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Hallo an alle!

Bin neu hier und möchte mir was von der Seele schreiben. vielleicht kennt jemand eine ähnliche Situation.

Es geht um meinen Bruder.
Er ist 25 Jahre alt, lebt noch daheim bei den Eltern. Macht zur Zeit ein bezahltes Praktikum.
Hat vorher ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen, mit dem man leider nicht so viel anfangen kann.
Also er hat schon was im Kopf, Abi und Studium leicht geschafft - er hat nie viel gelernt oder so.

Das Problem ist, dass er für ALLES einen A***tritt braucht!
Und ich bin die Einzige, die sich darum kümmert!

Er hat keine Freunde, hockt den ganzen Tag vor seinem PC und hat sonst keine Interessen.
Er macht zwar im Moment noch ein Praktikum, aber nur weil ICH mich vor seinen PC gesetzt und die Bewerbung abgeschickt habe. Das Praktikum ist bald vorbei, er kann da nicht übernommen werden.
Also höchste Zeit, Arbeit zu suchen.

Nur leider hat er von sich aus null Bewerbungen verschickt. Nur wenn ich daneben sitze (ich wohne schon lange nicht mehr daheim, bin vor 10 Jahren ausgezogen), und sage: hier die Stelle, los bewirb dich, macht er was.
Mehr kann ich nicht tun. Ich kann nicht mit ihm Arbeitgeber zurückrufen (bin nur am Wochenende alle paar Wochen daheim) oder für ihn Vorstellungsgespräche führen. Er kommt einfach nicht aus dem Quark!
Ich kann einfach nicht mehr!
Und meine Eltern machen null Druck!
Meine Eltern, vor allem die Mutter, packen ihn stets in Watte (ohhhh der Arme. ) und bloß nicht zu viel Druck, bloß nicht zu streng usw. er wird wie ein Prinz auf Händen getragen, so kann man sich das vorstellen.

Ich bin schon immer das genaue Gegenteil gewesen, bin direkt nach der Schule ausgezogen, wollte immer Abstand zu meiner Familie haben, da ich dieses "In Watte packen" abartig hasse.
Mein Bruder ist der Inbegriff von "weder Fisch noch Fleisch" und ich mache meine Eltern dafür verantwortlich.
Dass ich so früh ausgezogen und mich mit anderen Menschen umgeben habe, war meine Rettung.
Er gammelt seit 25 Jahren vor sich hin und es passiert nichts.
Ich hab für ihn damals die Studium Bewerbung abgeschickt, die Praktikumsbewerbung usw.

Wenn ich meine Mutter anspreche, kommt nur: das wird schon, er macht das schon usw. Ja wie denn?

Ich sehe einfach schon, dass er bald Hartz4 beantragen muss und für den Rest seines Lebens vergammelt.

Es regt mich so unfassbar auf, dass ich nachts teilw. nicht schlafen kann, bin so wütend auf meine ganze Familie und entwickle mittlerweile einen richtigen Hass! Wenn ich aber versuche was zu sagen, können sie null reflektieren und ich bin die böse!

Jetzt gibt es nur 2 Optionen:
-nichts machen und ihn auf die Schnauze fallen lassen
-so oft es geht mit ihm Bewerbungen schreiben, in der Hoffnung dass er irgendwo genommen wird

Was meint ihr?

Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben! Es musste einfach alles raus!

17.02.2020 09:58 • 17.02.2020 #1


7 Antworten ↓


Angor
Hallo

Meine ehrliche Meinung? Auf die Schnauze fallen lassen!

Er ist erwachsen und sollte sich allein um sein Leben kümmern. Aber so hat er es ja schön bequem, er wohnt im Hotel Mama und die Schwester macht alles für ihn und er braucht seinen Ar. nicht zu bewegen.

Gedankt wird es Dir eh nicht, Du reibst Dich auf und es belastet Dich nur.

Es ist bestimmt nicht einfach, loszulassen, aber nur so kann er hoffentlich irgendwann den Dreh kriegen, dass man selber für sein Leben verantwortlich ist und eventuelle Konsequenzen zu tragen hat, weil man sich selber um nichts kümmert.

LG Angor

17.02.2020 10:11 • x 1 #2



Hallo frozen7,

Mein Bruder kümmert sich um nichts und hängt nur rum

x 3#3


Birke84
Also ehrlich gesagt bin ich auch für "Auf die Schnauze fallen lassen".
Er muss irgendwann mal selbst merken, dass er was für sich und sein Leben tun und leisten muss
und wenn es vielleicht erst dann ist, wenn er einen Antrag auf Hartz4 stellen müsste, eventuell ist ihm
das dann mal zu blöd und er wacht auf... oder wenn er nach dem Praktikum erstmal mit nix weiter da steht.
Klar ist es dein Bruder und du machst dir Sorgen um ihn und sein Leben, aber gewisse Dinge müssen sie dann auch mal selbst merken und auf die Reihe kriegen, er ist alt genug u. muss seinen Ar. hoch kriegen!
Das Leben muss manchmal erstmal weh tun, bevor man in die richtige Richtung geht...

17.02.2020 10:19 • x 1 #3


Zitat von Birke84:
Also ehrlich gesagt bin ich auch für "Auf die Schnauze fallen lassen".
Er muss irgendwann mal selbst merken, dass er was für sich und sein Leben tun und leisten muss
und wenn es vielleicht erst dann ist, wenn er einen Antrag auf Hartz4 stellen müsste, eventuell ist ihm
das dann mal zu blöd und er wacht auf... oder wenn er nach dem Praktikum erstmal mit nix weiter da steht.
Klar ist es dein Bruder und du machst dir Sorgen um ihn und sein Leben, aber gewisse Dinge müssen sie dann auch mal selbst merken und auf die Reihe kriegen, er ist alt genug u. muss seinen Ar. hoch kriegen!
Das Leben muss manchmal erstmal weh tun, bevor man in die richtige Richtung geht...

Zitat von Angor:
HalloMeine ehrliche Meinung? Auf die Schnauze fallen lassen!Er ist erwachsen und sollte sich allein um sein Leben kümmern. Aber so hat er es ja schön bequem, er wohnt im Hotel Mama und die Schwester macht alles für ihn und er braucht seinen Ar. nicht zu bewegen.Gedankt wird es Dir eh nicht, Du reibst Dich auf und es belastet Dich nur.Es ist bestimmt nicht einfach, loszulassen, aber nur so kann er hoffentlich irgendwann den Dreh kriegen, dass man selber für sein Leben verantwortlich ist und eventuelle Konsequenzen zu tragen hat, weil man sich selber um nichts kümmert.LG Angor


Vielen Dank für eure Antworten!
Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht, ihn einfach fallen zu lassen, damit er etwas wichtiges lernen kann.

Meine Angst in dem Zusammenhang ist nur, dass er weiter so rumsitzt und bei meinen Eltern wohnen bleibt, solange wie sie selbst leben.. dann sterben sie ja irgendwann (sind jetzt fast 60) und dann habe ich ihn an der Backe! Dann steht er lebensunfähig da. Das ist meine Sorge in dem Zusammenhang.

17.02.2020 10:25 • #4


Angor
Zitat von frozen7:
Meine Angst in dem Zusammenhang ist nur, dass er weiter so rumsitzt und bei meinen Eltern wohnen bleibt, solange wie sie selbst leben.. dann sterben sie ja irgendwann (sind jetzt fast 60) und dann habe ich ihn an der Backe! Dann steht er lebensunfähig da. Das ist meine Sorge in dem Zusammenhang.

Na Deine Eltern lassen sich doch hoffentlich noch ein bischen Zeit mit dem sterben.

Spätestens wenn Dein Bruder ohne Geld da sitzt, weil er keinen Job hat, keine Lust hat den Hartz4 Antrag auszufüllen oder wegen mangelnder Mitwirkung vom Jobcenter kein Geld bekommt, werden Deine Eltern merken, dass so ein untätiges faules Söhnchen ganz schön teuer werden kann.

Und spätestens dann werden auch sie aktiv werden, und ihm mal die Hammelbeine lang ziehen.
Elternliebe gut und schön, aber irgendwann ist es dann auch mal gut, wer möchte schon den Rest seines Lebens seine erwachsenen Kinder durchfüttern?

So kurz vorm Rentenalter haben sie sich das dann sicher auch anders vorgestellt.

17.02.2020 10:38 • x 2 #5


Zitat von Angor:
Na Deine Eltern lassen sich doch hoffentlich noch ein bischen Zeit mit dem sterben. Spätestens wenn Dein Bruder ohne Geld da sitzt, weil er keinen Job hat, keine Lust hat den Hartz4 Antrag auszufüllen oder wegen mangelnder Mitwirkung vom Jobcenter kein Geld bekommt, werden Deine Eltern merken, dass so ein untätiges faules Söhnchen ganz schön teuer werden kann.Und spätestens dann werden auch sie aktiv werden, und ihm mal die Hammelbeine lang ziehen.Elternliebe gut und schön, aber irgendwann ist es dann auch mal gut, wer möchte schon den Rest seines Lebens seine erwachsenen Kinder durchfüttern? So kurz vorm Rentenalter haben sie sich das dann sicher auch anders vorgestellt.


Ich hoffe sehr, dass Du recht hast!
Zumal meine Eltern selbst am Existenzminimum leben (Vater schon lange aus gesundheitlichen Gründen erwerbsunfähig; Mutter verdient nicht viel).

17.02.2020 10:48 • x 1 #6


Icefalki
@frozen , ich kann dich sehr gut verstehen. Bin auch die Sorte Mensch, die Handlungsbedarf erkennt und manchmal gegen Windmühlen ankämpft.

Was mir hilft, ist Nachdenken. Dazu gehört, dass ich zwar 1000mal Recht habe, aber mich damit auch extremst selbst belaste, weil andere meine Sichtweise nicht teilen wollen/können.

Ich merke dann auch, wie ich innerlich wütend werde, was mich dann auch wieder belastet.

Deshalb überlege dir mal ganz in Ruhe, wieviel du geben möchtest. Was dich weniger belastet. Entweder du hilft dem Bruder, ohne Erwartungen, oder du ziehst dich zurück und überlässt ihm seinem Schicksal. Wohlgemerkt, du triffst eine bewusste Entscheidung.

Und lass alle Erwartungen an die anderen fallen. Keine Dankbarkeit, kein Einsehen, kein Lob erwarten. Du hilfst, oder du hilfst nicht. Und wenn Nichthilfe, dann nicht aus Trotz, oder als Bestrafung, sondern, weil du nimmer kannst oder nimmer willst.

Du musst dich und deine Empfindungen sehr gut hinterfragen, dann kommst du zu einer Lösung..

17.02.2020 11:24 • x 2 #7


cube_melon
Es ist halt leider oft so, dass der Mensch die Richtung seines Denkens erst ändert, wenn er mit dem Kopf gegen die Wand läuft.

Edit: Du kannst die Welt nicht retten.
So wie Du es erzählst ist das pure Gewohnheit wegen Hotel Mama. Wenn er psychisch krank wäre würde ich anderes raten.
Falls Du dich zurückziehen solltest, habe ein Gespräch mit ihm wo Du ihm eine Gefühle vermittelst und auch ganz klar vor Augen hältst was Du befürchtest wie seine Zukunft aussieht. Dann kannst Du zu dir selber sagen, dass Du alles getan hast was in deiner Macht steht.

17.02.2020 12:02 • x 3 #8




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