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Hallo,

was sagt ihr dazu?

Wie reagiert ein zwanghafter Lügner (Pseudologe), wenn sein Lügengerust enttarnt wird?

Wenn alle seine Lügen angesprochen und von Leuten, die die Wahrheit kennen, im Gegenteil bestätigt werden.

Gehen diese Menschen (Pseudologen) dann in die Offensive?

Suchen sie ein Gespräch zum Geschädigten?

Ziehen sie sich zurück und ignorieren sie die Geschädigten?
(Das ist mir passiert und ich komme mit dem Verhalten nicht klar. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass ein Mensch so sein kann!!)

Werden sie geläutert und suchen eigenhändig nach Therapiemöglichkeiten?

Entschuldigen Sie sich (nach einer Zeit) bei den Geschädigten?

Oder machen sie unbeirrt weiter so, nur mit neuen Leuten?

UND meine wichtigste Frage:
Gibt es tatsächlich Menschen, die in ihrem Leben "noch nie gelogen" haben.
Es dann (bei einer Person/zwei Personen) "plötzlich" tun und zwar über Jahre und die Lügengeschichten auch wirklich lebend und ausbauend und dann plötzlich macht es einen Knall, dass Lügengerüst wird enttarnt, fällt auseinander und den behaupten diese Menschen, dass sie nun nicht mehr Lügen werden!


"Mein" Pseudologe hat null "krankheitseinsicht" und ist der Meinung, dass er erst "bei mir" angefangen hat zu lügen.
(Obwohl er die zweite Geschädigte auch über Jahre angelogen hat!).

Und das Lügen muss ihm wo so gut gefallen haben, dass er es mehrere Jahre durchgezogen hat, bei mir und auch parallel bei der anderen Person, die er auch seine "Lebensgefährtin" nannte (ja, er hatte zwei Beziehungen über sechs Jahre gleichzeitig und sich ein ausgefeiltes Doppelleben aufgebaut, welches er so gut gemacht hat, dass die beiden Frauen da nicht drauf kamen), an die Dinge selbst geglaubt hat und dann, als es irgendwann wieder mal eng für ihn wurde (als die Leute Beweise sehen wollten), ging er sogar so weit, dass er Dokumente gefälscht hat, nur um zu beweisen, dass seine Lügen wahr sind.

Unbekannte Leute (Bekannte, Nachbarn, Vorgesetzte, ehemalige Arbeitskollegen und angebliche Freunde) wurden mit in die Lügengerüste verstrickt und ohne ihres Wissens wurden die Namen dieser Menschen als Alibi für sein Doppelleben missbraucht und denen auch Biografien angedichtet, die nicht stimmen. Treffen und Begegnungen, Geschäftsreisen mit Vorgesetzten, die es nie gegeben hat.

Oder gibt es so etwas wirklich, dass man vorher "absolut lügenfrei" gelebt hat und plötzlich wird man zum Pseudologen, aber danach ist man es...plötzlicht dann nicht mehr und lügt nicht mehr?

Geschichte:
Ein Mann lernt eine Frau kennen, beginnt eine Beziehung mit ihr, ist sieben Jahre mit ihr zusammen, verlobt sich mit ihr, schmiedet Zukunftspläne, sagt zu der Frau, dass man noch nie einen anderen Menschen so nah an sich heran gelassen hat, wie diese Frau. Sagt dieser Frau, dass man noch nie einem anderen Menschen so vertraut hat, wie dieser Frau.
Und gleichzeitig wird eine Scheinwelt/Wunschwelt und ein Doppelleben aufgebaut und die Lügen werden so gut verpackt und durchdacht und auch im Kopf behalten zur "Weiterentwicklung", es wird an alle Eventualitäten gedacht, wie Fragen, die mit der Erzählung der Märchen entstehen können.
Diesen Eventualitäten wird vorgesorgt, sich Wissen angelesen etc., damit im Falle der Nachfragen den Kopf aus der Schlinge bekommt.
Dokumente werden gefälscht, damit nicht enttarnt wird etc.
Da dieser Mensch quasi in zwei Welten lebt und Beziehungen zu zwei Frauen hat, sind die Geschichten, die er jeder Frau erzählt jedoch unterschiedlich.

Frau A enttarnt die Sache.
Pseudologe behauptet zur Frau A, dass er "vorher noch nie gelogen hat und erst bei Frau A. damit angefangen hat.
Er gibt zu, dass er Frau B. auch angelogen hat die ganzen Jahre (!!) lang und auch von Anfang an (sich als Single ausgegeben, dabei war er mit mir schon seit einem Jahr liiert), aber andere Dinge erzählt hat...waren ja auch zwei "völlig verschiedene Leben mit zwei verschiedenen Charakteren".
Aber ER würde nun mit dem Lügen aufhören....und ausserdem sei es das erste Mal gewesen, dass er so etwas macht!

[b]GEHT SO ETWAS?
Soviele Jahre und mit der durchdachten Lügeninfrastruktur, wie er sie aufgebaut hat und erhalten hat!!
Das ist doch kein Werk eines "Lügenanfängers"!?[/b]

Trotz der "Distanz" eines Jahres und psychologischer Begleitung knabbert die ganze Sache immer noch an mir und ich suche immer noch nach den Antworten...klar, die kann nur er mir geben, aber er sagt erst, dass er "nicht weiss, warum er das getan hat" und im nächsten Satz "ich habe nichts mehr zu sagen, habe Alles gesagt", obwohl er nach der Enttarnung "NICHTS" gesagt hat und erst mal wochenlang untergetaucht ist.

Leider musste ich in der letzten Woche wieder zum Hörer greifen und ihn nach dem "Warum?" fragen.
Fast 10 Monate habe ich keinen Kontakt zu ihm gesucht, da ich dachte, ich komme "über den Berg".
Seitdem habe ich wieder ein mittleres Tief und weine viel.
Aber all diese abstrusen Dinge, die da passiert sind, die ganzen surrealen Geschichten, die ganzen Zusammenhänge und Abgründe, die da ans Licht gekommen sind, die gehen mir nicht aus dem Kopf.
Da kann ich machen, was ich will.
Und ich möchte nicht wegen der Erlebnisse mit so einer Person Psychopharmaka nehmen müssen, damit es sich ändert.

Er sagte in dem Telefonat nicht viel. "Ich weiss nicht warum ich das gemacht habe" ist der meist gesprochene Satz.
Ich kann und will es ihm aber nicht so einfach machen und das akzeptieren, dass er es sich mit diesem Satz auch einfach machen möchte.
Er lebt scheinbar weiter, wie bisher und wie es anderen Menschen geht, dass ist ihm egal.

Er sagte auch, dass er sich sein Leben kaputt gemacht hat, sein Leben sei nach dem "Knall" richtig schei.sse geworden (aber war es das denn vorher nicht auch? Sonst hätte er es doch nicht nötig gehabt sich eine Scheinwelt voller Lügengeschichten aufzubauen) und negativ verändert. Er will darüber aber nicht reden, da er sonst kotzen muss (O-Ton).

Was er aus dem (Seelen-)Leben anderer Leute gemacht hat, dass interessiert ihn NICHT!!
Sein Leben ist kaputt...nur seins, ja??

Mich hat diese Erfahrung mit ihm seelisch kaputt gemacht. Empfinde keine Freude mehr, habe kaum noch Motivation irgend etwas zu machen.
Ziehe mich sozial zurück. Weine jeden Abend wieder seit einer Woche.
Komme morgens kaum aus dem Bett und muss mich bei der Arbeit stark zusammen reissen.
Ein dreiwöchiger Urlaub, den ich vor einer Woche beendet habe, der hat auch nicht viel Erholung gebracht, weil mich die ganze Sache so ausgelaugt hat.

07.12.2012 13:24 • 11.12.2012 #1


3 Antworten ↓


Dass ein Pseudologe einem anderen Schuld für sein Lügen zuschiebt ist nichts ungewöhnliches. Wie du schreibst, "bei dir hat es angefangen". Das ist dann vermutlich eine Lüge in Folge. Ein Pseudologe, der narzisstisch oder antisozial gesteuert ist, hat sehr wenig bis kein Gewissen - sein Gehirn funktioniert anders als unseres.

Um mit exakt diesem Problem fertig zu werden, habe ich mir vor einiger Zeit Bücher zum Thema gekauft und las eine Menge Dateien dazu. Bis ich die Nase voll davon hatte und das Thema aus meinem Tagesprogramm strich. Verschwendete Zeit! Es gibt Dinge, die kann und muss man auch nicht verstehen. Es gibt Lagen, in die man sich nicht versetzen kann. Und das ist auch der Zauber der Sache - man weiß, dass es das gibt, man weiß irgendwann auch, dass es sehr leidvoll sein muss, ist aber selbst davon befreit das zu erleben.

Wenn du magst, such im Internet nach Übungen, damit es dir bald wieder besser geht.

Z. B. hier die 10 Punkte:

http://visionenleben.wordpress.com/2010 ... formieren/

.. oder hier -

http://licht-forum.org/fragen-und-antwo ... miert.html

Ich hoffe etwas davon kann dir weiter helfen, oder du findest selbst etwas für dich passendes, ansonsten schreib oder frag einfach weiter, das kann auch der erste Schritt aus der Deprimiertheit oder Depression heraus sein.

Gruß

08.12.2012 00:07 • #2



Jahrelanges Lügen soll Einzelfall sein? Was sagt ihr dazu?

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Vielleicht ist er auch eine Spielernatur und nimmt Beziehungen generell nicht ernst und wollte nur intellektuell austesten, was geht. Klar sollte man mit Menschen nicht spielen, aber als Narzisst sieht er in erster Linie sein Vergnügen und schreibt als Geistesmensch dem Gegenüber eine ebensolche Unabhängigkeit zu, wie er sie hat.

Dass andere anders gestricht sind als man selbst, muss man erstmal verstehen können und dann auch tolerieren und respektieren. Ich habe das auch lernen müssen.

11.12.2012 01:50 • #3


Ja, das gehört zur narzisstischen Perversion, die eigene ausbeuterische Art und Empathielosigkeit für ein "Spiel" auszugeben und für etwas besseres zu halten. Größenwahn. Ich kenne die inneren Nöte der Narzsissten sehr gut. Jeder kann sich informieren um an solche Nummern nicht rein zu fallen.

Pseudologie ist aber nicht ausschließlich eine Sache des Narzissmus, sie kann sich z. B. auch als eine mehr oder weniger wahnhafte Abwehrmaßnahme im Rahmen der posttraumatischen Belastung manifestieren.

11.12.2012 09:16 • #4