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T
Liebes Forum,

ich würde mich sehr über verschiedene Stimmen zu meinem Thema freuen.

Ich bin seit 5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Ich habe einen achtjährigen Sohn aus erster Ehe und einen einjährigen Sohn mit meinem Partner.
Es gab, wie in vermutlich jeder Beziehung, auch turbulente Zeiten in unserer gemeinsamen Zeit. Ich hatte auch mal Trennungsgedanken. Vor unserem Kleinen gab es ne Zeit, in der sich mein Partner kein eigenes Kind vorstellen konnte. Ich wollte unbedingt noch eines haben.
Zu Beginn der Schwangerschaft ging es mir psychisch nicht gut und ich wusste plötzlich gar nicht, ob ich das Kind behalten wollte.

Nach der Geburt hatte ich große körperliche Probleme, dadurch war ich völlig verzweifelt und mein Partner überfordert.
In all diesen Situationen wandte ich mich an meine Schwester, erzählte ihr alles von meinen Gefühlen und auch nur das schlechteste über meinen Partner. Weil es absolute Krisenphasen waren.

In diesen Zeiten prägte sich bei ihr ein sehr negatives Bild von ihm, das bis heute andauert.
In unserem gemeinsamen Urlaub mit meiner ganzen Familie, Eltern auch dabei, krachte es vor wenigen Tagen wg Sorgen meiner Schwester um ihre einjährige Tochter und deren Schlafbedürfnis.
Wir beide schrien uns an.

Wieder sprach meine Schwester im Anschluss von ihrer starken Abneigung gegenüber meinem Partner, schrie mich förmlich dafür an, dass ich mich auf seine Seite schlage. Was ich normal finde, auch dass sie und ihr Mann zusammen halten.

Ich hatte ihr vor kurzer Zeit gesagt, wie verletzend es für mich ist, dass sie ständig auf meinem Partner herumhackt und ständig negativ von ihm spricht.
Der aktuelle Stand ist ein Waffenstillstand, aber kein großartiger Kontakt (sind noch in dem Urlaub).

Ich habe Gedanken daran, keinen Kontakt mehr zu ihr haben zu wollen.
Ich möchte sie leben lassen und möchte selbst gelassen werden. Das fällt ihr wohl schwer.

Habt ihr Tipps oder Erfahrungen?
Liebe Grüße

13.07.2019 05:56 • 14.07.2019 #1


6 Antworten ↓


juka
Hallo,
Ich kann das gut verstehen. Als meine Mama, mein Bruder und ich eine schwere Zeit hatten war meine Tante bzw die schwester meiner Mama für uns da und hat alles für uns gemacht. Als diese Zeit dann einigermaßen vorbei war, ging irgendwie gar nix mehr. Sie hat sich teilweise uns und vor allem meiner Mama gegenüber sehr ablehnend verhalten. Das hat Anfangs natürlich irgendwie weh getan aber es war halt so und daran hat sich bis heute (2 Jahre später) nichts verändert. Wenn irgendwas ist denkt meine Tante immer nur an ihre Familie bzw an ihr Kind. Wie es z.b. mir dabei geht erfragt sie oft nichtmal.
Jetzt fragt du dich wahrscheinlich wie wir darauf reagiert haben. Wir haben es wirklich nach dem Motto geregelt: Leben und Leben lassen. Geburtstage und sonstige Familienveranstaltungen werden halt abgesessen und da klappt es auch ganz gut, dass dabei keiner dem anderen ins gesicht springt. Alles andere wie Sonntags mal zusammen kaffee trinken gibt es bei uns nicht mehr. So hat jeder den freiraum den er braucht, es gibt weniger stress und wenn wirklich was schlimmes passieren würde, wären dir trotzdem füreinander da. Für uns ist das eine gute Lösung, ob sie das auch für dich ist musst du selbst rausfinden. Das hängt auch sehr davon ab, wie deine Kinder zu deiner Schwester stehen usw. Ich denke aber dass du das gut hinkriegen wirst, meistens pendelt sich das automatisch ein und deine schwester ist ja nicht aus der welt und wird dich auch nicht vergessen oder dir nicht helfen wenn du sie wirklich brauchst.

Ich hoffe dir hat meine Erfahrung vielleicht etwas geholfen und ich bin mir sicher du findest die passender Lösung.

Lg

13.07.2019 07:12 • #2


A


Schwester lehnt meinen Partner ab

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T
Liebe juka,

Vielen Dank für deine lange Antwort.

Heute gab es im Urlaub eine Begegnung mit meiner Schwester und ihrem Mann, sowie meiner Nichte. Es war verkrampft zwischen uns, wir haben aber dennoch oberflächlich miteinander gesprochen.
Besser Krampf statt Kampf.

Ich habe gestern auch mal meine Eltern darauf angesprochen, ob es sein kann, dass sie etwas gegen mein Partner haben. Darauf kam ich, weil des Öfteren irritierte Blicke in meine Richtung gehen, wenn er etwas sagt oder tut.

Meine Eltern meinten, dass sie denken, dass mein Partner anders sei, sie ihn aber sympathisch finden. Mein Partner war während des Gespräches dabei, er hat mit alldem kaum Probleme.
Er ist wirklich so ein Typ, dem wenig etwas ausmacht, der sein Ding macht und andere ihr Ding machen lässt.

Ich habe einfach den Eindruck, dass meine Eltern meinen Schwager, Also den anderen Schwiegersohn, lieber haben. Sprechen auch oft davon, was für ein feiner Kerl er wäre, sie wirken authentisch und lachen, etc. mit ihm.

Momentan fällt es mir schwer, mich auf etwas anderes zu konzentrieren als auf die Blicke und Kommentare meiner Eltern gegenüber meinem Freund.

Ich hatte den Eindruck, ich müsste meinen Freund verteidigen. Dies werde ich jetzt aber sein lassen, da das ja überhaupt keinen Sinn macht, ich wollte einfach nur mal klarstellen, dass ich hinter meinem Freund stehe.

Zu meiner Schwester kann ich nur sagen, dass sie wirklich nicht mehr ganz klar tickt. Sie hatte nach der Eskalation hier im Urlaub behauptet, mein Freund hätte ihr Schläge angedroht. Ich war dabei und das stimmt nicht.

Sie hat sich ein Feindbild kreiert und das hält sie aufrecht. Freunde werden die beiden nie, obwohl mein Partner sie mag, trotz ihrer Abneigung ihm gegenüber.

Ich versuche oberflächlich nett zu bleiben. Und zu mir selbst und zu innerer Stärke und Zufriedenheit zu finden.
Ist nicht einfach für mich, weil ich mich trotz meiner 37 Jahre manchmal klein und abhängig fühle

13.07.2019 18:38 • #3


juka
Ich kann verstehen, dass es dich ziemlich belastet, immerhin ist es trotzdem deine Familie. So ging es meiner Mama am Anfang auch aber irgendwann kommt dann der Punkt an dem man merkt, dass es nichts bringt sich darüber aufzuregen oder sich weiter damit zu beschäftigen. An diesen Punkt wirst du auch kommen und dann wird es um einiges leichter.
Ich finde es auch total schön, dass du und dein Freund euch davon nicht auseinanderbringen lasst. Genauso gut finde ich die reaktion deines Freundes. Ich glaube, dass er dir in dieser schwierigen Situation wirklich halt geben kann.
Zu deiner Schwester fällt mir einfach wirklich nichts mehr ein. Solche Anschuldigungen gehen echt gar nicht. Bei sowas würde ich ehrlich gesagt echt ausrasten aber das bringt halt nichts also am besten nicht hinhören. Oft hat so ein Verhalten einen Grund, nur ist es schwer diesen herauszufinden, wenn das Verhältnis sowieso schon schlecht ist. Es gibt aber trotzdem eine Möglichkeit den Grund zu finden, wenn es dich wirklich interessiert, die wäre eine Familienaufstellung zu machen. Ich weiß nicht wie du zu sowas stehst aber du kannst es ja einfach mal googeln und dann schauen ob es was für dich wäre.
Vielleicht hilft dir das noch etwas weiter.

Lg

13.07.2019 19:31 • x 1 #4


M
Hallo,

ich kann mir vorstellen das die Situation für dich belastend ist.

Doch ich sehe irgendwo die Schuld bei dir selber.

Du hast deiner Schwester schlechte Dinge über deinen Freund erzählt.

Vermutlich so schlecht, dass deine Schwester nicht mehr in der Lage
ist normal mit deinem Freund umzugehen.

Du kannst nicht erwarten das sich deine Schwester, deinen Kummer
anhört, sich dann damit auseinander setzt und dir vermutlich
zur Seite steht, bzw. dich mit Rat und Tat unterstützt.

Zu der Zeit war er der Böse.

Jetzt ist für dich mit deinem Freund alles in Ordnung.
Du erwartest das deine Schwester, dass damalige Gehörte vergisst
und wieder einen auf eitel Sonnenschein macht.

Ich denke, so etwas geht nicht auf Kommando.

Es ist für mich absolut normal wie deine Schwester reagiert,
ich würde vermutlich genauso reagieren.

Dein Freund sollte sich erst einmal in Zukunft bewähren.
Vielleicht findet bei deiner Schwester dann ein Umdenken statt.

Auch solltest du überlegen, ob du demnächst deinen Kummer nicht
selbst lösen kannst und keinen mehr zum Kummerkasten machst.
Sonst kann es passieren, dass der Nächste genauso wieder reagiert.

Viele Grüße und alles Gute,
Mari

14.07.2019 11:44 • x 1 #5


Acipulbiber
Zitat von Tweets:
n all diesen Situationen wandte ich mich an meine Schwester, erzählte ihr alles von meinen Gefühlen und auch nur das schlechteste über meinen Partner. Weil es absolute Krisenphasen waren.


Ich würde absolut zu meinem Freund stehen und künftig intimes nicht mit meiner Familie bereden

14.07.2019 12:57 • x 1 #6


T
Hallo zusammen,

Danke für eure Beiträge.

Es ist nunmal so, dass auch ohne mein schlechtes Reden über meinen Freund, meine Schwester schon vorher dieses Bild von ihm hatte. Auch bei anderen Partnern war das ähnlich, aber nie so krass und ausgeprägt.
Sie ist mit den Jahren immer starrer, enger geworden und die Toleranzschwelle sehr niedrig.
Dahinter könnte ich ein Muster vermuten.

Es ist für mich so:
Ich habe den Eindruck, dass meine Schwester meint, alles bewerten zu dürfen. Andere dürfen das bei ihr keinesfalls. Ihre Wahrnehmung, das was sie hört und erlebt, ist die Wahrheit.

Ihre Wahrheit möchte ich ihr gar nicht nehmen. Sie kann auch meinen Freund ablehnen. Sie sollte mir aber die Freiheit und gleichen Rechte einräumen, es anders wahrzunehmen und anders zu interpretieren.

Heute hat es nochmal zwischen meinen Eltern und mir gekracht, weil wieder nur negatives über meinen Partner kam. Er muss nicht so sein wie sie! Und sie müssen ihn nicht toll finden. Warum lassen sie ihn und uns nicht einfach sein?

Bei mir kommt absolut mein Kind - Ich hoch, ich fühle mich schuldig, klein, abhängig. Alle meine Ängste und schlechten Gefühle werden getriggert.

War mein Freund bis jetzt eher neutral, ist er mittlerweile genervt und möchte gerne nach Hause fahren. Ich kann das verstehen. Aber da hängen auch unsere Kinder dran. Und für den Großen ist es zwar auch echt alles andere als prickelnd, ich möchte aber für ihn nicht noch mehr Stress und Aufregung.
Und prompt stellt sich bei mir auch wieder die Sorge ein, mein Freund wird demnächst dann nicht mehr mit zu Treffen meiner Eltern/Fam. kommen, und wäre dann noch mehr der Böse

Ich merke, dass ich an mir arbeiten muss/will. Therapie begleitet mich seit knapp 8 Jahren. Und noch immer falle ich in meine alten Muster und fühle mich so elend und allein und eben angewiesen auf das Wohlwollen meiner Eltern.
Dabei bin ich 37, zweifache Mutter, Partnerin usw.

Dieses Leben und leben lassen finde ich nen guten Ansatz.

14.07.2019 21:41 • #7





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