Hat sich ja doch einiges hier getan in den letzten 10-12 Stunden. Eigentlich zu viel um auf jeden Beitrag antworten zu können. Aber ich habe mir jetzt alle Beiträge durchgelesen und kann euch da auf jeden Fall verstehen. Bzw. es zeigt, wie unterschiedlich Menschen. Die einen wagen im Alter noch ein Studium, die anderen fahren in weite Urlaubsziele usw.
Das ist toll zu lesen. Mir ist es nochmal wichtig zu betonen, dass ich mit Nichten denke, dass es mit meinen jetzt über 50 vorbei ist. Keineswegs, aber es stirbt etwas mehr und mehr in mir...einfach die Hoffnung darauf, dass ich irgendwie doch noch all das erleben werde, was ich die letzten 30 Jahre verpasst/ verpennt habe. Und genau diese Tatsache lässt mein Herz jeden Tag aufs Neue bluten.
Mir ist völlig klar dass ich das weder rückgängig machen kann, nie mehr dieses jugendliche Verrücktsein mit Freunden und Frauen bekomme (was ich nie hatte), dieses Unbeschwerte etc. Mein Leben war nie unbeschwert. Aber nicht weil mir ein so schlimmes Leben beschert war, sondern weil ich Zeit meines Lebens immer verkrampft, verkopft, unter psychischen Stress, verklemmt und so sehr introvertiert war. Es waren/ sind lediglich die Momente, in welchen man sich mal 1,2,3.. Gläschen gönnt die Momente, wo ich mal ein bisschen lockerer werde. Jetzt mit meinen 50 mag das nicht mehr so ins Gewicht fallen, aber als Jugendlicher, junger Erwachsener ist dieses stocksteife, verklemmte und verkrampfte Leben ziemlich zermürbend und auf die Zukunft gesehen ggf. auch vernichtend.
Und es betrifft halt mehrere Bereiche, irgendwo hängt das eine ja mit dem anderen zusammen. Bei mir:
- in der Schule gehänselt, der Außenseiter
- ergo keine Freunde, keine Parties, keine Urlaube mit Freunden, kein Kennenlernen neuer Leute
- ergo keine Entwicklung sozialer Kompetenzen, Netzwerke etc.
- ergo kein Kontakt zu Frauen
- ergo keine Intimität, keine Liebe, keine Berühungen
- ergo langsamer Rückzug aus dem Leben da "draußen", se*uelle Dinge nur im Verborgenen mit sich selbst und der virtuellen Internetwelt (jeder kann sich denken was gemeint ist)
- ergo kein "Aufraffen" zur persönlichen und beruflichen Weiterenwicklung
Man sieht, es hängt irgendwie alles mit allem zusammen. Ich werde sicherlich mit meinen 50 kein anderer Mensch mehr und vielleicht will ich es auch gar nicht mehr, vielleicht habe ich auch die Kraft gar nicht mehr. Letztlich habe ich mir meine Welt so angenehm wie möglich eingerichtet. Nur das alles ändert nichts am unsäglichen Schmerz bezogen auf meine verlorenen 30-35 Jahre.
Ich möchte noch kurz 2-3 Situationen erwähnen.
1. Meine "Verkrampftheit": Das zieht sich leider bis heute bei mir dahin. Mein Sympatikus war immer sehr sehr aktiv. Ich wache morgens bereits mit nassen Achseln auf, das zieht sich dann durch den ganzen Tag und endet erst Abends wenn die Sonne untergeht. Bis dahin triefe ich förmlich aus den Schweissdrüsen, aber nicht etwa weil mir so warm ist, im Gegenteil, eiskalte Hände und Füße (vorallem im Winter ist es besonders schlimm). Kaum bricht der Abend herein, alles wie weggeblasen, kein Schweiss mehr, mir ist angenehm war,m meine Hände sind warm usw. Und das hatte ich schon immer. Es scheint immer noch so zu sein, dass der Körper ab dem Zeitpunkt des Aufwachens bis zum Sonnenuntergang auf Stress programmiert ist. Damals in der Schule war es besonders schlimm, teils hat es da unter meinen Achseln getropft (!).
2. Frauen: Das Thema, welches mit meinen über 50 wirklich utopisch ist. Und auch wenn es utopisch klingt, umso wichtiger ist es, dass ich es erwähne, weil es auch einer der schmerzlichen Punkte ist. Es reicht mittlerweile auf der Heimfahrt von der Arbeit nach Hause ein Blick nach draußen und die Anwesenheit der zahlreichen jungen Frauen (welche aus rationaler Sicht ja lange bereits aus meiner Altersrange draußen sein müssten). Der Punkt ist, es löst jetzt keine "männertypischen" Gefühle mehr aus, sondern es ist pure Trauer und Unverständnis. Trauer weil ich mir eingestehen muss, nie in meinem Leben mal junge, verrrückte Liebe/Intimität bekommen zu haben und Unverständnis über mich selbst, weil es einfach krass ist feststellen zu müssen, dass ich 20/25 Jahre es einfach nicht geschafft habe, eine Frau für mich zu gewinnen, obwohl ja an jeder Ecke in Massen Damen vorhanden sind/waren. Das führt soweit, dass ich schweissgebadet und tottraurig nach der Arbeit nachhause komme. Denn letzlich löst allein die Anwesenheit einer jungen Dame einen solchen Stress in mir aus, dass auch da wieder alle "Schleusen" geöffnet sind.
Mir ist schon klar, dass ist alles nicht normal und so tickt eigentlich kein 50 Jähriger, aber das ist eben das Problem, dass ich gewaltig in der Entwicklung zurückgeblieben bin. Wo und wie hätte ich mich auch entwickeln sollen, wenn man Mo-Fr nur zwischen Arbeit und Zuhause pendelt. Und an den Wochenenden zuhause hockt in Ermangelung sozialer Kontakte.
3. ganz kurze gescheitere Beziehung vor nicht allzu langer Zeit: Und dazu möchte ich meinen Beitrag von 2024 verlinken, da wurde das alles beschrieben. Und ja, ich hatte einige "Schelte" hier bekommen, aber letztlich ist es halt so wie es ist bzw. war. Um an den damaligen Thread anzuschließen bzw. zu erzählen wie es letztlich geendet hat..Ja es wurde dann von uns beendet, weils einfach bei mir "unten" nicht geklappt hat. Und daher sage ich mir auch, dass das Thema Frauen, auch aufgrund meiner Jugend und Vorgeschichte eigentlich beendet ist. Ich denke, das bringt einfach nichts, wenn man sich eingestehen muss, dass man halt in diesem Punkt keine Entwicklung erlebt hat. Und ich muss sagen, grundsätzlich ist dass auch ok für mich. Man muss sich halt nur wirklich Dinge suchen, die einen ausfüllen.
Hier ist der Link zum damaligen Thread, falls es jemanden interessiert.
beziehungsaengste-bindungsaengste-f64/stehen-gebliebener-altershorizont-im-se-uellen-kontext-t127885.htmlUnd bitte seid mir nicht böse oder fühlt euch "auf den Schlips getreten" (die Frauen). Letztlich war es halt meine Entwicklung, die mich hat so werden lassen. Einen Knopf zum umprogrammieren zu finden ist bei einem Menschen, anders al bei einem Computer nicht so leicht möglich.