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Moe89
Hallo!

Ich hoffe mal, dass ich hier richtig bin, bzw. dass das Thema hier hinpasst.
Mir ist heute auf der Arbeit was ziemlich peinliches passiert und das schlimmste ist, dass es immer wieder vorkommt. Aber heute hat irgendwie den Vogel abgeschossen und ich schäme mich in Grund und Boden für mein dummes Verhalten.

Also, ich hab derzeit viel um die Ohren - Arbeit, ein Studium, Fernbeziehung, Streitereien mit ehemaligen Freunden, ein Bekannter der in U-Haft sitzt. und bin dabei eher in mich gekehrt. Ich kann mit Leuten schlecht über meine Probleme reden, besonders mit Kollegen, die zwar alle ganz nett sind, aber da habe ich auch schon einen Einzelgänger-Status. Heute hat mich dann eine Kollegin gefragt ob eigentlich alles bei mir in Ordnung sei - wie sonst auch immer habe ich erst genickt und gelächelt und bin nicht weiter drauf eingegangen, aber dann dachte ich mir - warum auch immer - dass ich doch etwas offener sein könnte und spreche sie etwas später nochmals auf ihre Frage an. Warum auch immer, habe ich den Bekannten in U-Haft dabei angesprochen was sowieso schon total bescheuert ist und VERSUCHT zu erklären was war und warum mich das besorgt. Noch während dem Reden ist mir aufgefallen wie irre ich grade klinge, da ich von einem halben Satz zum nächsten halben Satz gesprungen bin ohne irgendwas fertig zu erklären, gestikuliert habe wie wild und je verwirrter die Kollegin geschaut hat, desto mehr kam ich wortwörtlich ins Schwitzen (Ich hatte dann irgendwann richtige Schweißausbrüche!) und desto schlimmer hab ich es gemacht. Ich glaube, am Ende dachte die Arme dass ich entweder komplett lüge und alles erfinde und das mit mir gewaltig was nicht stimmt Sie hat sich dann auch schnell aus dem Staub gemacht. Ich bin mir auch zu 100% sicher dass das der Rest des Kollegiums auch noch erfahren wird - und das wohl nicht grade mit netten Worten.

Ich versteh nicht warum ich so dumm bin und in so sozialen Situationen, in denen es um mich geht immer wieder so komisch überhastet und wirr, verwirrt, absolut unpassend und peinlich reagiere. Ich kann hier gar nicht schreiben wie übel das in Wahrheit war. Das passiert nicht nur bei Kollegen, auch bei Familie und Freunden, aber auf der Arbeit ist es am übelsten.
Könnte das ein Zeichen von sozialer Phobie sein? Aber vor allem, hat jemand eine Idee wie ich diese Situation irgendwie noch ein bisschen retten kann? Mich für mein wirres Zeug entschuldigen und nochmals probieren ihr in Ruhe alles zu erklären? Ich hab nur Angst dass ich es dann noch schlimmer mache. denn die hat sicher keine Lust sich nochmals mit mir auseinander zu setzen, glaube ich.

21.07.2021 16:51 • 28.07.2021 #1


11 Antworten ↓


Mariebelle
Ich wuerde mir da keine so grosse Sorgen machen.
Was man abundzu mal mit Kollegen redet geht niemanden anderen etwas an.

Das kann morgen schon wieder vergessen sein.

Ich wuerde nix mehr erklaeren,ausser ggfs bei Ansprache,du hattest einen echt Schei** Tag,mehr nicht.

21.07.2021 16:55 • x 5 #2



Mal wieder blamiert - wie kann es noch bisschen retten?

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Moe89
Danke für deine Antwort!
Vielleich steigere ich mich auch zu sehr rein, ich kann das gerade gar nicht abschätzen?
Gefühlt natürlich nicht, da ist es immer noch eine Vollkatastrophe die mich wohl noch die ganze Nacht beschäftigen wird. Ich hab schon überlegt einfach nicht mehr zum Arbeiten zu gehen, aber das geht natürlich auch nicht

21.07.2021 19:16 • #3


Spaceman
Ich stimme Mariebelle vollkommen zu. Jeder hat mal einen komischen Tag. Versuch Dich mal an eine Situation zu erinnern, in der sich Deine Mitarbeiter*innen mal etwas seltsam benommen haben. Das hat sicherlich auch nicht lange nachgewirkt.

Zitat von Moe89:
Könnte das ein Zeichen von sozialer Phobie sein?


Bei sozialen Phobien geht es vornehmlich um Angst vor sozialen Situationen. Kannst Du das bei Dir beobachten?

Zitat von Moe89:
Ich versteh nicht warum ich so dumm bin und in so sozialen Situationen,


Nicht dumm! Vielleicht manchmal etwas ungeschickt (bin ich auch). Vielleicht kannst Du genauer beschreiben, was für problematische Situationen typisch für Dich sind. Dann ließe sich das besser einschätzen.

21.07.2021 19:40 • x 3 #4


Mariebelle
Zitat von Moe89:
Danke für deine Antwort! Vielleich steigere ich mich auch zu sehr rein, ich kann das gerade gar nicht abschätzen? Gefühlt natürlich nicht, da ist es immer noch eine Vollkatastrophe die mich wohl noch die ganze Nacht beschäftigen wird. Ich hab schon überlegt einfach nicht mehr zum Arbeiten zu gehen, aber das geht ...

Geh ganz normal zur Arbeit,sage Guten Morgen u gut ist.wenn interessiert das Geschwafel von gestern? i d R niemand...

Nur Mut...

21.07.2021 19:44 • x 3 #5


Moe89
Danke euch beiden!
Das ist auf jeden Fall wahr, es hat wohl auch jeder so Momente bei denen man im Boden versinken könnte, während sich die anderen vielleicht nur einmal den Kopf kratzen und es dann schon wieder vergessen haben. Vielleicht hab ich da gerade zu sehr den Spotlight-Effekt. Ich kann es wirklich schlecht einschätzen. Vielleicht bin ich auch Thema beim nächsten Mal wenn ich nicht dabei bin... aber andererseits vielleicht auch nicht. Uff! Jetzt steck ich im Grübelkarussell. Gefühlt bin ich jetzt natürlich Lästerthema Nr. 1

Problematische Situationen sind vor allem die, in denen ich irgendwie aufgefordert werde, etwas über mich oder über mein Privatleben zu erzählen. Da krieg ich nichts mehr richtig hin. Angst vor sozialen Situationen hab ich im Allgemeinen schon, sei es Fremde ansprechen (an manchen Tagen geht es, an anderen kann ich mich nicht überwinden) oder allein z. B. durch eine volle Bar laufen, recht starke Nervosität bevor ich mehr oder weniger bekannte Menschen treffe, schämen bei und nach Treffen bezüglich meines Aussehens und Verhaltens, wiederholtes Durchspielen von solchen Situationen... na ja. Mittlerweile vermeide ich vieles, bin sehr viel daheim und vermisse den Lockdown/die Tage, an denen ich in Quarantäne musste. Das kam mir schon sehr gelegen.

21.07.2021 21:47 • x 2 #6


Spaceman
Ich sehe da schon Ansätze von zumindest ungesunder Schüchternheit und Unsicherheit. Zumal Du ein Vermeidungsverhalten entwickelt hast. Letzteres ist sehr gefährlich, weil dadurch die Unsicherheit immer weiter zunimmt und soziale Kompetenzen schwächer werden. Das kann schnell in eine Abwärtsspirale führen.

Ich würde Dir raten, das mal professionell klären zu lassen. Hausärzte reichen für ein Erstgespräch oft aus.

21.07.2021 22:23 • x 2 #7


Warum interessiert es dich so sehr, was andere über dich denken? Wenn dir das bicht so wichtig wäre, würdest du in Gesprächen auch gelassener bleiben, einfach weil es weniger wichtig für dich wäre. Lerne über das Geschehene zu lachen

25.07.2021 08:26 • x 2 #8


Wer sich am Kopf kratzt, weil du halbe Sätze zu einem schwierigen Thema stammelst, ist sozial wenig kompetent. Wer das Leben und die Menschen kennt, der hat Empathie und versteht intuitiv, dass dich das Thema belastet und du deshalb nach Worten ringst, zumal du sowieso wenig über dich persönlich sprichst. Du bist also völlig normal. Dass du der Kollegin von dem für dich schwierigen Thema erzählt hast, ist ein Vertrauensgeschenk an sie und es ist schön, wenn sie es auch so sieht und dich versteht. Du brauchst nicht perfekt zu sein, du darfst auch unsicher sein
Herzliche Grüße

25.07.2021 09:40 • x 3 #9


FeuerWasser
Zitat von Moe89:
Sie hat sich dann auch schnell aus dem Staub gemacht. Ich bin mir auch zu 100% sicher dass das der Rest des Kollegiums auch noch erfahren wird - und das wohl nicht grade mit netten Worten.


Um ehrlich zu sein, ich kann die Kollegin verstehen. Ich würde mich auch aus dem Staub machen und mich vorallem im ersten Moment fragen was du für ein Umfeld hast.
Jetzt ist es wie es ist. Du kannst es nicht mehr rückgängig machen. Du schreibst allerdings, dass das häufiger vorkommt. Da würde ich mir nächstes Mal gut überlegen welche Themen in die Arbeitsstelle gehören und welche ins Privatleben. Was lässt man wie nahe an sich ran. Alle sind meine besten Freunde, alle Probleme anderer sind meine Probleme.... da muss man mehr differenzieren und sich abgrenzen.
Du fängst an wild zu gestikulieren, bekommst Schweißausbrüche... du redest dich in Kopf und Kragen mit Sachen die ganz sicher keine Arbeitskollegin etwas angeht.


Zitat von Moe89:
Problematische Situationen sind vor allem die, in denen ich irgendwie aufgefordert werde, etwas über mich oder über mein Privatleben zu erzählen.

Du musst dich dazu keineswegs auffordern lassen! Es kann helfen sich mit Leuten zu umgeben die fest im Leben stehen und wortgewandt sind. Davon kann man viel lernen. Es gibt soziales Kompetenztraining, es gibt Rhetorikkurse. Sich nicht in die Ecke treiben lassen das muss man üben.

26.07.2021 11:46 • x 1 #10


Icefalki
Ich würde mal eine andere Form von Gespräch versuchen.

Wenn jemand nachfragt, wie es einem geht und man denjenigen sympatisch findet, kann kann durchaus auch mal zugeben, dass in einem gerade ziemlich viel Chaos herrscht und man eh zu denjenigen gehört, die sich darum recht schwer ausdrücken können und lieber den Mund halten, als andere zu belasten.

Wie das Gespräch dann weitergeht, wird sich dann zeigen.

Ich denke mir immer, wenn ich der Meinung bin, eh schon für Gesprächsstoff zu sorgen, dann lieber mit einer kleinen Wahrheit beginnen, die alles bissle verständlicher für den anderen macht.

26.07.2021 13:07 • x 1 #11


Moe89
Vielen lieben Dank für eure Antworten!
Ich habe definitiv gelernt, dass ich lieber weiter still bleibe, anstatt mich wieder in so eine Situation zu bringen, bzw. Die Leute erst mal 'anzutesten' inwiefern sie nun wie viel von was vertragen.

Glücklicherweise hat sich die Kollegin am nächsten Tag recht normal-freundlich bzw. Höflich verhalten- die anderen auch.

Ich bin mir zwar selbst immer noch peinlich, auch bei smalltalkthemen, aber das ist irgendwie nochmals ein anderes Thema, eine andere Baustelle.

28.07.2021 23:50 • #12



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