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boomerine
Gestern traf ich seit langer Zeit , eine alte Freundin wieder, die sich total zurückgezogen hat. kam leider öfter vor. Wir telefonierten ab und zu, aber in dieser Richtung hatte sie nie etwas angedeutet. Sie schämte sich für sie und für ihre Tochter. Warum ? weil sich ihre Tochter, nicht mehr im richtigen Körper befand. Sie hatten eine sehr lange Krise hinter sich, Eltern und Tochter, an dieser Angelegenheit wäre fast die Ehe zugrunde gegangen. . Die Tochter sagte eines Tages (Februar ) zu ihrer Mutter, du Mama, ich fühle mich nicht mehr wohl in meinen Körper, ja die Antwort, warum was ist denn los. Die Tochter sagte es ihr, sie war schon sehr entschlossen, hatte auch das Gespräch schon mit dem Psychologen geführt. Die Mutter war natürlich fix und fertig. klar das war ich gestern auch, wir kennen uns ja schon 25Jahre. Ich hatte ja damaliger Zeit die Schwangerschaft mit ihr durchgemacht, es war auch keine leichte Geburt. Die Tochter hatte es ihren Vater dann kurz vor Weihnachten gesagt, weil im Januar darauf wurde sie 18 Jahre. Wie ihr euch vorstellen könnt, eine lange Zeit, er merkte zwar das etwas nicht in Ordnung war, aber typisch Mann, man redet und fragt nicht zu viel. Ja dann war das Chaos perfekt. Die Nerven lagen blank, es wurden Gespräche gesucht, Arzt, Psychologen und diverse Kurse, am Anfang lief fast alles getrennt. Die Ehe war am Ende, und Vater u. Tochter hatten sich nichts mehr zu sagen. Wenn ich diese drei nicht solange kennen würde, hätte mich dies das kalt lassen, aber so, ich war die letzte Nacht so mit dieser Sache beschäftigt, ich kann es euch gar nicht sagen. Nachdem ja dann der erste Termin zur OP schon anstand, hatten die drei nochmals Zeit sich mit dieser Angelegenheit auseinander zusetzen. Der Vater hatte dann auch den Weg zum Psychologen gefunden, weil er hätte seine Tochter sonst verloren. Mittlerweile sind schon zwei OP `s gewesen ( Brust und Gebärmutter Entfernung ), nächstes Jahr kommt die OP mit dem P.. Sie war ein hübsches Mädchen, jetzt ist er ein gutaussehender junger Mann. Es betrifft mich nicht, nur ich verstehe es nicht. Seid ihr mit so einer Situation schon mal konfrontiert worden ? Normal liest man es in Zeitungen oder bekommt es im Fernsehen mit. Es ist eine ganz normale bodenständige fleißige Familie, die Tochter wuchs in einem liebevollen Elternhaus auf. Ich bin mit Sicherheit nicht altmodisch, aber das verstehe ich nicht, darum bitte ich um eure Meinungen und Tipps.

05.06.2014 18:56 • 08.06.2014 #1


8 Antworten ↓


Also ich finde es gut, dass es heute die Möglichkeit gibt, dass man so leben darf, wie man möchte, ohne dass die Gesellschaft einen verurteilt. Auch früher gab es Menschen, die sich nicht wohl mit ihrem Geschlecht gefühlt haben, nur, die hatten keine Gelegenheit sich zu outen.
Unsere Gesellschaft heute ist vielseitig und bunt und das ist gut so. Das alte Muster heile Familie mit Frau und Mann tritt zurück.
Denk an die Tochter deiner Freundin, sie hatte es nicht leicht und freu dich mit ihr, dass sie diesen Schritt geht um wieder ein glückliches Leben führen zu können.

05.06.2014 19:08 • x 1 #2



Ich bin nicht im richtigen Körper

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Zitat von boomerine:
Sie war ein hübsches Mädchen, jetzt ist er ein gutaussehender junger Mann. Es betrifft mich nicht, nur ich verstehe es nicht. Seid ihr mit so einer Situation schon mal konfrontiert worden ? Normal liest man es in Zeitungen oder bekommt es im Fernsehen mit. Es ist eine ganz normale bodenständige fleißige Familie, die Tochter wuchs in einem liebevollen Elternhaus auf. Ich bin mit Sicherheit nicht altmodisch, aber das verstehe ich nicht, darum bitte ich um eure Meinungen und Tipps.


Ob man sich im falschen Körper gefangen fühlt, hat doch nichts damit zu tun, ob man eine liebevolles Elternhaus hatte. Das passiert einfach, eine Laune der Natur und ich finde es gut, dass man heute operative Möglichkeiten hat, das zu beheben.

Ich hatte einen Studienkollegen, der sich auch hat umoperieren lassen. Seine Eltern haben daraufhin den Kontakt zu ihm abgebrochen. Das fand ich schrecklich. Und ich finde es genauso schrecklich, wie du es schilderst, dass sich deine Freundin für ihren Sohn schämt und der Vater sich damit auch nicht abfinden kann.
Egal ob Sohn oder Tochter, es ist das eigene Kind, wie kann man das nicht lieben wegen so etwas Unwichtigem wie dem Geschlechtswechsel?

Und wenn sich unser Pflegekind später Spock-Ohren operieren lässt - wir lieben es dennoch. Sein Leben und wenn er nur mit Spock-Ohren glücklich wird, dann bitte! So lange er niemanden umbringt, betrügt oder zu Schaden bringt, ist das doch echt pipifax.

05.06.2014 20:28 • x 1 #3


Ein liebes Hallo...

Stell dir vor, du denkst und fühlst wie eine Frau und müsstest mit einem Männerkörper leben. Das ist alles andere als angenehm und für die Betreffenden selbst eine schwere Last, noch dazu wenn das Umfeld so reagiert wie du. Dass man verwirrt ist, kann ich nachvollziehen, aber wenn man jemanden liebt, dann versucht man zu verstehen und nicht zu verurteilen.
Tatsächlich ist es eine Laune der Natur... am Anfang (nach der Zeugung) sind wir nämlich alle Frau (und nicht Mann)... die Hormone sind dann dafür verantwortlich (ich weiß nicht mehr auswendig in der wievielten Woche), dass sich das angelegte Geschlecht (XX oder XY) auch tatsächlich bildet. Manchmal läuft da etwas anders und es entstehen verschiedenste Formen des Hermaphrodismus (umgangssprachlich Zwitter), es kann aber auch passieren, dass die Hormone und co. dir sagen, du bist eine Frau und der Körper aber männlich ist oder umgekehrt. Eben dann hat man das Gefühl, dass man im falschen Körper ist. Ich weiß die genauen Vorgänge leider nicht mehr, aber es ist genetisch bedingt und niemand kann etwas dafür und schon gar nicht können da Erziehung etc. etwas bewirken. Jetzt darfst du dir vorstellen, wie schwierig es für so ein Kind sein muss, denn es muss erst einmal draufkommen, was das für komische Gefühle sind... man fühlt sich anders, glaubt es stimmt etwas nicht mit einem, traut sich nichts zu sagen, bis der Leidensdruck so groß wird, dass man nicht mehr anders kann, als sich zu outen.
Ich habe eine Hochachtung vor all diesen Menschen, die sowas durchmachen müssen (habe mal einen Hermaphroditen kennengelernt, der es auch nicht leicht hatte) . Sie haben es schwer genug und wenn dann nicht mal die Familie zu einem hält, ist das hart. Auch wenn das für die Familie hart ist, für den/die Betroffenen ist es x-fach schwieriger.

So bitte bitte bitte unterstütze deine Freundin darin, zu ihrem Kind zu stehen und alles Mögliche zu tun, es in seinem Leben zu unterstützen. Mir tut das Herz weh, wenn ich daran denke, wie diese Leute oft verstoßen werden für etwas, wofür sie nichts können. (Du willst ja auch nicht wegen deiner Stimme, deinen Ohren etc. ausgeschlossen werden)...

ich hoffe ich habe ein wenig dazu beitragen können, dass mehr Verständnis aufkommt.

05.06.2014 21:31 • #4


boomerine
Hallo, ich danke euch für eure Zeilen / Antworten, ich habe im Prinzip kein Problem damit, warum ich mich so schwer damit tue, weiß ich selber nicht, weil es eventuell aus heiteren Himmel kam, oder weil es so nah bei mir geschehen ist. Ich hatte ja auch vor sehr langer Zeit, eine sehr lange Zeit, über Jahre hinaus einen gleichgeschlechtlich zum Freund, es wurde mit der Zeit eine wunderbare Freundschaft daraus, ich hatte aber auch von Anfang an keine Berührungsängste, leider verstarb er an Aids. ich weiß, ich darf beides nicht miteinander vergleichen, es sind zwei paar Schuhe, dazu gesagt, seine Eltern akzeptierten es überhaupt nicht, die Mutter hatte ihn total verstoßen. Verbinde ich es damit, das es vielleicht mal so kommen könnte ? wenn der Vater schon / noch ein Problem mit seinem jetzigen Sohn hat ? Oder liegt mein Problem darin, weil ich selber schon mehrfach operiert werden musste, weil es keine andere Möglichkeit mehr gab. Liegt darin mein Problem ? Ich hab mit Sicherheit nicht vor die Freundschaft zu kippen, weder zu den Eltern noch zu Sohn, dafür ist mir die Freundschaft zu wichtig.

06.06.2014 18:18 • #5


Zitat:
Oder liegt mein Problem darin, weil ich selber schon mehrfach operiert werden musste, weil es keine andere Möglichkeit mehr gab.


Dann machst du den Fehler wertest das Leid des Jungen ab, das er erfährt, wenn er in dem Körper bleibt, den er hat.
Das wäre dann gemäß des Beispiels: "Andere Leute wären froh, wenn sie ihre Brüste nicht durch Brustkrebs verlieren, und du lässt sie dir nur zu bereitwillig abschneiden"

Für den Jungen gibt es auch keine Möglichkeit mehr, ausser sich operieren zu lassen. Du gestehst ihm sein Leid, als Frau leben zu müssen, nicht zu. Und das ist dein Problem.

06.06.2014 18:43 • #6


boomerine
Ich werte den Jungen nicht ab, ich verurteile auch nicht, es tut mir eigentlich nur weh. Ich denke auch an die Zukunft, wie wird es sein, wenn er irgendwann eine Frau kennen und lieben lernt. Er möchte heiraten, eine Familie gründen und sie möchte Kinder, dann muss er sich outen, ob er will oder nicht. Ich glaube nicht das er mit dem dann Leben kann indem er es verschweigt. Werden alle Frauen so denken ? werden alle Frauen so offen mit dem Thema umgehen können ? Es gibt auch noch die anderen. Leider. Ich habe auch damaliger Zeit die andere Seite, mit meinen gleichgeschlechtlich Freund durchgemacht, angefangen bei den Eltern und diverse Freunde die nicht damit umgehen konnten, vor allen Dingen war es besonders schlimm als dann das Aids ausbrach, er hatte Deutschland verlassen, weil er es nicht mehr ausgehalten hat so zu leben. Wird die Zukunft von T. auch so offen mit dem Thema umgehen ? Es sind zwei verschiedene Arten von Themen, aber ich weiß noch zu gut, wie mein damaliger Freund geschnitten wurde, es wollte keiner, fast keiner mehr mit ihm etwas zutun haben, als er sich outete und weil er glaubte er könne sich anstecken. so aufgeklärt sind wir, es wird geredet, jeder ist gescheit und wenn es darauf ankommt, dann wird die Person zur Seite geschoben. Werden doch sogar wir, die psychische Probleme haben, weil wir in deren Augen anders sind. In dieser Angelegenheit war auch in diesem Forum sehr interessante Zeilen zu lesen, mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine.

07.06.2014 19:18 • #7


MrsAngst
Ich denk es ist für dich auch ungewohnt aber daran ist nichts schlimmes.
Wenn sich die Tochter wie ein Mann fühlt ist das okay so, allerdings eine Umstellung für euch alle.
Heute ist ist gleichgeschlechtlich gar nicht mehr so schlimm wie damals auch transsexualität, klar gibt es engstirnige spiesige diskriminierende idioten.
Es werden sich sicher auch Menschen von ihr anwenden aber sie wird andererseits auch viel Zuspruch erhalten von Menschen die sie bewundern für diesen Mut.
Dies ist aber jedenfalls besser als im falschen Körper zu sein.
Unterstützung ist momentan ganz wichtig.
Melde dich doch mal in einem transsexuellen forum an! Dort kannst du Erfahrungen lesen und dir von betroffenen vllt einiges erklären lassen

Klar mit den Frauen ist schon so ein Thema, gibt aber viele tolerante Frauen und es gibt auch viele Internet Plattformen für Menschen mit Geschlechtsumwandlung oder Menschen die allgemein sexuell offen sind.

07.06.2014 22:00 • #8


Zitat von boomerine:
Ich werte den Jungen nicht ab, ich verurteile auch nicht, es tut mir eigentlich nur weh. Ich denke auch an die Zukunft, wie wird es sein, wenn er irgendwann eine Frau kennen und lieben lernt. Er möchte heiraten, eine Familie gründen und sie möchte Kinder, dann muss er sich outen, ob er will oder nicht. Ich glaube nicht das er mit dem dann Leben kann indem er es verschweigt. Werden alle Frauen so denken ? werden alle Frauen so offen mit dem Thema umgehen können ? Es gibt auch noch die anderen. Leider.


Egal, auf welche Art man anders ist - es wird immer irgendjemand damit nicht zurecht kommen. Das ist so, im Leben. Speziell auf die Frauen bezogen, wollen auch nicht alle Kinder oder eine Familie gründen und es können ja auch nicht alle Männer Kinder zeugen und alle Frauen schwanger werden.
Wenn der Kinderwunsch groß ist, kann man immer noch adoptieren oder eine Pflegekind aufnehmen.
Aber ich finde, man muss kein Problem aus Eventualitäten machen. Es gut, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, aber das Leben kommt doch sowieso meist anders als man denkt.

Zitat von boomerine:
Ich habe auch damaliger Zeit die andere Seite, mit meinen gleichgeschlechtlich Freund durchgemacht, angefangen bei den Eltern und diverse Freunde die nicht damit umgehen konnten, vor allen Dingen war es besonders schlimm als dann das Aids ausbrach, er hatte Deutschland verlassen, weil er es nicht mehr ausgehalten hat so zu leben. Wird die Zukunft von T. auch so offen mit dem Thema umgehen ? Es sind zwei verschiedene Arten von Themen, aber ich weiß noch zu gut, wie mein damaliger Freund geschnitten wurde, es wollte keiner, fast keiner mehr mit ihm etwas zutun haben, als er sich outete und weil er glaubte er könne sich anstecken. so aufgeklärt sind wir, es wird geredet, jeder ist gescheit und wenn es darauf ankommt, dann wird die Person zur Seite geschoben.


Das war eine andere Zeit, das darf man nicht vergessen. Und, es ist natürlich auch noch die Frage, wo man lebt. In einer Großstadt in der viele Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben leben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer auf tolerante Menschen zu stoßen, als in irgendeinem stockkonservativen Winzdorf in Bayern.

An deiner Stelle würde ich mir die Eltern des Jungen, gerade auch weil du mit ihnen befreundet bist, mal ordentlich zur Brust nehmen. Ich finde es schrecklich, dass sich deine Freundin für ihren Sohn schämt und der Vater gar nichts mehr mit ihm zu tun hat. Ganz ehrlich? Ich wäre ungern mit solchen intoleranten Menschen befreundet und würde eher zusehen, dass ich den Jungen unterstütze, wo es mir möglich ist, wenn es schon die eigenen Eltern nicht wollen.

Zitat von boomerine:
Werden doch sogar wir, die psychische Probleme haben, weil wir in deren Augen anders sind. In dieser Angelegenheit war auch in diesem Forum sehr interessante Zeilen zu lesen, mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine.


Das ist eine Frage der Einstellung. Jeder Mensch ist einzigartig und irgendwie besonders und jeder hat seine Ecken und Kanten, mit denen er anecken könnte. Meiner Erfahrung nach, wenn man offensiv damit umgeht, gibt es weniger Angriffspunkte, als wenn man sich selbst für irgendwas schämt, wofür man gar nichts kann.

08.06.2014 11:56 • #9




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