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Kruemel0815
Hallo.
Mein Papa ist letzte Nacht unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Er hatte aufeinmal Schmerzen im Rücken und dachte es ist ein Bandscheiben Vorfall. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und hatte in der Notaufnahme einen Herzstillstand. Es war so schlimm das sie ihn ins künstliche Koma versetzt haben. Ich kann nicht mehr schlafen. Immer wenn ich die Augen schließe, sehe ich ihn vor mir wie er auf der Intensivstation liegt.
Papa war mein Fels in der Brandung. Ich weiß nicht wie es ohne ihn weiter gegen soll. Er kommt nie wieder. Ich bin jetzt schon am Ende und das war erst Tag 1. Ich hab 1 Tavor genommen aber selbst damit komm ich nicht runter. Ich leide unter Panikattacken und habe das Gefühl das ich von einer Attacke in die nächste rutsche.

09.05.2021 00:31 • 10.05.2021 x 3 #1


8 Antworten ↓


Yannick
Hallo Kruemel0815,

zunächst möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen. Hast du jemanden, der dir ab jetzt zur Seite stehen kann und das du möglichst wenig alleine sein musst?

Dass was du beschreibst und jetzt fühlst ist bereits die erste Phase von mehreren im Prozess des Trauerns. Man spricht man vom "Nicht-Wahrhaben-Wollen". Ein geliebter Mensch ist plötzlich nicht mehr da. Man denkt, man träumt schlecht, ist im "falschen Film" Kann nicht verstehen "warum er?"...
Du befindest dich in einem Schockzustand, daher siehst du auch noch die Bilder. Ich wünsche dir sehr, dass sich dies in den kommenden Tagen legt, als ein erster Schritt auf dem langen Weg der Trauer.

Ich habe selbst bereits (beide) Eltern verloren. Und ich fühlte mich beide Male sehr verloren. Wenn die Eltern gehen, dann verliert man endgültig seine Kindheit, sagt man. Aber ich habe auch versucht, die Dinge sehr rational zu betrachten. Es ist auch ein stückweit der "Lauf der Zeit". Wie alt war dein Vater, wenn ich fragen darf?
Je jünger man ist, je jünger die Eltern sind, umso schwieriger ist es natürlich, damit umzugehen. Wir Menschen reifen ja erst über viele Jahre. Und erst mit zunehmendem Alter lernt man, mit vielem umzugehen.

Würden wir zwei uns kennen, hättest du mich jetzt ganz oft an deiner Seite. Vorausgesetzt natürlich, du würdest es wollen. Gibt es noch Geschwister, könnt ihr euch gegenseitig stützen und die nun notwendigen Schritte für die Beerdigung gemeinsam einleiten?

Hm, wie soll ich das formulieren.. Ist das deine erste Begegnung mit dem Tod, der in deinem direkten Umfeld auftritt?
Wie bereits erwähnt, was du nun erlebst, ist "ganz normal", auch wenn das sehr gefühllos klingt! Aber glaube mir, mir geht das jedes Mal sehr nahe, wenn jemand, wie du jetzt, sagt, er/sie habe jemanden an den Tod verloren.

Hier ist eine seriöse Beschreibung der Trauerphasen: https://www.bestatter.de/wissen/trauerh...uerphasen/
Gibt zu dem Thema auch ganz viel Literatur. Und du solltest auch vielleicht nochmal im Krankenhaus nach Ansprechpartnern fragen, die dir durch diese Zeit helfen können. Es gibt inzwischen viele (teils ehrenamtliche) Sterbebegleiter. Die helfen z.B. wenn ein geliebter Mensch im Sterben liegt, aber eben auch ,wenn jemand bereits verstorben ist.

Auch wenn es dir sehr schwer fallen wird, versuche nicht zu sagen "ich bin jetzt schon am Ende", sondern sehe einen "Anfang".
Wenn du schreibst "Papa" und er "war ein Fels in der Brandung" und vermutlich auch dein ganz persönlicher Fels, dann denke ich, dass er dich als genauso wichtig empfand im Leben.
Ich denke, er war immer stolz auf dich und er wird auch sicher stolz auf dich blicken, da wo er jetzt ist.

Da wird jetzt ganz vieles auf dich zukommen! Mir hat geholfen, immer mal wieder in diese Trauerphasen zu schauen... "Wo bin ich jetzt?".
Allerdings laufen die Phase nie exakt hintereinander. Und vor allem, für jeden läuft jede Phase unterschiedlich lang. Lass dich da nicht drängen und gehe auf Distanz von Menschen, die sagen "nun muss aber mal gut sein". Nein! Gut ist, wenn du meinst es ist gut.

Ich hoffe, du hast die Möglichkeit, ein paar Tage Ruhe zu finden. Einen verständnisvollen Chef, verständnisvolle Freunde. Menschen, die dir jetzt unter die Arme greifen. Die da sind, wenn du es möchtest, aber auch in Ruhe lassen, wenn du Zeit mit dir allein brauchst.

Hier werden gleich sicher noch viel mehr Menschen antworten, die dir Hilfe anbieten werden. Wie gesagt, wir können nur schreiben, aber auch auf diesem Wege mit Rat und Erfahrung zur Seite stehen!

Viele Grüße und alles Gute!
Yannick

09.05.2021 04:59 • x 1 #2



Plötzlicher Tod meines Papas

x 3


moo
Willkommen Krümel,

mein aufrichtiges Beileid! Meine Mutter starb auch auf der Intensivstation und auch total unerwartet. Man kann als Außenstehender nicht erfassen, in welch heftigem Zustand sich die Angehörigen dabei befinden.

Mache Dir bitte jetzt (!) keine Sorgen über die Zukunft, hierfür ist es einfach die falsche Zeit. Schock und Trauer brauchen Zeit und Ruhe. Konzentriere Dich auf die Verarbeitung der Gefühle und Wahrnehmungen, die jetzt vorhanden sind. Panikattacken sehe ich unter diesen Umständen als nachvollziehbar an. Lass sie zu und hab weder Angst noch Scham.

Alles was jetzt in Dir hochkommt, darf hochkommen und seinen Platz bekommen.

Auch wenn es sich jetzt (!) vielleicht nicht hilfreich anhört, so hat das Erleben des Todes eines Elternteils einen wesentlichen Einfluss auf unsere persönliche Entwicklung. Es wird ein "Schalter umgelegt", dessen Endgültigkeit uns evtl. bislang nicht vertraut war.

Lass Dir nun Zeit und versuche, bewusst die nächsten Tage zu erleben und nicht "fortzulaufen". Du wirst sehen, dass Du das überstehst und verarbeitest. Dein Papa würde sich das sicher auch für Euch wünschen.

09.05.2021 05:14 • x 1 #3


Kruemel0815
Vielen Dank für eure Worte. Mein Papa ist dieses Jahr 70 geworden. Er war aber viel wandern und sehr aktiv. Alleine muss ich das alles nicht überstehen.

09.05.2021 22:14 • x 1 #4


Lottaluft
Ich weiß garnicht was ich schreiben soll
Außer das es mir wahnsinnig leid tut und ich dir aufrichtiges Beileid wünsche
Ich drück dich

09.05.2021 22:15 • x 2 #5


Ibile
Mein herzliches Beileid!

Ich kann meinen Vorrednern zustimmen.
Ich kenne diese Situation leider auch.

Mein Papa ist, als ich 12 war, auch an einem Herzinfarkt verstorben.

Es dauert seine Zeit bis man es verstanden und akzeptiert hat!
Er wird nie ganz gehen!
In Bilder und Erinnerungen wird er immer bei dir sein!

Wichtig ist, ich hoffe, dass ist der Fall bei dir!, dass du Mama/Geschwister/Familie und Freunde hast, mit denen du sprechen kannst oder sie einfach nur da sind.

Lass deinen Gefühlen freien Lauf!
Nicht in dich reinfressen was dich bedrückt!

Fühl dich unbekannterweise gedrückt!
Schicke dir etwas stärke für die schwere Zeit!

09.05.2021 22:48 • x 2 #6


Ich möchte dir auch mitteilen wie leid es mir tut.....dieser hilflose Schmerz...

Einen geliebten Menschen zu verlieren ist furchtbar. und wenn es auch noch plötzlich und unerwartet kommt....dann zieht es einem den Boden weg.

Alles was du brauchst ist Kraft....und liebe Menschen die dich auffangen.....


Liebe Grüße

10.05.2021 10:52 • x 2 #7


petrus57
Auch von mir ein herzliches Beileid zum Tod deines Vaters. Ich finde es schlimmer wenn jemand so plötzlich aus dem Leben gerissen wird als wenn man sich auf den Tod eines Menschen wegen Krankheit etc. vorbereiten kann.

Wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.

10.05.2021 11:08 • x 3 #8


NIEaufgeben
Auch von mir ein herzliches Beileid zu diesem enormen Verlust

Ich wünsche dir für die kommende Zeit viel Kraft.....

Ganz liebe Grüße

10.05.2021 18:58 • x 2 #9




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