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Hallo
Ich bin neu hier und hoffe auf hilfreiche Tipps.
Mein Leben hat sich vor knapp 11 Jahren verändert. Ich war 17 und bis zu dem Ausbruch meiner vielen Beschwerden, kannte ich bis auf Regelschmerzen (anfänglich sehr stark mit Erbrechen, Ohnmachtsgefühl, Durchfall etc) und gelegentliche Schmerzen im Oberbauch keine weiteren "Wehwehchen".
Heute bin ich 27 und weiß nicht welche Schmerzen bzw. Missempfindungen ich noch nicht hatte.
Der vermutliche Auslöser war ein Schulwechsel von der Realschule aufs Gymnasium für's Abitur, weil ich mit den Anforderungen, die gestellt wurden, regelrecht überfordert war.
Ich hatte während des Unterrichts das Gefühl vom Stuhl zu kippen, Herzrasen und so ein Unwohlsein überkam mich. Bin dann an die frische Luft. Aber dieses Gefühl wiederholte sich von nun an ständig, was mich dazu zwang mich über einige Wochen krank zu schreiben. Hinzu kamen Kieferschmerzen (weshalb ich meine kfo Behandlung abgebrochen habe), starke Kopfschmerzen (seitdem täglich), Übelkeit, Nacken und Rückenschmerzen, Schwindel, anfällig für Infekte bzw. ständig geschwollene Lymphknoten, kältegefühl, Darmprobleme, Ohrenschmerzen, Kurzatmigkeit, Angst alleine zuhause zu bleiben, Unterleibsschmerzen Fluchtgedanken etc.
Mit den Jahren hatte ich etliche Schulmediziner durch und nie wurde mir gesagt: Frau . , Sie haben diese Erkrankung. Diese Behandlungsmethoden gibt es.
Nein. Ich wurde einfach mit Antidepressiva ruhig gestellt. Jahrelang Medikamente zu bekommen ohne aber eine genaue Diagnose zu bekommen bzw. es irgendwo anhand von Blutwerten, MRT, Röntgen, neurologische Untersuchung, Stuhl bzw Urinproben selbst zu sehen.
Anfänglich haben diese Medikamente zumindest den Gemütszustand verbessert, aber langfristig hat keines der mir verschriebenen Medikamente der AD (Citalopram, trimipramin, opipramol, Sertralin, Johanneskraut)mir ein Gefühl gegeben, ich kann wieder normal leben oder dass ich ich selbst bin. Ich war emotionslos. Die dazugehörigen Therapiesitzungen haben mir leider auch nichts genutzt. Auch jegliche Art von Entspannungstherapien, die ich während einer Kur zusätzlich erlernt habe, waren nicht hilfreich.
Mass., Osteopathie, Chiropraktik, Akupunktur, Ernährungsumstellung Quaddel-Injektionen, Magen, Darm und Bauchspiegelungen, Meditation, Wärmebehandlung, Sport. Das alles hat bis heute nichts gebracht bzw kein Ergebnis.
Habe seit knapp 2 Jahren diese Chemie weggelassen, (auch die Pille, die mir damals mit 13/14 wegen meiner unerträglichen Schmerzen verschrieben wurde). Es wurde nie an Hormonstörungen etc gedacht.
Ich wollte mich zusammen reißen und mich neu kennenlernen, so wie ich vor dem ganzen Mist war. Aber ich erkenne mich einfach nicht mehr wieder.
Es gibt Tage da bin ich kurz vorm durchdrehen weil ich so depressiv bzw. panische Angstgefühle bekomme, dann gibts Tage, wo mir meine "körperlichen Beschwerden" den Rest geben.
Tage, an denen ich keine physischen bzw körperlichen Beschwerden habe, gibt's seitdem keinen Einzigen mehr.
Und ich weiß einfach nicht die Ursache. Ich habe nach dem Schulwechsel, die Klasse auf einer anderen Schule wiederholt und mein Fachabitur gut abgeschlossen und bin nun seit über 5 Jahren ausgelernte Industriekauffrau.
Also hätten die Beschwerden ja eigentlich weniger werden müssen, ich muss mich ja nicht mehr " beweisen".

Meine aktuellen Beschwerden:
Starkes Unruhegefühl mit Fluchtgedanken, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, traurig ohne Grund, sehr emotional, Unterleibsschmerzen auch außerhalb der Periode, Übelkeit, Sodbrennen, Magenschmerzen, Kältegefühl, Kribbeln in den Armen bzw. Beinen, Schulter- Nackenschmerzen, Gesichtsschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrasen bzw. Stolpern, Atemnot, Kurzatmigkeit, schnell aus der Puste, Gewichtszunahme trotz gesunder Ernährung und Sport, Rückenschmerzen, Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf. Und einer der Schlimmsten sind die Kopfschmerzen. Es ist mal einseitig, dann beidseitig, mal ringsum, mal am Hinterkopf, mal pochend, mal stechend am Auge, manchmal bin ich Licht und geräuschempfindlich. Also immer anders. Und das komische ist, wenn ich den Kopf hin und her wackle, dann bewegt sich drin etwas. So als ob es das Gehirnist und tut auch weh. Auch ist die permanente Übelkeit stark belastend. Im Halsso ein Fremdkörpergefühl, wie dauerhaft Schleim oder so. Also ein ekelgefühl. Ich kriege dann Horrorvorstellung, dass ich mich übergeben muss bzw. vor Schwindel umfalle, was aber nicht passiert.

Ich rauche und trinke nicht, nehme keine Dro., bin nicht übergewichtig.

Aktuell mache ich sensomotorische Körpertherapie (von der Autorin der pohltherapie "unerklärliche Beschwerden)
Habe bei meiner Hausärztin 2x hintereinander die Medivitan Aufbaukur gemacht. Ohne Erfolg.

Als "Heilmittel" nehme ich aktuell Yams Wurzel, Goldene Milch, Vitamin D3+K2 Tropfen, Ashwaganda Kapseln, von Life Plus ein Pulver und CBD Öl. Aber auch diese Sachen geben mir keine nötige Entspannung.
Mein Körper bebt und kommt einfach nicht zur Ruhe. Der Schlaf ist zum Glück nicht so schlecht, sodass ich zumindest ein paar Stunden Ruhe habe.

Jetzt ist meine Frage, hat jemand eine ähnliche Leidensgeschichte und bisher weder mit der Schul- noch mit der Alternativmedizin Erfolge erzielt?

Wie stehen diese psychosomatische Beschwerden mit Hormonen in Zusammenhang?

Danke für Tipps.

06.04.2020 20:13 • 07.04.2020 x 2 #1


2 Antworten ↓


Ok Danke für diesen ausführlichen Bericht,natürlich hört es sich nach psychischen Symptomen an....
es scheint aber das du 1 das richtige Medikament nicht hast und 2 den richtigen Therapeuten noch nicht gefunden hast!Psyche und Schmerzen liegen nah beieinander....alleine durch die ganzen Anspannungen die als Auslöser in Frage kommen.
Du hast ja schon sehr viel ausprobiert und meine Frage ist dahingehend ob es für dich nicht gut wäre eine stationäre Therapie zu machen? Liebe Grüße

06.04.2020 22:38 • #2


Ich habe vergessen zu schreiben, dass ich bereits 2 Therapeuten hatte, die eine ist eher auf die familiäre Situation, die andere auf Verhaltenstherapie gewesen. Aber weder das eine, noch das andere war hilfreich. Einen stationären Aufenthalt hatte ich über 6 Wochen (Kur für den Bereich Psychosomatik)
Auch dies hat mir nicht geholfen, sondern hat mich im Gegenteil psychisch und körperlich noch mehr kaputt gemacht.
Wie kann man denn Angst und Depressionen feststellen, also im Körper? Solange mir man nichts vorzeigt, dass ich eine Veränderung der Gehirnzellen o.ä. habe, kann ich es einfach nicht glauben. Ich stehe unter Dauerstrom. Ich kenne bisher keinen Menschen, der diese "Muskelzuckung" und Verkrampfung hat, wie ich sie selbst habe.
Das muss doch irgendwie messbar sein.
Und je länger ich das habe, bekomme ich langsam ein ungutes Gefühl, dass iwann an dieser Anspannung dauerhaft Schaden nehme.

07.04.2020 07:33 • #3