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C
Zitat von beside:
Dabei ist noch nicht einmal immer klar, was denn »unerledigt« ist!

Was unerledigt ist, da ist die Frage, ob Du Dich an konventionellen Einstellungen orientierst (Was man so zu erreichen hat: Warum eigentlich?), damit man auf diesem Weg glücklich wird, Aber reicht eine Aneinanderreihung dessen, was Du aufgeführt hast, um glücklich zu sein?

Zitat von beside:
Das Leben geht leider von Anfang an in Richtung leer, was die Lebenspower betrifft. Daran ändert auch eine optimistische Denkweise nichts. Aber es geht in Richtung voll, was die Erfahrungen betrifft. Allerdings ist es so, dass daran kein allgemeines Interesse besteht - kein Interesse an den Alten.

Das kann ich überhaupt nicht bestätigen und ist individuell ausgesprochen verschieden.
Und es ist auch nicht zwingend so, dass die Lebenspower nachlässt, es verändern sich auch die Bedürfnisse.
Ja, ich habe früher die Nächte durchgetanzt, aber heute würde ich es gar nicht mehr wollen.

Eine entscheidende Frage ist eher, was ich jetzt möchte. Also, möchte ich es, weil man das mal gemacht haben muss oder möchte ich das, weil es immer schon mein Herzenswunsch war? Das ist nicht immer so leicht, aber es ist zu unterscheiden.

Mach Dir das einfach mal an einem Beispiel klar, bei dem Du etwas nicht machst, weil es Dich schlicht gar nicht interessiert oder sogar ein wenig abstößt, was andere aber gerade völlig hip finden. Würdest Du das dann auch machen wollen? Oder sagen: 'Geh mir weg, mit dem Mist?'

Und dann guck' mal, was aus der Liste wirklich bleibt.

Zitat von beside:
Es kommt drauf an auch alleine ins Abenteuer zu ziehen und etwas zu erleben. Dadurch habe ich viel erlebt, an dem ich zehren kann. Es war nie optimal, aber so ist das/mein Leben eben nunmal.

Hm, sagen wir es so. Ich bin immer ein Grenzgänger gewesen, auch heute noch. Ich interessiere mich für sehr viele Lebensansätze und Menschen abseits der Norm. Die konventionelle Norm hat mich nie fasziniert, für mich war das eher ein Schreckensbild.

Und da ich in vieles reingeschnuppert und versucht habe, die Akteure von innen heraus zu verstehen, was sie antreibt, wie sie denken und fühlen, kann ich Dir sagen, dass es nirgendwo optimal läuft, mein Standardspruch ist immer, dass jeder ne Leiche m Keller hat.

Am besten läuft es bei denen, die ihr Ding, ihren Weg gefunden haben, die wissen, was sie selbst wollen und es umsetzen. Das führt insofern manchmal in die Irre, weil manche Menschen nicht nur diese eine Sache immer schon wollten, sondern bei der Mehrzahl ist es eher eine Mixtur und eher Phasen im Leben.

Darum ist Psychotherapie ein wichtiger Punkt, man lernt seine Bedürfnisse kennen. Man sollte meinen, dass man die auch so ganz gut kennt, doch die Antwort ist sehr oft: Nein. Und es ist begründbar, warum das auch nicht so sein kann, auch Wunsch kann ich Dir das beliebig genau erklären.

Zitat von beside:
Es ist also nur für einen selbst, was wiederum andere Fragen aufwirft. Müssen Renter jedes Jahr 1-3 Mal in den Urlaub fliegen, nur weil sie stetig noch etwas erleben wollen?

Du offensichtlich nicht. Man muss das ja nicht mitmachen.

Zitat von beside:
Das zählt eher zu Wohlstand und nicht zu Abenteuer und Erlebnisse, außer es wäre an irgendeinem schönen Ort, den du bei einem Abenteuer entdeckt hast.

Wie sehr haben Dich Abenteuer denn bisher gereizt? Hast Du sie um jeden Preis gesucht?
Ich gebe Dir die Antwort: Nein. Warum sollte sich das nun dramatisch ändern?

Zitat von beside:
Beim Thema Sex wird es sehr intim. Da gibt es durchaus auch ab 50 Möglichkeiten noch etwas zu erleben. Es gibt spezielle Portale für ab 50, denen allerdings nachgesagt wird, dass sie Abzocke sind.

Auf Portale wäre ich nun gar nicht gekommen. Raus gehen, das erscheint mir passender, da hast Du schon Abenteuer.

Zitat von beside:
Therapie ist dahingehend kein Abenteuer und Erlebnis, sondern eher wie Olivenöl mit Salat. Die meisten Pychotherapien sind heutzutage eh nur Kaffeklatsch. Aber den Leuten tut es gut und darum gehts.

Also, bei mir ging da richtig die Post ab, ich würde es sie zu den großen Abenteuern meines Lebens zählen.

Zitat von beside:
Obwohl ich einiges erlebt habe, aber nichts erreicht habe, geht es mir eher um dieses »unerledigt«-Gefühl, dass tief in der Psyche verankert ist. Ich weiß, dass ich nicht in der Lage bin dies zu erledigen, aber davon geht es nicht weg. Ich werde es nicht los. Es ist gefährlich, wenn es unterbewusst agiert und mich in Situationen bringt, die mir sehr unangenehm sind. Es bedrängt mich unsichtbar von innen heraus.

Na guck mal, da hast Du den Ruf, dass Dir eine Psychotherapie sehr gut brauchen könntest noch mal selbst formuliert. Es wird ein Abenteuer, vor allem wenn Du mitmachst. Du kannst natürlich auch - bildhaft gesagt - die Arme verschränken und eine Therapie mit der Einstellung: 'Dann zeig mal, was du kannst' ohne eigene Beteiligung machen, dann platzt jede Therapie und dann hast Du es vorher schon gewusst, Glückwunsch: Ist es Dir sehr wichtig, schon vorher genau zu wissen, wie es werden wird? Ich glaube, das könnte zutreffen, versuch mal selbst, es zu finden.
Und dann frag Dich, was es mit dem Verlauf Deines Lebens zu tun hat.

Zitat von beside:
Also bin nicht mehr in Kneipen und Konzerte/Veranstaltungen sowie zu Partys und habe nicht mehr an Kunstevents teilgenommen. Ich wurde auch nicht vermisst. Niemand hat sich bei mir gemeldet.

Hast Du es vermisst? Wenn nicht, warum hast Du es gemacht?

Zitat von beside:
Mit der Familie hatte ich auch Schluss gemacht, weil ich sie nicht mehr ertragen wollte.

Was waren die Gründe?

Zitat von beside:
Seitdem Einsamkeit. Aber mich überkommt selten das Gefühl davon. Am ehesten noch bei sexuellen Gelüsten. Ich hatte einige Abenteuer, aber sie waren auch immer schwierig. Es war immer so ein gut und schlecht zugleich. Dieser Sex ohne Liebe war für mich immer eher unbefriedigend, eben weil dieser nichts "erledigte", außer die Erinnerung daran.

Du suchst Liebe, nicht Sex. Liebe kann Dir dauerhafter das geben, was Du suchst.

Zitat von beside:
Kennt ihr dieses »unerledigt«-Gefühl, dass einen drängt?

Ich hatte eine unerledigt Erfahrung in meinem Leben, die ich als sehr schmerzhaft empfunden habe. Bzw. es war eher eine 'abrupt unterbrochen' Erfahrung. Sonst habe ich eher gar nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, aber äußerlich betrachtet ist mein Leben nun auch nicht wahnsinnig spannend.

Oder sagen wir es so: Vor wenigen Jahren hatte ich mich mal auf eine Arbeitsstelle beworben und das Gespräch wurde von der Personalfrau mit den Worten eröffnet: 'Sie haben einen interessanten Lebenslauf' und ich sagte spontan: 'Danke' und lachte. Aber darin sind nun keine irren Ereignisse, die habe ich primär innen erlebt, in der Aufarbeitung des Lebens, in dem Versuch mich und andere zu verstehen, eher bei inneren, als äußeren Grenzerfahrungen. Im Lebenslauf findest Du eher Versuche, Fragmente, aber es passt gut zu mir.

Darum vermisse ich nichts, was nicht heißt, dass bei mir immer die Sonne scheint, gerade aus dem, an dem ich mir die Zähne ausbeiße beziehe ich Lust, die immer auch an Leid gekoppelt ist.

x 1 #81


deepmind
@Cbrastreifen @beside

Danke Euch für Eure Einlassungen und Ausführungen.

@Cbrastreifen

Das mit der Therapie...ich denke es gibt zwei Typen. Typ A ist pro Therapie und Typ B eher skeptisch gegenüber Psychotherapien eingestellt. Ich gehöre klar zu Typ B. Ich denke dass rührt einfach daher, dass ich in meinem Leben bis dato halt alles alleine "gemeistert" habe. Wenn ich krank war, hab ich mich alleine zum Arzt oder zum Einkaufen geschleppt, wenn ich mir größere Dinge gekauft habe oder Sachen für den Wertstoffhof, bin ich mit dem Fahrradanhänger los, wenn ich mal wieder unglücklich/ einseitig verliebt war oder sonstigen Kummer hatte, habe ich mich bei mir selbst ausgeheult oder mich getröstet, Intimitäten habe ich mit mir selbst gemacht, weggefahren bin ich alleine, Weihnachten, Silvester habe ich alleine verbracht usw.

Ich denke das prägt, sodass man dann einfach nicht der Typ ist, der sich auf einmal an eine andere Person oder Personen mit seinen Problemen wendet bzw. die Erwartung hat, dass andere bei Problemen behilflich sein könnten. Daher denke ich, bin ich solcher Therapien gegenüber skeptisch und nicht sehr aufgeschlossen. Wenngleich es schon mehrfach an mich herangetragen wurde, etwa durch die Familie oder sogar durch den engeren Kollegenkreis.

@beside

Ich verstehe vollkommen was du meinst mit "unerledigt". Nun sehe ich es aber so. Meine Erkenntnis des "Unerledigt" führt bei mir nicht dazu, dass ich mich jetzt noch in diverse Abenteuer stürzen möchte, einfach um Dinge abzuhaken, sondern es führt halt zu einem gewissen Schmerz und zu einer Traurigkeit, was ich dann eben versuche durch andere schöne Dinge zu verdrängen.

Und da sind wir dann eben bei dem zitierten "Olivenöl". Sich einfach mal was Gutes gönnen, z.B. auch ein schönes Hemd oder eine Jacke, oder einfach mal einen Ausflug in eine schöne Gegend. Das sind dann diese Kleinigkeiten, die das mir gegebene Leben für mich extrem aufwerten und mich so manchen Schmerz über verschenkte Jahre, zumindest für kurze Zeit vergessen lassen.

Letztlich bringt es doch nichts, sich auf Teufel komm raus mit über 50 noch in "jugendliche" Abenteuer zu stürzen, mal davon abgesehen, dass es halt auch ein bisschen -ich nenne es mal- affig ist, mit 50 noch auf jugendlich zu machen. Das ist dann so der typische "Midlifecrisser".

Auch in Bezug auf Frauen. Ich hab es ja beschrieben, letztlich stehe ich noch immer auf Frauen Mitte/Ende 20. Aber ich tue das nicht weil ich ein alter ge*ler Bock bin oder sein möchte, sondern weil ich mich diesbezüglich nie weiterentwickelt habe. Daher halte ich mich aus diesem Thema jetzt eigentlich völlig raus. Denn es nutzt ja nichts, "Kompromisse" einzugehen (was ich ja bereits getan habe) um dann festzustellen, dass man sich selbst, wie auch die andere Person "belügt".

Denn für eine Beziehung reicht es nicht, wandern oder in den Zoo zu gehen, oder mal ne Woche in den Urlaub zu fahren, aber abends im Bett regt sich dann einfach nichts, und das über Monate. Da tut man dem anderen ja auch Unrecht.

Das habe ich zur Kenntnis genommen und ziehe daher den Schluss, dass ich mich für eine Partnerschaft einfach nicht richtig entwickelt habe. Denn mit über 50 an der Optik junger Frauen festzuhängen, ist ja nun wirklich total behämmert. Zumindest bin ich so vernünftig das selbst einzusehen. Da gibt es ja ganz andere Altersgenossen, die da sehr schamlos und gewissenlos unterwegs sind.

Daher liegt mein Fokus jetzt ganz klar auf mir selbst, die kleinen Dinge im Leben, die machen das Leben vorallem in höherem Alter lebenswert. Das mir das andere alles verwehrt blieb, nungut, damit muss ich halt einfach klarkommen. Zeit kann man nicht zurückdrehen...

x 1 #82


A


Um die 50 und die Luft ist raus

x 3


iquique
Zitat von deepmind:
Typ A ist pro Therapie und Typ B eher skeptisch gegenüber Psychotherapien eingestellt. Ich gehöre klar zu Typ B.

Da bin ich insofern anders gestrickt, als ich schon mein halbes Leben lang bei Bedarf Therapien in Anspruch genommen habe. Ob es was gebracht hat, kann ich im Einzelnen nicht sagen, aber zumindest bei Lebenskrisen fand ich es schon hilfreich. Zurzeit bin ich übrigens in einer Gruppentherapie, da kann man solche Sachen auch mit den anderen Gruppenmitgliedern besprechen.


Zitat von deepmind:
Letztlich bringt es doch nichts, sich auf Teufel komm raus mit über 50 noch in "jugendliche" Abenteuer zu stürzen,

"Jugendliche Abenteuer" haben mich persönlich selbst in jungen Jahren gar nicht allzu sehr gereizt. Womöglich war ich schon immer einer von der eher ruhigeren Sorte, der lieber gereist und Wandern gegangen ist. Und das kann ich auch in meinem Alter immer noch gut machen, und es gibt mir auch viel Befriedigung, wenn ich mich mit solchen Aktivitäten beschäftige.
Zitat von Moonlight_74:

x 2 #83


C
Zitat von deepmind:
Ich denke das prägt, sodass man dann einfach nicht der Typ ist, der sich auf einmal an eine andere Person oder Personen mit seinen Problemen wendet bzw. die Erwartung hat, dass andere bei Problemen behilflich sein könnten. Daher denke ich, bin ich solcher Therapien gegenüber skeptisch und nicht sehr aufgeschlossen. Wenngleich es schon mehrfach an mich herangetragen wurde, etwa durch die Familie oder sogar durch den engeren Kollegenkreis.

Das ist natürlich vollständig Deine eigene Entscheidung, aber ich verstehe nicht so richtig, was Du zu verlieren hast, außer vielleicht Deinen Symptomen.

#84


B
Es gibt verschiedene Charaktere. Wäre ja auch schlimm wenn nicht. Ich kenne einige und auch extreme. Die einen suchen sich nach dem Austoben in den jungen Jahren einen Partner (Genus), nicht wegen der kleinbürgerlichen Denkweise oder der Paar-Normativität, sondern unverhohlen wegen dem täglichen Sex, weil sie dann nicht stetig einen Aufwand betreiben müssen. Andere hingegen drängt es stetig nach Neuem, nach Abenteuer. Sie sind mit ein und derselben Person auf lange Zeit nicht zufrieden.

Naja, und dann gibt es die, die da rausfallen. Die beides versuchen, aber nichts erreichen, oder nur unbefriedigend. Sie haben dann vielleicht einen festen Partner (Genus), aber dieser reizt sie sexuell nicht. Oder sie suchen stetig das Abenteuer, aber es ergibt sich nichts.

Der Fokus auf die Altersgruppe, in der man selbst mental hängengeblieben ist ... ist schwierig zu eruieren, weil meist mehr damit zusammenhängt. Ein jugendliches Aussehen strahlt eben mehr ero. und mehr Leichtigkeit aus als ein älteres. Es erscheint experimentierfreudiger und auch dadurch leichter zu haben zu sein. Aber irgendwann - wie getan - sollte es diesbezüglich ein Upgrade geben, dass man selbst zu alt dafür geworden ist - und aus dem Leben gelernt haben, dass es nicht das Jugendliche ist, was reizt, sondern ganz andere Reize viel reizvoller sind - die aus einer Erfahrung und einer Reife heraus entstanden sind.

Mein Einwurf mit dem »unerledigt« war schon auch dahin gedacht, dass dieses zwar abgemildert werden kann, wobei bei mir Olivenöl eher nichts bringt, aber Ausflüge und etwas von Dauer (schöne Klamotten) schon, aber was ich damit sagen wollte: dieses »unerledigt« geht nicht wirklich weg. Es bleibt hartnäckig, wenn auch im Hintergrund, oder gefährlicher, im Unterbewusstsein, und kommt ungünstigerweise zu ungünstigen Momenten zum Vorschein, drängt sich vor, überrumpelt einen. In schwachen Momenten. Noch gravierende ist, dass dieses »unerledigt« unbemerkt das eigene Verhalten beeinflusst, was andere abschreckt. Bei mir ist das nochmal krasser wegen Persönlichkeitsstörung anhand von zum Teil vererbten Persönlichkeitsanteilen, die mir zutiefst zuwider sind und auch etwas mit meiner Depersonalisation zu tun haben. Das »unerledigt« nutzt jede Schwachstelle. Sowohl das, als auch alles andere. Ich bin dann nicht mehr ich selbst, oder es steht zumindest die Frage, ob das wirklich ich sein will, mit der Machtlosigkeit, Hilfelosigkeit und Paralysierung, dagegen nichts tun zu können. Es ist einfach zu manifestiert, zu tiefsitzend, und von daher zu anstrengend - es überfordert und stellt einen immer wieder auf eine von einem selbst unbeliebte Position. Ungefähr so wie: Das bist du, akzeptiere es. Nein, dass bin ich nicht, dass ist mir fremd, und so will ich auch nicht sein. Manchmal bin ich für mich selbst unerträglich. Annehmen werde ich das nie. Nie! Weil ich auch gar nicht so sein will.

»unerledigt« zeigt einem die Fehler auf, weil vieles was Schnittmengen mit diesem »unerledigt« hat nicht erreicht wurde. Das »unerledigt« macht schlechte Laune und depressiv. Das »unerledigt« sagt: los kümmere dich. Das »unerledigt« sagt: du bist selbst schuld. Das »unerledigt« sagt: du musst! Aber ich will doch gar nicht! Doch, du willst es doch selbst! ...

Es ist etwas anderes, wenn ich selbst etwas gerne in meinem Leben gemacht hätte, wie eine Reise oder eine Ausbildung oder eben ein Abenteuer, und dies nicht geschafft habe, weil ich dazu gar nicht in der Lage war und bin. Das ist dann mein Ding. Aber dieses »unerledigt« fühlt sich einfach immer nur von fremd aufgedrängt an und ich will es von daher schon gar nicht erfüllen.

Mit ab 50 kommen dann einige Einsichten, wie sehr dies das eigene Leben beeinflusst hat, sowie dass für einiges an »unerledigt« die Zeit vorbei ist, auch aus gesundheitlichen Gründen und eben der Einsicht, dass die eigene Person das gar nicht erledigen kann. Sie ist einfach nicht die Person dafür. Sie würde zu viel riskieren, ihr eigenes Leben unnötig unangenehm machen. Dazu zählt auch Therapie. Ich habe irgendwann damit aufgehört, allerdings kam die Initiative nicht von mir, denn ich wollte immer weiter und weiter machen. Sie wurde mir fachärztlich nahegelegt. Das war allerdings nicht so leicht und zufrieden bin ich auch damit nicht wirklich, habe mich aber damit abgefunden. Aber das »unerledigt« ist geblieben und nervt weiter.

Ja, es kann verdrängt werden, aber es ist nie weg. Das braucht man sich auch gar nicht einreden oder schönreden oder schönmachen.

#85


Monolog
Torschlußpanik!......ist das Wort, was mir dazu einfällt.

Ich kann Dich verstehen, wie Du Dich fühlst.
Bei mir ist das momentan auch so eine Krise. Werde auch 50. Allerdings hat die sich schon 2016 angebahnt und es geht nichts Voran. Man fragt sich, war's das jetzt, oder kommt da noch was? Bleibt das jetzt für immer so?

Ich merke, daß ich gerade mit vielem abschließe. Beziehung kommt für mich nicht mehr infrage.
Kontakte habe ich viele abgebrochen. Das alte Leben muß weichen, damit hoffentlich was Neues entstehen kann.
Auch wenn ich meine, manchmal die Hoffnung zu verlieren, da ich erst heute wieder einen Rückschlag zwecks
Wochenstrukturgestaltung verkraften muß.
So wenig Anforderungen noch an das künftige Leben, aber nichtmal die einfachsten werden momentan erfüllt.
Das Leben kann schon brutal sein.

Zwecks Deiner Sehnsucht nach einer Frau. Das kann ich auch nachvollziehen. Aber oft sind es nur Illusionen, die man sich da
ausmalt. So, was Du mit Urlaub und Strand und *beep* Haut geschrieben hast. Wie ist es denn nun wirklich? Oft kehrt nach
einiger Zeit der Alltag ein und Viele bleiben nur zusammen, weil sie sich nicht zutrauen, alleine das Leben gewuppt zu
bekommen. Andere bleiben aus Verstrickungen mit ihrem Partner zusammen. Die Nächsten sind toxisch füreinander.
Im Grunde wiederholt man in seinen Beziehungen das Drama, was man in seiner Kindheit erlebt hat, bloß rückwärts.
Da können wir uns trösten, daß wir wenigstens Das nicht haben! Und ich bin echt froh drum, weil mich meine letzte Beziehung
richtig krank gemacht hat und ich es tagtäglich merke. Und das will ich nicht nocheinmal durchmachen müssen.

Vielleicht ist ja was Hilfreiches und/oder Nützliches in meinen Worten für Dich oder Andere dabei.

#86





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