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Ich habe seit ca. 2 Jahren Probleme mit meinem besten Freund. Wir sind beide 33 und kennen uns seit 15 Jahren. Kennengelernt haben wir uns auf einem Festival, wir sind oft auf Rock und Metalkonzerten unterwegs und haben trotz Entfernung von über 250 km einen gemeinsamen Freundeskreis. Die Freundschaft zwischen uns war niemals eine Interessens- oder gar eine Zweckgemeinschaft, sondern von echter zwischenmenschlicher Nähe geprägt.

Wir haben uns jahrelang bestens verstanden, alles war schön locker und entspannt. Anfang letzten Jahres hat er seine erste richtige Arbeitsstelle nach dem Studium angetreten. Seitdem hat sich einiges verändert. Mein guter Freund hat ein Fach studiert, mit dem er nicht unbedingt reich werden kann und verdient entsprechend wenig. Deshalb hat sich bei ihm der Frust eingeschlichen, den er teilweise leider an mir ausgelassen hat. Nachdem er mich letztes Jahr mehrmals mit gemeinen Aktionen verletzt hat, habe ich irgendwann eine Funkstille eingeläutet und mich 4 Monate lang weder auf Treffen, noch auf Telefonate oder Mails mit ihm eingelassen. Ich brauchte die Pause wirklich sehr.

Nachdem er sich mehrmals bei mir entschuldigt hatte und dabei wirklich aufrichtig rüberkam, gab ich ihm Anfang dieses Jahres eine zweite Chance. Bis Oktober war alles in Ordnung. Ich war mir sicher, dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen hatten und machte mir über die Streitigkeiten vom letzten Jahr keine Gedanken mehr.

Leider hat er sich seither wieder einiges herausgenommen, was aus meiner Sicht gar nicht geht. Im September war ich auf einem Festival, welches er wegen einer Dienstreise nicht besuchen konnte. Ich hatte ihm im Vorfeld geschrieben, dass ich ihm die Aufnäher von seiner Lieblingsband (die dort aufgetreten ist) mitbringen würde. Er hat mir auf die Mail geantwortet, aber zu den Aufnähern nichts geschrieben. Erst einen Monat nach dem Festival, als das nächste Treffen geplant war, fragte er mich nach dem Preis für die Aufnäher. Als ich meinte, ich hätte 20 Euro bezahlt, meinte er dass er die Aufnäher nicht haben will und ich sie anderweitig verscherbeln sollte. Eigentlich sammelt der Mann ALLES von dieser Band. Außerdem finde ich, hätte er mir das vor dem Festival sagen können, dass er die Aufnäher nicht haben will. Dann hätte ich mir das Geld sparen können. Auf jeden Fall wollte mir bis heute noch keiner die Aufnäher abkaufen.

Vor 3 Wochen fand in seinem Wohnort ein interessantes Konzert statt. Ich habe ihm schon im Hochsommer gefragt, ob ich an dem Abend bei ihm übernachten kann. Er sagte mir sofort zu und meinte, das würde überhaupt kein Problem sein. Anfang Oktober schrieb er mir, dass er schon zwei anderen Leuten (mit denen ich auch befreundet bin) zugesagt hätte und auf keinen Fall mehr als zwei Personen gleichzeitig bei sich übernachten lassen will, weil ihm das zu viel sei. Das fand ich nicht sehr nett, mir nach einer festen Zusage eine Absage zu geben. Also blieb mir nichts anderes übrig, als ein Hotel zu buchen. Kurz vor dem Konzert schrieb er mir, dass er mich ausgeladen hatte, weil er an meiner Stelle einer anderen Person einen Schlafplatz angeboten hat: einer Bekannten, mit der ich nicht wirklich zurechtkomme. Dann fühlte ich mich hintergangen und schrieb ihm eine sehr böse Mail, meiner Ansicht nach völlig zu Recht. Er hätte meine Frage nach einem Schlafplatz gleich am Anfang mit „Nein“ beantworten und mir sagen können, dass diese Bekannte bei ihm nächtigt. Als ich ihm das so gesagt habe, meinte er total pampig, dass er ein erwachsener Mensch sei und ich kein Recht hätte, ihm irgendwelche Vorschriften zu machen. Ich finde sein Verhalten respektlos und unkameradschaftlich, ich erkenne ihn nicht wieder. In den ersten 13 Jahren unserer Freundschaft war er ein völlig anderer Mensch, offen, ehrlich, kameradschaftlich und unkompliziert.

Jetzt ist er mächtig angepisst und will eine Weile Funkstille. Er sieht es überhaupt nicht ein, sich bei mir zu entschuldigen und will auch gar nicht zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat. Schuld bin nur ich, weil ich angeblich ein sehr egoistischer Mensch bin, der bei gemeinsamen Übernachtungen nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Ich finde diese Unterstellung heftig, denn ich habe ihn ganz sicher niemals ausgenutzt. Wenn ich bei ihm schlafe, bringe ich immer Schlafsack und Hausschuhe mit, kaufe das Essen fürs Frühstück und komme niemals ohne Gastgeschenk in seine Wohnung. Ich habe auch immer ein kleines Handtuch fürs Gesicht dabei, verschwinde gleich nach dem Frühstück und dusche erst zu Hause in meiner Wohnung. Ich mache ihm also keinen Aufwand und nutze ihn keineswegs aus. Natürlich lasse ich ihn auch bei mir übernachten, wenn in meiner Nähe ein Konzert stattfindet.

Warum benimmt sich dieser Mann nach so vielen Jahren voller Respekt und Wertschätzung mir gegenüber dermaßen unmöglich? Im Umgang mit unseren Freunden hat er sich übrigens nicht verändert. Wobei die anderen niemals so eng mit ihm befreundet waren wie ich.

20.12.2016 10:24 • 20.12.2016 #1


13 Antworten ↓


Hallo Coco,

ich bin es wieder...

Also zunächst einmal finde ich es bei sowas immer sehr schwierig,da ein Urteil drüber abzugeben.
Denn oft sind die jüngsten Ereignisse doch eher ein Aufhänger für Konflikte,die möglicherweise schon über Jahre "im Untergrund/Unterbewusstsein schwelen" und die man (weil oft unbewusst) auch schwer zu fassen bekommt.

Um mal bei den aktuellen Vorfällen zu bleiben:

Das mit den Aufnähern finde ich persönlich nicht respektlos.Es war sicher nicht sehr nett von ihm aber auch nicht respektlos,er hat sie ja nicht bestellt.Also grenzwertig aber noch o.k. aus meiner Sicht.

Dass er Dich das eine Mal wieder ausgeladen hat,finde ich allerdings auch nicht o.k.
Auf Zusagen von Freunden sollte man sich verlassen können.

Was Du da jetzt machen kannst,ist die Frage.

Ich an Deiner Stelle würde eine Entschuldigung dafür verlangen,dass er Dich mit der Übernachtung hat sitzen lassen.
Mit der Begründung,dass Du Dich auf ihn verlassen können möchtest.
Dies würde ich aber unbedingt sachlich formulieren und nicht in Vorwurfsform.
Eher so,dass Du beschreibst,dass Dich das verletzt hat.

Das sollte er nachvollziehen können.
Wenn nicht,ist ihm die Freundschaft nicht wert genug,auch mal selbstkritisch zu sein.
Zu seinen Fehlern sollte man stehen können und sich entschuldigen können besonders,wenn eine lange Freundschaft auf dem Spiel steht.

20.12.2016 12:56 • #2



Probleme mit dem besten Freund

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Bei der letzten persönlichen Begegnung habe ich ihm das genauso gesagt, wie du es hier beschreibst. Er (betrunken) hat mich beschimpft und gemeint, er würde sich auf gar keinen Fall bei mir entschuldigen. Zum Abschied des Gesprächs legte er seinen Arm um mich und sagte in einem versöhnlichen Ton, dass er mir in den nächsten Tagen eine ausführliche Mail schreiben und mir einiges erklären wird.

Zwei Tage später bekam ich eine Mail, die war aber nicht ausführlich, sondern sehr kurz und schmerzhaft. Er schrieb nur, dass er keinen Bock hätte, sich zu entschuldigen, keinesfalls einen Fehler zugeben und schon gar nicht auf meine Bedürfnisse eingehen wird. Und dass er jetzt Funkstille will.

Es könnte tatsächlich der Fall sein, dass er mir eine Sache aus der Vergangenheit nicht verzeihen kann. Ich war vor Jahren mal in ihn verliebt und machte mir Hoffnungen auf eine Beziehung mit ihm. Bevor ich ihm meine Gefühle gestehen konnte, tauchte eine andere Frau in unserem Freundeskreis auf und machte sich total offensiv an ihn ran. Obwohl ich nichts dazu sagte, merkte sie ganz genau, dass ich ein Problem mit ihrer Art hatte und bat mich um ein Gespräch unter 4 Augen. Sie gestand mir, dass sie sich für ihn interessierte und sie das Gefühl hatte, dass es mir auch so ging und ich deshalb mit ihrem Verhalten nicht klar kam. Nach einem langen Gespräch machte sie mir von sich aus das Angebot, ihn ab sofort in Ruhe zu lassen. Ihr Interesse an ihm sei ohnehin nicht so groß gewesen, außerdem gäbe es tolle Männer wie Sand am Meer – so ihre Worte. Ich habe zugestimmt, weil ich das Gefühl hatte, dass er und ich auf einem guten Weg waren, bevor diese Frau in unserem Leben aufgetaucht ist. Aber ich habe sie nicht darum gebeten, geschweige denn dazu gezwungen. Am Ende versprachen wir uns gegenseitig, dass das für immer unser Geheimnis bleibt und wir mit keiner anderen Person darüber reden werden.

Die Frau und ich vertieften unseren Kontakt, wir freundeten uns an. Wir hatten auch viel Kontakt, als sie nicht mehr so viel mit meinen Freunden unterwegs war und sie sich anderen Menschen zugewandt hatte. Mein guter Freund entpuppte sich als Mensch mit schweren Bindungsstörungen. Ich behielt ihn als Kumpel und verliebte mich in einen anderen Mann, mit dem ich bis heute eine auch nicht gerade einfache Beziehung führe. Meine Freundin hatte in den folgenden Jahren mehrere wechselnde Beziehungen mit verschiedenen Männern, länger als 6 Monate hat nichts bei ihr gehalten.

Vor ungefähr 2 Jahren distanzierte sie sich plötzlich total von mir. Sie meldete sich nicht mehr, reagierte nicht mehr auf meine Nachrichten und ignorierte mich bei zufälligen Begegnungen auf Konzerten. In dieser Zeit fing auch mein guter Freund an, sich zu verändern. Nur kam ich damals nicht auf die Idee, dass es zwischen den Beiden einen Zusammenhang geben könnte.

Vor einem Jahr sagte ein anderer Kumpel zu mir, dass die Frau ihm mal im Suff auf einer Feier die ganze Story erzählt hätte und dass auch u. a. mein bester Freund inzwischen eingeweiht sei. So nach dem Motto: „Weißt du, ich war vor vielen Jahren mal an dir interessiert, aber die böse böse Coco wollte dich auch und hat mir nicht erlaubt, dir mein Interesse zu zeigen.“ Das hat mich echt umgehauen. Die hat mich eiskalt verpfiffen und nach Jahren unser altes Versprechen gebrochen. Die Frau war einfach frustriert, weil keine ihrer Beziehungen gehalten hat (wobei meine recht kompliziert ist, und das weiß sie) und ihre ganze Wut auf mich abgeladen. Mein guter Freund hat ihr offen und ehrlich geantwortet, dass er niemals an einer Beziehung mit ihr interessiert war.

Ich fand es allerdings sehr merkwürdig, dass er mich nach dem Geständnis dieser Frau gar nicht auf die Story angesprochen hat. Stattdessen hat er angefangen, mir mit subtilen Gemeinheiten das Leben schwer zu machen. Und ich hatte ewig keine Ahnung warum. Als ich ihn auf seine Mitwisserschaft bzgl. dieser Sache ansprach, schaute er mich nur eiskalt an und meinte: „Dachtest du ernsthaft, dass ich niemals davon erfahre? Irgendwann kommt alles raus.“ Er warf mir vor, sehr egoistisch zu sein (seit diesem Tag bezeichnet er mich immer mal wieder als Egoistin, früher war das nie der Fall). Dass die andere Frau mir selbst dieses Angebot gemacht und mich Jahre später einfach verpfiffen hat, juckt ihn weniger. Ich habe es angenommen, alles ist seiner Ansicht nach meine Schuld. Natürlich habe ich ihm gesagt, dass ich das inzwischen bereue. Heute würde ich so ein Angebot definitiv nicht mehr annehmen. Aber was die andere Frau getan hat, finde ich wesentlich schlimmer. Sie hat mich verpetzt und von heute auf morgen wortlos aus ihrem Leben gestrichen.

Wenn mein guter Freund tiefe Gefühle für sie gehabt hätte, würde ich es noch einigermaßen verstehen. Aber nein, er hat schon die Jahre zuvor schlecht über sie geredet, weil er ihren Charakter noch nie mochte. Er meinte, er hätte sie gerne mal für einen ONS genommen, weil sie ganz passabel aussehe, aber als Partnerin käme sie absolut nicht in Frage, nicht mal als gute Freundin – dafür sei ihr Charakter zu mies. Wenn ihm der ONS mit ihr so wichtig ist, könnte er das doch jederzeit tun. Die Frau ist immer noch zu haben und würde ihn sofort nehmen, ich bin längst über ihn hinweg und anderweitig vergeben.

Kann das wirklich sein, dass ein Mensch mir so eine Sache noch Jahre später nachträgt? Vor allem ist dieser Mann sonst überhaupt nicht nachtragend.

20.12.2016 14:16 • #3


Das kann ich Dir nicht sagen,ob er Dir das noch nachträgt,es ist eine mögliche Erklärung.
Vielleicht entschuldigt er sich bei Dir,wenn Du Dich nochmal bei ihm für diese Sache damals entschuldigst?

Wär doch schön,wenn ihr das endgültig aus der Welt schaffen könntet.Auch alte Wunden können sehr schmerzen,das hat nichts mit nachtragend sein zu tun.Er war vermutlich darüber damals auch verletzt.
Jeder macht mal Fehler,das ist menschlich.
Ich denke mal,wenn ihr schon so lange befreundet seid,werdet ihr auch diese Krise überstehen.
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen dafür!

20.12.2016 14:25 • #4


Zitat:
ich bin längst über ihn hinweg und anderweitig vergeben.

Das wird wohl das Problem sein
Für mich hört sich das so an, als hätte er mit dir eine Beziehung haben wollen und kommt jetzt nicht drüber weg, dass du vergeben bist

20.12.2016 14:27 • #5


Luna70
Also ehrlich gesagt hört sich das nicht nach bestem Freund an, was du da schilderst.

Was die alte Geschichte mit der Frau betrifft, die sich mal für ihn interessiert hat, könnte seine unterschiedliche Beurteilung der "Schuld" von dir und der Dame da her kommen, dass du in seinen Augen einen Vertrauensbruch begangen hast. Die andere Frau war ja quasi eine Fremde für ihn, also konnte sie sein Vertrauen natürlich auch viel weniger enttäuschen als du, seine damals beste Freundin. Ich kann natürlich nicht wissen, ob er wirklich so hohe Ansprüche an Ehrlichkeit und Offenheit stellt, das kannst du nur selbst wissen.

Menschen verändern sich im Lauf der Zeit und manchmal eben auch in unterschiedliche Richtungen. Vielleicht ist das bei euch der Fall. Du kannst wohl nur die Funkstille erstmal akzeptieren und später noch einen Versuch für ein klärendes Gespräch machen.

Allerdings frage ich mich, warum du unbedingt an einer Freundschaft festhalten willst, wenn dich der "Freund" beschimpft und schlecht behandelt.

20.12.2016 14:37 • #6


@flame: Ich habe mich damals bei ihm entschuldigt. Er meinte, das sei schon Jahre her und nicht mehr der Rede wert. Er hat auch zu einem späteren Zeitpunkt gesagt, dass diese Sache nichts mit seiner jetzigen Einstellung mir gegenüber zu tun hätte.

@kern12: Das ist nicht richtig. Dieser Mann ist wie ich 33 Jahre alt und hatte noch nie eine feste Beziehung. Er will das grundsätzlich nicht, weil er sich dadurch eingeengt fühlt.

@luna: Ja, vielleicht ist es für ihn ein Vertrauensbruch. Und nein, bei uns ist es nicht diese „Menschen ändern sich“-Geschichte. Es stimmt, manchmal verändern sich Menschen und ihre Wege gehen in unterschiedliche Richtungen. Das passiert dann heimlich, still und leise ohne derartige Probleme. Unsere Interessen und Werte haben sich nicht verändert.

Wenn sich jemand, den ich noch nicht so lange können, mir gegenüber dermaßen respektlos benehmen würde, wäre er längst ad acta gelegt. Da bin ich konsequent. Aber wenn ich einen Menschen schon sehr lange kenne und er mir viele Jahre wirklich verdammt gut getan hat, dann möchte ich keinen Kontaktabbruch. Dieser Mann ist für mich mehr als ein Freund, er ist eine Art Familienersatz. Er hat mir das gegeben, was ich von meiner Familie niemals bekommen habe. Meine Familie hat mich - seit ich denken kann - wie den letzten Dreck behandelt. Ich habe aus Selbstschutz nur sehr wenig Kontakt mit meiner Familie.

Leider muss ich gestehen, dass sämtliche Menschen, mit denen ich mal richtig eng befreundet war, im Laufe der Jahre total respektlos mit mir umgesprungen sind und die Freundschaften genau daran zerbrachen. Ich kann Freundschaften auf die Dauer nur halten, wenn die Nähe nicht allzu tief ist.

20.12.2016 15:07 • #7


Zitat von Coco83:
Das ist nicht richtig. Dieser Mann ist wie ich 33 Jahre alt und hatte noch nie eine feste Beziehung. Er will das grundsätzlich nicht, weil er sich dadurch eingeengt fühlt.

Wie auch immer.
Aber vielleicht hat er ja selbiges auch von dir erwartet. Und jetzt, wo sich dein Status verändert hat, mag er dich nicht mehr

20.12.2016 15:38 • #8


Zitat von Kern12:
Zitat von Coco83:
Das ist nicht richtig. Dieser Mann ist wie ich 33 Jahre alt und hatte noch nie eine feste Beziehung. Er will das grundsätzlich nicht, weil er sich dadurch eingeengt fühlt.

Wie auch immer.
Aber vielleicht hat er ja selbiges auch von dir erwartet. Und jetzt, wo sich dein Status verändert hat, mag er dich nicht mehr


Sicher nicht. Als die ersten Probleme auftauchten, war ich schon einige Jahre mit meinem Freund zusammen.

20.12.2016 15:52 • #9


Zitat von Coco83:
Sicher nicht. Als die ersten Probleme auftauchten, war ich schon einige Jahre mit meinem Freund zusammen.

Ich wäre mir da nicht so sicher.

Natürlich hat er erst einmal gute Miene zum bösen Spiel gemacht, da er ja nicht sofort die Fassade fallen lassen wollte, um eben jetzt, Jahre später sich für deinen geänderten Beziehungsstatus zu revanchieren.

20.12.2016 15:54 • #10


Luna70
Zitat von Coco83:
Leider muss ich gestehen, dass sämtliche Menschen, mit denen ich mal richtig eng befreundet war, im Laufe der Jahre total respektlos mit mir umgesprungen sind und die Freundschaften genau daran zerbrachen. Ich kann Freundschaften auf die Dauer nur halten, wenn die Nähe nicht allzu tief ist.


Ich glaube eher, dass hier das Problem liegt. Du hast ja in deinem ersten Beitrag geschrieben, dass er dich mit mehreren Aktionen verletzt hat. Wie hast du darauf reagiert? Hast du da schon klar gemacht, dass man so mit dir nicht umgehen kann? Oder eher die Verletzungen hingenommen und gehofft, dass er sich schon von alleine wieder einkriegt.

Natürlich muss man auch verzeihen, wenn ein Freund Mist gebaut hat, keine Frage. Aber letztendlich muss man halt auch Respekt für sich selbst einfordern und nicht immer nur einstecken.

20.12.2016 16:01 • #11


Zitat von Coco83:
Leider muss ich gestehen, dass sämtliche Menschen, mit denen ich mal richtig eng befreundet war, im Laufe der Jahre total respektlos mit mir umgesprungen sind und die Freundschaften genau daran zerbrachen. Ich kann Freundschaften auf die Dauer nur halten, wenn die Nähe nicht allzu tief ist.


Du bist immer wieder respektlos behandelt worden.
Wenn sich Dinge immer wiederholen,hat es in der Regel etwas mit einem selbst zu tun.
Bei immer wiederkehrenden Respektlosigkeiten ist es ein Mangel an Selbstachtung.
Ich weiss,wovon ich spreche,mir ist es auch immer wieder passiert.

Das Problem ist,wenn man keine Familie im Background hat bzw. eine Familie ,in der man keinen bzw. nicht genug Halt findet,ist man auf Freunde angewiesen.
Das bedeutet,dass man quasi von ihnen abhängig ist,weil kein Mensch ganz ohne andere Menschen auskommt.
Im Zuge dieser emotionalen Abhängigkeit erduldet/verdrängt man Respektlosigkeiten aufgrund von Verlustangst.
Je mehr Respektlosigkeit man erduldet,desto mehr verliert das Gegenüber den Respekt vor einem.

Es gibt Menschen,die das nicht tun ( unbewusstes spiegeln),die sind sehr bewusst und erkennen das Muster.
Die meisten aber spiegeln unbewusst Dein eigenes Selbstbild.

Das Einzige,was Du dagegen tun kannst ist zu erkennen,dass Du ein wertvoller Mensch bist.
Wenn du das nicht nur weisst sondern auch fühlen kannst,spürt das auch Dein Gegenüber/Deine Umwelt und dann werden die Respektlosigkeiten weniger und wenn doch wieder etwas vorfällt,kannst Du souverän damit umgehen.

Soweit meine Theorie...

20.12.2016 16:10 • x 1 #12


Hallo Coco

Meiner Meinung nach ist diese Freundschaft nicht mehr zu retten. Leider ist es so im Leben, dass man sich auch als gute Freunde wie in einer Partnerschaft auseinanderlebt.
Eins steht fest, so geht man nicht mit einem Freund um, so wie er es mit Dir gemacht hat.
Dass Du immer wieder versucht hast die Freundschaft zu retten indem dass Du ihm seine verletzenden Worte und Aktionen verzeihst, wird ihm sagen, dass er sich Deiner Freundschaft sicher sein kann, und er irgendwann wieder mal bei Dir ankommen kann, wenn er will, bis er das nächste Ding raushaut.

Wenn man eine Freundschaft versucht zu kitten, gehören zwei dazu, nicht nur Du allein. Er will offensichtlich keinen engen Kontakt mehr.
Manchmal muss man einfach loslassen, auch wenns weh tut.
Ihr hattet gute Jahre einer Freundschaft, wenn Du weiter versuchst zu retten was zu retten ist und er offenbar nicht will, wird es Dich nur traurig machen.
Menschen verändern sich, die Lebensumstände und auch die Interessen. Es wird, auch falls Ihr Euch noch mal versöhnt, nicht mehr gut gehen, dafür ist zuviel passiert, grad was auch diese Frau kaputt gemacht hat. Dass er so verächtlich von ihr spricht, hätte Dir auch passieren können, wenn Du Dich mit ihm eingelassen hättest, so redet man nicht hinter dem Rücken von Frauen.

Und nur weil man früher für jemanden da war als echter Freund gibt es einem später nicht dass Recht, einen später so mies zu behandeln, sowas muss man nicht haben.
Männer und Frauen können einfach keine guten Kumpel sein, immer stehen die unterschiedlichen Geschlechter dazwischen, das wird dann zu kompliziert.
Das ist wohl hier der Fall, Freundschaft bedeutet aber, dass man sich gegenseitig vertraut, und auch dass man sich respektiert.
Sein Respekt Dir gegenüber ist gleich Null, tu Dir dass bitte nicht länger an.

LG Angor

20.12.2016 16:25 • #13


@luna70: Ich habe schon im Eingangsposting geschrieben, dass ich im letzten Jahr auf Abstand gegangen bin und die Funkstille 4 Monate lang durchgezogen habe. Das ist ein langer Zeitraum wenn man bedenkt, dass wir zuvor fast jede Woche miteinander geschrieben und uns so 1-2x im Monat gesehen haben. Ich habe die Funkstille erst aufgehoben, nachdem er die ganzen 4 Monate sehr bemüht war und mir total glaubhaft vermittelt hat, dass er mich nicht verlieren wollte.

@flame: Als ich noch jünger war, habe ich mir von sämtlichen Freunden so ziemlich alles gefallen lassen. Irgendwann war ich dermaßen am Boden, dass ich nicht mehr konnte. Nach einer Therapie war ich soweit, dass ich gelernt habe, meine Grenzen zu spüren und diese auch zu setzen. Früher war ich froh, wenn Leute sich überhaupt mit mir abgaben. Mit Anfang 20 hätte ich niemals einen Kontakt abgebrochen, egal wie schlecht ich behandelt wurde. Das hätte mein Gewissen nicht zugelassen. In den letzten Jahren habe ich mehrere Personen aus meinem Leben verbannt, wenn sie mir nicht gut getan haben. Aber das sind alles Menschen gewesen, die ich höchstens 4-5 Jahre kannte und mit denen ich nicht so eng war wie mit diesem Mann. Im Umgang mit ihm habe ich übrigens absolut keine Verlustangst gespürt. Wenn mir vor 2 Jahren jemand gesagt hätte, dass er so respektlos sein kann, hätte ich ihn ausgelacht.

@angor: Weißt du, nach unserer längeren Funkstille Ende letzten Jahres lief es in diesem Jahr wieder richtig gut - dachte ich. Er hat sich öfters von sich aus bei mir gemeldet, wir haben tolle Dinge zusammen unternommen, sogar gemeinsame Kurztrips gemacht und uns super verstanden. Er war die ganze Zeit sehr respektvoll - bis die Sache mit der Übernachtung kam.

Diese besagte Bekannte, mit welcher er auch befreundet ist und die ich nicht so gut leiden kann, hat auch ihr Päckchen dazu beigetragen. Sie war in einer langen Beziehung und jahrelang gar nicht in unserer Szene präsent. Vor 2 Jahren tauchte sie wie aus dem Nichts auf, verliebte sich in meinen guten Freund (aber er sich nicht in sie), verließ ihren langjährigen Partner und war auf einmal bei jeder Veranstaltung anwesend. Mein Freundeskreis und ich haben ein gemeinsames Forum. Dort eröffnen wir immer einen Thread, wenn wir etwas unternehmen möchten. Jeder kann sich nach Lust und Laune anschließen. Diese Frau war von heute auf morgen IMMER dabei. Jeder normale Mensch hat an manchen Tagen keine Zeit oder keine Lust, aber diese Frau konnte immer. Selbst wenn sie 40 Grad Fieber hatte, war sie bei unseren Unternehmungen dabei. Ich finde sie sehr aufdringlich und mittelpunktssüchtig, sowas kann ich absolut nicht ab. Am Ende war es dann so, dass ich meinen guten Freund nur noch in Begleitung dieser Frau treffen konnte, weil sie sich bei jedem Treffen an uns hängte - selbst nachdem er ihr einen Korb gegeben hatte.
Als ich ihr dann mal ganz höflich gesagt habe, dass ich mir auch mal etwas Zeit mit meinem besten Freund und diversen anderen Freunden wünschte, ohne dass sie auch dabei war, ist sie ausgerastet. Sie hat dann angefangen, mich subtil fertig zu machen. Bei ihm hat sie mich als eifersüchtige Furie hingestellt, er hat ihr alles geglaubt. Er wirft mir gerne mal vor, dass ich diese Frau mobbe. Das entspricht nicht der Wahrheit. Ich bin nur der Meinung, dass man sich nicht bei jedem Treffen dranhängen sollte, wenn die anderen Leute sich schon seit Ewigkeiten kennen und man selbst ganz neu in der Gruppe ist.

20.12.2016 16:51 • #14



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