habe ich auch noch nicht ganz verstanden (das hat Carcass vorgeschlagen). Der Mindestlohn sowie der gesetzliche Urlaubsanspruch sind erfüllt.

Dass du deinen Job sonst als super empfindest ist doch toll, auch wenn du auch der Meinung bist, dass du zu wenig Urlaub und Lohn hast. Ich kann nicht sagen, dass ich meinen Job als super empfinde. Es verändert sich auch nichts an den Aufgaben. Meine Kollegin ist nett, da gibt es keine Probleme. Das ist auch sehr wichtig und da bin ich froh darüber. Aber ich hoffe, dass in größeren Unternehmen nicht immer nur der Ellbogen eingesetzt wird. Das geht übrigens in kleineren auch. Zickenkrieg.
Weniger Verdienst ok, aber irgendwann will ich aus dem Niedriglohnbereich halt heraus. Und einen Tapetenwechsel brauche ich auch. Meine Chef´s sind schon fast wie eine Zweitfamilie..

@Lady77
Hallo Lady,

danke für deine Antwort.

Ja das ist richtig, meine Kollegin hat besser verhandelt. Ich war damals noch ein bißchen jünger als sie, als ich dort angefangen habe. Da macht man sich über manches nicht so viele Gedanken (naiv?). Ich denke ich habe auch zu wenig Selbstvertrauen/Selbstbewußtsein.
Es geht mir um die Aussage von meinem Chef, warum sie mehr Urlaub hat als ich. Klar er muss es nicht begründen. Aber er hat es nun mal so begründet. Und das rumort immer mal wieder in mir... Ich kann das nicht dauerhaft ausblenden.
Es gibt Einige, die mehr Urlaub haben als ich, aber auch Manche, die weniger haben.

@Martina (Hamburg meine Perle)
Hallo Martina,

danke für deine Antwort.
Ja, das ist richtig, ich bin schon zehn Jahre in der Firma. Ich wollte nie so lange da bleiben. Ich versuche verstärkt seit drei, vier Jahren einen anderen Job zu bekommen. Leider ist es mir noch nicht gelungen. Ich war drei Mal kurz davor, aber doch knapp daneben. Das nagt auch ganz schön an mir.. Seit einigen Monaten weite ich meine Jobsuche auf eine Großstadt aus, wofür ich dann umziehen müsste (mein Freund wohnt in dieser Stadt). Ich wohne in einem ländlichen Gebiet, da gibt es leider nicht andauernd Jobangebote für meinen Bereich, also sehr selten. Außerdem habe ich einige Jahre nur fünf Minuten von meiner Arbeit entfernt gewohnt und zudem auch noch in einer unglücklichen Beziehung. Auf alles kann man sich dann nicht konzentrieren.

Ja richtig, man braucht ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, insofern wird es immer wieder deutlich, dass der Chef der Stärkere ist...

Mit Sicherheit gibt es auch positive Seiten an meinem Job. Generell fällt es mir leider leichter, eher die negativen Seiten zu sehen..

Das weiß ich, das man keine Vergleiche in solchen Gesprächen ziehen sollte. Aber mein Chef hat es zuerst gemacht, und ich von daher auch..

@PH666
Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Wenn ich aber von einem Anwalt erfahren würde, dass ich mich zu Recht ungerecht behandelt fühle, dann müsste ich doch erst recht diesen Anspruch gegenüber meinem AG geltend machen (wie auch immer), oder nicht?

Warum kann man diese Sachverhalte im Nachhinein nicht aufschreiben, das sind dich die zwei wichtigsten? Vielleicht kriege ich auch noch das Datum halbwegs raus..

Mit dem Erzählen gegenüber meinem Freund oder meinen Eltern finde ich nicht einfach, weil es mir unangenehm wäre, weil ich das schon so lange mit mir rumtrage und nichts dagegen mache, oder dass es überhaupt so ist. Kann ich nicht genau benennen. Das ich nichts falsch gemacht habe, weiß ich im Grunde genommen.

Vielen Dank für deine guten Wünsche und das Angebot einer PN. Du warst also stark?

Das tut mir leid, dass du (und auch Carcass) noch negativere Erfahrungen machen musstet/müsst. Dann wünsche ich dir, dass deine Therapie gut verläuft und du/ihr dann mit Mobbing keine Erfahrungen mehr machen müsst!

Pia

27.11.2015 14:54 • #13


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