App im Playstore
Pfeil rechts
195

Cbrastreifen
Zitat von beside:
Dabei ist noch nicht einmal immer klar, was denn »unerledigt« ist!

Was unerledigt ist, da ist die Frage, ob Du Dich an konventionellen Einstellungen orientierst (Was man so zu erreichen hat: Warum eigentlich?), damit man auf diesem Weg glücklich wird, Aber reicht eine Aneinanderreihung dessen, was Du aufgeführt hast, um glücklich zu sein?

Zitat von beside:
Das Leben geht leider von Anfang an in Richtung leer, was die Lebenspower betrifft. Daran ändert auch eine optimistische Denkweise nichts. Aber es geht in Richtung voll, was die Erfahrungen betrifft. Allerdings ist es so, dass daran kein allgemeines Interesse besteht - kein Interesse an den Alten.

Das kann ich überhaupt nicht bestätigen und ist individuell ausgesprochen verschieden.
Und es ist auch nicht zwingend so, dass die Lebenspower nachlässt, es verändern sich auch die Bedürfnisse.
Ja, ich habe früher die Nächte durchgetanzt, aber heute würde ich es gar nicht mehr wollen.

Eine entscheidende Frage ist eher, was ich jetzt möchte. Also, möchte ich es, weil man das mal gemacht haben muss oder möchte ich das, weil es immer schon mein Herzenswunsch war? Das ist nicht immer so leicht, aber es ist zu unterscheiden.

Mach Dir das einfach mal an einem Beispiel klar, bei dem Du etwas nicht machst, weil es Dich schlicht gar nicht interessiert oder sogar ein wenig abstößt, was andere aber gerade völlig hip finden. Würdest Du das dann auch machen wollen? Oder sagen: 'Geh mir weg, mit dem Mist?'

Und dann guck' mal, was aus der Liste wirklich bleibt.

Zitat von beside:
Es kommt drauf an auch alleine ins Abenteuer zu ziehen und etwas zu erleben. Dadurch habe ich viel erlebt, an dem ich zehren kann. Es war nie optimal, aber so ist das/mein Leben eben nunmal.

Hm, sagen wir es so. Ich bin immer ein Grenzgänger gewesen, auch heute noch. Ich interessiere mich für sehr viele Lebensansätze und Menschen abseits der Norm. Die konventionelle Norm hat mich nie fasziniert, für mich war das eher ein Schreckensbild.

Und da ich in vieles reingeschnuppert und versucht habe, die Akteure von innen heraus zu verstehen, was sie antreibt, wie sie denken und fühlen, kann ich Dir sagen, dass es nirgendwo optimal läuft, mein Standardspruch ist immer, dass jeder ne Leiche m Keller hat.

Am besten läuft es bei denen, die ihr Ding, ihren Weg gefunden haben, die wissen, was sie selbst wollen und es umsetzen. Das führt insofern manchmal in die Irre, weil manche Menschen nicht nur diese eine Sache immer schon wollten, sondern bei der Mehrzahl ist es eher eine Mixtur und eher Phasen im Leben.

Darum ist Psychotherapie ein wichtiger Punkt, man lernt seine Bedürfnisse kennen. Man sollte meinen, dass man die auch so ganz gut kennt, doch die Antwort ist sehr oft: Nein. Und es ist begründbar, warum das auch nicht so sein kann, auch Wunsch kann ich Dir das beliebig genau erklären.

Zitat von beside:
Es ist also nur für einen selbst, was wiederum andere Fragen aufwirft. Müssen Renter jedes Jahr 1-3 Mal in den Urlaub fliegen, nur weil sie stetig noch etwas erleben wollen?

Du offensichtlich nicht. Man muss das ja nicht mitmachen.

Zitat von beside:
Das zählt eher zu Wohlstand und nicht zu Abenteuer und Erlebnisse, außer es wäre an irgendeinem schönen Ort, den du bei einem Abenteuer entdeckt hast.

Wie sehr haben Dich Abenteuer denn bisher gereizt? Hast Du sie um jeden Preis gesucht?
Ich gebe Dir die Antwort: Nein. Warum sollte sich das nun dramatisch ändern?

Zitat von beside:
Beim Thema Sex wird es sehr intim. Da gibt es durchaus auch ab 50 Möglichkeiten noch etwas zu erleben. Es gibt spezielle Portale für ab 50, denen allerdings nachgesagt wird, dass sie Abzocke sind.

Auf Portale wäre ich nun gar nicht gekommen. Raus gehen, das erscheint mir passender, da hast Du schon Abenteuer.

Zitat von beside:
Therapie ist dahingehend kein Abenteuer und Erlebnis, sondern eher wie Olivenöl mit Salat. Die meisten Pychotherapien sind heutzutage eh nur Kaffeklatsch. Aber den Leuten tut es gut und darum gehts.

Also, bei mir ging da richtig die Post ab, ich würde es sie zu den großen Abenteuern meines Lebens zählen.

Zitat von beside:
Obwohl ich einiges erlebt habe, aber nichts erreicht habe, geht es mir eher um dieses »unerledigt«-Gefühl, dass tief in der Psyche verankert ist. Ich weiß, dass ich nicht in der Lage bin dies zu erledigen, aber davon geht es nicht weg. Ich werde es nicht los. Es ist gefährlich, wenn es unterbewusst agiert und mich in Situationen bringt, die mir sehr unangenehm sind. Es bedrängt mich unsichtbar von innen heraus.

Na guck mal, da hast Du den Ruf, dass Dir eine Psychotherapie sehr gut brauchen könntest noch mal selbst formuliert. Es wird ein Abenteuer, vor allem wenn Du mitmachst. Du kannst natürlich auch - bildhaft gesagt - die Arme verschränken und eine Therapie mit der Einstellung: 'Dann zeig mal, was du kannst' ohne eigene Beteiligung machen, dann platzt jede Therapie und dann hast Du es vorher schon gewusst, Glückwunsch: Ist es Dir sehr wichtig, schon vorher genau zu wissen, wie es werden wird? Ich glaube, das könnte zutreffen, versuch mal selbst, es zu finden.
Und dann frag Dich, was es mit dem Verlauf Deines Lebens zu tun hat.

Zitat von beside:
Also bin nicht mehr in Kneipen und Konzerte/Veranstaltungen sowie zu Partys und habe nicht mehr an Kunstevents teilgenommen. Ich wurde auch nicht vermisst. Niemand hat sich bei mir gemeldet.

Hast Du es vermisst? Wenn nicht, warum hast Du es gemacht?

Zitat von beside:
Mit der Familie hatte ich auch Schluss gemacht, weil ich sie nicht mehr ertragen wollte.

Was waren die Gründe?

Zitat von beside:
Seitdem Einsamkeit. Aber mich überkommt selten das Gefühl davon. Am ehesten noch bei sexuellen Gelüsten. Ich hatte einige Abenteuer, aber sie waren auch immer schwierig. Es war immer so ein gut und schlecht zugleich. Dieser Sex ohne Liebe war für mich immer eher unbefriedigend, eben weil dieser nichts "erledigte", außer die Erinnerung daran.

Du suchst Liebe, nicht Sex. Liebe kann Dir dauerhafter das geben, was Du suchst.

Zitat von beside:
Kennt ihr dieses »unerledigt«-Gefühl, dass einen drängt?

Ich hatte eine unerledigt Erfahrung in meinem Leben, die ich als sehr schmerzhaft empfunden habe. Bzw. es war eher eine 'abrupt unterbrochen' Erfahrung. Sonst habe ich eher gar nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, aber äußerlich betrachtet ist mein Leben nun auch nicht wahnsinnig spannend.

Oder sagen wir es so: Vor wenigen Jahren hatte ich mich mal auf eine Arbeitsstelle beworben und das Gespräch wurde von der Personalfrau mit den Worten eröffnet: 'Sie haben einen interessanten Lebenslauf' und ich sagte spontan: 'Danke' und lachte. Aber darin sind nun keine irren Ereignisse, die habe ich primär innen erlebt, in der Aufarbeitung des Lebens, in dem Versuch mich und andere zu verstehen, eher bei inneren, als äußeren Grenzerfahrungen. Im Lebenslauf findest Du eher Versuche, Fragmente, aber es passt gut zu mir.

Darum vermisse ich nichts, was nicht heißt, dass bei mir immer die Sonne scheint, gerade aus dem, an dem ich mir die Zähne ausbeiße beziehe ich Lust, die immer auch an Leid gekoppelt ist.

#81





App im Playstore