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Hallo an alle!

Ich bin jetzt seit vier Wochen aus der tagesklinik raus. Ich habe seit zwei Jahren ein Problem mit SVV.
Dadurch habe ich extrem viele Narben an den Beinen. Mittlerweile sind es auch einige an den armen. Diese stehen sehr raus und sind extrem rot. Bei meinen Freunden und meinem Partner verstecke ich die Narben nicht (außer es sind frische Wunden). Da ich meine Freunde aus der Klinik kenne wissen die darum Bescheid und wissen damit umzugehen.
Nur wie soll ich andren gegenüber damit umgehen? Meine Eltern, wie auch meine Schwester und meine Schwiegereltern in spe, wissen nichts davon und auch nicht das ich eine komb. Persönlichkeitsstörung habe. Bei fremden ist es mir meist egal was sie denken.
Wie soll ich am besten auf die zugehen und wie soll ich auf eventuelle Reaktionen reagieren?
Bisher bin ich immer mit einer Sweatjacke bei allen zu Besuch gewesen. Nur der Sommer kommt und eigentlich will ich mich auch nicht verstecken obwohl es mir peinlich ist.
Heute hat zudem noch meine Schwiegermutter meine Narben gesehen, und direkt gefragt was ich denn gemacht hätte. Hab nur gesagt das hätte ich schon länger uns bin dann ausgewichen. Sie hat aber trotzdem immer wieder hingeschielt. Kann man ihr ja auch nicht verübeln aber morgen sind wir zum grillen eingeladen und ich hab angst das ich angesprochen werde.
Vielleicht hat jemand von euch Erfahrung damit oder einen Rat?
Tut mir leid das es so viel geworden ist, ich hoffe man konnte trotzdem folgen.

04.04.2014 15:42 • 05.04.2014 #1


10 Antworten ↓


Hallo Schlafmütze,

ich habe auch selbstverletztendes Verhalten. Aber nun seit fast einem Jahr bald selbstverletztungsfrei !

ich habe sie auch schon häufig versteckt. Ich möchte es auch nicht das es andere sehen. Aber die letzten 1 1/2 Jahre als ich es gemacht habe, habe ich es nicht mehr versteckt. Und auch gesagt was los ist wenn mich jemand gefragt hat, von meiner Familie.

Ich denke gerade deine Eltern und Schwester könntest du einbeziehen, wenn du es möchtest und dich auch so mit ihnen gut verstehst. Verstehst du dich mit ihnen gut?
Wenn es dir schwer fällt darüber zu reden, kannst du es ihnen auch aufschreiben auf einen Zettel.
Was denkst du denn, wie die reagieren könnten? Du hast doch bestimmt doch Ängste oder so wie die reagieren könnten?

genau aus diesem Grund habe ich es nicht mehr versteckt. Wegen dem warmen wetter mal ab und zu. Ich will ja nicht nur schwitzen sonder mich auch wohl fühlen wollen. Mir sind die Blicke auch unangenehm gewesen, aber irgendwann haben sie nicht mehr blöde geschaut. Da es für sie dazu gehörte zu mir. Es war am anfang unangenehm aber dann ging es mit der zeit.

Mit lieben Grüßen,
Delphin

04.04.2014 20:31 • #2



Umgang mit SVV-Narben / Tipps - Triggergefahr

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erstmal super das du schon so lange durch hältst

Mit meinem papa verstehe ich mich sehr gut. Bin ein richtiges papa-kind nur meine Mutter ist sehr schwierig. Sie ist Alk. und damit komme ich sehr schwer klar. Sie wird dann immer so anhänglich, weinerlich und aufdringlich. Mit meiner Schwester ist es ein durchwachsenes Verhältnis. So verstehen wir uns einigermaßen aber sobald es um meine Erkrankungen geht wird es sehr schwer. Sie scheint ein Problem damit zu haben wenn ich darüber spreche oder meine eltern,. Nuja. Ich habe panische Angst das sie ausrasten. Meine Eltern waren schon total fertig als ich gesagt habe das ich an einer komb. Persönlichkeitsstörung leide.
Meine Cousine hat auch viele Narben an den armen, und darüber haben die allesamt immer sehr schlecht gesprochen. Das es total krank sei, und wie man nur so unnormal sein könne. Ich weiß auch nicht. Ich habe einfach Angst das sie mich dann ablehnen.
Ich weiß nur nicht was ich dann sagen soll. Ich kann ja schlecht sagen 'ich schneide mich' oder so. Auch grade bei meinen schwiegereltern . die sind halt typische münsterländer. Ich denke das sie das nicht verstehen können. Hmpf

Was meinst du, einfach raus hauen wenn sie fragen oder lieber ein Gespräch suchen?

Liebe grüße

04.04.2014 21:28 • #3


Hallo Schlafmütze,

das ist schön für dich, das du dich so gut mit deinem Vater verstehst. ich bin auch eher so ein Papa-Kind ! Mit ihm kann ich besser sprechen, als mit meiner Mutter. Er hat mir auch weniger weh getan in der Kindheit, deshalb denke ich verstehe ich mich mit ihm besser.

Ja, das glaube ich dir,das es mit deiner Mutter dann schwierig ist !
Ist sie das schon lange und ist sie auch in Therapie, oder sieht sie das gar nicht so ein, das sie Hilfe braucht?

Hast du deine Schwester mal gefragt, warum sie ein Problem damit hat oder das du das gefühl hast, das sie es hat? Meine Schwester ging es eine zeit lang auch damit recht schlecht, heutzutage auch noch manchmal. ich habe sie mal gefragt warum. Sie sagte mir,das sie sich hilflos fühlt und es ihr schwer fällt, wenn ich so welche Ängste ect. habe. Sie weiß dann nicht wie sie damit umgehen soll. ich habe ihr erklärt wie sie mir helfen könnte, aber das ich alleine für mich verantwortlich bin und ich mir auch sonst alleine helfen kann.
Ich glaube, wenn einer von denen ausrasten würde, wäre es ihre Hilflosigkeit. Aber ich denke und hoffe das sie es nicht machen werden. Gut ich weiß es nicht und kann es dir nicht sagen ob sie es machen oder nicht, aber wenn dann würde ich an deiner Stelle das gespräch abbrechen und eventuell später noch mal, wenn die sich beruhigt haben, mit denen sprechen.
Was fanden deine Eltern am schlimmsten an der persönlichkeitsstörung? Haben sie dir das gesagt?

Sie haben dich bestimmt sehr lieb! Über deine Cousine haben sie vielleicht auch nur so geredet, da sie auch dort nicht wussten wie man damit umgehen kann. Da ist es das einfachste schlecht drüber zu reden.

Du könntest denen ja beispiele nennen wann du dich schneidest und warum du es tust. Also zum beispiel weil du dann deine gefühle nicht mehr aushälst oder warum auch immer.

Ich denke, es wäre besser das gespräch mit ihnen zu suchen. das würde dann bestimmt ruhiger ablaufen.

Mit lieben Grüßen,
Delphin

05.04.2014 12:02 • x 1 #4


Schlaflose
Eine blöde Frage: wenn man sich schon selbst verletzt, warum tut man es nicht an Stellen, die nicht so leicht sichtbar sind, z.B. am Bauch? Es muss einem doch klar sein, dass das Narben gibt, die nie wieder ganz weggehen.

05.04.2014 12:12 • #5


Danke Delphin, du hast mir sehr geholfen!

Schlaflose: der Punkt ist doch, dass wenn ich Einfluss darauf hätte, würde ich mich gar nicht schneiden. Wenn es an den Beinen nicht mehr reicht, schlage ich um auf die arme. Ich hab in dem Moment keine wirkliche Kontrolle über mich..

Und wie soll ich mit meinen Schwiegereltern umgehen?

05.04.2014 12:40 • #6


Super Schlafmütze, dass du dich das trauen willst, die Narben offen zu tragen bei der Familie. Ich hüte mich seit über 10 Jahren davor. Ging bisher im Sommer auch prima. Aber ich kann mich gut auf meine empfindliche Haut da berufen
Meine Familie hat aber auch ein ganz komisches Bild von Leuten mit Svv oder generell psychischen Erkrankungen.
Vllt fällt es dir ja leichter, wenn du einen Therapeuten mit hinzuziehst oder eine Art Familientherapiestunde in die Wege leitest, wo du mit ihnen darüber reden kannst, aber ein Arzt zur Unterstützung dabei ist, der deine Eltern vllt auch direk auffangen kann.

@Schlaflose: Es ist auch so, dass nicht jede Stelle den gleichen Effekt hat. Mir hat es zb an den Unterschenkeln und Bauch wenig gebracht. Außerdem stellt sich irgendwann, wie Schlafmütze schon schrieb, dass Platzproblem ein. Man kann ja fast noch froh sein, solange man das Gesicht weglässt!

05.04.2014 13:21 • #7


Danke where.there.is.light !
Bei mir ist das Problem das ich eigentlich nie lange Ärmel trage.
Ich wollte eigentlich in der Tagesklinik mit meinen Eltern und den Therapeuten sprechen, aber die meinten es könnte zu viel werden. Nur das belastet mich enorm
An den waden oder schienbeinen hat es für mich keinen Effekt.

05.04.2014 15:36 • #8


Ich glaube aber, dass deine Therapeuten durchaus recht damit hatten, dass es in dem Moment zu viel gewesen wäre. Denn die meisten Eltern reagieren nicht mit alles klar, danke das uns bescheid gesagt hast und gehen zum normalen Alltag über. Viele fangen dann an zu schwanken zwischen Vorwürfen, Selbstvorwürfen, Wut, Hilflosigkeit, Unverständnis etc. manchmal nicht immer im ersten Moment aber so unterschwellig schon. Das Verhalten ändern sich oft und oft auch die Beziehungen der Familienmitglieder unter sich. Das ist zumindest immer ein Hauptbedenken den viele haben, wenn es um sowas geht. Wie es sich im einzelnen Verhält ist ja immer schwer voraus zu sagen und je nachdem hätte und kann das auch immernoch eine enorme belastende Situation mit sich bringen sich zu outen - auch wenn das Versteckspiel ebenfalls anstrengend und belastend ist.
Ein optimalen Zeitpunkt wird es vermutlich nie geben, aber es wäre sinnvoll wenn du soweit gefestig wärst, dass du diese Bürde tragen kannst, wenn die Familienprobleme dadurch dann auf die einprasseln oder es das Familiengefüge vorerst zerreist. Es wäre natürlich schön, wenn das nicht passiert, aber die Möglichkeit dafür besteht leider und damit müsstest du schon umgehen können. Wäre zumindest ratsam. Natürlich wird ein Outing aber auch erfoderlich, wenn der Druck es geheim zu halten zu groß wird. Ja, ist ein schwieriges Anliegen...

05.04.2014 15:59 • #9


Hallo Schlafmütze,

dann wird es in der Klinik auch noch zu viel gewesen. Therapeuten haben da schon ein gutes gespür für was in dem Moment das beste wäre und was man angehen kann und was noch nicht.
Fühlst du dich denn belastbarer als in der Klinik? Also denkst du du kannst es aushalten, wenn wirklich jemand was sagen würde?
Ich musste es damals dann meinen Eltern sagen und meiner Schwester. ich konnte es nicht mehr ertragen, das sie es nicht wussten und hatte ständig angst das sie es mal so sehen könnten und das hat enormen Druck ausgelöst in mir. So habe ich es mich getraut denen es zu sagen....

Ich denke die Schwiegereltern müssen es als letzte Wissen. Das wichtigste wäre erst einmal deine Familie. Deine eigene. Und nicht gleich deine Schwiegereltern..
Schritt für schritt dort machen!

where.there.is.light.,
das heißt du versteckst es schon so lange?! Weiß es denn irgendjemand mit denen du Kontakt hast, also Freunde oder so?

@Schlaflose,

ich habe es gar nicht überlegt wo ich es mache, da ich in dem Moment nur das schnell ereichbarste genommen habe. Ich war gar nicht in dem Moment ich selbst. Bin dann so unter Anspannung das einfach nur der seelische Schmerz innen drin weg gehen soll. Sobald dann die Selbstverletztung da ist, spüre ich dort den Schmerz.
Ich mache es aber seit fast einem Jahr nicht mehr. Lege mir jetzt zum Beispiel dann immer ein eisakku also so ein coolpack auf den Arm, das ist dann auch schmerzintensiv aber es ist nicht selbstschädigend.
So ein Skill zu finden ist aber verdammt schwer, da das selbstverletzten häufig schnellere wirkung zeigt. Ein skill anzuwenden ist schwieriger, da es länger dauert bis die anspannung weg ist.

Mit lieben Grüßen,
Delphin

05.04.2014 21:31 • #10


Nur bei meiner Familie. Sonst lauf ich ganz normal rum und es stört mich nicht. Fragt ja zum Glück auch meist keiner nach. ^^

05.04.2014 22:18 • x 1 #11



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