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Irgendwie geht es mir zur Zeit nicht so gut. Bin sehr nachdenklich und bedrückt. Zwischendurch ist es mal besser, aber dann holt mich das negative wieder ein.

Das kann aber auch gut an der dunklen Jahreszeit liegen. Und an meinen Verlustängsten die zur Zeit wieder verstärkt hochkommen. Auf Partnerschaft bezogen. Ich war lange Single und dann kam 'er' in mein Leben. Und ich habe so verdammte Angst vor Verletzung. Was bin ich für ein misstrauischer Mensch. Und dabei wünsche ich mir doch dass alles schön und toll bleibt. Aber die Angst ist so groß. Und aus Erfahrungswerten leider auch berechtigt.

Ich wünsche mir eine intakte Partnerschaft und eine intakte Familie. Ich hab so viel böses sehen und erleben müssen in meiner Kindheit. Ich hatte immer den Wunsch in einer schönen Familie zu leben. Aber alles war ein Trümmerhaufen. Und das macht sich bekannterweise im Erwachsenen Alter bemerkbar. Und mittlerweile habe ich viele gute Wege gefunden damit umzugehen.

Aber zur Zeit ist halt so ne kleine down Phase. Vielleicht triggert mich meine frische Beziehung. Weil sie mich daran erinnert wie sehr mir das familiäre gefehlt hat und wie sehr ich vom Herzen darauf hoffe, dass mir dieser ich sag mal Wunsch jetzt in Erfüllung geht. Einfach das alles gut wird und ich aufatmen kann.

Dass ich die Geborgenheit und Liebe spüren darf, die ich mir immer gewünscht habe.

Ich fühle mich so demütig. Keine Ahnung ob es das richtige Wort ist. Und ich finde auch dass ich nach außen hin sehr kühl wirke im Moment. Und sehr kratzbürstig.
Und die Leute sind beleidigt, aber keiner fragt mal wieso man anders ist.

Ach Leute. Ich hab so den Redebedarf.

04.12.2022 18:15 • 10.12.2022 x 1 #1


19 Antworten ↓


moo
Zitat von Zoey4:
Und dabei wünsche ich mir doch dass alles schön und toll bleibt.

Das Bleiben ist einfach ein sehr hoher Anspruch. Und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, wissen wir, dass bleibendes Glück eine Illusion ist.
Ich finde, das sollte man mal wirklich gründlich anschauen. Über längere Zeit mal hinschauen: Was ist Glück und wie lange kann es halten?

Wir Menschen haben die Zeit erschaffen um uns leichter orientieren zu können im Augenblick. Wir brauchen Perspektive. Ohne sie fühlen wir uns verloren, Ich-los, unbestimmt.

Doch wir müssen verstehen, dass Zeit prinzipiell nur eine Krücke ist. Es ist eine Hilfestellung, ein Konstrukt - aber keine Lösung von Dauer. Eine dauerhafte Lösung kann nur ohne Dauer auskommen. Wenn das umfänglich verstanden ist, wird das Erleben direkt, unmittelbar. Glück ist nur genau so. Leid ist nur genau so.

Zitat von Zoey4:
Dass ich die Geborgenheit und Liebe spüren darf, die ich mir immer gewünscht habe.

Ein klein wenig gibst Du sie Dir selber, indem Du sie Dir wünschst.

04.12.2022 19:01 • x 2 #2


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Nachdenkliche Zeit

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Zitat von moo:
Das Bleiben ist einfach ein sehr hoher Anspruch. Und wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, wissen wir, dass bleibendes Glück eine Illusion ist. Ich ...

So habe ich das noch nicht betrachtet.
Ich spüre irgendwie manchmal im Herzen dass ich mich nach dem sehne was ich nie hatte. Und dieser Wunsch das erleben zu dürfen ist riesig. Der Glaube daran aber eher so lala. Einfach weil es nie leicht war und viel zu oft ,viel zu unschön.

Gibt man sich das indem man den Wunsch danach hat?

04.12.2022 19:16 • x 1 #3


Flame
Die meisten Menschen wünschen sich eine intakte Familie und eine intakte Partnerschaft.
Meistens ist es mehr oder weniger intakt und manchmal auch gar nicht.

Ich habe auch vieles erlebt,was nicht intakt war und man beginnt,an sich zu zweifeln.

Eine neu begonnene Partnerschaft ist eine Herausforderung.

Es gibt die schönen Seiten aber auch die Angst vor erneuter Verletzung.
Und auch innerhalb intakter Partnerschaften kommen Verletzungen vor.
Es kommt dann darauf an,dass man lernt,damit um zu gehen.

Ich selbst habe viele Jahre gebraucht um das Vertrauen zu entwickeln,dass mein Partner zu mir steht und mich wirklich liebt.
Konnte das kaum glauben,das liegt aber nicht nur am Partner sondern auch an den eigenen Minderwertigkeitskomplexen.
Habe es nicht für möglich gehalten,dass man mich wirklich lieben kann inklusive meiner schwierigen Seiten.
Sowas dauert.

04.12.2022 21:52 • x 2 #4


Z
Zitat von Flame:
Die meisten Menschen wünschen sich eine intakte Familie und eine intakte Partnerschaft. Meistens ist es mehr oder weniger intakt und manchmal auch ...

Geht mir genauso. Und ich finde nicht im geringsten einen Weg damit umzugehen momentan. Ich hatte bisher immer Pech in der Liebe. Und bin Trümmerhaufen von klein auf gewöhnlich.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen dass alles gut wird mit ihm. Liegt aber nicht an ihm.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mich liebt obwohl ich Macken habe. Ich warte förmlich drauf dass er mich wieder in den Wind schießt. Ich kann nicht positiv denken.

05.12.2022 10:58 • x 1 #5


Z
Aber der Wunsch das diesesmal keine bittere Enttäuschung kommt, wie sonst immer ist so groß.

05.12.2022 11:00 • x 1 #6


Fatuu
Zitat von Zoey4:
Geht mir genauso. Und ich finde nicht im geringsten einen Weg damit umzugehen momentan. Ich hatte bisher immer Pech in der Liebe. Und bin Trümmerhaufen von klein auf gewöhnlich. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen dass alles gut wird mit ihm. Liegt aber nicht an ihm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mich ...

Kenne ich genau so.
Werde auch sehr stark durch Verlustangst getriggert. Da denkt man, alles ist gut und man hat sich gerade eingekriegt, kommt die Panik aus dem Nichts. Und wie du schon sagst, der Partner ist nicht schuld.

Beispiel: Die Arbeitskollegin meines Partners hatte heute einen Autounfall und er hat sie dann ins KH gefahren.
Hat mir dann erzählt, was für ein Glück, dass nicht mehr passiert ist sondern nur die typischen Sachen wie Schleudertrauma etc. Anstatt zu denken: Man, wie gut, dass mein Partner sich so kümmert. macht mein Kopf daraus gleich wieder Wer weiß, vielleicht haben sie sich privat unterhalten und sie gefällt ihm viel besser als ich...ob er sich auch um mich so kümmern würde, wenn ich ins KH müsste? etc..
Und weißt du, was das Schlimmste daran ist? Das Wissen, das dieses Denken falsch ist und man trotzdem nicht aus der Spirale kommt. Ich kann mich reflektieren, sehe dieses Verhalten ist falsch, aber der Kopf rafft es nicht.

05.12.2022 11:11 • x 2 #7


moo
Zitat von Zoey4:
Ich spüre irgendwie manchmal im Herzen dass ich mich nach dem sehne was ich nie hatte.

Ich finde das nur menschlich und nachvollziehbar. Manche, die (gesellschaftlich betrachtet) vollkommen harmonisch und wohlbehütet aufwuchsen, zieht es hingegen oft gerade ins Gegenteil: in die Gefahr, in das Ungewisse, in das Instabile.
Zitat von Zoey4:
Und dieser Wunsch das erleben zu dürfen ist riesig. Der Glaube daran aber eher so lala.

Genau hier könnten wir ansetzen: den Wunsch analysieren, ihn verstehen und ihn akzeptieren. Jedoch gleichzeitig die Ratio des Wunsches ebenso mitzubetrachten. Und aus diesen beiden Aspekten eine neue, etwas ausgeglichenere Haltung zu erzeugen. Je mehr wir uns genau mit solchen (vermeintlichen!) Konflikten (Wunsch vs. Vernunft) beschäftigen, um so natürlicher entwickelt sich dabei eine erwachsene (=gewachsene) Haltung.

Der Mensch neigt dazu, messerscharf zu trennen. Glück/Unglück. Sicherheit/Gefahr. Harmonie/Disharmonie etc. Und in der Folge glaubt man, eine ausgeglichene Haltung würde von jedem etwas beinhalten. Doch eigentlich sollte man m. E. über dieses Denken ein Stück weit hinausgehen und sich von dieser Entscheidungshaltung emanzipieren. Stattdessen in der Vergänglichkeit allen Erlebens auch sowas wie eine (neue und undefinierte) Stabilität zu finden.

Zitat von Zoey4:
Gibt man sich das indem man den Wunsch danach hat?

Zumindest ist man ehrlich zu sich und zur Welt. Und das ist m. E. bereits ein großes Geschenk. Doch diese Ehrlichkeit auch endlich zu nutzen, setzt erst richtiggehend Lebensenergie frei.

Zitat von Zoey4:
Ich warte förmlich drauf dass er mich wieder in den Wind schießt.

Damit schießt eigentlich Du ihn (präventiv) in den Wind. Nutze Deine (o. g.) Ehrlichkeit und liebe ihn, als gäbe es kein Morgen. Denn eigentlich gibt es ja wirklich nie ein Morgen...

05.12.2022 11:38 • x 2 #8


Z
Zitat von Fatuu:
Kenne ich genau so. Werde auch sehr stark durch Verlustangst getriggert. Da denkt man, alles ist gut und man hat sich gerade eingekriegt, kommt die ...

Das könnten original meine Gedanken sein !
Er weiss dass ich meine Probleme habe. Aber in Maßen. Ich habe relativ gut gelernt vor einer Reaktion mich zu bremsen und nochmal zu überlegen, ob Überreagieren angebracht ist oder mein Trauma gerade einfach anklopft. Finde das gut und wichtig. Aber das blöde Gefühl bleibt.

10.12.2022 09:59 • x 1 #9


Z
Zitat von moo:
Ich finde das nur menschlich und nachvollziehbar. Manche, die (gesellschaftlich betrachtet) vollkommen harmonisch und wohlbehütet aufwuchsen, zieht ...

Ich gucke immer dass ich mein Trauma nicht auf irgendwelchen Unsinn reagieren lasse. Sodass ich nicht ungerecht zu ihm bin.

Es ist auch alles toll mit ihm. Mit uns. Aber manchmal wenn ich nachdenke, oder irgendeine Situation nicht so klasse war oder oder oder , kriege ich Gedanken und Ängste die mir sagen, dass da eh noch das böse erwachen kommt. Nach dem Motto, als ob das jetzt so bleibt. Einfach weil ich es auch nicht anders kenne. Ich hoffe natürlich dass eben doch alles gut bleibt, so wie es ist . Aber die Angst in mir ist schon groß. Merke das. Habe nicht so die Nerven im Moment, bin sensibel. Wie gesagt, der Wunsch das mal was gut läuft in Sachen Liebe ist halt groß und somit auch die Angst.

Man kann es letztendlich vorher nie wissen. Es kommt wie es kommt.

10.12.2022 10:04 • x 1 #10


G
Ich war immer der vertrauensvollste Mensch ever. Bin davon ausgegangen, dass wenn ich Vertrauen gebe, dies mir auch entgegen gebracht wird. Ich bin ehrlich, treu, loyal etc., ergo mein Partner auch.

Im November 20 bin ich mit Kind und Kegel aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, da genau die Dinge, welche ich gebe, mit Füßen getreten wurden.

Ich bin seit dem Single und kann keinen Mann an mich heran lassen. Durch die Erfahrung mit meinem Ex habe ich verlernt zu vertrauen.

Da kann kein neuer Mann etwas dafür, daher will ich nichts eingehen. Ich kann es nicht und die Frage ist, ob ich es je wieder kann.

Das macht mich immens traurig, da ich der totale Beziehungs- und Familienmensch bin.

Aber ich möchte keinen anderen Menschen dafür leiden lassen, was ich erlebt habe.

10.12.2022 10:14 • x 1 #11


Islandfan
Ich glaube, dass man zu schnell Hoffnung in etwas setzt, wenn man einen neuen Mann kennenlernt. Er sollte perfekt sein, natürlich so viel besser als der Ex, alles sollte harmonisch sein und man sollte möglichst mit allen Macken geliebt werden. Finde den Fehler.
Ich denke eher, dass wenn man eine neue Person kennen lernt, man viel entspannter sein sollte, wenn es passt, dann passt es, wenn nicht, dann eben nicht.
Mir wäre es bei einer neuen Beziehung enorm wichtig, dass jeder sein eigenes Leben führt und die Erwartungen nicht zu hoch sind, denn sonst kommt es schnell zu Enttäuschungen.
Vor allem wäre es mir wichtig, nicht zwanghaft eine Beziehung zu suchen, wenn es sich ergibt, dann ist es so, wenn nicht, dann eben nicht.
Diese Lockerheit tut mMn beiden Seiten gut.

10.12.2022 10:26 • x 2 #12


G
Zitat von Islandfan:
Ich glaube, dass man zu schnell Hoffnung in etwas setzt, wenn man einen neuen Mann kennenlernt. Er sollte perfekt sein, natürlich so viel besser als ...

Das ist die Königsklasse

Wie kommt man dahin?

10.12.2022 10:28 • x 2 #13


Islandfan
Bin jetzt auch nicht die Datingexpertin.
Keine Ahnunng, ich bin erst mal offen für alles und schaue dann, was sich ergibt. Ich habe keine Liste, wie ein Mann sein soll. Sicherlich hat man bestimmte Vorlieben, aber je nachdem, was man sich da rauspickt, desto schwieriger ist es. Dann übersieht man vielleicht die, die toll sind, obwohl man es anfangs nicht dachte.
Ich will vor allem lernen, dass ein Partner nicht das non plus ultra ist, sondern ich muss mich erst mal selbst richtig kennen lernen.

10.12.2022 10:33 • x 2 #14


Z
Zitat von Grace_99:
Ich war immer der vertrauensvollste Mensch ever. Bin davon ausgegangen, dass wenn ich Vertrauen gebe, dies mir auch entgegen gebracht wird. Ich bin ...

War bei mir tatsächlich sehr ähnlich..
Und jetzt ist jede Beziehung, vor allem anfangs mit sehr viel Angst verbunden. Vielleicht baue ich Vertrauen auf, wenn ich merke er will mir wirklich gutes. Obwohl ich niemals schlechtes von ihm denken würde. Aber das zu verinnerlichen dauert, wenn in der Vergangenheit schlimmes passiert ist.

Versuche trotz der Ängste immer fair zu bleiben. Kann mich aber schlecht entspannen.
Das sind ganz schlimme Ängste find ich. Also empfinde ich so.
Diese Mischung aus Verlustangst und dieses Misstrauen was man automatisch hat. Obwohl der andere nix dafür kann.

10.12.2022 14:43 • x 2 #15


Z
Zitat von Grace_99:
Das ist die Königsklasse Wie kommt man dahin?

Ich schaffs auch nicht..

10.12.2022 14:44 • #16


Z
Keine Ahnung. Wie gesagt hoffe ich dass sich das irgendwann legt. Aber meine Gedanken kreisen. Fühlt sich an wie Liebeskummer.

10.12.2022 20:18 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Z
Aber es gibt auch Momente wo ich mir denke sach mal du bist doch ein liebenswürdiger, toller Mensch. Wieso hast du so ne Verlustangst? Und das sind auch die Momente wo die Sorgen tatsächlich abklingen.

Aber die Ängste und Lücken sind am Ende bisher immer stärker gewesen.

10.12.2022 20:44 • #18


G
Therapie, Therapie, Therapie. Das einzige was da hilft.

10.12.2022 21:38 • x 1 #19


Z
Zitat von Grace_99:
Therapie, Therapie, Therapie. Das einzige was da hilft.

Und so als Notfall Koffer Lösung? Ach man..Ganz schlimm zur Zeit. Und ständig irgendwelche Trigger.

10.12.2022 21:51 • #20


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