Ich habe vor über 20 Jahren meinen Führerschein gemacht und kann sagen, mir ging es echt ähnlich. Ich habe mich sage und schreibe 5 Minuten gefreut nach dem "bestanden". Bis mir eingefallen ist, dass nun diese wundervolle Zeit endet.
Ich habe Rotz und Wasser geheult, sobald ich alleine war.
Ich muss sagen, ich habe lange Zeit da verbracht. Aber nicht sonderlich viel mehr Stunden. Ich war Jung, ich war wild. Hatte viele Pausen dazwischen. Es war dann jedes mal aber wieder wir "wo ankommen" als ich eine Stunde hatte.
Ich habe leider die falschen Wege gewählt, um mit meiner Trauer umzugehen. Ich habe sie leider wegmachen wollen ala "ich habe mich zu freuen, dankbar zu sein". Zusätzlich passte tatsächlich der Satz zu mir, es hat ja auch wieder bedeutet ein Stück weit Erwachsener zu sein. Das hat mir Angst bereitet. Konnte ich aber erst viele viele Jahre später so deuten.
Ich wünsche dir, dass du für dich einen gesunden Umgang finden wirst. Lass deine Traurigkeit weiter zu. Wende dich an Vertraute oder schreibe dir vielleicht selbst all das schöne dieser Zeit auf. Vielleicht wirst du dabei an der ein oder anderen Stelle lächeln. Vielleicht noch nicht jetzt aber irgendwann bestimmt.
Ich glaube, ich hätte damals mit meinen Fahrlehrer sprechen können darüber. Aber dafür war ich damals noch nicht bereit. Ich weiß nicht, wie die Fahrlehrer Heutzutage so sind aber mal einen Besuch mit Unterhaltung wäre (mit Ankündigung) damals möglich gewesen. Hatte auch immer ehemalige Fahrschüler in der Fahrschule angetroffen. Mich hat es zugegebenermaßen beruhigt, dass es auch junge Männer waren
🤭Übrigens nach 20 Jahren schaue ich gelegentlich noch, ob er seine Fahrschule noch hat. Heute kann ich lächeln. Es war eine so Wundervolle Zeit und Erfahrung. Gleichzeitig weiß ich aber für mich, warum ich so an ihn gehangen habe (auch nicht verliebt) und ja, mein Fahrlehrer wusste das garantiert, wie er wie wirken kann. Neben Kindererziehung & Ehefrau waren lustige Flirts mit aber auch tollen Gesprächen gewiss auch eine gute Ablenkung.
Er hat mich aber nie wirklich angemacht oder so. Wir haben uns einfach enorm gut verstanden. Ich glaube aber irgendwie schon, dass es mit dem Fahrlehrer / Fahrschülerin zu tun hatte.
Seine Ehefrau fand ich damals aber auch superlieb. Hatte sie 2x telefonisch kennenlernen dürfen.
Ja, es war schön und ja, ich war genauso traurig wie du. Kennst du auch so typische Fahrlehrersätze von ihm? Die werden dir, falls du sie kennst, noch manches Mal in Erinnerung kommen und dann wirst du irgendwann mit Wärme im Herzen grinsen können und zurückblicken.
Und bald wirst du es gewiss mögen können, dass keiner neben dir die Bremse drückt, weil du versuchst "noch über Gelb zu fahren". Die erste Zeit kullerten bei mir dabei auch die Tränen. Aber es wurde irgendwann besser.
Ich frage mich auch Heute manchmal, wie mein Fahrlehrer jetzt reagieren würde, wenn wir uns jetzt übers Autofahren unterhalten würden. Ich habe aber -zum Glück' auch kein Bedürfnis mehr nach eben einer Unterhaltung. Ich kenne auch so seine möglichen Antworten. Und jetzt lächel ich auch wieder

Es ist ja eben auch ein Thema, welches Abschied UND Neues bedeutet. Ist manchmal nicht so leicht.
Ich würde ja auch
❤ Glückwunsch und gute Fahrt schreiben. Aber das darfst du dann lesen, sobald du bereit dafür bist.