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Hallo ihr Lieben,

dies ist mein erster Beitrag hier. Ich bin Mitte 30 und habe mir früher immer vorgestellt Ehefrau und Mutter zu sein. Für mich war klar, dass ich das werde, denn so ist es nun mal in unserer Gesellschaft. Aber eben erst dann, wenn ich soweit bin. Ich war nie soweit. Es gab nie jemanden, den ich hätte heiraten können/wollen und alleine ein Kind bekommen war mir nix.

Seltsamerweise hasse ich diesen Lebensstil nun regelrecht. Mit Kindern kann ich nichts anfangen, sind mir zu anstrengend und für einen Partner bin ich viel zu unflexibel. Ok hassen ist zu viel gesagt, aber ich kann mir beim besten Willen nichts dergleichen mehr vorstellen und will mich auch gar nicht damit beschäftigen müssen. Das war ok solange ich noch 16 war. Auch mit Mitte 20 habe ich mir da keinen Stress gemacht. Jetzt mit Mitte 30 ist der Zug abgefahren. Ich werde mich niemals dahin entwickeln, dass ich ein "normales" Leben führen kann. Mein Werdegang hat mir das irgendwie kaputt gemacht.

Wenn ich mit irgend jemandem darüber spreche heißt es immer "macht doch nix, solange du glücklich" bist. Bin ich aber nicht. Ich bin wütend, dass ich anders bin. Wütend, darüber dass ich als Rand der Gesellschaft angesehen werde. Wütend darüber, dass ich einer der vielen Armutsrentner sein werde, die einsam vor sich hinvegetieren.

Das wollte ich irgendwie mal los werden. Vielleicht ist hier ja jemand, der das kennt, dem es ähnlich geht.

Danke für's lesen

02.04.2018 12:27 • 04.04.2018 #1


12 Antworten ↓


wollpulli
hallo SchlaflosimBett,

mir geht es manchmal auch so. Ich bin nun 47 und komme mit vielen Dingen nicht zurecht wie meinem erlernten Beruf und der Einsamkeit.

Mit 30 ist der Zug nicht abgefahren. Noch kannst Du etwas tun. Gib nicht auf.

Warum solltest Du ein Armutsrentner werden? Hast Du zuwenig Einkommen oder was ist der Grund? Was ist für Dich ein normales Leben?
Ein erfülltes Leben das wünschen sich viele Menschen da stimme ich jedem zu. Ich arbeite auch daran meine Träume noch zu verwirklichen.
Das was Du schreibst klingt alles sehr frustriert und traurig. Wie kann man Dir helfen?

Liebe Gruesse wollpulli

02.04.2018 18:23 • #2



Ich hasse was ich einst wollte

x 3


..na ja, wenn ich Dir jetzt schreibe, dass das nichts Besonderes ist, wird Dich das auch nicht trösten. Was man sich so alles mit 16 und wenn man jung ist vom Leben vorstellt und erwartet, hat selten mit dem zu tun, was danach kommt und welche Realität das Leben annimmt. Hier wirst Du beim Lesen einzelner Threads und Posts unzählige Geschichten finden, wo das Leben in der Hauptsache von (psychischer) Krankheit geprägt oder gar bestimmt wurde. Das sind natürlich eher selten ausgefüllte, glückliche Leben, in denen sich der Einzelne wohl fühlt. Einsamkeit, Trauer und Zukunftsangst gehören für viele psychsich erkrankte Menschen leider nun mal dazu. Die Kunst ist jetzt nur zu lernen, damit irgendwie umzugehen, wenn es nicht gelingt, das eigene Leben zu verändern. Aber auch das ist leichter gesagt, als getan. - - Mit dem "Armutsrentner" verstehe ich das auch nicht so ganz. Du bist doch mit Mitte 30 noch in einem Alter, wo man für die Zukunft vorsorgen kann. Natürlich werden sehr viele aus Deiner Generation nicht mehr von ihrer Rente leben können, schon heute haben ja viele nicht mal mehr 1000,- Euro Rente... aber man kann auch für das Alter vorsorgen, durch private Renten, Wohneigentum etc.... nur muß man früh genug damit anfangen. Gerade wenn man keine Familie oder Angehörige hat (wie bei mir z.b.) ist es um so wichtiger, denn man weiß, dass man niemals von irgendwem Unterstützung und Hilfe haben wird, nur wenn man es bezahlen kann.

02.04.2018 18:41 • #3


Danke lieber Wollpulli für deinen Kommentar

Zitat von wollpulli:
mir geht es manchmal auch so. Ich bin nun 47 und komme mit vielen Dingen nicht zurecht wie meinem erlernten Beruf und der Einsamkeit.

War das bei dir schon immer so oder kam das erst mit der Zeit?

Zitat von wollpulli:
Mit 30 ist der Zug nicht abgefahren. Noch kannst Du etwas tun. Gib nicht auf.

Zitat von wollpulli:
Was ist für Dich ein normales Leben?
Ein erfülltes Leben das wünschen sich viele Menschen da stimme ich jedem zu.

Für ein "normales" Leben ist der Zug schon abgefahren. Also im "richtigen" Alter heiraten, Häusle bauen und drei Kinder schaffe ich definitiv nicht mehr Das wäre es auch, was ich unter einem normalen Leben verstehe. Aber ich gebe zu, dass sowas nicht unbedingt ein erfülltes Leben sein muss.
Möglich, dass ich am Ende meines Lebens doch noch sagen kann, dass es erfüllt war und ich zufrieden war. Aber wenn man so indoktriniert wurde von der Gesellschaft, ist es schwer diese Schablone loszulassen und zu schauen was man statt dessen haben könnte.

Zitat von wollpulli:
Warum solltest Du ein Armutsrentner werden? Hast Du zuwenig Einkommen oder was ist der Grund?

Hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen ... ich bin schon seit Jahren arbeitsunfähig und daher auf Hartz 4 angewiesen und nicht zuletzt dadurch ganz gut verschuldet. Ich warte eigentlich jederzeit drauf, dass ich wieder arbeitsfähig werde, aber es ist leider nicht ganz klar, was ich überhaupt so habe. Von daher sehe ich manchmal eben schwarz wenn ich an die Zukunft denke. Und selbst wenn ich wieder arbeiten könnte, möchte ich meinen alten Job nicht mehr wieder, auch wenn ich da zuletzt ganz gut verdient habe.

Zitat von wollpulli:
Ich arbeite auch daran meine Träume noch zu verwirklichen.

Wie machst du das? Sind sie erreichbar?

Zitat von wollpulli:
Das was Du schreibst klingt alles sehr frustriert und traurig.

Nur manchmal ... ich bin eher passiv aggressiv

Zitat von wollpulli:
Wie kann man Dir helfen?

Ich dachte das Forum ist vielleicht eine gute Idee. Ein halbwegs anonymer Austausch tut vielleicht gut. Wenn man lesen kann, dass es anderen ähnlich geht und wie sie damit umgehen fühle ich mich vielleicht nicht ganz so allein im Abseits und vielleicht (die 4. ) kann ich für mich etwas mit ins reale Leben nehmen und daraus lernen

02.04.2018 21:14 • #4


Hallo Gnom?dings, danke auch für deinen Beitrag <3

Zitat:
..na ja, wenn ich Dir jetzt schreibe, dass das nichts Besonderes ist, wird Dich das auch nicht trösten. Was man sich so alles mit 16 und wenn man jung ist vom Leben vorstellt ... unzählige Geschichten finden, wo das Leben in der Hauptsache von (psychischer) Krankheit geprägt oder gar bestimmt wurde.

Ja es tröstet mich tatsächlich nicht, einfach weil ich es nicht ganz nachvollziehen kann. Die meisten die ich kenne, haben mit 16 nicht über ihr späteres Leben nachgedacht (ich damals ja auch nicht soooo). Dass sich mein Leben nicht so entwickelt hat, wie bei anderen habe ich natürlich erst mit der Zeit begriffen. Erst ist man einer unter vielen und dann werden es plötzlich immer weniger. Und selbst die (psychisch) Kranken haben irgendwann zu "ihrem" Leben gefunden, das zumindest äußerlich einen normalen Eindruck erweckt. Und schwups ist man die einzige, die "irgendwie anders ist". Das auf eine Krankheit schieben zu können, fände ich ja super. Die gibt es (mittlerweile) auch, auch wenn ich nicht drauf deuten kann und sagen kann "guck! das war schuld".

Zitat:
Einsamkeit, Trauer und Zukunftsangst gehören für viele psychsich erkrankte Menschen leider nun mal dazu. Die Kunst ist jetzt nur zu lernen, damit irgendwie umzugehen, wenn es nicht gelingt, das eigene Leben zu verändern.

Ich denke damit bringst du es tatsächlich auf den Punkt. Egal ob psychisch krank oder normal oder was auch immer. Die Kunst ist zu lernen mit dem was man hat auszukommen und das Beste aus dem zu machen was möglich ist.
Tja was soll ich dazu sagen? Ich bin seit sechs Jahren in Therapie und verstehe zwar im Ansatz wie mein Leben gelaufen ist, sehe für mich aber gerade im Moment keinen Weg raus bzw. sehe für mich keine akzeptable Zukunft. Zumindest nicht mit den jetzigen Gegebenheiten. Natürlich kann sich daran was ändern, ich reiß mir den Ar. auf, dass sich daran was ändert, aber genauso könnte ich Lotto spielen und hoffen Millionär zu werden. Ok letzteres ist noch unwahrscheinlicher, aber was ich damit sagen will ist wohl, dass das Leben gerade Mist ist und ich für jetzt und heute aber nichts ändern kann. Ich lebe quasi nur für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das hab ich im Prinzip schon immer so getan. Geführt hat es zu nix.


Zitat:
Mit dem "Armutsrentner" verstehe ich das auch nicht so ganz.

Da hab ich bei Wollpulli schon was dazu geschrieben. Bin zur Zeit leider krank.

Zitat:
Gerade wenn man keine Familie oder Angehörige hat (wie bei mir z.b.) ist es um so wichtiger, denn man weiß, dass man niemals von irgendwem Unterstützung und Hilfe haben wird, nur wenn man es bezahlen kann.

Und genau davor graut es mir. Das ist sicher einer der Gründe warum ich gerne eine eigene Familie gehabt hätte.

02.04.2018 21:42 • #5


Meerestropfen
Hallo Schlaflosimbett, mir geht es ähnlich wie dir, nur dass ich eigentlich nie eine Familie wollte. Ich bin 33 und könnte theoretisch noch ein Kind bekommen, aber dazu sind die Umstände nicht gegeben und wie gesagt will ich das auch gar nicht. Den Großteil meines Erwachsenenlebens habe ich damit verbracht, meinen Psychokram zu überleben und so halbwegs durchzuarbeiten, dabei sind eben die meisten anderen Dinge auf der Strecke geblieben. Ich denke man muss irgendwann akzeptieren, dass man die Option, eine Standardbiographie wie sie von der Gesellschaft erwartet wird einzuschlagen, eben nicht gehabt hat. Manches kann man nachholen, anderes eben nicht. Den Verlusten muss man ins Auge sehen und sie betrauern. Mir hilft dabei oft die Naturwenn du in der Natur bist, siehst du überall Ausnahmen, verschiedene Entwicklungsstufen und -formen. Es ist ja nicht so, dass zB jeder Samen in exakt gleicher Weise zu einer Pflanze heranwächst, manche wachsen um ein Hindernis herum oder durch einen Spalt im Beton, andere werden von einem Sturm plattgemacht. Diese Idee, dass alle im Leben genau gleich sein müssen oder dass jede Lebensgeschichte einen vorhersehbaren Ablauf von Anfang, Mitte, Ende hat, haben eigentlich nur Menschen, in der Natur gibt es das nicht. Und das menschliche Idealschema erfüllen auch sehr viel weniger Menschen, als es den Anschein hat, es geben sich nur die meisten extreme Mühe, nach außen normal zu erscheinen, deswegen wirkt es so.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu negativ. Das ist so meine Einstellung dazu, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, damit man nach vorne schauen kann. Wir sind ja beide noch jung und zumindest beziehungs- und berufsmäßig kann noch viel passieren. Warum soll man sich nicht auch am Rand der Gesellschaft einen Freundeskreis aufbauen können. Und Kinder kannst du ja auch adoptieren.

03.04.2018 02:43 • x 3 #6


Zitat von Meerestropfen:
Hallo Schlaflosimbett, mir geht es ähnlich wie dir, nur dass ich eigentlich nie eine Familie wollte. Ich bin 33 und könnte theoretisch noch ein Kind bekommen, aber dazu sind die Umstände nicht gegeben und wie gesagt will ich das auch gar nicht. Den Großteil meines Erwachsenenlebens habe ich damit verbracht, meinen Psychokram zu überleben und so halbwegs durchzuarbeiten, dabei sind eben die meisten anderen Dinge auf der Strecke geblieben. Ich denke man muss irgendwann akzeptieren, dass man die Option, eine Standardbiographie wie sie von der Gesellschaft erwartet wird einzuschlagen, eben nicht gehabt hat. Manches kann man nachholen, anderes eben nicht. Den Verlusten muss man ins Auge sehen und sie betrauern. Mir hilft dabei oft die Naturwenn du in der Natur bist, siehst du überall Ausnahmen, verschiedene Entwicklungsstufen und -formen. Es ist ja nicht so, dass zB jeder Samen in exakt gleicher Weise zu einer Pflanze heranwächst, manche wachsen um ein Hindernis herum oder durch einen Spalt im Beton, andere werden von einem Sturm plattgemacht. Diese Idee, dass alle im Leben genau gleich sein müssen oder dass jede Lebensgeschichte einen vorhersehbaren Ablauf von Anfang, Mitte, Ende hat, haben eigentlich nur Menschen, in der Natur gibt es das nicht. Und das menschliche Idealschema erfüllen auch sehr viel weniger Menschen, als es den Anschein hat, es geben sich nur die meisten extreme Mühe, nach außen normal zu erscheinen, deswegen wirkt es so.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu negativ. Das ist so meine Einstellung dazu, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, damit man nach vorne schauen kann. Wir sind ja beide noch jung und zumindest beziehungs- und berufsmäßig kann noch viel passieren. Warum soll man sich nicht auch am Rand der Gesellschaft einen Freundeskreis aufbauen können. Und Kinder kannst du ja auch adoptieren.



Auch wenn das nicht an mich gerichtet War will ich trotzdem was dazu sagen und zwar finde ich es gar nicht mal negativ.

Eher im Gegenteil, dadurch sieht man das man gar nicht so perfekt sein muss und gar nicht so ein Versager ist wie man sich vielleicht manchmal fühlt (ich zumindest tu das).

Denn durch deine Antwort sieht man nochmal das man nicht alleine so ist wie man eben ist und es auch gar nicht mal so schlimm ist.

03.04.2018 02:49 • x 2 #7


YesItsMe0
Zitat:
Ich bin Mitte 30 und habe mir früher immer vorgestellt Ehefrau und Mutter zu sein
.... Jetzt mit Mitte 30 ist der Zug abgefahren.
.....Wütend darüber, dass ich einer der vielen Armutsrentner sein werde, die einsam vor sich hinvegetieren.


Quatsch!
Mit mitte 30 stehen einem noch alle Wege offen da du noch mindestens 30 Jahre arbeiten vor dir hast. Es erfordert natürlich Mut eine große Veränderung im Leben durchzuführen. Du lebst nur einmal daher ist es wichtig sich nicht seinem "Schicksal" zu ergeben sondern alles zu geben. Man kann so vieles schaffen wenn man sich reinhängt!


Ich selbst bin gerade auch in einer Phase des Umbruchs und habe mich nicht meinem Schicksal als 0815 Büroarbeiter ergeben da ich mehr will.
Daher habe ich die bisher größte Herausforderung in meinem Leben angenommen und mich mit 31 Jahren für Informatik an der Uni eingschrieben. Ich lebe meinen Traum da ich einen Master in Informatik möchte und danach auswandern will. Ja das Studium ist hart aber machbar. Ich bin zwar einer der Ältesten aber bei weitem kein Einzelfall, da es andere gibt die ebenfalls den Mut zur Veränderung haben!

Was ich damit sagen will: Gib nicht auf sondern kämpfe für deinen Traum. Falls es nicht geklappt hat kannst du dir immer noch sagen du hast alles gegeben.

03.04.2018 08:19 • #8


Schlaflose
Ich bin 56 und hatte noch nie eine Partnerschaft und natürlich auch keine Kinder. Ich hatte schon immer Angst davor aufgrund meiner sozialen Phobie und der ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung. Seit meine Mutter gestorben ist, mit der ich zusammen wohnte, bin ich ganz allein, habe keine Geschwister und nur ein paar Verwandte, die weit weg wohnen.
Durch meine Schlafstörungen, die mich seit ca. 30 Jahren begleiten, konnte ich kein "erfülltes" Leben führen im Sinne von Urlaubsreisen machen, Ausgehen, Unternehmungen usw. Nur zum Arbeiten habe ich mich trotz allem immer gezwungen, weil für mich der größte Horror Armut und Hartz IV gewesen wäre.

Mir geht es aber trotzdem gut, ich bin zufrieden und versuche, mein Leben mit Kleinigkeiten wie Sport, Freibadbesuche im Sommer, viel draußen in der Natur sein, Shopping in der Stadt, vereinzelte Treffen zum Kaffeetrinken mit einer Freundin, Kochen, Backen u.ä. lebenswert zu machen. Mir reicht das zum Glücklichsein.

03.04.2018 10:31 • #9


Hallo Meerestropfen

Zitat:
Ich denke man muss irgendwann akzeptieren, dass man die Option, eine Standardbiographie wie sie von der Gesellschaft erwartet wird einzuschlagen, eben nicht gehabt hat. Manches kann man nachholen, anderes eben nicht. Den Verlusten muss man ins Auge sehen und sie betrauern.

Danke dir genau für diese Worte. Das ist wahrscheinlich das Entscheidende. Wenn jemand stirbt begräbt man ihn und trauert. Das hab ich mich mit "Hoffnungen" nie getan. Darüber mache ich mir mal Gedanken und versuche es. Danke für diesen Denkanstoß

Zitat:
Mir hilft dabei oft die Natur ... Diese Idee, dass alle im Leben genau gleich sein müssen oder dass jede Lebensgeschichte einen vorhersehbaren Ablauf von Anfang, Mitte, Ende hat, haben eigentlich nur Menschen, in der Natur gibt es das nicht. Und das menschliche Idealschema erfüllen auch sehr viel weniger Menschen, als es den Anschein hat, es geben sich nur die meisten extreme Mühe, nach außen normal zu erscheinen, deswegen wirkt es so.

Das habe ich so ehrlich gesagt noch nie gesehen. Wow. Das stimmt eigentlich. Es hieß bei uns immer "jede Frau will ein Kind haben", wenn ich das sagte, dass ich mir da nicht sicher bin, weil ich mir nicht vorstellen kann Mutter zu sein hieß es immer ich wäre ein Sonderling oder man unterstellte mir schlicht zu lügen. Und irgendwann habe ich das auch geglaubt.
Wenn ich es mir recht überlege, will in der Natur sich auch nicht jeder fortpflanzen. In Wolfsrudeln oder auch anderen Tiergruppen pflanzen sich nur die Ranghöchsten fort. Das sage ich auch immer wenn mich jemand fragt warum ich meinem Hund ein Kastration ersparen möchte. Nicht jeder Hund will sich fortpflanzen und muss das auch nicht. Warum sollte es also der Mensch wollen und müssen? Und bei einem Baum, der ja wesentlich älter als ein Mensch wird, schafft es meistens auch nur ein Same zu einem erwachsenen Baum. Der Rest bleibt in allen möglichen Stadien darunter.
Cool das ist ja wirklich sehr hilfreich dieser Gedanke. Ich muss darüber noch ein bisschen nachdenken, aber gerade ist das wirklich ein sehr erleichternder Gedanke.

Zitat:
Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu negativ. Das ist so meine Einstellung dazu, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, damit man nach vorne schauen kann. Wir sind ja beide noch jung und zumindest beziehungs- und berufsmäßig kann noch viel passieren. Warum soll man sich nicht auch am Rand der Gesellschaft einen Freundeskreis aufbauen können. Und Kinder kannst du ja auch adoptieren.

Vielen Dank genau deine Worte habe ich wohl gebraucht.

04.04.2018 09:38 • #10


Zitat von YesItsMe0:
Man kann so vieles schaffen wenn man sich reinhängt!

Ich selbst bin gerade auch in einer Phase des Umbruchs ... Ich lebe meinen Traum da ich einen Master in Informatik möchte und danach auswandern will. Ja das Studium ist hart aber machbar. Ich bin zwar einer der Ältesten aber bei weitem kein Einzelfall, da es andere gibt die ebenfalls den Mut zur Veränderung haben!

Was ich damit sagen will: Gib nicht auf sondern kämpfe für deinen Traum. Falls es nicht geklappt hat kannst du dir immer noch sagen du hast alles gegeben.


Das schlimme zuerst ... ich hänge mich rein ... es nutzt nur gerade nichts. Es geht nichts vorwärts. Man muss sich also schon fragen, ob sich der Aufwand lohnt. Was nützt es mir alles gegeben zu haben, wenn ich von vornherein weiß, dass es scheitern wird. Warum los laufen und versuchen den Mount Everest zu besteigen und auf dem Weg dahin elendig eingehen, wenn man auf einer Basis ein gutes Leben haben könnte.

Aber nun zum positiven. Ich habe auf der jetzigen Basis in der Tat kein gutes Leben, also muss ich es immer wieder versuchen. Mir bleibt leider nichts anderes übrig als kämpfen. Manchmal will man darüber aber auch mal meckern dürfen und sich umschauen, ob es jemandem ähnlich geht. Ob jemand auch schon 100 Anläufe gebraucht hat. Ob es jemand beim 101. geschafft hat oder nach 300 oder ob er einen Weg gefunden hat in der Basis zu bleiben und sich hier gut eingerichtet hat.

Ich finde es übrigens klasse, dass du noch mal von vorne anfängst. Mein Bruder hat mit Ende 20 das gleiche gemacht. Für ihn hat es sich gelohnt. Ich bewundere ihn und dich natürlich auch. Alles Gute weiterhin

04.04.2018 09:46 • #11


Zitat von Schlaflose:
der größte Horror Armut und Hartz IV gewesen wäre.

Das ist er auch. Gut, dass du arbeiten kannst. Ich wünsche dir, dass es bis zur Rente auch so bleibt <3

Zitat von Schlaflose:
Mir geht es aber trotzdem gut, ich bin zufrieden ... Mir reicht das zum Glücklichsein.

Das freut mich für dich. Ich hoffe ich komme da auch hin.

Eine persönliche Frage hätte ich jedoch wenn ich darf. Wie hast du den Tod deiner Mutter verkraftet? Wie lange hat es gedauert bis du sagen konntest du lebst auch ohne sie, alleine gut und zufrieden?

04.04.2018 09:50 • #12


Schlaflose
Zitat von SchlaflosimBett:
Eine persönliche Frage hätte ich jedoch wenn ich darf. Wie hast du den Tod deiner Mutter verkraftet? Wie lange hat es gedauert bis du sagen konntest du lebst auch ohne sie, alleine gut und zufrieden?


Ich habe ihren Tod viel besser verkraftet, als ich das in den letzten Jahren immer befürchtet hatte. Ich dachte, ich würde in tiefste Depressionen verfallen oder das Broken Heart Syndrom bekommen. Aber nichts davon hat sich bewahrheitet. Die ersten Wochen habe ich einfach nur funktioniert und nicht viel gefühlt. Nach ein paar Monaten kam dann die Trauer, wo ich häufiger geweint und damit gehadert habe, dass die Eltern von anderen viel länger leben. Aber nach etwa einem Jahr habe ich es überwunden. Es gibt immer noch Augenblicke, wo es mir einen Stich ins Herz versetzt, aber immer seltener.
Vor allem war ich über mich erstaunt, wie gut ich vom ersten Augenblick allein zurecht kam. Das ganze Haus samt Garten in Ordnung zu halten, meiner Arbeit normal nachzugehen und "Erwachsenen-Dinge" tun wie z.B. ganz allein ein neues Auto kaufen, mich um eine Eigentumswohnung und den Verkauf des Hauses zu kümmern u.ä. Noch bin ich im Haus, weil sich das mit dem Baubeginn der Wohnung verzögert hat, aber in einem Jahr ist es soweit, dass ich umziehen kann. Die Aussicht darauf gibt mir viel Kraft und macht mich sehr glücklich.

04.04.2018 16:05 • x 1 #13



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