Zitat von lovely222:Glaubst du das hilft? Da ist sie ja noch mehr alleine und kopft zuviel nach, sie macht sich über jeden bBlödsinn gedanken und steigert sich in alles hinein, will gar nicht mehr unter die Menschen und ja keinen Plan.
Nein, im Krankenhaus ist sie eben nicht alleine. Sie wird betreut und es wird genau beobachtet, wie sie auf welche Behandlungen reagiert. Genau darum fände ich einen stationären Aufenthalt sinnvoll. Immerhin besser als sie zuhause sitzen und zu lassen und sich selbst zu überlassen und nichts auf die Reihe zu kriegen. Ein Aufenthalt in einer Klinik wäre zumindest eine Chance. Was habt ihr zu verlieren? So wie jetzt kann es ja nicht weitergehen.
Zitat:Ich möchte aber nicht.dass sie mit Medikamenten volgestopft wird, habe bisschen Angst vor solchen möchtegern Doktoren... .
Mit Medikamenten „vollstopfen“ wird man sie nicht. Man wird ihr das Medikament in der Dosierung geben, von dem gut ausgebildete Fachärzte aus ihrem Fachwissen und aus ihrer Erfahrung mit anderen Patienten heraus denken, dass es ihr hilft.
Zitat von Melundso:Du kannst ihr versuchen die Augen zu öffnen und ihr klar machen das es Menschen gibt die ein weit aus beschisseneres leben haben! Zeig ihr Dinge die andere menschen durchleben mussten zeig ihr menschen die ein viel schlimmeres Schicksal hatten.
Das funktioniert bei schweren Depressionen nicht! Die treten auch bei Menschen auf, deren äußere Umstände perfekt scheinen. Es muss keinen Auslöser für die Misere geben, die kann auch von innen her kommen, einfach so. Sager wie "Andere haben es viel schlechter als du, also stell dich mal nicht so an!" sind daher nicht hilfreich.
Zitat:Vielleicht wird sie irgendwann merken das sie es im Gegensatz dazu viel besser hat und für ihre traurigkeit selbst verantworlich ist.
Auch dieses alte Vorurteil, dass man an Depressionen selbst schuld ist und man sie ganz einfach selbst durch positives Denken beseitigen kann, stimmt nicht. Man hat sich die Krankheit nicht ausgesucht, ist nicht selbst dafür verantwortlich und man kann die Traurigkeit nicht auf Knopfdruck abstellen.
Zitat:und endlich mal aus ihrer selbstmitleidsnummer aufwachen und sehen das sie andere menschen damit sehr verletzt
Einem Depressiven Selbstmitleid und Geltungsdrang vorzuwerfen und auch noch Schuldgefühle zu machen, weil er mit seinem Leiden andere runterzieht, finde ich fatal.
Zitat:Aber hunde die bellen beißen nicht, solange sie sagt sie will sich umbringen wird sie es im normalfall nicht tun.
Darauf würde ich mich nicht verlassen! Sehr viele Selbstmorde werden angekündigt. Überraschende Suizide ohne jede "Vorwarnung" sind laut Statistiken sogar in der Minderheit.
Zu den Aussagen à la "Deine Mutter kann sich nur selbst helfen", "Denk an dich, nicht an sie" möchte ich noch sagen: Sicher soll man sich nicht für einen depressiven Angehörigen aufopfern und selbst daran kaputt gehen. Aber Hilfestellungen in Form von Dasein, Zuhören, zu Arzt- und Therapieterminen begleiten sind wichtig! Das braucht es in der ersten Zeit einfach, sonst kommt nichts in Gang! Lovely schreibt ja, dass ihre Mutter nur mit ihr über die Depression redet und sonst niemanden hat. Darum finde ich schon, dass sie es ist, die ihr beistehen soll. Sie kann sich ja selbst Hilfe holen - Angebote für Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen gibt es zur Genüge.