Liebe Miamee!
Es tut mir ganz unheimlich leid, was Dein Arbeitgeber da veranstaltet, es ist einfach so unfair! Man macht sich jahrelang krumm für die Arbeit und gibt alles, dann bekommt man einmal Probleme und schon wird einem signalisiert, dass das ja gar nicht geht und man eine Zumutung für die Firma/ die Dienststelle ist.
Zunächst einmal: Du bist nicht allein! Ganz viele Menschen mussten das über sich ergehen lassen, es liegt NICHT an Dir !
Und: Du musst überhaupt GAR kein schlechtes Gewissen haben! Du bist krank, und wenn Du einen komplizierten Splitterbruch im Bein hättest, würdest Du auch länger ausfallen und Dir diese Gedanken viel weniger machen. Das Problem ist, dass man sich für psychische Erkrankungen überproportional mehr rechtfertigen muss als für physische.
Traurig, aber leider Realität, es ist zum ***, echt

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Ich kann Dich sooo gut verstehen, ich war vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation. Um Dir eine Vorstellung davon zu geben, wie relativ ein Begriff wie "lang" in Bezug auf Krankschreibung ist, möchte ich Dir gerne etwas davon erzählen, damit Du eine andere Perspektive auf die Länge Deiner Krankschreibung bekommen kannst.
Mir erging es ähnlich wie Dir, ein auslösendes Ereignis hat zu einer Krankschreibung geführt, in dieser Zeit brachen tieferliegende Probleme voll durch und die Krankschreibung wurde länger (viel länger) als erwartet. Mein Arbeitgeber hat sich unmöglich verhalten, ich habe vorher nie Probleme gemacht, weder von der Leistung noch von den Krankheitszeiten her, aber es wurde mir nicht gedankt, im Gegenteil.
Das ist auch vorweg schonmal die erste Lehre, die ich aus allem ziehen konnte:
Es dankt Dir NIEMAND, wenn Du Deine Gesundheit für den Arbeitgeber aufs Spiel setzt, das wird einfach nicht gesehen und sofort vergessen, sobald Du krank wirst.
Als ich merkte, dass bei mir etwas mehr nicht stimmte als nur die Erkältung, die ich hatte, sagte meine Hausärztin mir:"Ich schreibe Sie jetzt mal für 4 Wochen krank, und ich fürchte, dass auch das nicht langen wird, stellen Sie sich auf einen Klinikaufenthalt ein." Ich war total geschockt und habe sie für verrückt gehalten. 4 Wochen klang damals für mich irrwitzig lang und einfach nicht umsetzbar. Aber was soll ich sagen, sie hat recht behalten. An die 4 Wochen schloss sich meine erste Einweisung für einen ersten stationären Aufenthalt an, der dann auch gleich 12 Wochen dauerte. Danach dachte ich, jetzt könne ich wieder arbeiten. Weit gefehlt, keine 3 Monate später war ich wieder in der Klinik, wieder für 12 Wochen. Inzwischen habe ich gut ein ganzes Jahr in der Klinik verbracht, an Arbeit ist nach wie vor eher nicht zu denken und aus den 4 Wochen vom Anfang meiner Berufsunfähigkeit sind inzwischen fast 4 Jahre geworden.
Das ist sicherlich ein etwas heftiger Verlauf, der auch nicht typisch ist und den ich auch gleich wieder ins Verhältnis setzen möchte: In dieser Zeit habe ich ganz, ganz viele Menschen kennengelernt, die durch eine psychische Krise oder Erkrankung vorübergehend berufsunfähig waren. Viele sind inzwischen wieder im Beruf und kommen wieder gut zurecht. Aber alle haben die Erfahrung gemacht: So eine psychische Krise kann länger andauern, als man denkt. Viele waren mit Burnout in der Klinik, und von der ersten Krankschreibung bis zur Wiederaufnahme der Arbeit lagen bei vielen mehrere Monate.
Was ich damit sagen möchte: Du bist noch nicht lange krank, auch wenn Dein Arbeitgeber Dir das einreden möchte.
Ich habe leider auch viele Menschen kennengelernt, die unter dem Druck des Arbeitgebers zu früh zurück in den Job gegangen sind und dann ganz schnell wieder auf der Nase lagen. Daher würde ich Dir raten: Kuriere Dich vollständig aus. Nimm' Dir die Zeit, die Du brauchst. Es dankt Dir niemand, wenn Du nur zu 60% wiederhergestellt zurück zur Abeit gehst, wenn Du dann nochmal ausfällst, wird die Sache auch nicht besser, im Gegenteil. Und: Es wird Dir nicht gedankt. Man erwartet, dass Du wieder "funktionierst", wenn Du zurückkehrst, und wenn das nicht der Fall ist, braucht man auf Mitleid und Rücksichtnahme nicht zu hoffen. Vielleicht für ein paar Tage, aber das war's meistens.
Achte auf Dich! Deine Gesundheit ist Dein wertvollstes Gut, und die gibt Dir niemand zurück, wenn sie erstmal ruiniert ist. Es ist wichtig, zu lernen, an sich zu denken und für sich zu sorgen. Das ist sehr schwer, aber wenn Du es nicht tust, wird es niemand tun.
Ich wünsche Dir alles Gute

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LG Silver