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t.2905
Hallo an alle,

ich bräuchte mal einen Rat.
Ich habe schon fast immer ein schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter, sie hat meinen Bruder bevorzugt behandelt und so weiter (möchte ich jetzt nicht weiter ausschmücken, da es viel zu lang wäre). Alles in allem schlugen wir uns immer so durch und ich verdrängte es größten Teil, wir sprachen auch nie darüber. Jeder Anflug der Besserung, wurde durch Kleinigkeiten zerstört.

Nun haben wir ein gravierendes Problem mit unserem Hausverwalter gehabt, der der Freund meiner Tante ist (Schwester meiner Mutter), dies zog sich durch die ganzen Familie. Meine Eltern hielten nicht wirklich zu uns und wir brachen für ca 8 Wochen den Kontakt ab. Nun versuchen wir seit zwei Tagen dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Aber mit dieser Sache kam alles andere hoch und ich habe nach dem letzten Gespräch gemerkt, dass sich durch diese Sache ein so großer Keil zwischen uns allen ist, dass es denke ich nicht mehr reparabel ist.Irgendwie hat diese Sache so viel ins rollen gebracht. Seit diesem Vorfall bin ich auch nicht mehr in der Lage etwas für meine Mutter zu empfinden, ich fühle gar nichts mehr.
Ich muss dazu sagen, es handelt sich hier nicht um pupatäre Probleme, ich habe selber schon eine Familie, bin 23 Jahre.

Nun habe ich einen sehr großen Konflikt in mir, ich fühle mich absolut verzweifelt und alleine, für mich ist mit dieser Erkenntnis eine Welt zusammen gebrochen, ich fühle mich als wäre ein Teil in mir gestorben. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll.Inzwischen versinke ich andauernd in tiefen Depressionen (an denen ich sowieso leide).Und ich habe etwas Angst vor meiner jetzigen Situation, da es mir teilweise sehr schlecht geht und ich unendlich verzweifelt bin.

Hat jemand einen Rat für mich?Wie kann ich mit so einer Situation umgehen, was kann ich tun?
Lg

22.11.2009 22:22 • 24.11.2009 #1


14 Antworten ↓


Zitat:
Seit diesem Vorfall bin ich auch nicht mehr in der Lage etwas für meine Mutter zu empfinden, ich fühle gar nichts mehr.

Das ist doch gut so. Manche Dinge lassen sich nicht ändern.
Kümmere dich um Deine Familie und mach es besser.

23.11.2009 19:43 • #2



Mutter endgültig verloren?

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Hallo t.,

als erstes möchte ich sagen: Sieh es nicht als Drama an. Es ist jetzt offenbar zwischen euch allen etwas ins Rollen gekommen. Verkrustete Beziehungen und Gefühle zwischen den einzelnen Familienmitgliedern sind aufgebrochen, es zeigen sich Risse. Du sagst aber selber, dass die Welt vorher keineswegs in Ordnung war. Sieh es als eine Chance, dich weiterzuentwickeln und vielleicht auch auf längere Sicht bessere, ehrlichere familiäre Beziehungen zu haben. Daran kannst du ja arbeiten. Womit ich auf keinen Fall meine, dass du versuchen solltest, um jeden Preis häuslichen Frieden zu erzeugen. Sondern eine allgemein friedliebende Haltung einzunehmen, aber auf der Basis von Echtheit. Und das kann noch etwas dauern. Aber du hast ja Zeit, oder?
Zitat:
Seit diesem Vorfall bin ich auch nicht mehr in der Lage etwas für meine Mutter zu empfinden, ich fühle gar nichts mehr.

Was hast du denn vorher für deine Mutter empfunden?

23.11.2009 22:01 • #3


t.2905
Ja, ich dachte auch immer, es tut mir gut, wenn ich endlich ganz damit abschließen kann, aber irgendwie ist das nicht so, es ist ein ganz komisches (beschissenes) Gefühl.

Es besser zu machen, daran denke ich jeden Tag, ich glaube und hoffe es gelingt mir.Ich versuche jeden Tag meinem Kind unendlich viel Liebe und Geborgenheit zu geben, auf dieser zweischneidigen Klinge, es trotzdem nicht zu verziehen und ihm auch mit einer Gewissen konsequenz, die nötige Sicherheit zu geben.

23.11.2009 22:04 • #4


t.2905
@GastB
Ich habe meine Mutter trotz aller Vorfälle geliebt, denke ich jedenfalls. Ich habe nie so richtig drüber nach gedacht.
Naja, aber ich habe jetztens neben meinem Vater gestanden und war erleichert, ihn nach diesen vielen Wochen wieder zu sehen, ich habe tiefe Liebe empfunden und dann stand ich neben meiner Mutter und da war einfach nichts, außer Verachtung.
Häuslichen Frieden möchte ich auf keinen Fall erzwingen, dass ist ja auch das, was meine Mutter immer macht (hauptsache nach außen hin alles ok).

Ich versuche, wie schon gesagt, mich meinem Gefühl entsprechend zu verhalten, wenn ich etwas nicht ok finde, wird es nicht runter gespielt, sonder klar gestellt.Und wenn ich das Bedürfnis habe, meinem Kind Liebe zu zeigen, zu geben, mache ich es. Halt so, wie mein Herz es mir sagt.

23.11.2009 22:10 • #5


Manchmal muß man Gefühle vergraben t.2905 (was für ein username ) und wenn es um die eigene Mutter geht. Wenn du sagst, dass Sie Deinen Bruder bevorzugt behandelt hat. Was meinst Du damit?
Könnte es sein, dass Deine Mutter auch ein bißchen neidisch auf dein geführtes Leben ist?

24.11.2009 09:32 • #6


t.2905
@pax
Was meinst du?Neidisch?Da habe ich noch nie drüber nach gedacht, kann ich mir aber schlecht vorstellen.

Es war z.B. schon der Unterschied, dass ich in der Schule immer sehr fleißig war und gute Noten brachte, mein Bruder hingegen war faul. Da kümmerte sich meine Mutter eigentlich nur noch um meinen Bruder.
Schon diese Kleinigkeit, dass er für gute Noten Geld bekam und ich nicht.
Mein Bruder hatte einfach bestimmte Vorrechte, die ich nicht hatte.
Als sich mein Bruder von seiner ersten Freundin trennte, hat sich meine Mutter Zeit genommen und mit ihm darüber gesprochen.Als ich wegen so einer Sache mal zu ihr kam, hatte sie ein paar mal zugehört und dann sagte sie mir, sie kann mir auch nicht mehr helfen. Und das mit einer völligen Gleichgültigkeit.
Finanziell bekam mein Bruder alles, ob es Feiern oder Autos waren. Ich hingegen nicht, meine Feiern wurden immer verschoben und vergessen, jedenfalls von ihr und bei mir haben sie nicht mal den Führerschein bezahlt. Er hat ab 16 Taschengeld bekommen, ich nicht. usw
Auch wenn einige Sachen das finanzielle Betreffen, tut es irgendwann weh.
Das sind nur ein paar Beispiele.

24.11.2009 09:56 • #7


Zitat:
Was meinst du?Neidisch?

Die Frauen von heute haben ein viel eigenbestimmteres Leben, als die ältere Generation.
Hast Du einen Beruf erlernt und Deine Mutter nicht?
Auch das Rollenverständnis war damals anderst.
Jungs würden betüttelt, Mädchen hatten zu betütteln.

24.11.2009 10:01 • #8


t.2905
Nein, das ist definitiv nicht so. Meine Mutter führt ein sehr eigenbestimmtes Leben, sie ist Lehrerin, hat also sogar studiert.

24.11.2009 10:07 • #9


konntest Du Ihr was recht machen?

24.11.2009 10:16 • #10


t.2905
Bis zu einem bestimmten Alter lief es so dahin, wie gesagt wurde auf mich da so gar nie groß geachtet, weil ich mein Ding gemacht habe. Dann bin ich, ab einen bestimmten Alter aus der Rolle gefallen.Habe meine Schule abgebrochen, wurde Dro. und habe mich von meiner Familie abgegrenzt, was sie mir bis heute vorhalten. Damals haben sie mich aber machen lassen. Um meine Dro. hat sich keiner gekümmert, außer zwei gute Freunde von mir. Ich konnte jeden Früh total dicht nachhause kommen, das hat keinen interessiert.
Erklärungen dazu von meiner Mutter...sie wollte es nicht wahr haben
Als ich 18 war bin ich dann, über Nacht, zu meinem Freund gezogen. Auch das wird mir mit den Worten du hast dich damals gegen uns entschieden bis heute vorgehalten.

24.11.2009 11:19 • #11


Zitat:
Habe meine Schule abgebrochen, wurde Dro. und habe mich von meiner Familie abgegrenzt, was sie mir bis heute vorhalten.

Ist für Eltern auch gar nicht so leicht da zuzuschauen, finde ich.
Warum hast Du die Schule abgebrochen?

24.11.2009 13:36 • #12


t.2905
Die Hintergründe weiß ich bis heute nicht so genau.Schulisch wie auch mit Klassenkameraden hatte ich keine Probleme.
Ich denke mal innere Konflikte und dann kamen halt noch die Dro.. Keine Ahnung, kann ich dir nicht so genau beantworten.
Scheinbar war es für sie leicht zuzuschauen.

24.11.2009 14:14 • #13


Hallo t,

ich finde das frühere Verhalten deiner Mutter schon sehr fragwürdig. Zu merken, dass die eigene Tochter morgens völlig dicht nach Hause kommt und nichts zu sagen, und das als gelernte Pädagogin, ist, sagen wir mal, schwach. Oder auch unverantwortlich.

Es gibt leider viele Mütter, die einen Sohn, vor allem wenn er der einzige ist, als etwas Halb-Göttliches verehren Noch dazu müssen Töchter viel eher ganz selbstverständlich im Haushalt mithelfen (was ja an sich okay ist), womit sie ein bisschen als Dienstmädchen empfunden werden. Nicht zwangsläufig, aber häufig.

Wenn deine Mutter auf deine Probleme aber so gleichgültig reagiert und sagt, sie könne dir nicht helfen: Könnte es sein, dass sie selber das Gefühl hat oder hatte, dass niemand ihr helfen konnte oder kann? Sie ist ja auch eine Frau. Vielleicht fühlt sie sich hilflos in ihrer Frau-Rolle und kann deswegen dir auch keine emotionale Stütze sein? Und schaut deswegen weg, wenn du Probleme hast (wie Dro. z.B.)?

Ich möchte dir damit nicht nahelegen, jetzt auf Mitleid mit deiner Mutter umzuschalten, sondern um eventuell deinen Blickwinkel zu erweitern. Falls etwas an dem, was ich gerade geschrieben habe, dran ist, dann wäre das für dich ein Untersuchungsfeld. Denn die Geschichte deiner Mutter ist ja auch die Geschichte deiner Herkunft. Über seine Eltern Bescheid zu wissen erleichtert einem die Selbstfindung.

Weißt du über die Kindheit und Jugend deiner Mutter und ihre Beziehungen zu ihren Eltern und inbesondere zu ihrer Mutter Bescheid? WÜrde es dich interessieren?

Liebe Grüße
GastB

24.11.2009 14:30 • #14


t.2905
Meine Mutter liebt ihre Eltern sehr, so wie sie es erzählt. Sie hat schon relativ früh ihren Vater verloren, das war kurz nach oder vor der Geburt meines Bruders. Und ihre viel jüngere Schwester war dann der Mittelpunkt, bei meiner Oma.
Ansonsten erzählt sie, dass das Verhältnis früher zu ihrer Mutter wohl sehr freundschaftlich war.Und so wie ich es mitbekommen habe, hat sie eine strenge aber ordentliche Erziehung genossen.

Meine Mutter ist auf jeden Fall völlig unfähig Gefühle zu zeigen, ich weiß nicht, ob sie welche empfindet, aber zeigen kann sie sie auf jeden Fall nicht.

24.11.2009 19:33 • #15



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