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Guten Abend, meine Lieben,

Ich habe schon länger ein Problem in meiner Familie: Ich habe noch zwei Schwestern, also eine ältere (nennen wir sie mal Ronja) und eine jüngere (nennen wir sie mal Lina).
Das Problem ist, dass Ronja eindeutig das Lieblingskind von Mama ist - sie wird besser behandelt, alles lässt man ihr durchgehen, sie wird bevorzugt und sie ist Mama's kleiner Liebling.
Meine jüngere Schwester und ich hingegen sind eher die schwarzen Schafe (Lina sogar noch mehr als ich)
Ich bin nicht so wie Mama mich gern hätte - charakterlich nicht (ich bin ihr manchmal zu direkt und gradlinig) und äußerlich nicht (sie hasst meine Tattoos und mein Kleidungsstil gefällt ihr auch nicht).
Ich versteh nicht, was sie überhaupt an mir rumkrittelt: Ich habe ein gutes Fachabitur vor fast 3 Jahren abgelegt, ich bin in meiner Ausbildung ehrgeizig und ich bin seit 4,5 Jahren meinem Freund eine liebe und treue Partnerin und führe mit ihm eine stabile, liebevolle Beziehung.

Ich habs so satt, dass Lina und ich dauernd mit Ronja verglichen werden und wir uns anhören müssen, wie toll sie doch ist; ständig Ronja hier, Ronja da, Ronja trallala. .
Und Mama muss auch das enge Verhältnis zu ihr auch allen anderen immer so schön gegenüber betonen, indem sie das Wort meine vor jede Namensnennung klatscht - besonders, wenn sie Lina und mich mal wieder mit ihr vergleicht und wir da natürlich im Vergleich schlechter abschneiden.
Ich zitiere:Meine Ronja macht dies. ., Meine Ronja macht das. , Gut, dass meine Ronja nicht so ist.
Ich mag Ronja ja, aber sie kommt mir bei unsrer Mutter auch immer vor, als sei sie Mamas Marionette, die ihr auch immer brav nachm Mund redet und nie widerspricht oder ein dressiertes Hündchen, was immer springt, wenn Mama pfeift und ihr immer gehorcht.
Kritik an Ronja lässt Mama niemals gelten, nichtmal, wenn sie berechtigt ist und Ronja lässt umgekehrt auch nie Kritik an Mama gelten.

Ich gedenke sogar schon, nach der Ausbildung auszuziehen und zu Mama und Ronja sogar den Kontakt abzubrechen.

Ich halts nicht mehr aus - was mach ich da nur ?

Danke schonmal im Voraus

Gestern 20:28 • 13.01.2022 x 1 #1


18 Antworten ↓


Luna70
Ich denke, da hilft nur Abstand, räumlich und möglichst auch emotional. Deine Mutter scheint eine sehr übergriffige Person zu sein, die deine Bedürfnisse nicht respektiert. Das sieht man auch an deinen Schilderungen deinen Ex-Freund betreffend.

Du wirst ja sicher demnächst mit deiner Ausbildung fertig sein, dann wirst du dir eine eigene Wohnung leisten können. Das würde ich an deiner Stelle unbedingt tun. Das heißt ja nicht, dass du den Kontakt ganz abbrechen musst, aber dann hast du bessere Voraussetzungen, die Bedingungen für weiteren Kontakt festzulegen.

Nach meiner Erfahrung mit der Schwiegerfamilie kann man gegen dieses Bevorzugen wenig tun, außer sich zu distanzieren. Es wäre natürlich gut, wenn Eltern alle Kinder gleich lieben und behandeln würden, aber so ist es halt nicht immer. Was man tun kann, ist sich Respekt zu verschaffen und so seinen Frieden wenigstens halbwegs zu finden.

Vor 11 Stunden • x 4 #2



Meine Schwester = Mamas Liebling

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Lina60
Was @Luna70 schreibt möchte ich tausend Mal unterstreichen ! Auch ich verstehe sehr gut, welchen Stress Du erlebst bei diesem Theater zwischen der Mutter und Ronja. Und ja, dagegen bist Du machtlos. Auch meine Mutter bevorzugte meinen Bruder, jedoch nicht ganz so demonstrativ und despektierlich wie Deine Mutter es mit Ronja praktiziert.

Das Einzige und Beste was Du tun kannst ist, Dich möglichst bald besser schützen. Da Dir das Ganze jetzt schon so zu schaffen macht ( mir ginge es an Deiner Stelle genauso) stellt sich sogar die Frage, ob Du nicht bis Du eine eigene Bleibe hast, bei jemandem - wenigstens tageweise - einziehen kannst ?

Und denk daran, Ronja ist zur Marionette geworden, während Du eine tolle Persönlichkeit entwickelst, die das Leben nicht besser meistern könnte ! Dass Du so viel Ablehnung erfährst durch Mutter und Ronja hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass Du für beide insofern bedrohlich bist, als dass Du ihnen vorlebst, was sie nie schafften, bzw. wohl nie schaffen werden. Deshalb das massive Schlechtmachen Deiner Person. Solche giftigen Menschen sollte man meiden wie die Pest.

Vor 10 Stunden • x 3 #3


ChrissyHrt
Mir kommt es so vor, als würde deine Mutter die Ronja deshalb mehr mögen bzw mehr bervorzugen, weil sie alles sagt und tut was eure Mutter verlangt. Du sagtest selber, das sie eine Marionette ist, ich glaube deshalb dass das eurer Mutter so pusht und sie die Oberhand haben will.

Ich kann den Beiden oben nur anschließen und sagen, dass du dich auf jeden Fall schützen solltest.
Wenn du nicht respektiert wirst, dann gehe deinen eigenen Weg, denn das würde dich nur kaputt machen.

Vor 10 Stunden • x 3 #4


@nelma98
Ich hatte ein ähnliches Problem nur mit meinen Großeltern.
Ich bin das Enkelkind das ihrer Meinung nach rebelliert. Mein Cousin ist der Brave und meine Schwester das kleine Enkelchen (obwohl sie jetzt schon 26 ist) und ich bin die, die immer alles anders macht.
Oft höre ich:Du bist einfach wie dein Papa. Und ja so blöd das klingt, das ist von ihnen kein Kompliment.
Als Kind hat mich das total beschäftigt weil ich immer mit meinen Cousin verglichen wurde. Es ging nur um Leistung. und ich habe mich wirklich davon anstecken lassen und mich durch meine Schulzeit gestresst um unbedingt nur Bestnoten nachHause zu bringen. Ich wurde für meine Jugendliebe kritisiert. Ich wurde kontrolliert und ständig verglichen.
Ich leide unter Panikattacken und bin jetzt in Therapie. Mein Therapeut versuch nun mit mir meine Kindheit aufzuarbeiten und hat mir das Buch Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen. Vom Mut zum selbstbestimmten Leben von Michael Bordt SJ empfohlen.
Diese Buch hat mir sehr geholfen. Weil ich kann meine Großeltern nicht ändern oder bei dir deine Mama. Du kannst nur so blöd das klingt an dir arbeiten damit es dir nichts mehr ausmacht, wenn du ständig verglichen wirst.
Das klingt traurig aber ich glaube deine Mama wird sich nicht mehr ändern und der ständige innere Kampf macht dich fertig.
Vllt hilft dir das Buch auch.
Mir hat es sehr geholfen, um mit mir im reinen zu sein und es zu akzeptieren, das ich anders bin als die Vorstellungen meiner Großeltern und das ist auch gut so, denn es ist MEIN Leben.
Ich glaube Kontaktabbruch hilft dir nicht wirklich, weil in deinen Gedanken wirst du dich weiter damit beschäftigen. Du musst einen Weg finden mit dir selbst im reinen zu sein. So zu sagen, dass es dir einfach sch...egal ist, was andere über dich denken. DU bist Schauspieler und Regisseur deines eigenen Lebens. Lass nicht andere die Regie führen.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen Mut machen, dass du nicht alleine bist mit deinem Problem und vielleicht hilft dir das Buch.

Vor 10 Stunden • x 3 #5


Islandfan
Zitat von Lina60:
Und denk daran, Ronja ist zur Marionette geworden, während Du eine tolle Persönlichkeit entwickelst, die das Leben nicht besser meistern könnte !

Genauso sehe ich das auch. Du bist unabhängiger und selbständiger, was dir auf lange Sicht mehr bringen wird. Sicherlich will jedes Kind von seinen Eltern geliebt werden, aber es ist sehr anstrengend so wie Ronja zu sein, weil man immer Angst vor Enttäuschung hat.
Ich kann es nicht verstehen, dass Eltern ihre Kinder nicht bedingunslos lieben können, ich habe das leider auch nicht erfahren. Hätte ich ein Kind, würde ich alles akzeptieren und niemals versuchen, mein Weltbild auf mein Kind zu übertragen. Leider fällt das vielen Eltern schwer.
Eltern sollten niemals enttäuscht sein, weil ihr Kind anders wird, als sie sich es wünschen. Ich finde es sogar normal, dass Jugendliche rebellieren, um ihr eigenes Ich zu finden.

Vor 10 Stunden • x 1 #6


Zitat von Lina60:
Was @Luna70 schreibt möchte ich tausend Mal unterstreichen ! Auch ich verstehe sehr gut, welchen Stress Du erlebst bei diesem Theater zwischen der ...

In welchem Sinne denn bedrohlich ?
Magst mir das bitte genauer erklären ?
Danke schonmal und liebe Grüße

Vor 5 Stunden • #7


@Islandfan Ronja findet ihre Rolle aber irgendwie gar nicht anstrengend, sie scheint ein viel leichteres Leben zu haben als Lina und ich. Ich muss dazu sagen, dass Lina und Ronja seit mehreren Monaten schon jeweils eine eigene Wohnung haben und Mama da auch Unterschiede macht: Ronja ist - wenn sie zu meinen Eltern, meinem Bruder und mir kommt - immer gern gesehen, kann kommen, gehen und bleiben wie sie will und kann auch tun und lassen, was und wie sie will.
Bei Lina ists anders: Sie muss ihr Kommen immer vorher ankündigen und muss sich von Mama immer wieder unter die Nase reiben lassen:Du wohnst hier ja nicht mehr.

Vor 4 Stunden • #8


Zitat von Lina60:
Und denk daran, Ronja ist zur Marionette geworden, während Du eine tolle Persönlichkeit entwickelst, die das Leben nicht besser meistern könnte !

Vor 4 Stunden • #9


Schlaflose
Zitat von nelma98:
Ronja findet ihre Rolle aber irgendwie gar nicht anstrengend, sie scheint ein viel leichteres Leben zu haben als Lina und ich. I

Wahrscheinlich ist sie von sich aus so und verstellt sich gar nicht, um den Eltern zu gefallen.
Ich war Einzelkind und musste nicht gegen Geschwister durch Angepasstheit um die Gunst meiner Eltern buhlen. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, mich tätowieren zu lassen oder durch einen krassen Kleidungsstil oder sonstwie gegen meine Eltern zu rebellieren. Ich hatte von mir aus die gleichen Vorstellungen davon wie man sich verhalten muss, wie sie auch meine Eltern hatten.

Vor 3 Stunden • x 1 #10


@Schlaflose Die Tattoos und mein Kleidungsstil hab ich aber, weil ich mich damit wohlfühle und nicht um gegen irgendwas oder irgendwen zu rebellieren oder um andern was zu beweisen

Vor 2 Stunden • #11


boomerine
Mir ging genauso nur : meine Schwester = Papas Liebling

Zitat von nelma98:
Ich gedenke sogar schon, nach der Ausbildung auszuziehen und zu Mama und Ronja sogar den Kontakt abzubrechen.

Ausziehen ja
abbrechen würd ich mir überlegen ( gebrochen ist schneller als wieder gekittet )

Zitat von Luna70:
ch denke, da hilft nur Abstand, räumlich und möglichst auch emotional

Vielleicht sogar etwas weiter weg.


Zitat von ChrissyHrt:
Wenn du nicht respektiert wirst, dann gehe deinen eigenen Weg, denn das würde dich nur kaputt machen.

Das kann kaputt machen.


Zitat von Islandfan:
Eltern sollten niemals enttäuscht sein, weil ihr Kind anders wird, als sie sich es wünschen. Ich finde es sogar normal, dass Jugendliche rebellieren, um ihr eigenes Ich zu finden.

Es gibt aber solche Eltern.

Vor 2 Stunden • #12


Zitat von nelma98:
Guten Abend, meine Lieben, Ich habe schon länger ein Problem in meiner Familie: Ich habe noch zwei Schwestern, also eine ältere (nennen wir sie mal ...


Hast du denn mal versucht, konstruktiv mit deiner Mutter darüber zu sprechen? Also möglichst nicht anklagend, aber schon so, dass sie versteht, dass du traurig darüber bist.

Sollte sie dabei kalt bleiben würde ich den Kontakt auch runterfahren, um die Reibungspunkte zu reduzieren.

Vor 2 Stunden • #13


@Pauline333 Mit ihr reden bringt nix, da rastet sie aus und sagt, sie wolle nicht diskutieren. Mit Ronja bringt Reden ebenfalls nix, die lässt ja an Mama keine Kritik gelten

Vor 2 Stunden • #14


Zitat von nelma98:
@Pauline333 Mit ihr reden bringt nix, da rastet sie aus und sagt, sie wolle nicht diskutieren. Mit Ronja bringt Reden ebenfalls nix, die lässt ja an ...


Tja, dann kann man der Situation nur bestmöglich aus dem Weg gehen.

Vor 1 Stunde • #15


Mir würds ja auch eigentlich wehtun, zu Mama und Ronja den Kontakt abzubrechen.
Denn dann würde ja das passieren, was Ronja nie wollte, nämlich dass wir Geschwister da irgendwo irgendwie kein Kontakt mehr haben.

Vor 1 Stunde • #16


Lina60
@nelma98, ich meinte, dass gewisse Menschen die bei einem anderen Menschen etwas erkennen, dass sie eigentlich auch gern wären ( eine eigene starke bunte geliebte und sogar noch erfolgreiche Persönlichkeit z.B. ) dann reagieren sie oft neidisch. Statt sich dies jedoch ein zu gestehen, z.B. in dem sie sagen, Ich wäre gerne wie sie machen sie diese Person schlecht und runter. Bedrohlich ist die Person deshalb, weil sie durch ihr Anderssein ( im Sinn von Fähigkeiten haben) einen Spiegel vor Augen führt.

Wenn jemand z.B. sehr gerne tanzen würde, jedoch erkennen muss, dass er sich diesen Traum nie erfüllen wird können ( weil er dazu aus einem triftigen Grund nicht in der Lage ist), dann kann es schmerzen täglich mit einem Tanz-Künstler konfrontiert zu sein. Insofern ist dieser Tanz-Künstler dann bedrohlich für den Tanzunfähigen, weil der was leben kann, dass er selbst nie wird leben können. Und da so etwas den meistens in der Regel nicht bewusst ist, macht er den Tanz-Künstler schlecht wo er nur kann. Und wenn es zwei sind, die nie Tanz-Künstler werden können ( obwohl sie das eigentlich sehr gern wollten), dann können sie gemeinsam gegen den Tanz-Künstler vorgehen. Ist diese Analogie hilfreich ?

Vor 1 Stunde • x 1 #17

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@Lina60 Ja danke, jetzt habe ich passendes Bild vor Augen, hast es toll beschrieben

Vor 17 Minuten • x 1 #18


Zitat von Lina60:
, ich meinte, dass gewisse Menschen die bei einem anderen Menschen etwas erkennen, dass sie eigentlich auch gern wären ( eine eigene starke bunte geliebte und sogar noch erfolgreiche Persönlichkeit z.B. ) dann reagieren sie oft neidisch. Statt sich dies jedoch ein zu gestehen, z.B. in dem sie sagen, Ich wäre gerne wie sie machen sie diese Person schlecht und runter. Bedrohlich ist die Person deshalb, weil sie durch ihr Anderssein ( im Sinn von Fähigkeiten haben) einen Spiegel vor Augen führt.

Genau dieser Argumentation hat sich auch ein Mann bedient, der mich jahrelang gestalkt hatte. Dein letzter Satz im Zitat ergibt allerdings keinen Sinn. Spiegeln würde ja bedeuten, sich im Prinzip ebenso zu verhalten, wie der Gespiegelte. Davon kann bei dem was du schriebst aber gar nicht die Rede sein.

Vor 7 Minuten • #19



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